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Ein Bericht von Rüdiger Lübeck mit Fotos von Sandy Reichel + Pressefotos



GALAwas? Diese Frage werden sich wohl so einige Freunde der gepflegten Beatmusik gestellt haben, als der - zugegeben etwas merkwürdig (nach Giftpilz?) klingende - Bandname auf den ersten Konzertplakaten respektive Onlineportalen auftauchte. Nicht, dass man sich nicht hätte denken können, wes Geistes Kind diese Namensschöpfung gewesen ist. Aber ENGERLING ohne Boddi Bodag? Undenkbar! Aber der Reihe nach ...

c 20170215 1412757404Dem regelmäßigen Konzertgänger bot sich zuletzt hier und da immer wieder mal ein uneinheitliches Bild der personellen "Durchmischung" einschlägig vertrauter Bandbesetzungen. Nun ist es längst üblich, dass Musikanten - nicht zuletzt auch aus wirtschaftlicher Notwendigkeit - auf vielen Hochzeiten tanzen. Das wurde und wird im Publikum allgemein mit Wohlwollen aufgenommen, zumal es mitunter auch der eigenen geistigen Hygiene nicht eben abträglich ist. Und untereinander wissen die Künstler einander ohnehin zu schätzen, letztlich ist man doch Teil der gleichen großen Familie.

Aber ENGERLING ohne Boddi Bodag? Undenkbar! Es gibt ungeschriebene Gesetze, deren Missachtung ganz schnell mal zu einer solchen des bislang geneigten Publikums führen kann. Kann, nicht muss. Und genau an dieser Stelle wird es interessant: was passiert eigentlich, wenn wir es einfach tun? Wenn wir - nur für die Dauer eines kleinen Projektes - einfach einmal alles auf den Kopf stellen und pokern? Einfach schauen, was passiert? Sagten sich die beteiligten Musiker und machten Nägel mit Köpfen ...

Nun muss man zu der Geschichte wissen, dass Boddi zuletzt mit PANKOW (!) tourte, also den ENGERLINGen vorerst nicht zur Verfügung stand. Frank "GALA" Gahler indes beendete gerade erst die 40/70-Jubileumstour mit Speiches MONOKEL, hatte also Zeit (Lust sowieso). Dumm nur, dass er kein Keyboarder ist. Egal, sagten sich die Jungs, und holten sich mit Haymo Doerk einfach einen zweiten Gitarristen mit ins Boot.b 20170215 1354956793 Ein Widerspruch? Mitnichten, wie sich zeigen sollte. Natürlich erleben wir an diesem Freitagabend im Maschinenhaus weder ENGERLING noch GALA pur. Das hatte wohl auch kaum jemand erwartet. Viele der leider nicht eben ganz so vielen Zuschauer waren vermutlich einfach nur neugierig auf dieses interessante Projekt, dass es so nicht wieder geben wird. Mit GALA als Frontmann (voc & harm) kann kaum etwas schiefgehen, seine bisweilen überbordende Coolness und Großmäuligkeit ward längst liebgewonnen. Und mit Hannes Schulze (dr), Manne Pokrandt (bg) und Heiner Witte (git) steht - ergänzt durch Haymo Doerk (git) - ein instrumentales Gerüst, dass es erst einmal zu erschüttern gilt!

GALA betritt zunächst allein die Bühne und intoniert mit "Nie wieder Vater" eine seiner wohl stärksten Interpretationen. Das Kollegium gesellt sich hinzu und gibt Gas, aber wie! Augenblicklich schließen sich - so GALA - die Zugaben an, mitunter auch aus der Feder von ENGERLING. Beim "Muschellied" etwa bietet sich (endlich!) einmal die Gelegenheit eines klassischen Gitarren-Duells. Die beiden daran Beteiligten schenken sich hier erwartungsgemäß nichts; es scheint allen eine Freude, sie von der Leine zu lassen. Auch bei den (echten) Zugaben wird regelrecht exzessiv und ausschweifend in die Saiten gehauen, dass es nur so eine Freude ist. Man wähnt sich bisweilen gar in die glorreichen 70er versetzt ...

a 20170215 1667535980Und so endet dieses kurzlebige Projekt fast schon ein wenig wehmütig, wenn auch nicht ohne eine gewichtige Spur hinterlassen zu haben. Die da besagt, dass musikalische Genialität kombinier- und variierbar ist, mithin zu neuen Ansätzen führen kann, die erfrischend beleben. Die Idee ist also aufgegangen, und man kann - ja muss - nur dazu ermuntern, es künftig wieder zu tun, in welcher Konstellation auch immer. ENGERLING ohne Boddi Bodag? Keine Sorge, schon am Folgeabend war auf der Bühne wieder alles beim Alten. Und ENGERLING mit GALA? Eine ganz feine Symbiose!


Setlist:
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Bitte beachtet auch:
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