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Bericht: Matthias Ziegert
Fotos: Matthias Ziegert
 
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Aus! Schluss! Vorbei... Die Karat-Jubiläumstournee ist Geschichte. Am 8. November startete die Tournee in Berlin (Bericht: HIER klicken), ging über Chemnitz, Cottbus, Rostock, Magdeburg, Dresden und Halle, und endete am vergangenen Montag in Leipzig. Auffallend ist, dass leider nur die Fans in den neuen Bundesländern in den Genuss einer "Jubiläumsfeier mit musikalischer Untermalung" kamen. Der Westen ging komplett leer aus und das, obwohl die Band auch dort große Erfolge feierte und nach wie vor einen wohlklingenden Namen hat. Dass das nicht hätte sein müssen, und dass der Westen sehr wohl "Lust" auf Karat gehabt hätte, zeigte ein außerplanmäßiges Konzert der Herren Dreilich, Schwandt, Römer, Becker und Liebig in der Hamburger "Fabrik" am 26. November. Außerplanmäßig deshalb, weil es nicht im Rahmen der Jubiläums-Tour lief. Die Bude war voll, die Stimmung war gut... Welcher Beweise bedarf es noch, dass Karat auch in den alten Bundesländern Leute zieht und Säle füllen kann? Sei's drum. Der Drops ist gelutscht, die Tour - wie eingangs erwähnt - beendet. Zurück bleiben zahlreiche Fans, die ihre Band haben hochleben lassen und wirklich gute Konzerte haben genießen dürfen.

Am Montag den 6. Dezember 2010 gaben Karat in Leipzig - wie gesagt - das letzte Konzert ihrer "35 Jahre Jubiläumstour". Gleichzeitig war es für die Band das erste Mal, dass sie im Leipziger Gewandhaus spielen durfte. Das Publikum, zum grossen Teil im Alter über dreissig, dankte für die Wahl des Veranstaltungsortes durch reichliches Erscheinen. Bis auf ein paar Plätze links und rechts der Bühne war der Saal gut gefüllt. Im Verlauf des Abends zeigte es sich durch die Textsicherheit des Publikums beim Mitsingen, dass es sich fast ausschließlich um waschechte Fans handelte, die den Weg ins Gewandhaus fanden. Aber der Reihe nach...

Pünktlich um 20:00 Uhr begann das Konzert mit einem kurzen Intro. Die Musiker von KARAT wurden mit reichlich Applaus auf der Bühne begrüsst. Und es ging gleich richtig zur Sache! Es folgte ein ca. 45 minütiger Block mit alten Hits der Kultband aus Berlin. Die Stimmung im Saal war von Anfang an gut und das Publikum ging entsprechend mit. Auf dem Höhepunkt wurde der Auftritt jedoch durch einem Auftritt von Christine Dähn, der Autorin des in diesem Jahr erschienenen Karat Buches "Über sieben Brücken musst Du geh'n", unterbrochen. Die Autorin trug ein paar Passagen aus eben genanntem Buch vor. Sie erzählte in bekannt charmanter Weise, optisch unterstützt von auf eine Leinwand projizierten Fotos, einiges zur Geschichte der Band und auch zu den einzelnen Musikern. Dann war es wieder Zeit für Musik. Es folgten vier Songs vom aktuellen Album "Weitergeh'n", die im Publikum auf positive Resonanz stießen, bevor ein weiterer Lese-Block mit Christine Dähn folgte. Danach war Bernd Römer der alleinige Star auf der Bühne. Er zelebrierte den Klassiker "Musik zu einem nicht existierenden Film" auf seiner Gitarre - Römer lebte dabei jeden einzelnen Ton! Die Ausläufer dieser herrlichen Gitarrennummer gingen in den "Albatros" über, an dessen Ende eine kurze Pause für die Protagonisten auf der Bühne und das Auditorium vor der Bühne folgte...

