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Kramer & Beatbox'n'Blues begeistern Brownsville
Brownsville. Drei Jungs aus NRW spielen in Tennessee, der Heimat des Blues, diese Musik auf ihre eigene westfälische Art und reißen damit das amerikanische Publikum von den Stühlen.

Bevor das deutsche Blues-Trio in vier Tagen in Memphis bei der "International Blues Challenge", dem Grand Prix der Bluesszene, antritt, haben sich Chris Kramer, Sean Athens und Kevin O'Neal schon mal beim "Sleepy John Estes"-Festival im "West Tennessee Delta Heritage Center" in Brownsville warm gespielt.

Der Weg zur Bühne war selbst für die tourerfahrenen Musiker mächtig lang. Er begann am Düsseldorfer Flughafen, ging über Atlanta weiter nach Memphis und dann im Auto noch eine Stunde bis Brownsville/Tennessee - alles in allem gut 14 Stunden Reise. Das letzte Stück führte vom Mietwagen zu Fuß ohne Umweg direkt auf die Bühne. Nach einem schnellen Soundcheck ging es sofort los, die Band musste dem neugierigen Fachpublikum zeigen, was in Ihnen steckt.

Sean Athens an der Gitarre, Kevin O'Neal mit seiner Beatbox und Chris Kramer als Sänger und Mundharmonikaspieler drehten auf und verausgabten sich, um die bluesverwöhnte Menge von ihrer eigenen, ungewöhnlichen Art zu überzeugen - schließlich ist die aus dem Hip Hop stammende Beatbox noch nie zuvor im Blues eingesetzt worden. Aber nach nur wenigen Songs war klar: das Publikum war sichtlich aus dem Häuschen. Die Mischung aus klassischem Blues und Kevin O'Neals unglaublicher Rhythmusperformance hat die Besucher kalt erwischt. Die Reaktion war dafür umso wärmer: brandender Jubel nach jedem Lied und "Standing Ovations" (dt.: "stehender Applaus") am Ende des Konzerts inklusive.

Wie sehr sich Brownsville über den Besuch des westfälischen Trios gefreut hat, bewies Vize-Bürgermeister Leon King, als er der Gruppe als Andenken an ihren ersten Auftritt in den USA eine Gedenktafel verlieh. Chris und seine Jungs waren von diesem Paradebeispiel der "Südstaaten-Gastfreundschaft" sichtlich gerührt.

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Chris Kramer auf Tina Turners Spuren
Brownsville/Nutbush. Grandprixteilnehmer in Tennessee beeindruckt von ihren musikalischen Vorbildern

Am Vorabend mussten Chris Kramer & Beatbox'n'Blues nach vierzehnstündiger Anreise noch blitzschnell aus dem Auto und auf die Bühne springen, um mit einer mitreißenden Show das amerikanische Publikum für sich zu begeistern (siehe oben). Die Rückkehr zum Austragungsort des ersten Konzerts am nächsten Morgen war dann vergleichsweise friedlich und die Band hatte Zeit, sich den Rest des "West Tennessee Delta Heritage Center" anzusehen. Dieses Museum zeigt das Leben und Geschichte des Mississippi Deltas, des ehemaligen Schwemmlands des Mississippi, auf dessen Baumwollfeldern der Blues entstand.

Direkt neben dem Center erfahren Chris, Sean und Kevin im "Sleepy John Estes House", unter welch einfachen Bedingungen die blinde Blueslegende lebte. Eine Hütte mit zwei kleinen Zimmern, kahlen Wänden und kleinem Bettchen gaben dem Mann Unterkunft, dessen Songs heute noch von Künstlern wie Eric Clapton gesungen werden (siehe Fotos im Album oben).

Unter einfachen Bedingungen lebte auch die weltberühmte Sängerin Anna Mae Bullock. Schulter an Schulter mit dem "Sleepy John Estes House" steht das zum Museum umgebaute Schulhäuschen, in dem sie damals lernte und für ihre Klassenkameraden sang. Ihre Gesangskarriere kam recht gut in Schwung, und heute kennt sie die ganze Welt als Tina Turner. Das kleine Holzhaus wurde vor ein paar Jahren vor dem Abriss bewahrt und zu einem Teil der Ausstellung des West Tennessee Delta Heritage Centers. Zu sehen gibt es Kostüme und Goldene Schallplatten, die Tina Turner selbst dem Museum gestiftet hat. Tief bewegt erkundete das deutsche Bluestrio die Sammlung. Einen Gänsehaut-Moment gab es, als die Band ein Lied auf der kleinen Bühne spielen durfte, von der aus die kleine Anna Mae die Welt erobern sollte.

Die Suche nach den Spuren von Tina Turners Leben führte Chris, Sean und Kevin im Anschluss nach Nutbush, Tennessee (Ja, genau. Das aus dem Song!). Das karge Örtchen erinnert daran, wie bescheiden Tina Turners Anfänge waren. Sean Athens packte hier die Lust auf eine musikalische Schnitzeljagd, und er fand viele Orte, von denen Tina Tuner in ihrem Song von 1973 sang: die State Route 19, das Gin House. Und als die Band die 2002 zum Tina Turner Highway umbenannte Straße entlang zum Horizont schaute, wurde die Sehnsucht erahnbar, die Tina Tuner damals dazu brachte in die Welt hinauszuziehen.

Der Band wurde bewusst, auf welchen musikalisch geschichtsträchtigen Boden sie wandern. Voller Vorfreude auf die nächsten Tage setzen sie nun die Reise fort, die Reise nach Memphis und zu den Wurzeln des Blues.

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Chris Kramer is "Walking In Memphis"
Memphis. Grandprix-Teilnehmer "Beatbox'n'Blues" erreicht "Hauptstadt des Blues"

Chris Kramer und seine Band-Kollegen, Gitarrist Sean Athens und Beatboxer Kevin O'Neal haben den für Musikfans heiligen Boden von Memphis/Tennessee unter den Füßen. Nachdem die drei bereits im nahen Brownsville das Publikum mit ihrer Musik zum Jubeln brachten, wird es für sie Zeit, sich geistig auf die "International Blues Challenge" vorzubereiten.

