Shawue mit Uli Jon Roth live in Medingen am 25. Dezember 2009
(Vorband: B. GOOD)

 

Bericht: Gundolf Zimmermann
Fotos: Gundolf Zimmermann

 


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Am ersten Weihnachtsfeiertag hielt ich die Muggen-Abstinenz nicht mehr aus und so zog es mich wieder einmal nach Medingen. Den alten Gasthof dort habe ich ja sowieso in mein Herz geschlossen...
Die Folkrocker Shawue waren angekündigt und zwar mit dem Ex-Scorpions-Gitarristen Uli Jon Roth als Gast. Im Gasthof waren schon zahlreich junge und junggebliebene Rockfans versammelt als ich ankam. Irgendwie lag etwas in der Luft, das man wohl mit freudiger Erwartung am besten beschreiben kann. Natürlich war die Luft auch sehr trocken, aber ich habe dagegen ja ein gutes Rezept, und die entsprechende Medizin wird ja in Medingen auch ausgeschenkt.
Als die ersten Klänge aus dem Saal zu vernehmen waren, leerte sich die Gaststube sehr schnell. Ich zog den Massen hinterher in den Saal und machte erstmal große Augen, denn auf der Bühne standen ein paar ganz junge Burschen, da ging mir spontan der Begriff Rotzlöffel durch den Kopf. Doch die Jungs waren wirklich gut. Sie spielten Klassiker von Pink Floyd, über Jimi Hendrix bis hin zu Satus Quo und Metallica. Die Band heißt B.GOOD und sie existiert seit dem Jahr 2007. Der Kleinste von den fünf Jungs war auf der Bühne der Größte. Er heißt Anton und spielt die Leadgitarre. Er nahm nicht nur bei den Noten Anleihen bei den Rocklegenden, sondern hat sich auch so manche Pose bei ihnen abgeschaut. So spielte er zum Beispiel ein Solo auch mit der Gitarre hinter dem Kopf wie einst Jimi Hendrix. Kennzeichnend für B.GOOD ist auch, dass der Drummer Felix zugleich der Sänger ist. Der Jugend soll man ja Chancen geben, B.GOOD haben gestern ihre genutzt und sie haben mit ihrem frischen Auftritt sicher neue Anhänger gewonnen. Das Publikum honorierte die Leistung der Band jedenfalls mit Begeisterung und Zugabe-Rufen.
Nach einer kurzen Pause kamen dann Lutz Neumann und 000 20131015 1840736765seine Mitstreiter auf die Bühne und legten mit dem Titel „Silbermond“ gleich ordentlich los. Der melodiebetonte Folkrock mit den deutschen Texten von Shawue sagt mir ja schon längere Zeit zu. Doch gestern gab es ja als Sahnehäubchen noch den Gitarren-Virtuosen Uli Jon Roth dazu. Roth hat von 1973 bis 1978 bei den Scorpions gespielt. Er trat damals bei den Skorpionen aus Hannover auch als Komponist in Erscheinung. Unter anderem wirkte er auch an den legendären Alben „Fly to the Rainbow“ und „In Trance“ mit und das nicht nur als Komponist und Leadgitarrist, sondern auch als Sänger. Mit Shawue arbeitet er seit dem Jahr 2007 zusammen. Ihm gefällt einfach das, was die Band musikalisch fabriziert. Jedes Jahr spielt er mit der Band ein paar ausgewählte Konzerte. Gestern verzauberte er die Fans wieder mit seinem Gitarrenspiel. Dabei läßt er auch nicht den Star raushängen, sondern stellt sich und seine Kunst voll in den Dienst der Mannschaft um Bandchef Lutz Neumann. Von “Die Nacht“ über „Bunte Sterne“ und „Scharlatan“ bis hin zu „Volkslied“ und „Märchen“ ging es im ersten Teil des Konzerts.
Die Spielfreude dominierte und insbesondere Neumann und seine Tochter Charlott am Bass rockten ausgiebig über die Bühne. Das Geigenspiel von Heike Neumann war die richtige Würze für den rock- und punklastigen Folk von Shawue. Das wurde nur noch getoppt, wenn Lutz zur Mandoline griff. Shawue-Musik ist einfach abwechslungsreich, kein Lied klingt wie das andere, und die verschiedenen Instrumente tragen zum absolut positiven Gesamteindruck bei. Schlagzeuger Manuel Kaatsch und Gitarrist Andreas Mann spielten ihre Parts genauso überzeugend, wie die Familie Neumann und Uli Jon Roth.
Das Publikum ging ordentlich mit und der Spaß war allen deutlich anzumerken. Die Temperaturen stiegen im Saal und Shawue heizte den Massen weiter ordentlich ein. Zur Erholung gab es dann eine kleine Pause zum Verschnaufen und Getränke nachfassen. Das berührende „Sarajevo“ eröffnete den zweiten Teil der Mugge. Shawue legte nochmal eine sprichwörtliche Kohle zu, und die Zeit verging im Sauseschritt. Titel folgte auf Titel, von „Scheißkerl“ über „Dann schrei“ bis hin zu „Kein Paradies“. Erst weit nach Mitternacht war der letzte Ton verklungen und die Band wurde nach den Zugaben mit stürmischen Schlussapplaus belohnt.
Wieder einmal ist es den Wirtsleuten des Gasthofes Medingen gelungen, den Musikfans einen tollen Abend zu bescheren. Da bleibt mir nur noch DANKE und Prost auf weitere schöne Konzerte im Jahr 2010 zu schreiben.



 


   
   
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