Nach der Pause gab es einen Nachschlag in Sachen "neue Songs". Ein Block aus drei Titeln vom Album "Weitergeh'n" und dem Klassiker "Mich zwingt keiner auf die Knie" bildeten die Einleitung für eine letzte Leserunde mit Frau Dähn. Nach dieser dritten Runde verabschiedete sich die Autorin und überließ den restlichen Teil des Konzerts der Band. Diese eröffnete den letzten Teil mit einem Song, den es schon seit vielen Jahren nicht mehr im Programm gab. Ich weiß gar nicht, ob sich überhaupt noch einer daran erinnern kann, wann dieser Song zum letzten Mal live gespielt wurde. Ich vermute aber, dass es Mitte/Ende der 70er gewesen sein muss. Die Rede ist von "Das Monster", jener zweiten Single-Veröffentlichung der Band aus dem Jahre 1976 - damals noch gesungen von Hans-Joachim "Neumi" Neumann. Die Nummer erschien zu einer Zeit, in der es von der heute 35-jährigen Band noch kein komplettes Album gab. Der Song und die Interpretation von Claudius überzeugten und das Wiederhören war eine echte Überraschung! Christine Dähn erwähnte, dass das Original-Kostüm zu diesem Song bei einem Musiker, der bewusst namentlich nicht genannt wurde, noch im Schrank hängen würde.

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Ein weiterer Höhepunkt des Abends war natürlich - wie nicht anders zu erwarten - der Superhit "Über sieben Brücken musst du gehen", den das Publikum, von Claudius dirigiert, erstmal alleine singen musste. Das klappte nach einer kurzen Probe auch bestens. Es war schon ein erhebendes Gefühl, als plötzlich der ganze Saal diesen Titel mitsang. Wie mag das wohl erst für den ganz besonderen Gast dieses Abends gewesen sein? Bei diesem Gast handelte es sich um den Leipziger Schriftsteller und Texter Professor Helmut Richter. Er hat den Text zu "Über sieben Brücken" geschrieben, und ihn entdeckte Claudius ganz zufällig im Saal nachdem das Lied beendet war. Claudius begrüßte den "Vater" der "Brücken" sehr herzlich und freute sich darüber, dass er zum Auftritt der Band gekommen war.

Ein paar Worte vielleicht noch zum "schmückenden Beiwerk"... Soundtechnisch war der Abend perfekt, was aber bei der Räumlichkeit und deren perfekter Akustik auch so zu erwarten war. Beim Licht war das aber völlig anders. Besonders bei den ersten drei Titeln, bei denen die Pressevertreter nur fotografieren durften, konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Beleuchter noch auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt unterwegs gewesen sein muss und sich statt seiner der Azubi versuchen durfte. Diese widrigen Verhältnisse stellten alle anwesenden Fotografen - mich eingeschlossen - auf eine harte Probe. Wer denkt sich sowas bloß aus? Bei der Beleuchtung konnte man wahrlich nicht über "Magisches Licht" sprechen... Zum Glück für die Zuschauer, hatte sich der Beleuchert aber bis zum Ende leistungsmäßig gesteigert.

Das Konzert ging entspannt zu Ende, das Publikum verließ zufrieden den Saal. Die Musiker von Karat können stolz auf ein perfektes Konzert sein, das wirklich jeden im Saal begeisterte. Davon konnten sie sich bei der anschliessenden Autogrammstunde selbst überzeugen. Hier hatten die Konzertbesucher ausreichend Gelegenheit für ein persönliches Foto mit den Künstlern oder ein kurzes Gespräch. Leider fehlten dabei zwei Bandmitglieder. Einer davon war der immer noch verletzte Martin Becker, der das gesamte Konzert im Rollstuhl sitzend absolvieren musste. Der zweite war Schlagzeuger Micha Schwandt, der laut seiner Kollegen Angst vor einer Erkältung hatte, und sich nicht nach dem Konzert durchgeschwitzt in die Zugluft des Foyers setzen wollte. Auch bei der Autogrammstunde wurden die Fans alle bedient, und am Ende gingen sogar die Bücher aus...


Fotoimpressionen:
 
 

   
   
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