Die Jungs nutzen bis dahin die Zeit, die legendäre Musikstadt zu erkunden und unsicher zu machen. Schon am frühen Morgen galt es, die alles entscheidende Frage zu beantworten: kann man(n) einen Cheeseburger und Catfish zum Frühstück essen? Die drei pumpernickelverwöhnten Westfalen trafen skeptisch auf amerikanische Frühstückskultur (Was der Westfale nicht kennt ...). Aber heldenhaft-mutig gaben sie sich selbst die Antwort: "Okay, warum nicht?" Die Band gönnte sich im "Arcade Restaurant", dem ältesten Café der Stadt, neben Kaffee und Pancakes jenes Frühstücks-Special. Schließlich ist dies die wichtigste Mahlzeit des Tages ... Und zur Überraschung aller schmeckte es hervorragend, was höchstwahrscheinlich auch dem unglaublichen Flair des Ortes geschuldet ist.

Danach ging es zum "STAX Museum of American Soul Music". Hier sahen sie Exponate, Filme, Fotografien und Erinnerungsstücke, zusammen mit vielen historischen Erläuterungen. Mehr als 2.000 seltene und einzigartige Ausstellungsgegenstände auf über 2.800 Quadratmeter Ausstellungsfläche - genau dort, wo die Stax-Studios gestanden haben. Die Erkenntnis, dass hier an eben diesem Ort Aretha Franklin, Otis Redding, Isaac Hayes, Booker T. & The MGs, Al Green und Earth, Wind & Fire ihre Songs einspielten, war für das deutsche Trio schlicht überwältigend. Und die Gedanken flossen später am Tage noch bei einem langen Blick auf den Mississippi River weiter.

Um noch ein musikalisches Ausrufezeichen zu setzen, verbrachte die Band den Abend im legendären "B.B. King's Blues Club" auf der Beale Street. Begeistert stellten die drei fest, dass das Nachtleben der berühmten Musikmeile einen unglaublichen Charme hat. Sie sind sich einig: gefährlich daran ist vermutlich nur, dass es süchtig macht und zurück daheim Anfälle spontanen Fernwehs auslösen wird ... Wer schon einmal dort war, wird wehmütig zustimmen.

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In den Fußstapfen der ganz, ganz Großen
Memphis/Tennessee. "Beatbox'n'Blues" entdecken die Welt der Könige des Rock'n'Roll

Eine unglaubliche Stadt erwartete die deutschen Teilnehmer des "Blues Grand Prix": Memphis am Mississippi lebt und atmet Musik, was auf das westfälische Bluestrio gewaltig Eindruck machte.

Den "Feier"-Abend in "B.B. King's Blues Club" hatten Chris, Sean und Kevin prima überstanden und so machten sie sich am nächsten Morgen auf, den Spuren weiterer Musiklegenden nachzugehen. Und eine Top-Adresse hierfür ist das für Elvis-, Jerry Lee Lewis-, Johnny Cash- und Carl Perkins-Fans unverzichtbare "Sun Studio". An diesem Ort nahm Elvis Presley seine erste Platte auf, in diesen Räumen entwickelte Johnny Cash seinen "Boom-Chicka-Boom"-Sound, hier begannen Musikerkarrieren, die die Geschichte der modernen Musik prägen und verändern sollten. Unsere Band war happy, durften sie doch vor dem Mikrofon, das schon so manchen zeitlosen Hit aufgenommen hatte, einen ihrer Songs einsingen. Sean erhielt die Gelegenheit, eine Original-Gitarre von Scotty Moore, dem Gitarristen von Elvis, zu spielen. Tourguide Tiffany, selbst Musikerin, berichtete den ehrfürchtigen Besuchern alles über die Geschichte des "Sun Studios".

Am nächsten Punkt der Stadtbesichtigung war Sean im siebten Himmel, denn die Drei besuchten die Gitarrenschmiede "St. Blues Guitars". Er und seine Kollegen sahen, mit welcher Liebe und Präzision diese Manufaktur ihre Gitarren fertigt. Im Showroom war Sean dann nicht mehr zu stoppen, natürlich griff er sofort in die Saiten.

Später bekamen die Musiker einen ganz besonderen Blick auf den Mississippi von der Spitze der "Memphis Pyramid". Früher eine Musik- und Sport-Arena, ist das Memphis-Wahrzeichen heute eine Filiale der Outdoor-Kette "Bass Pro". Mit traumhaftem Blick Richtung Westen bestaunten sie einen wunderbaren Sonnenuntergang über dem "Ol' Man River", dem gewaltigen Mississippi.

Und dann war es auch so weit: der erste Auftritt in Memphis! Den Jungs wurde die Chance geboten, sich für die "International Blues Challenge" schon einmal warm zu spielen. Im legendären Blues-Lokal "Wet Willie's" an der Beale Street gaben sie dann auch alles. Zu diesen Zeiten, in denen der größte Blues-Wettbewerb der Welt stattfindet, platzt die Beale Street vor lauter Blues Fans aller Nationalitäten aus sämtlichen Fugen. Das "Wet Willie's" war voll, heiß und mit Blues-Gourmets bevölkert, die nach Musik lechzten und sich auf das ungewöhnliche deutsche Trio einließen. Die Show wurde bestaunt, bejubelt und trotz der aus dem Hip Hop stammenden Beatbox heiß geliebt. Glücklich stiegen um Mitternacht unsere drei Protagonisten von der Bühne, der Applaus und Jubel der Clubbesucher hallte ihnen noch später in den Ohren, als sie alle bereits im Bett lagen. Alle Bandmitglieder waren sich einig: ein wunderschöner Tag in Memphis, Tennessee.

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Startschuss zur "International Blues Challenge 2017"
Memphis/Tennessee. Beatbox'n'Blues begeistern bei erstem Auftritt im Wettbewerb

Nun wird es ernst für Chris Kramer & Beatbox'n'Blues: es beginnen die ersten Wettbewerbe des "Blues Grand Prix", in dessen Rahmen die Band für Deutschland antritt.

Am Vormittag hatte sich die Band noch bei einer Radtour entlang der Big River Crossing, einer Bahn- und Fußgängerbrücke über den Mississippi River vergnügt. Im Anschluss drängte Gitarrist Sean zu einem Besuch bei "Gibson Guitars". Dort wurde dann der Showroom unsicher gemacht - und Sean fühlte sich wie ein Kind im Bonbonladen. Mit großen glänzenden Augen untersuchte er die Kronjuwelen des Instrumentenherstellers und spielte sich quer durch den ganzen Laden. Dass es ihm das Herz brach, so viele wunderschöne Gitarren ungekauft zurücklassen musste, liegt auf der Hand ...

