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Ein Konzertbericht von Franziska Münch mit Fotos von
Rita Rentzsch, Karsta Mannsfeldt, Torsten Mansfeldt



Wenn ich das Wort "Ostrock" höre, denke ich immer an die Zeit der Siebziger bis Achtziger. Trotz meines vergleichbar jungen Alters mag ich diese Musik, was nicht zuletzt an dem guten Elternhaus liegt, durch das ich an diese Art Musik heran geführt wurde. Nun war es am Freitag soweit, und ich konnte endlich mal wieder ein Konzert des Altenburger Ausnahmetalents MANUEL SCHMID besuchen.a 20170629 1217642286 Nicht zum ersten Mal sah ich den Künstler mit seiner Solo-Show! Aber jedes Mal auf's neue ist es eine "Reise" wert. Diesmal war allerdings meine Anreise relativ kurz, da das Konzert in der Herzoglichen Hofgärtnerei in Altenburg stattfand, und somit für mich von Gera aus nur einen Katzensprung entfernt war.

Die Hofgärtnerei in der Residenzstadt Altenburg liegt direkt am Schloßberg, gegenüber der Orangerie und dem Teehaus. Eine wirklich tolle Lage und ein sehr schöner kleiner Schlosshof indem das Konzert stattfand. Was mich allerdings sehr wunderte war, dass es hier keinen Service gab. Mit großem Hunger und Vorfreude auf ein gemütliches Abendessen ging es hin, und mit knurrendem Magen aber leider auch wieder nach Hause. Ich hatte mich Freitagabend durchaus auf einen gemütlichen Abend im schönen Ambiente und mit einer Kleinigkeit zu Essen gefreut. Leider wurden wir schon beim Betreten des Schlosshofes abserviert und darauf verwiesen, dass hier erst ab 19:00 Uhr bedient werde. Nach einem Blick auf die Uhr dachte ich mir: "Okay Duuuuuurst! Es ist warm, und Hunger habe ich auch. Aber okay, eine halbe Stunde halten wir schon noch durch." Endlich 19:00 Uhr, aber von Service keine Spur. Man musste zuerst zum inzwischen besetzten Einlass gehen um die Eintrittskarte zu bezahlen und hatte dort die Möglichkeit, sich Wertmarken zu kaufen. Nun ging es für mich mit der Marke und dem Wunsch "Weinschorle" an die andere Seite des Hofes, wo man die Möglichkeit hatte seine Marke an den "Mann" zu bringen. Getränke wurden dort allerdings nicht gekühlt, was bei den Temperaturen durchaus unangenehm war. Ein wenig traurig, die ganze Sache. Essen gab es dann auch nicht. Nur einen Bolognese Flammkuchen hatte man im Angebot, der durchschnittlich gut war aber in der Form, wie er präsentiert wurde, natürlich nicht sättigte. Ich arbeite selber in der Gastronomie und bin daher vielleicht immer etwas kritischer. Aber meiner Meinung nach wäre es für die vier Kellner (die nicht bedienen mussten/durften) sicher kein Problem gewesen, einen Hof mit 50 Gästen mit Speisen und Getränken zu versorgen! Die Gäste wären dann sicher noch zufriedener gewesen und der Gastwirt hätte sicher auch mehr Umsatz gemacht. Auch zeigt sich meiner Meinung nach eine gute Küche oder gastronomische Einrichtung immer in der Organisation. Wer nur 50 Gäste hat bei vier Mann Personal, und trotzdem nicht bedient, sollte sich überlegen, ob er logistisch in der Lage ist, ein Restaurant zu führen. Nur ein gemütliches Ambiente reicht da manchmal leider nicht.

b 20170629 1008550781Egal, die Anwesenden sind rückblickend aber auf ihre Kosten gekommen, denn sie erlebten wieder eine wunderschöne Live-Mugge mit MANUEL SCHMID und den anderen drei Musikern. Angesichts der nicht ausverkauften Sitzplätze mögen die Musiker "Nützt ja nischt!" gedacht haben, aber sie bliesen deswegen keineswegs Trübsal. Ganz im Gegenteil, sie boten dem Publikum eine außerordentliche bunte Mischung feinster Musik. Mit dem Song "Frühling", einem Lied von Manuel Schmid, ging es gleich in die Vollen. Die Band, bestehend aus MANUEL SCHMID, Marek Arnold am Sopransaxophon, Altsaxophon und an der Klarinette, Knut Bräuer der ebenfalls ein paar Stücke mit seinem Saxophonspiel veredelte, und Ekkehard "Ekki" Dreßler an den Drums, orientierten sich die Musiker zwar an den Originalen, spielten die Lieder aber letztendlich auf eigene Art und Weise. Da wirkte nichts aufgesetzt oder übertrieben.

