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Bericht: Reinhard Baer
Fotos: Pressefotos

 


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Es war schon länger bekannt, die Legende Joe Cocker hat ein neues Album und er geht auf Tour auch durch mehrere deutsche Städte. Nachdem in der letzten Woche Hannover und Hamburg absolviert wurden, war am 27. November Berlin an der Reihe. Eigentlich hatte ich nicht vor, das Konzert zu besuchen. Schließlich hatte ich Cocker schon im Sommer auf dem Stadtwerke-Festival in Potsdam erlebt. Manchmal kommt es aber anders, als man denkt. Bei mir steht in Kürze ein runder Geburtstag an und da haben liebe Verwandte mir eine Karte für den 27.11. für die O2-World geschenkt. Habe mich sehr darüber gefreut. Meine Überlegung, mit der Bahn nach Berlin zu reisen, habe ich schnell verworfen, denn ich hatte keinen Bock auf Schienenersatzverkehr. Also ging's mit dem Auto nach Berlin. An der O2-World sind genügend Parkplätze und man braucht nicht lange zu laufen. Meine Karte war an der Abendkasse hinterlegt, wo ich sie dann abholte. Mein Platz war genau gegenüber der Bühne auf dem Rang. Bis 20:00 Uhr füllte sich die Halle bis auf dem letzten Platz. Nur auf den sogenannten Premium-Plätzen war noch was frei.

Pünktlich um 20:00 Uhr begann dann das Vorprogramm. Ein junger Mann betrat die Bühne und sagte: "Guten Abend, ich bin die Vorband. Ich heiße Bernhoft und komme aus Norwegen". An der Bühnenrampe vor dem Equipment der Joe Cocker-Band standen ein Mikrofon, eine Akustik-Gitarre und ein Hocker. Bernhoft nahm auf dem Hocker Platz, legte ein kleines Keyboard auf seine Knie und spielte darauf eine Tonfolge. Als er dies zwei oder drei mal getan hatte, legte er das Keyboard bei Seite und griff zur Gitarre. Die Melodie aus dem Keyboard erklang aber weiter und jetzt unterlegte er dies mit einigen Klängen aus der Gitarre. Das gleiche Spiel, die Gitarrenriffs erklangen auch weiter, nachdem er die Gitarre umgedreht hatte und mit den Fingern darauf trommelte. Zu all dem sang er noch. Wer das mal sehen und hören möchte, den Namen Bernhoft bei Google eingeben bzw. bei Youtube. Hier sind einige Beispiele. Bei Wikipedia erfährt man auch, dass Berhoft eigentlich Jarle Bernhoft heißt und 1976 in Norwegen geboren wurde. Nach einer knappen halben Stunde war das Vorprogramm vorbei und für Joe Cocker wurde noch mal umgebaut. Das Publikum wurde mit Musik aus der Konserve über die Lautsprecher bedröhnt.

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Um 21:00 Uhr erklang dann James Browns "Sexmashine", das Licht ging aus und auf der Bühnenrückwand lief ein Film ab. Er zeigte Joe Cocker in der Garderobe vor dem Spiegel, wie er mit dem Kamm noch mal sein spärliches Haar ordnete. Danach ging er einen langen Gang entlang, bis er plötzlich auf die Bühne kam. Seine Musiker und Background-Sängerinnen waren auch schon da und los ging es mit "Get On", einer Nummer vom neuen Album "Hard Knocks". Danach kamen zwei ältere Titel, "Feeling Allright" und "The Letter", und danach wieder etwas Neues, "Unforgiven". Es folgten "When The Nigth Comes", "Hitchcook Railway" und "Summer In The City". Bei "Up Where We Belong" übernahm eine der beiden Background-Sängerinnen die weibliche Duett-Stimme. Ein Höhepunkt war der Billy Preston- Titel "You Are So Beautifull", begleitet nur von Bass, Hammond-Orgel und Piano. Nach diesem gefühlvollen Titel kam wieder etwas härteres, "Come Together" von den Beatles. Natürlich wurde auch der Titelsong von "Hard Knocks" gespielt, weiterhin auch "You Can Leave Your Hat On" und "The Simple Things", und "Unchain My Heart" durfte natürlich auch nicht fehlen. Schließlich gab es noch eine etwas längere Improvisation auf der Hammond-Orgel, wo zuerst keiner wusste was das wird, aber allmählich ging alles in das Orgel-Intro von "With A Little Help Fom My Friends" über. Dieser Titel, der ja Joe Cocker mal bekannt gemacht hat, war letztlich auch der Höhepunkt des Konzertes. Hier gab er noch mal alles einschließlich Urschrei (war aber nicht der einzige an diesem Abend) und einer Super-Lichtshow.