Aber dann war es endlich an der Zeit, sich im renommierten Musik-Club "Tin Roof" auf der Beale Street zur "International Blues Challenge" anzumelden. Die Schlange der Teilnehmer war lang, trotzdem ging alles zügig über die Bühne. Sie erfuhren, dass ihr erster Wettbewerbsauftritt genau hier im "Tin Roof" stattfinden wird.

Chris, Sean und Kevin waren pünktlich vor Ort und haben sich respektvoll die Auftritte der wirklich guten Bands angehört, die vor ihnen am Start waren. Als es für sie Zeit war, auf die Bühne zu gehen, lief die Vorbereitung absolut professionell. Verstärker, Kabel, Gitarren und Mikros waren schnell am Platz. Das Publikum freute sich sichtlich über den Besuch aus Deutschland und war beeindruckt, was für eine lange Reise die Band für ihre Teilnahme an der Challenge hinter sich gebracht hatte.

Und dann war es so weit: Chris Kramer & Beatbox'n'Blues legten los. Das Publikum brauchte etwa 30 Sekunden, um sich auf das Beatbox-Konzept einzulassen. Aber dann kam die Begeisterung über diese ungewohnte Kombination auf und es gab jede Menge Applaus. Die Jungs waren nach dem Auftritt absolut happy - der erste Auftritt bei der Challenge war ein voller Erfolg! Die Jury vergab im Geheimen die Punkte für die Show des Trios, sodass die Band an diesem Abend nichts von den Bewertungen erfuhr. Jetzt zählte nur der Moment, das begeisterte Publikum und die glücklichen Musiker. Der nächste Tag konnte kommen!

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Chris Kramer & Beatbox'n'Blues rocken Graceland
Memphis/Tennessee. Zweiter Vorrundenauftritt für deutsche Band auf der "International Blues Challenge"

Um die Zeit bis zum nächsten Auftritt schneller verstreichen zu lassen, setzt das Trio aus Westfalen die Besichtigung der Musik-Metropole Memphis fort. Großartige Attraktionen erwarten die drei Blueser, die sichtlich beeindruckt durch die Stadt am Mississippi wandern.

Nach dem geglückten Auftritt vom Vorabend erkundete die Band am Morgen das "Rock'n'Soul Museum". Executive Director John Doyle begrüßte die Gruppe und führte sie durch die Ausstellung. Eine Zeitreise entlang der Geschichte der Musik aus eben dieser Region des Mississippi Deltas, auf die so gut wie alle modernen Sounds zurückgehen.

Die nächste Station darf natürlich auf keiner Reise nach Memphis fehlen: Elvis Presleys "Graceland"! Die Villa am "Elvis Presley Boulevard" empfängt jedes Jahr gut eine halbe Million Besucher aus aller Welt und bietet wunderbare und wunderliche Einblicke in das Leben eines der größten Entertainers aller Zeiten. Nach der großäugigen Faszination über den Luxus, in dem der King lebte, gab es dann für die deutsche Band an seinem Grab einen Moment der Stille.

Doch dann war es schnell an der Zeit, sich auf den nächsten Auftritt im "Tin Roof", dem Musik-Club an der Beale Street, vorzubereiten: dort wartete der zweite Vorrundengig auf die drei. Das Verladen des Equipments war mittlerweile Routine und alles zügig am Platz. Dann galt es zu warten. Alle Bands müssen gemäß dem Regularium von Anfang des Abends an dabei sein, falls ein Teilnehmer ausfällt und der Ablauf dadurch vorgezogen werden muss. In den vier Stunden bis 21:00 Uhr gab es allerfeinsten Blues. Die Teilnehmer lieferten allesamt großartige Auftritte, einerseits hochwertige Konkurrenz für Chris, Sean und Kevin. Andererseits auch ein klares Zeichen dafür, dass hier niemand auf die Bühne kommt, der nicht ordentlich etwas auf dem Kasten hat. Bei der "International Blues Challenge", der "Weltmeisterschaft des Blues" immer Ende Januar bis Anfang Februar in Memphis, treten schließlich nur die besten an, die sich in ihren Heimatländern in Wettbewerben qualifizieren müssen.

Um kurz nach neun war es dann soweit: das Trio war bereit für seinen Auftritt und betrat die Bühne. Der Ansager wusste es: "Die Jungs hier kommen aus Deutschland und ich sage euch: so etwas habt ihr noch nicht gehört!" Ein Kommentar, hinter den die Band mit ihrer sauberen und energiegeladenen Performance ein dickes Ausrufezeichen setzte. Wieder wussten die Jungs ihr Publikum zu überzeugen, die lautstarken Reaktionen der Zuschauer sprachen Bände. Chris Kramer & Beatbox'n'Blues gaben ihr Bestes und verausgabten sich nach allen Regeln der Kunst. Nach dem letzten Song kamen sie glücklich von der Bühne in dem Bewusstsein, eine solide Vorstellung abgeliefert zu haben. Die drei Westfalen freuten sich über ihren gelungenen zweiten Auftritt und das euphorische Publikum. Und nun war es an der Reihe der Punkterichter, die Performance zu bewerten. Würde die deutsche Band die Vorrunde überstehen? Waren die Juroren ebenso innovationsfreudig wie das Publikum? Am nächsten Tag würden die Halbfinalteilnehmer bekanntgegeben werden - was würde wohl der nächste Tag bringen?

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Deutsches Trio im Halbfinale des "Blues Grand Prix"
Memphis/Tennessee. Chris Kramer & Beatbox'n'Blues schaffen Sensation in Amerika

Das haben bislang nur wenige Nicht-Amerikaner geschafft: die deutsche Blues-Band qualifiziert sich für das Halbfinale der "International Blues Challenge"! Normalerweise haben ausländische Acts keine großen Chancen im Heimatland des Blues, die Juroren vergeben die Punkte gerne an Bands, die genau wie der Blues aus Amerika stammen. Aber das innovative westfälische Trio hatte mit einem mutigen Konzept gewagt, frischen Wind in den altehrwürdigen Blues zu bringen, denn die drei ersetzten das klassische Schlagzeug durch ein Element aus dem Hip Hop: die Beatbox.