MANUEL SCHMID ist auf der Bühne daheim. Und das merkt man. Mit "Nach Süden" von LIFT und "Sagte mal ein Dichter" von Holger Biege ging es weiter. Die großartige Stimme von MANUEL SCHMID ist es nicht alleine, die immer wieder für diese glückselige Stimmung auf seinen Konzerten sorgt. Die ihn begleitenden Musiker verbreiten jedes Mal wieder eine Energie, die ich so auf noch keinem anderen Konzert fand! "Nachtigall halt ein, halt ein / Soll doch der süße Schmerz / Endlich ausgestanden sein / Bitte Nachtigall, sei still, sei still / Weil mein todmüdes Herz / Endlich einmal ausruh'n will" Meine Mundwinkel gingen automatisch nach oben. Marek ist einfach bei diesem Song so unglaublich gefühlvoll und die Töne die aus seinem Sopransaxophon kommen einfach irre bewegend. Man bebt innerlich vor freigewordenen Emotionen. Das geht mir immer so, wenn ich diesen wunderschönen Song von 4PS höre. In der Version von MANUEL SCHMID einfach ein Song der für Gänsehaut sorgt. Die Musiker macht am Freitag auf mich einen sehr lockeren und gelösten Eindruck. Sie spulten nicht einfach so ihr Programm ab - okay, das machen sie eigentlich nie, sie zeigen immer wirkliche Spielfreude, Leidenschaft und Witz und geben immer 100 Prozent.

c 20170629 1271777652Als nächstes kam "Zu groß der Hut" und "Sonntag", ein tolles Lied von Manfred Krug, was Knut am Saxophon begleitete. Anschließend hörten wir "Glaube mir", ein Song von MANUEL SCHMID, der von Marek an der Klarinette begleitet wurde. Als dann noch "Schwanenkönig" und "Niemals mehr" folgten, und die Zuhörer in eine kurze Pause begleitet wurden, war ich längst wieder Feuer und Flamme. Mit dem Titel "Wasser und Wein" von LIFT wurde nun die Pause beendet. Die Überleitungen zu den jeweils nächsten Titeln sind bei Manuels Konzerten sehr gut. Kein endloses Gequatsche, sondern vielmehr eine kurze und knackige Moderation. Das PS4 Stück "2 Groschen Lied" sorgte bei einigen Zuhörern für Erstaunen, denn diesen Song hat Manuel neu in seinem Programm. Als der "Albatros" sich dann endlich in die Luft erhob, war ich dann wieder auf meinem emotionalen Höhepunkt. Mit dem Stück haben sich Texter Norbert Kaiser und Komponist Ed Swillms damals selbst übertroffen, und mit diesem Lied ihr Denkmal für die Ewigkeit geschaffen. Der über die Meere fliegende Albatros, ein Symbol für und die Sehnsucht des Menschen nach Freiheit. In diesem musikalischem Werk kann man sich immer wieder verlieren. Was Marek beim "Albatros" aus seinem Saxophon rausholte, Manuel gesanglich leistete und Ekki auf seinen Drums machte, war schlichtweg grandios. Das hat wirklich Klasse.

Doch der Zauber war danach noch nicht vorbei. Bei "Die sixtinische Madonna", "Wir sind die Sonne" und "Dein Herz" drehten die Jungs noch einmal richtig auf, so dass es einem förmlich den Atem verschlug. Immer wieder ein ganz besonderes Klangerlebnis. Bei "Wie ein Fischlein unterm Eis" und "Deine Liebe und mein Lied" sang sich Manuel noch tiefer in die Herzen der Zuhörer. Bei "Sommernacht" legte sich die gesamte Band nochmal richtig ins Zeug. Die geplante Zeit war schon ein paar Minuten vorbei, die Band hatte schon die zweite Zugabe gespielt.d 20170629 1329141130 Aber eine Zugabe musste Manuel dann doch noch geben. "Das Ende vom Lied" war ein nachdenklicher Schlusspunkt. Manuel legt seine ganze Seele in dieses Lied und ich bekomme doch tatsächlich Gänsehaut in diesen Minuten. Der Beifall für die Jungs war nach diesem traumhaften Konzert mehr als verdient. Und ich fuhr glückselig wieder nach Hause.

Ich freue mich schon darauf diese wunderbare musikalische Reise mit sympathischen Musikern bald erneut erleben zu dürfen und kann allen Musikbegeisterten ein Konzert von MANUEL SCHMID nur ans Herz legen.




Manuel Schmid live ...
• 10.08.2017 - Altenburg - Altenburger Musikfestival (mit Anna-Marlene Bicking)
• 18.08.2017 - Mansfeld - Song & Slam (Solo-Konzert)
• 02.09.2017 - Altenburg - Kindertagesstätte "Spatzennest"
• 15.09.2017 - Berlin - Zimmer 16 (mit Micha Behm)
• 22.09.2017 - Altenburg - Biker Ranch (Solo-Konzert)
• 23.09.2017 - Stünzhain - Kirche (Solo-Konzert)

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Termine und Infos auf Manuels Homepage


Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Manuel Schmid: www.manuel-schmid.com




 
 
 
 
 




   
   
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