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Bericht: Susanne Zerletzky
Fotos: Dietmar Meixner

 


Die Fahrt zum Konzert endete fast in einem Disaster, denn wir fanden einfach keinen Parkplatz an der Arena. Die witterungsbedingt wenigen Parklücken waren eher mit Schnee als mit Fahrzeugen gefüllt. Nun gut, Dietmar und ich hatten im letzten Moment die rettende Idee, weit weg von der Arena zu parken und mit dem Taxi vorzufahren.

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Rechtzeitig zu Beginn des Konzerts um 20:00 Uhr, welches mit der Vorgruppe VNV NATION begann, standen wir mit vielen Tausend Fans in der Halle der Arena. Die Musik von VNV NATION ist durch eine Vermischung tanzbarer elektronischer Rhythmen mit Elementen der Popmusik und des Techno-Trance sowie orchestralen Einflüssen gekennzeichnet. Das ließ die Fans in der Halle schnell in Stimmung kommen, und die Aufwärmphase war eingeleitet.

Im Anschluß an die Band wurde die Bühne in Kerzenlicht getaucht, und in der Halle entstand eine mystische Atmosphäre, die durch anfängliche Musik von Hans Albers mit dem Lied "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" noch verstärkt wurde.
Die Halle sang anfänglich noch kräftig mit. Als der zweite Song von Hildegard Knef "Für Dich soll´s rote Rosen regnen" im Hintergrund lief wurde die Meute schon etwas unruhiger. Die Stimmung kochte langsam auf, alle wollten "Bernd", den Grafen von Unheilig, auf der Bühne sehen. Wir wurden auf der Anzeigentafel noch um etwas Geduld gebeten und mit einem Video vom Grafen vom diesjährigen "The Dome" unterhalten.

Dann ging es endlich los, die Halle tobte, als der Graf mit seinem "unheiligen" Gesang die Bühne betrat. Dies tat er zusammen mit seiner Band, die aus den Musikern Henning am unheiligen Keyboard und am Klavier, Licky an der unheiligen Gitarre und Potti am unheiligen Schlagzeug besteht.
Unheilig zählen mit ihrer Musik zur Musikrichtung der NDH (Neue Deutsche Härte). Eine Mischung aus Groove Metal, Hard Rock und Heavy Metal. Ein wenig erinnert die Musik auch an die Gruppe Rammstein, die den Ursprung der NDH mit bildete.

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Der Graf, elegant wie man es von einem Grafen erwartet, im feinen Anzug, der Sound wie auf dem Heavy Metal Festival in Wacken. Die Fans gingen von Anfang mit. Die Hände in die Höhe, den Text zum Glück auf deutsch zum mitsingen.
Ich muss zugeben, dass ich auf den ersten mir bekannten Titel wartete, denn ich kannte bisher nur die drei bekannten Songs, die derzeit von allen Radiosendern gespielt werden, sonst aber nichts von der Band.
Darauf musste ich allerdings nicht lange warten, denn der dritte Titel war bereits "Winterland". Im Hintergrund lief das Video dazu mit und die Fans wurden schlagartig melancholisch. Ein Titel passend zur Jahreszeit, zum derzeitigen Wetter und natürlich zum Weihnachtsfeiertag. Das ließ meine Emotionen gleich in Wasser verwandeln und mir standen ein paar Tränen in den Augen. Der Titel ist sooooo schönnnnn.... Aber es wurde noch besser!

Mir gefielen sowieso eher die Baladen vom Grafen mehr als die lauten Titel, die aber auch ihren Reiz hatten, zumal der Graf durch seine Bühnenpräsenz überzeugt, laut wie auch leise. Er war ständig unterwegs, auf dem ca. 20 Meter langen Steg ins Publikum, aber auch auf der Bühne war er von rechts bis links in Bewegung um auch den dort dicht an dicht stehenden Fans seine Nähe zu zeigen.

Überzeugend der harte Song "Abwärts", der besonders von den männlichen Fans lautstark begrüßt wurde, eine gewisse Anlehnung zu Rammstein war da nicht zu überhören. Sehr passend auch die immer wieder eingespielten Filme zu den einzelnen Liedern, in denen der Graf immer irgendein Strandgut oder vergessene Kleinigkeiten fand, die einen direkten Bezug zum gespielten Song hatten.

Von den gespielten Liedern, die übrigends überwiegend aus seinem neuen Album "Große Freiheit" stammten, blieben mir noch "Das Meer", "Für immer", "Halt mich", "Große Freiheit", "Heimatstern" und "Seenot" positiv in Erinnerung.

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Während Dietmar bei seinen Fotoarbeiten links der Bühne von den Fans völlig eingeklemmt war, konnte ich ein wenig abseits mit größeren Freiraum ganz entspannt auf meine nächsten Lieblingssongs warten. Das sollte allerdings noch etwas dauern, denn "Geboren um zu Leben" und "Unter deiner Flagge" (mit dem Unheilig auch den Song Contest 2010 vor Silly gewann) kamen erst bei den Zugaben (Da musste ich noch einmal zum Taschentuch greifen).

Fazit: Es war eine ganz besondere Bühnengestaltung durch die vielen (echten) Kerzen, sonst ganz schlicht gehalten. Das Licht sparsam und gezielt eingesetzt. Der Ton war für diese große Halle sehr gut, die Texte vom Graf waren gut verständlich. Henning an den Tasten war überzeugend, Licky gerade bei den härteren Songs bestach mit seinen unnachahmlichen Gitarrensoli und seinen Tanzeinlagen mit dem Grafen. Potti am Schlagzeug trommelte zuverlässig immer auf der Höhe der Situation.

Die Fans hielten durch. Keiner verließ vorzeitig die Halle, und überall machten positive Meinungen die Runde. Es folgte der lange Fußweg über ungeräumte glatte Straßen bis zum Auto, dabei ging mir der Song "Winterland" einfach nicht aus dem Ohr.
Für mich persönlich war dieses Konzert ein absoluter Höhepunkt 2010, und somit ein würdiger Abschluss meiner Konzertbesuche im zurückliegenden Jahr.



 

Fotoimpressionen:
 
 

   
   
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