Am Morgen verbreitete sich die Neuigkeit wie ein Lauffeuer: der Auftritt am Vorabend hat Chris Kramer und seinen Bandkollegen Sean Athens und Kevin O'Neal den Weg ins Halbfinale geebnet - ein wunderbares Geburtstagsgeschenk für Chris, der am heutigen Tag sein Wiegenfest feierte. Der Spielplan verriet, dass sie auch in dieser Runde des Wettbewerbs wieder im "Tin Roof" spielen würden. Das lies am Vormittag genug Zeit für einen bewegenden Besuch im "National Civil Rights Museum", dem Museum der Bürgerrechtsgeschichte in den USA. Angebaut an das Lorraine Motel, auf dessen Balkon am 4. April 1968 Martin Luther King Jr. die Kugel seines Mörders traf. Noch heute erinnert ein Kranz am Geländer des Balkons an diesen traurigen Tag.

Einen tiefen Blick in die Geschichte der Musik, die Chris, Sean und Kevin so lieben, gab es in der "Blues Hall of Fame". Dieses Museum ehrt die ganz Großen des Blues. Gezeigt werden viele Fotos, Instrumente und Kostüme. Danach ging es noch auf eine aussergewöhnliche Stadtrundfahrt mit den "Backbeat Tours". Im Vergleich zu normalen Besichtigungstouren erfährt der Besucher nicht nur viel über die Geschichte und Attraktionen der Stadt, sondern bekommt dies hier mit quietschvergnügten Musikern und vielen lustigen Anekdoten geboten. Die launige Bordmusikantin Nancy hat natürlich Chris, Sean und Kevin motiviert, sofort mit einzusteigen und gemeinsam zu grooven.

Dann aber wurde es auch schon wieder Zeit, sich auf den nächsten Auftritt vorzubereiten - das Halbfinale! Wieder war das "Tin Roof" der Austragungsort. Dies gab der Band ein gutes Gefühl, denn bislang hatten die zwei vorherigen Auftritte auf der Bühne des Musikclubs an der Beale Street dem Trio Glück gebracht. Und wie bereits an den Vorabenden waren die technischen Vorbereitungen durch die Bühnencrew fix und kompetent erledigt. Dieses Mal gab es allerdings einen Unterschied: der Club war voller, die Stimmung gespannter. Der Ansager Jimbo stellte die Band vor und erwähnte gleich, dass das Publikum mit Sicherheit schon von den deutschen Bluesern mit dem Beatboxer gehört habe. Die Besonderheit von Chris und seinen Jungs hatten sich in der Zwischenzeit wohl in Memphis herumgesprochen!

Die Band legte pünktlich los und die Luft im "Tin Roof" brannte. Das Publikum war aus dem Häuschen. Chris Kramers Stimme und Mundharmonika, Sean Athens' virtuoses Gitarrenspiel und natürlich Kevin O'Neals Beatbox wurden mit viel Applaus gefeiert. Dieses Mal sang Chris sogar einen Song auf Deutsch. Eine Entscheidung, die er dem Publikum damit erklärte, dass es ihm eine Ehre sei, als Deutscher in Memphis zu spielen, und dass er an diesem Abend nicht von der Bühne gehen möchte, ohne einmal in seiner Muttersprache gesungen zu haben. Außerdem ginge es beim Blues ja nicht unbedingt darum, dass man den Text versteht, sondern das Gefühl dahinter. Das Gefühl kam rüber, das Publikum war begeistert. Ein schöneres Geschenk hätte Chris sich zu seinem Geburtstag nicht wünschen können.

Nach dem Auftritt waren die Jungs im Siebten Himmel. Gäste stürmten auf die Band zu und gratulierten zu dem Auftritt. Ein junger Mann kam vor dem "Tin Roof" zur Band und sagte ihnen: "Ich habe mir keinen einzigen Auftritt heute Abend komplett angesehen - nur euren. Guter Job!". Aber wie würde die Jury urteilen?

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Beatbox'n'Blues scheitern im Halbfinale
Memphis/Tennessee. Deutsches Trio verabschiedet sich traurig, aber stolz aus Memphis

Diesmal hat es nicht mehr gereicht: Chris Kramer & Beatbox'n'Blues müssen sich im Halbfinale der amerikanischen Konkurrenz geschlagen geben. Die drei Musiker sind traurig wegen des Verpasstem, aber stolz auf das Erreichte.

Mit ihrer innovativen Mischung aus klassischem Blues und Beatbox haben es Chris, Sean und Kevin bis ins Halbfinale der "International Blues Challenge" in Memphis/Tennessee geschafft, der "Weltmeisterschaft des Blues". Sie gehörten nach der Vorrunde von den 10 angetretenen Bands ihrer Gruppe zu den vier glücklichen Formationen, die den Einzug ins Halbfinale feiern konnten. Doch dort verschärften sich die Bedingungen: von den sechs Bands ihrer Gruppe wurde nur eine einzige zum Finale zugelassen. War das kreative Konzept mit der dem Hip Hop entlehnten Beatbox doch zu ungewöhnlich für den klassischen Blueshörer? Sänger Chris Kramer: "Das glaube ich nicht, denn die Reaktionen des Publikums waren jedes Mal euphorisch! Nach den Gigs klopfte man uns auf die Schultern mit Worten der Begeisterung wie: ‚That was awesome!' oder ‚We love you guys!'. Aber es kann nun mal nur einen Sieger geben, und gegen einen so fantastischen Act wie Dawn Tyler Watson zu verlieren ist keine Schande!" Die Bluessängerin aus Montreal/Kanada konnte mit ihrer Band das Finale für sich entscheiden. Gitarrist Sean Athens zum Wettbewerb: "Natürlich sind wir traurig, dass wir nicht weitergekommen sind. Aber andererseits sind wir dankbar, dass wir es überhaupt so weit geschafft haben. Hier aufzutreten hat riesig Spaß gemacht und war eine gigantische Erfahrung!" Beatboxer Kevin'O Neal stimmt zu: "So etwas erlebt man nur einmal im Leben. Ich bin stolz auf die Tage, die hinter uns liegen und freue mich auf das, was in den nächsten Tagen hier in Tennessee und Mississippi noch auf uns zukommt!" Chris Kramer kann schon wieder verschmitzt lächeln: "Hey, wir haben alles gegeben und eine tolle Show geboten - wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben Memphis gerockt - mehr hat Elvis früher auch nicht gewollt!"

