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Ein Konzertbericht von Bernd Teichert mit Fotos von
Angela Rudolph, Kerstin Teichert, Bernd Teichert

 

Nach dem bewegenden Tag in Freiberg nahte er nun: Der Tourabschluss in Berlin. Wir hatten ihn mittelfristig in unseren Kalender aufgenommen, den Besuch des Konzertabschluss' in Berlin. Im Vorfeld machte die Runde, dass Dirk Michaelis zum letzten Konzert in Berlin mit auftreten würde. So hofften wir am letzten Tag der Tour auch auf einen versöhnlichen Abschluss und natürlich freuten wir uns darauf, etwas "Neues" zu erleben, was es bei den anderen Konzerten nicht zu sehen und hören gab.a 20170215 1962930842 Diese Hoffnung platzte wie eine Seifenblase, als wir nach unserer Anreise von Michaelis' Absage erfuhren. Da hat es wieder mal einer geschafft, sich erfolgreich zu drücken. So gab es während der gesamten Tour nur 13 der 14 "Neubeginner"-Titel zu hören. Das wirklich sehr schöne Stück "Zwei Hände mehr" mit dem Text von Giesela Steineckert und der Duett-Stimme von Dirk Michaelis fand so nie einen Platz auf den Setlisten der Tournee.

Aber das Konzert bot natürlich auch vorwiegend Gutes. So waren gestern auch drei ehemalige PUHDYS-Kollegen, nämlich Quaster (mit seinem "Schatten"), Eingehängt sowie Klaus und der ehemalige PUHDYS-Manager unter den Zuschauern. Die Columbiahalle habe ich mir, wenn man sie auf den Fotos sieht, wesentlich größer vorgestellt. Aber die Anreise dorthin war völlig problemlos, wenn man bedenkt, wie das Navi uns durch fast ganz Kreuzberg und Neukölln jagte. Gegenüber der stillgelegten Abfertigungshallen des ehemaligen Flughafen Tempelhof warteten wir auf den Einlass, nachdem wir direkt gegenüber am Ausgang einen kostenlosen Parkplatz fanden. Vorwiegend im sächsischen Dialekt unterhielt man sich unter den ersten Angekommenen. Erst kurz vor Einlassbeginn bildete sich die Schlange langsam.

Ziemlich genau um 19:00 Uhr öffnete dann die Location für die wartenden Fans, und so hatten wir - wie auch schon in Jena und Dresden - einen Platz linksseitig vor Maschine. Also Reihe eins. Dort klingt es auch akustisch einwandfrei und man ist etwas vor dem lauten Schlagzeugboxen geschützt. Die Empore war seitlich ganz zugezogen und mittig überhaupt nicht besetzt.b 20170215 1972676837 Lediglich ein Radio-Werbebanner zog den Blick auf den Balkon. Ich war am Ende sehr erschrocken über so wenig Publikum. Später erfuhr ich, dass es immerhin 900 Konzertgänger nach Berlin geschafft haben. Ein Sonntag wird aber auch für viele unglücklich gewählt worden sein. Jedenfalls gab es Presseinteresse in Sachen Fotografen im Graben vor uns.

Um 19:45 Uhr begann die Gruppe STILBRUCH, die übrigens beim gleichen Plattenlabel wie Maschine unter Vertrag stehen (Musicstarter), das kurzweilige Vorprogramm. Bis auf die Konzerte in Hamburg und Rostock hatten sie bei Maschines Tour das Vorprogramm bestritten. Im Gegensatz zu Dresden, wo der ganze Saal bei ihnen regelrecht abging, war in Berlin eher Ruhe im Publikum. Auch in Freiberg wurden sie mit mehr Begeisterung gefeiert als hier.

Kurzer Umbau. Exakt um 20:15 Uhr bewegte sich das virtuelle Rotorblatt und die "MASCHINE" fuhr hoch. Unter mäßigem Jubel gab es dann die ersten zwei Titel des "Neubeginner"-Albums: "Neubeginner" und Maschines Homage an seine Heimatstadt, "Unterm Himmel von Berlin". Anschließend begrüßte Dieter "Maschine" Birr das Publikum mit den Worten "Hallo Berlin" ... und ja! Ein paar Berliner hatten sich auch hierher verlaufen, wie man hören konnte. Auch bedankte er sich schon mal bei seiner Band und der Crew. Maschine merkte an, dass sich für sein Berliner Konzert Musiker der PUHDYS, CITY, SILLY, KARAT und ROCKHAUS angesagt hätten. Am Ende waren es Musiker von ROCKHAUS, ZÖLLNER und den PUHDYS. Von CITY und KARAT - mit Ausnahme von Christian auf der Bühne - wurde niemand im Saal gesichtet. Außer Uwe an der Gitarre auch niemand von SILLY.