Danach gingen die Akteure von der Bühne, um nach tosendem Beifall noch mal rauszukommen und eine Zugabe zu spielen. Diese begann mit "She Came In Through The Bathroom Window" (wieder eine Beatles-Nummer), und noch zwei weitere Titel folgten. Schließlich kam Joe Cocker dann noch mal auf die Bühne um "Thankfull" zu singen, einen weiteren neuen Titel von "Hard Knocks". Danach ging das Licht an.

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Während des Konzerts hatte Cocker natürlich seine Band vorgestellt. Diese bestand aus zwei Background Sängerinnen. Eine war blond und hellhäutig, die andere hatte dunkle Hautfarbe. Beide trugen Mini-Kleider und sangen und bewegten sich tanzend zur Musik. Auch der Bass wurde von einer Frau gespielt, ebenfalls dunkelhäutig und im langen Kleid. Im hinteren Teil der Bühne stand in der Mitte ein Podest mit dem Schlagzeug, jeweils links und rechts daneben waren das Piano und die Hammond-Orgel. Davor spielten v.r.n.l. ein Gitarrist, die beiden Sängerinnen, die Bassistin und ein Saxophonist, der auch Akkordeon, Mundharmonika und Schlaginstrumente spielte. Joe Cocker trug, als er auf die Bühne kam, einen dunklen Anzug mit Nadelstreifen, darunter ein dunkles Hemd. Das Jackett zog er bereits nach dem ersten Titel aus. Nach dem zweiten Titel öffnete er die Hemdmanschetten und schlug diese um, später krempelte er die Ärmel bis über die Ellenbogen hoch. Natürlich machte Cocker auch wieder die für ihn typischen Armbewegungen. Am Ende eines Titels riss er die Arme meist hoch und vollführte einen kleinen Luftsprung, um sich danach zu verbeugen. Die Stimme ist noch immer so rau und kraftvoll, wie man es von Cocker kennt. Allerdings empfand ich die Toneinstellung im Saal nicht so gut. Es war alles sehr laut gehalten, das Schlagzeug besonders, und so ging doch einiges im Lärm unter. Es wurden zwar auf die Bühnenrückwand Bilder und alles mögliche projiziert, eine Videowand, auf der mal die Akteure groß gezeigt werden, gab es leider nicht. Die Lichtshow empfand ich als sehr gut. Joe Cocker ist bekanntlich kein Freund von langen Reden. Ein kurzes "Hallo Berlin" und hier und da mal eine kleine Bemerkung, das war's. Wenn ich mir das Publikum mal so angesehen habe: das Gros war jenseits der Vierzig, nur einige wenige waren etwas jünger. Naja, Joe Cocker ist immerhin schn 66 Jahre.

Als ich nach dem Konzert wieder die Treppe runter kam, saß am Verkaufsstand Bernhoft und signierte die CDs, die es von ihm dort gab. Jetzt konnte ich ihn mal aus der Nähe sehen. Bei seinem Auftritt war er leider kaum zu erkennen, zumindest nicht, wenn man weiter hinten saß. Auf dem Parkplatz angekommen hieß es zunächst einmal Scheiben kratzen und dann etwas Geduld, bis man vom Parkplatz wieder runter kam.
Endlich auf dem Weg hatte ich noch das Gefühl, alle Ampeln Berlins hätten sich gegen mich verschworen. Im Auto schaltete ich das Radio ein. Was war da zu hören? Der Berliner Rundfunk sendete bis 0:00 Uhr ausschließlich Joe Cocker-Musik. So konnte man das Konzert noch mal Revue passieren lassen.

 


 

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