Am nächsten Tag brechen die Jungs ihre Zelte in Memphis ab, um nun noch eine Woche lang dem Blues Trail durch die US-Staaten Tennessee, Mississippi und Alabama zu folgen. Wenn man schon einmal dort ist, gibt noch eine Menge Orte zu besichtigen, die jedem Musikfan das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Die Entdeckungsreise zu den Ursprüngen des Blues führt die deutsche Band zunächst ins Mississippi Delta im Staat Mississippi, gleich südlich von Memphis. Prägten dort noch die hohen Gebäude, Straßenbahnen und neonbunten Musikclubs das Bild, so ist es heute eine tischflache Landschaft mit vielen abgemähten Feldern. Der Weg führt nun ins Mississippi-Delta, das ehemalige Schwemmland des Mississippi. Ab ungefähr dem Jahr 1900, als die ersten Deiche gebaut waren und der Baumwollanbau damit möglich wurde, sangen die afroamerikanischen Feldarbeiter ihre Lieder, entstand so der Blues.

Ein erster Halt ist in Tunica bei Memphis, dort befindet sich das "Gateway to the Blues Visitor Center & Museum". Die Jungs holen sich hier Tipps, denn das Besucherzentrum hilft mit Infos über die Region, Broschüren und Straßenkarten weiter. Und so geht die Fahrt weiter zu DER Pilgerstätte für alle Bluesfans: das "B.B. King Museum & Delta Interpretive Center" in Indianola. Nicht nur ein Museum über das Leben und Wirken von Riley B. King, sondern auch die Kultur des Deltas. Hier erfährt die Band, wie B.B. zur Legende wurde. Sogar ein Blick in seinen Tourbus war möglich. Nach der tollen Führung zollten die Jungs ihren Respekt an B.B.'s Grabstätte, die am Rande des Museums angelegt ist. Die Ehrfurcht war den Dreien ins Gesicht geschrieben sowie die Dankbarkeit für sein musikalisches Werk, das bis heute Menschen inspiriert und begeistert. Chris musste sich sogar eine kleine Träne wegwischen ...

Zur Nacht fuhr die Band zu den "Tallahatchie Flats" bei Greenwood. Diese ehemaligen Baumwollpflücker-Hütten wurden auf soliden Hotelstandard modernisiert, versprühen aber noch immer ihren ursprünglichen Charme. Leider vergoss auch das Wetter an diesem Tag eine Menge Tränen, aber wetterfeste Westfalen kennen sich mit schwerem Landregen aus. Chris verzog sich zum Abend in sein Zimmer und spielte mit der Gitarre gegen das Prasseln des Regens an. "Wenn Du den Blues hast, dann spiel den Blues. Das hilft." Ein melancholischer Tag geht zu Ende, aber wo wenn nicht im Mutterland des Blues ist sogar das wunderschön stimmig ...

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Chris Kramer erkundet das Mississippi-Delta
Greenwood/Mississippi. Nach dem Grandprix folgt die deutsche Band den Spuren des Blues

Ein geschichtsträchtiger Landstrich fasziniert Chris Kramer & Beatbox'n'Blues, die Teilnehmer der "International Blues Challenge". Das Trio folgt dem Blues Trail und erforscht im Bundesstaat Mississippi die Wurzeln der Musik, die sie selber so sehr lieben und die Spuren der Menschen, die diese Musik geprägt haben.

Am Morgen nach der verregneten Nacht in den "Tallahatchie Flats" bei Greenwood führte Tourguide Sylvester Hoover, selbst aus Greenwoods Stadtteil Baptist Town stammend, die Band zum nahe der Stadt gelegenen Grab des "King of the Delta Blues": Robert Johnson, der Urvater des Blues, der angeblich in den 1920ern seine Seele dem Teufel verkaufte, um von ihm die Geheimnisse des Gitarrenspiels zu erlernen.

Auch der "Bryant Store" in Money stand auf dem Programm. Hier soll 1955 der afroamerikanische Emmet Till einer weißen Frau nachgepfiffen haben. Der 14-Jährige wurde kurz darauf ermordet. Der längst zur Ruine zerfallener Laden ist heute ein Mahnmal gegen rassistische Gewalt. Danach ging es weiter nach Leland, wo Chris, Sean und Kevin das "Birthplace of Kermit The Frog Museum" besuchten. Muppet-Erfinder Jim Henson wurde 1936 in dieser Stadt geboren und verbrachte seine Kindheit im Delta.

Ebenfalls in Leland befindet sich das "Highway 61 Blues Museum", in dem das Trio auf Delta-Blues-Musiker Pat Thomas und seine Band traf. Natürlich wurde sofort spontan gejammt, was ein perfektes Warm-up darstellte für den abendlichen Auftritt von "Beatbox'n'Blues" in der "Walnut Steet Blues Bar" in Greenville. Dort gab es eine tolle Überraschung: der Top-Bluesmusiker John Holten kam mit Schlagzeuger, Keyboarder und Bassist in den Club. Nach ein paar Songs holte er die Deutschen auf die Bühne und zusammen groovten sie los, als gäbe es kein Morgen. Holten war begeistert von dem Trio und seiner ungewöhnlichen Besetzung, mit einer Beatbox hatte er noch nie gespielt. Und während eines von Kevins Beatbox-Solos kam der beeindruckte Holten aus dem begeisterten Lachen kaum heraus. An diesem Abend bewiesen die Anwesenden eindringlich, wie völkerverbindend die internationale Sprache der Musik ist und dass der Blues alles andere als verstaubt ist - bei so fröhlichen Urständen, wie sie hier gefeiert wurden!

 
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NEU!!! Chris Kramer erlebt Geschichte(n) auf dem Blues-Trail
Vicksburg/Mississippi. Mit Beatbox'n'Blues auf Tour in den geschichtsträchtigen Südstaaten

Die Rundreise durch den Bundesstaat Mississippi geht für die Teilnehmer des "Blues Grandprix" weiter und weitet sich zu einer ganzheitlichen Erfahrung: nicht nur das musikalische Feeling des Trios wird bei ihren Konzerten geschult, sondern auch das Wissen rund um ihre Lieblingsmusik und dessen Geschichte.

Ein Pflichttermin für die Band, auf den sich schon zuvor alle gefreut hatten, stellt Vicksburg da, die alte Hafenstadt am Mississippi. Die Stadt verströmt den lebendigen Flair der Bluesgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Für das Trio steht nicht nur die Musik, sondern auch deren Geschichte auf dem Plan. Der Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück in der 10 South Rooftop Bar & Grill mit wunderbarem Blick auf die Stadt. Anschließend werden die Jungs von Stadthistoriker David Maggio begrüßt, gemeinsam erkundet man dann die Stadt zu Fuß unter der fachkundigen und unterhaltsamen Leitung des großartigen Erzählers und Unterhalters.

