Rolf Zacher live in der ufaFabrik
zu Berlin am 18. Dezember 2010

 

Bericht: Rüdiger Lübeck
Fotos: Rüdiger Lübeck

 


 

Es war den mit den aktuellen Witterungsverhältnissen einhergehenden Beeinträchtigungen im öffentlichen Personennahverkehr (nachfolgend: "ÖPNV") der Bundeshauptstadt geschuldet, dass ich den Grund dafür, dass Rolf Zacher diesen Konzertabend nicht - wie ursprünglich angekündigt - mit kompletter Band, sondern "nur" in Begleitung seines Pianisten Alexander Paeffgen absolvierte, nicht in Erfahrung bringen konnte. Ich kam schlicht zu spät. Aber weniger ist ja bekanntlich so manches mal mehr, dachte ich bei mir, und sollte im weiteren Verlauf des Abends dennoch eines Besseren belehrt werden...

Die ufaFabrik bietet ein ideales Ambiente für Kulturgenuss jeglicher Couleur, und das für alle Altersklassen. Es ist vor allem die Vielfalt der Events und Möglichkeiten, die dieses Haus auszeichnet. Und der Varieté-Salon, der an diesem Abend vor zahlreich erschienenem Publikum bespielt werden sollte, bietet sogar die heute leider nur noch selten vorzufindende Kombination aus Bühne und Gastronomie. Ich wünschte mir Vergleichbares vor meiner Haustür.

Ja, olle Zacher - allen als Urberliner Schnauze bekannt, und natürlich zuvorderst als Schauspieler. Nun ist es ja generell so eine Sache, wenn eben diese sich im Musizieren versuchen. Beispiele für missglückte Experimente dieser Art gibt es zuhauf, auch in umgekehrter Konstellation. Rolf Zacher hat insoweit vor zwei Jahren mit einem allseits gelobten Album "Latest Hits" debütiert. Allerlei Vorschusslorbeeren also, und wenn man dann auch noch den "Typen" Zacher mag, kann eigentlich nicht viel schief geh'n. Eigentlich...

Zacher schien schlecht vorbereitet auf diesen Abend. Sehr schlecht sogar. Er hatte keinerlei Plan, geschweige denn ein Konzept im Gepäck. Immer wieder fragende Blicke an seinen Pianisten (dessen verzweifelte Mimik und Gestik übrigens Bände sprach), wie es denn nun weiterginge. Immer wieder wildes Geblättere im Manuskript, Zeitschinderei durch gekünstelte Belanglosigkeiten. Zacher ist als Erzähler bekannt, die markante Stimme ist sein Markenzeichen. Dieses Pfund ist nichts wert, wenn permanent Einsätze verpasst werden, ständig die Stimme stockt, das Programm - wenn man es denn so nennen will - keinerlei roten Faden erkennen lässt. In solcher Konstanz lässt sich das auch nicht mehr mit Improvisation überspielen. Ein paar dahin gerotzte Chansons, dazwischen immer wieder gestammelte Rezitationen von Puschkin und Bukowski, die keinerlei Zusammenhang erkennen ließen. Irgendwann hatte man als Zuschauer auch keine Lust mehr, einen solchen zu ergründen... Zacher verließ selbst sogar mittendrin kurz die Bühne, um - so die Begründung - die Toilette aufzusuchen. Der Künstler sehnte die Pause sichtlich herbei, obwohl er doch gerade erst begonnen hatte. Ein Ausbund der Hilflosigkeit.

Und folgerichtig zog sich dann auch die frühe Pause in die Länge. Nach jener schien er akklimatisiert und geringfügig besser aufgelegt. Was mich nicht davon abhalten sollte, Prioritäten zu setzen. Die eingangs bereits erwähnten Probleme des Berliner ÖPNV im Kopf, entscheid ich mich für den (vorzeitigen) Heimweg. Schade!

 


 

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