c 20170215 1062217426Tontechnisch hatten sie in der Columbiahalle - wie auch schon in Freiberg - eine sehr gute Aussteuerrung hinbekommen. Das Schlagzeug von Felix Lehrmann knallte nicht mehr so, wie bei den vorher von uns in Leipzig, Jena und Dresden besuchten Konzerten. Tom Groß hatte es an diesem Abend ebenso geschafft, mit weniger Nebel seine Lichtgestaltung umzusetzen, und das ist ihm meiner Meinung nach in Berlin am allerbesten gelungen! Im Programm gab es eine wirklich gelungene Abwechslung zwischen den Alben "Maschine" (2014) und "Neubeginner" (2016). Viele der Nummern sind sehr rockig gestalten und demzufolge auch gitarrenlastig. Etwas übertrieben haben sie meiner Meinung nach bei "Wenn Träume sterben". Die PUHDYS-Nummer von 1978 wurde 2009 auf der "Abenteuer"-Platte zunächst weich und zuletzt mit sehr harten Gitarrenriffs gespielt. Felix Lehrmann, der Drummer von den FLOWER KINGS aus Schweden und auch Trommler der Sarah Connor-Band, legte unter viel Beifall auch wieder ein begeisterndes Schlagzeugsolo hin.

Vom Set her waren nach der Absage von Dirk Michaelis nun leider keine Überraschungen zu erwarten. Die beiden Damen Julia Neigel und Ela Steinmetz sangen voller Begeisterung ihre Parts. Sie waren ebenso mit dem Herzen dabei, wie die Band um MASCHINE, zu der Felix Lehrmann (Schlagzeug), Marcus Gorstein (Keyboard), Uwe Hassbecker (Gitarre), Christian Liebig (Bass) sowie Jörg Weisselberg (Gitarre) gehören. Zu "Irgendwie begabt" direkt im Anschluss zu Felix Lehrmanns Drumsolo gab es ein Arrangement bestehend aus fünf Gitarren und einem Schlagzeug. MASCHINE hatte nur zu diesem Titel eine E-Gitarre umhängen.d 20170215 1909690915 Die Geigenparts von Uwe Hassbecker zu den Songs "Deine Stille" und "Was bleibt" waren wie immer ein Hochgenuss. Julias zweite Stimme zu "November im Mai" ein weiterer Höhepunkt für mich auf dieser Tour. Auch "So viel erlebt" mit Ela Steinmetz ist immer wieder wunderschön anzuhören.

Wie immer endete das Konzert mit dem PUHDYS-Klassiker "Was bleibt" und dem schönen Übergang zum finalen Song "Auf das Leben". Wir nahmen uns spontan in die Arme und sangen diesen für mich auch bedeutsamen Titel lautstark mit. Ela und Julia kamen noch einmal mit auf die Bühne und sangen die letzte Strophe mit. Anhaltender Beifall, als sich alle auf der Bühne gemeinsam verneigten ... MASCHINE zeigte sich zum Schluss - wie in Freiberg - dann nochmal einzeln. Das war es dann also, das letzte Konzert.

Auch wenn im Vorfeld der Tour das eine oder andere nicht wie geplant optimal lief und einige der Konzerte abgesagt werden mussten, sind wir stolz darauf, vier dieser Konzerte erlebt zu haben. Die Spielfreude dieser wirklich zu einer Einheit zusammengewachsenen Band aus durchgehend hervorragenden Einzelmusikern erlebt man als Zuschauer förmlich mit. Dreimal sah ich es aus erster, in Freiberg glücklicherweise mal als Gesamtbild aus förmlich "letzter" Reihe und muss sagen, das hat Zukunft und der "Neubeginn" ist MASCHINE mit seiner Band und Crew mehr als geglückt. Ich selbst vermisse die PUHDYs keineswegs, sie haben ihr großartiges Gesamtwerk geleistet und am Höhepunkt ihrer Karriere aufgehört. Jetzt kann jeder seine Ideen verwirklichen, wenn er es möchte. MASCHINE hat mit Album und Tour Spuren hinterlassen. Auf Tour größtenteils mit neuen eigenen Titeln und nur einem kleinen PUHDYS-Coverteil wirken die Konzerte auf das Publikum.e 20170215 1538413085 Und hier scheiden sich wieder die Geister in Sachen Stimmung. Klar, dass bei den "Eisbären" der größte Teil des Publikums aktiv wird. Wenn man von Freiberg und Dresden mal absieht, war die Stimmungslage bei den aktuellen Titeln eher zurückhaltend. Vieleicht haben doch zu viele erwartet, dass es ein PUHDYS-Abend wird ...!?

Ich für mich habe einen MASCHINE-Abend erwartet, und diese Erwartungen wurden übertroffen. Es gibt nun auch einen Ausblick. Im Sommer geht es weiter! Das steht schon seit Freiberg fest. Weitere Termine wird es demnächst geben. Am 8. Juli steht schon ein Konzert in der ARCHE Neuenhagen fest. Karten sind bereits im Vorverkauf erhältlich.


Setlist:
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Termine:
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Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Maschine: www.dieter-maschine-birr.de
• Portrait über Maschine bei Deutsche Mugge: HIER klicken




 
 
 

   
   
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