David zeigt der Band die mit blauen Infotafeln markierten Orte der Bluesgeschichte. Diese "Marker" sind Teil des "Mississippi Blues Trail" und man findet sie an bluesgeschichtlich wichtigen Orten von Memphis bis Chicago. Vicksburg genießt unter Bluesfreunden einen besonderen Ruf, denn das "Mississippi Delta" soll von der Lobby des "Peabody Hotel" in Memphis bis zu Vicksburgs historischer Kneipengasse "Catfish Row" reichen. David führt die Band zu den "River Murals" - große Wandgemälde, die viele Details aus Vicksburgs prägender Geschichte zeigen: Baumwolle, Raddampfer, Bürgerkrieg, Musik.

Im Stadtmuseum, dem für eine solche Einrichtung erstaunlich gemütlichen "Old Warren County Court House Museum", sahen Chris, Sean und Kevin Kleidung, Haushaltsgegenstände, Dokumente und Fotografien aus Vicksburgs frühen Tagen. Sogar hoch zum Glockenturm stiegen sie und wurden mit einem weiteren wunderbaren Blick auf die Stadt belohnt. Das Museum zeigt auch Uniformen und Waffen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Der Konflikt zwischen Nord und Süd war und ist hier ein großes Thema wegen der Belagerung von Vicksburg vom 19. Mai bis zum 4. Juli 1863. Die Truppen des Nordens belagerten die Stadt und zwangen sie so zur Kapitulation. Ein für die Bewohner belastendes Detail dabei war, dass Vicksburg ausgerechnet am Unabhängigkeitstag aufgeben musste. Die Stadt hat den 4. Juli danach bis in die 1940er nicht mehr gefeiert. Eine Tour durch den riesigen "Vicksburg National Military Park" auf dem ehemaligen Belagerungsring rund um die Stadt zeigt, wo die Truppen positioniert waren, wer wen wo angriff, abwehrte oder überrannte. Kunstvolle Monumente gedenken der Staaten, die im Bürgerkrieg gekämpft haben.

Nach einer Pause im Hotel baute die Band ihre Verstärkeranlage im "Monsour's at the Biscuit Company" auf, ein hervorragendes Restaurant mit einer Live-Bühne in der gemütlichen Bar. Das Publikum war zahlenmäßig klein, aber in ihrem Enthusiasmus ganz groß. Der Abend endete nach einer ausgelassenen Show der Drei wieder mit Händeschütteln und Schulterklopfen der Restaurantgäste - die ungewöhnliche deutsche Band kommt einfach gut an bei den amerikanischen Zuhörern!

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NEU!!! Zu Hause bei Muddy Waters und Charley Patton
Cleveland/Mississippi. Deutsche Teilnehmer des "Blues Grandprix" beeindruckt von Geburtsstätte des Blues

Auf der Reise zu den Spuren der Großen des Blues hat die Band Chris Kramer & Beatbox'n'Blues das Geburtshaus von Blues-Urgestein Charley Patton besucht. Und wieder einmal sahen Chris, Sean und Kevin mit eigenen Augen, wie bescheiden die Anfänge selbst größter Legenden sein können.

Die Hütte steht nahe der Ortsmitte von Rolling Fork/Mississippi, in der Nähe der Stadt Cleveland. Mit dabei war der Musiker - und Richter (!) - Clark Secoy. Nach einem leckeren Südstaaten-Essen im Restaurant "Senator's Place" in Cleveland ließ sich die Band vom lokalen Blues-Fan Bill Lester die Geschichte der "Dockery Farms" erklären. Charley Patton und andere Giganten des Blues haben hier gelebt, gearbeitet und musiziert. Nicht umsonst steht vor den Plantagengebäuden ein Schild des "Mississippi Blues-Trails" mit der Aufschrift "Birthplace of the Blues". B.B. King meinte einmal: "Man kann schon sagen, dass hier alles begonnen hat." In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten die Feldarbeiter auf dieser Baumwoll-Plantage unter vergleichsweise guten Bedingungen. Es gab einen Betriebsarzt, eine Schule und Kinderbetreuung. Und es gab Freizeit am Abend - damit Zeit, den Blues zu spielen und zur Kunstform zu entwickeln.

Später am Tag erfuhr die Band im "Grammy Museum" in Cleveland alles über den großen amerikanischen Musikpreis. Und auch, warum ausgerechnet hier seit knapp einem Jahr der einzige Ableger des Hauptmuseums in Kalifornien steht: aus keinem anderen Staat der USA kamen mehr Grammy-Preisträger als aus Mississippi. Das Museum gehört zur Delta State University und liegt auch ganz nahe an deren Campus. Diese Universität wurde vom Staat Mississippi gegründet, um auch der armen Landbevölkerung Hochschulbildung zu ermöglichen - ganz gleich, ob schwarz oder weiß.

Beim nächsten Stopp zollte die Band dem unvergessenen William Seaberry Respekt. Weltbekannt als "Po' Monkey" betrieb der Traktorfahrer mitten auf einem Baumwollfeld bei Merigold nahe Cleveland die Jukejoint-Blueskneipe "Po' Monkey's". Der Poor Monkey ist letztes Jahr verstorben und noch ist nicht klar, was aus seinem wunderbaren Laden werden soll. Aber von außen fotografieren kann man die Holzhütte jederzeit. Mr. Seaberry zu Ehren spielte die Band dort ein paar Songs.

Am Abend ging es dann wieder auf die Bühne. Im urigen Restaurant "Airport Grocery" in Cleveland herrscht eine völlig entspannte Atmosphäre. Es gibt Hamburger, die einfach nicht von dieser Welt sind - da war sich die Band einig. Und mit so einer Grundlage haben dann Chris Kramer & Beatbox'n'Blues den Auftritt und den Abend völlig souverän gemeistert. Immerhin am "Birthplace of the Blues"!

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NEU!!! Chris Kramer in Alabama: Hühner, Blues und heiliger Boden
Muscle Shoals/Alabama. Beatbox'n'Blues besuchen legendäre Tonstudios in Muscle Shoals

Der deutsche Blues-Musiker Chris Kramer und seine Bandkollegen, Gitarrist Sean Athens und Beatbox-Champion Kevin O'Neal, besuchen nach einer zweiwöchigen Tour durch Memphis und das Mississippi Delta eine weitere große Musikregion der USA. In und um Muscle Shoals zogen Aufnahmestudios wie "FAME" und die "Muscle Shoals Sound Studios" Musik-Topstars aus aller Welt an, denn sie überzeugten seinerzeit mit ihrer guten Aufnahmetechnik und großartigen Studiomusikern, wie z.B. den SWAMPERS. In diesen heiligen Hallen produzierten die Rolling Stones, Rod Stewart, Aretha Franklin, Bob Seger und unzählige mehr ihre Hitalben.

Mit genau diesen beiden Studios ging die Entdeckungsreise des deutschen Trios auch los. In den "FAME-Studios" sah die Band Aufnahmetechnik von damals und heute, Musikinstrumente sowie hoch aufgetürmte Verstärker, und hörte begeistert die Geschichten, die sich in diesen Wänden zugetragen haben. In den "Muscle Shoals Sound Studios" ging die musikalische Spurensuche weiter. Die Band erfuhr, dass das legendäre Schild über dem Eingang (3614 Jackson Highway) erst aufgehängt wurde, nachdem die Designer von Chers gleichnamigen Album es in das Cover einkopiert hatten. Auch wird gemutmaßt, dass Keith Richards seinen Hit "Wild Horses" hier auf der Toilette schrieb ...

Am nächsten Haltepunkt, der "Alabama Musik Hall of Fame", lernten Chris, Sean und Kevin, welchen erstaunlichen Umfang die Musikgeschichte des US-Bundesstaates Alabamas hat und mit welch berühmten Namen sie aufwarten kann: von der Band ALABAMA über Hank Williams, Jimmie Rodgers, Lionel Richie und den COMMODORES, von den Delmore Brothers über Dinah Washington, Wilson Pickett, Emmylou Harris bis hin zu Nat King Cole, sie alle sind stolze Aushängeschilder der Musikgeschichte Alabamas.

Am Abend hatte die Band einen Auftritt auf der Bühne des hier hochgradig angesagten (und jetzt nicht lachen) Hähnchen-Restaurants "Champy's Chicken". Dieses auf Geflügelgerichte spezialisierte Familienrestaurant bietet eine gut dimensionierte Bühne und hat sich durch exzellente Konzertarbeit zu einem Anziehungspunkt für etablierte Bands entwickelt. An diesem Abend war es die Ehre für Chris Kramer & Beatbox'n'Blues. Dass der Bandname auf dem hell beleuchteten Ankündigungsschild vor dem Restaurant falsch geschrieben war, fand die Band sehr witzig. Die Stimmung im Laden war gut und die Gäste horchten schon bei den Soundchecks auf. Als die Jungs dann richtig Gas gaben, war der Jubel groß. Die Mischung aus klassischem Blues und Beatboxing hatten die Leute noch nicht gehört und belohnten die Band mit viel Applaus und zum Schluss mit Standing Ovations. Ach ja, und das Abendessen mit "Hot Tamales" und nach Südstaaten-Art frittierten Hühnerbrust-Filets war ein Gedicht, von dem die Band auch daheim noch lange schwärmen wird.

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NEU!!! An den Ursprüngen des Blues (Abschlussbericht)
Dortmund. Dortmunder Band kehrt von großer Südstaaten-Tour zurück

Zweieinhalb Wochen war die Blues-Band Chris Kramer & Beatbox'n'Blues in den amerikanischen Südstaaten unterwegs. Die beste deutsche Bluesformation des Jahres 2016 vertrat Deutschland bei der Weltmeisterschaft des Blues in Memphis und erkundete das Baumwoll-Land von Tennessee, Mississippi und Alabama. Am heutigen Tag begrüßten Fans die Band bei ihrer Ankunft am Flughafen Düsseldorf.

Die US-Tour der Westfalen startete seinerzeit mit einem Kraftakt: nach zwei Flügen um den halben Globus direkt in den Mietwagen, um dann im Anschluss gegen 4.00 Uhr morgens deutscher Zeit nonstop auf die Bühne eines Bluesfestivals zu springen. Mit enormer Energie eröffneten Chris Kramer, Sean Athens und Kevin O'Neal Ende Januar ihre Tour zu den Ursprüngen des Blues. Die deutschen Top-Acts des Blues 2016 aus Dortmund waren das Highlight auf dem "Sleepy John Estes Blues Festival" in Brownsville/Tennessee. Schauplatz war das "West Tennessee Delta Heritage Center": ein Museum, zu dem auch das Geburtshaus der Blueslegende Sleepy John Estes und das weltweit einzige "Tina-Turner-Museum" gehören. Die Rock-Diva stammt aus dem Nahen Nutbush. Die deutsche Band traf dort auf ein Publikum, das hellauf begeistert war von der ungewöhnlichen Kombination des klassischen Delta Blues mit der Beat Box: Schlagzeug- und Percussion-Sounds, die Kevin O'Neal allein mit seinem Mund und einem Mikrofon hervorbringt. Blues und Hip Hop finden so zusammen. Hätte es einen besseren Ort für den Auftakt einer zweiwöchigen Tour geben können als dieses Museum inmitten von Baumwollfeldern?

Und dann die Millionenstadt Memphis/Tennessee, "Heimat des Blues und Geburtsort des Rock'n'Roll" am Mississippi River: Chris Kramer & Beatbox'n'Blues hatten sich 2016 dem Hörer- und Expertenurteil gestellt und waren zur besten deutschen Bluesband des Jahres gewählt worden. Das machte den Weg frei nach Memphis, um ihr Land auf der "International Blues Challenge" zu vertreten, der Weltmeisterschaft des Blues.

Auch hier war das Publikum begeistert von den Beatbox-Sounds. Ein Ansager: "Ich sage euch: So etwas habt ihr noch nicht gehört!" Bis ins Halbfinale schaffte es die Band. Das war weit mehr als nur ein Achtungserfolg, denn die Sieger stammen fast immer aus Nordamerika. Die Band nutzte die Zeit, sich auch die Musikstadt Memphis gründlich anzuschauen. Chris Kramer, Sean Athens und Kevin O'Neal lernten die Clubs der amerikanischen Bluesmeile Beale Street kennen, tourten durch Elvis Presleys Graceland und das Sun Studio - wo der König des Rock'n'Roll, aber auch Bluesgrößen wie Howlin' Wolf ihre Platten aufnahmen - und überquerten den "Ol' Man River" mit dem Fahrrad auf der brandneuen Brücke "Big River Crossing". Sie erkundeten das "Stax Museum of American Soul Music", die "Blues Hall of Fame", die Gitarren-Manufakturen Gibson und St. Blues und das "Rock'n'Soul Museum". Auch das "National Civil Rights Museum" fehlte nicht. Das Nationalmuseum der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung markiert den Ort, an dem 1968 Dr. Martin Luther King, Jr. ermordet wurde.

Weiter ging es "Way down South": in den Staat Mississippi, dessen Grenze die Band gleich südlich von Memphis überquerte. Die Reise führte zunächst wieder ins Mississippi Delta: nicht an die Flussmündung, wie der Name vermuten ließe, sondern in das ehemalige Schwemmland des großen Flusses. Rund 200 Kilometer von Nord nach Süd misst dieses brettflache Land in Mississippi, Tennessee und Arkansas, in dem erst mit den ersten Deichbauten vor 120 Jahren die Landwirtschaft möglich wurde. Auf einem der besten Ackerböden der Welt gedeiht die Baumwolle prächtig. Schwarze Arbeiter rackerten auf den Feldern und sangen dabei ihre Lieder. So entstand der Blues. Und im Delta lebt er weiter. Zum Beispiel in Clarksdale, wo der Hollywood-Star Morgan Freeman den Bluesclub Ground Zero besitzt. Die Band trat dort auf, wie auch in einigen anderen Clubs im Delta. Und tagsüber war Zeit, sich die Südstaatenvillen und das Bürgerkriegs-Schlachtfeld von Vicksburg anzuschauen, das Muppet Museum in Leland, das Grab des legendären Bluesbarden Robert Johnson und die zum Hotel umgebauten Landarbeiterhütten "Tallahatchee Flats" und "Hopson Plantation", sowie das "GRAMMY Museum" in Cleveland.

Es gab Begegnungen mit einheimischen Bluesmusikern, wie die im "Highway 61 Museum" mit dem Delta-Blues-Musiker Pat Thomas. Ein perfektes Warm-up für den abendlichen Gig in der "Walnut Street Blues Bar" in Greenville! Dort dann eine Überraschung: Der Top-Bluesmusiker John Holten kam mit Schlagzeuger, Keyboarder und Bassist in den Club. Bald holte er die Deutschen auf die Bühne. Zusammen jammten sie, als gäbe es kein Morgen. Holten kam während der Beatbox-Soli aus dem begeisterten Lachen kaum heraus.

In Oxford sah die Band das Wohnhaus William Faulkners, Rowan Oak. Viele Großschriftsteller hat Mississippi hervorgebracht, aber kaum einer schilderte das Lebensgefühl des Delta so intensiv wie der Literatur-Nobelpreisträger Faulkner. Auch den König des Blues besuchte die Band. Sein Grab liegt gleich hinter dem "B.B. King Museum & Delta Interpretative Center" in Indianola, einer großen Ausstellung für den "Blues Boy" Riley King und über die Kultur des Delta. Überall in der Region stehen die "Marker" des Mississippi Blues Trail an Urstätten des Blues. So auch vor den "Dockery Farms", dem "Birthplace of the Blues". Von dieser Plantage kamen Muddy Waters und andere ganz Große des Genres. B.B. King meint einmal, "man kann schon sagen, dass hier alles begonnen hat." Grund genug für die drei reisenden Musiker, vor dem Schild ein paar Songs zu spielen.

Wie auch Vicksburg liegt Tupelo etwas außerhalb des Deltas. Aber die Stadt erwies sich als ebenso spannend. Die Band besuchte im "Elvis Presley Birthplace Museum" das sehr bescheidene Geburtshaus des anderen Königs der Musik aus Mississippi.

Im Fortgang der inspirierenden Reise folgten bewegende Momente im Nachbarstaat Alabama, und zwar in der eher kleinen Region Muscle Shoals ganz im Nordwesten des Staates. Auf dem Programm standen die "Alabama Music Hall of Fame" und zwei Aufnahmestudios von Weltruf: "FAME" und "Muscles Shoals Sound Studio", in denen Megastars wie die Rolling Stones, Cat Stevens, Aretha Franklin und viele andere aufgenommen haben. Und nebenan in Sheffield besuchte die Band auch einen afroamerikanischen Gottesdienst: Chris Kramer war es ein intensives Bedürfnis, er spielte auf der Mundharmonika zusammen mit dem Gospel-Chor.

Zum letzten Stopp ging es dann wieder zurück nach Tennessee. In Jackson legte die Band ihren Abschluss-Auftritt hin. Die Bühne war bereitet im "Brook Shaw's Old Country Store": einem Gemischtwarenladen mit einem Flair wie aus dem Jahr 1900 mit bunten Bonbons in Fässern. Der Laden mit einem Restaurant, das für sein Südstaaten-Buffet berühmt ist, gehört zum "Cases Jones Village". Gezeigt wird das Leben eines berühmten Lokführers, der im Jahr 1900 sein Leben für die Passagiere hergab. Das Kinderlied vom "Brave Railroad Engineer" kennt in Amerika fast jeder.

Mit Wehmut geht es dann nach zweieinhalbwöchiger Reise zurück in Richtung Deutschland. Nur noch anderthalb Stunden Autofahrt sind es zurück nach Memphis. Bandleader Chris Kramer weiß schon, was er zurück zu Hause über seine Reise durch die Südstaaten berichten wird: "Reisende hören hier den Blues so ziemlich überall. Man kommt mühelos in Kontakt zu Musikern und Gleichgesinnten aus aller Welt. Museen und Gedenkstätten vermitteln fundiertes Wissen und Inspiration." Wie seine Bandmitglieder Sean und Kevin zeigt sich Chris tief beeindruckt und auch nachdenklich: "Das war eine Reise zu den Wurzeln des Blues. Am Ende hat sie mich zu mir selber geführt." Und was ihn am meisten beeindruckt? "Die Gelassenheit und Herzlichkeit der Menschen."

Die Reise wurde unterstützt von den deutschen Verkehrsbüros Tennessee (www.tennessee.de), Memphis & Mississippi (www.memphis-missisippi.de) und Alabama (www.alabama-usa.de). Die drei Büros verschicken gern an Interessierte kostenlos Reisebroschüren. Alles über Chris Kramer & Beatbox'n'Blues steht auf www.chris-kramer.de.

Fotoalbum:
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Die nächsten Termine:
• 15.02.2017 - Gütersloh - Kleine Bühne im Kesselhaus

Alle Angaben ohne Gewähr! Weitere Infos und Termine auf Chris' Homepage



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Chris Kramer: www.chris-kramer.de
• Portrait über Chris Kramer bei Deutsche Mugge: HIER


   
   
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