Ian Cussick live in der "Fabrik" zu Hamburg
am 29. Dezember 2009

 

Bericht: Holger Stürenburg
Fotos: Pressefotos

 


001 20131011 1682321117

Für die norddeutschen Freunde zweier sehr interessanter Musiker gelten seit vielen Jahren die Tage vor Silvester als pures ‚Pflichtprogramm' und Kult mit Partygarantie zugleich.
Wer auf die in der Hansestadt lebende, schottische Rockröhre IAN CUSSICK schwört, hat stets den 29. Dezember in seinem Kalender dick und fett unterstrichen; Fans von HANNES BAUER, Hauptberuflich Gitarrist in Udo Lindenbergs legendärem Panikorchester, und seit 1985 zusätzlich mit einer eigenen Formation namens "Orchester Gnadenlos" in Sachen knochentrockenen Bluesrocks unterwegs, entert Jahr für Jahr am 30. Dezember das gemütliche Veranstaltungslokal "FABRIK" zu Hamburg-Ottensen.
Beide Konzerte werden seit rund 20 Jahren schon von der umtriebigen Quickborner Konzertmanagerin Editha Urich veranstaltet und gestalten sich seitdem zunehmend und regelmäßig als siedend heiße Rockfeten, die längst überregionalen Bekanntheitsgrad erlangt haben und für Rezipienten echter, handgemachter Rock- und Bluesmusik wahrlich keinerlei Wünsche offen lassen.

Nachdem sich der Verfasser dieser Zeilen vor einem Jahr den weit über zweieinhalbstündigen, höllisch-heißen Auftritt von Hannes gegönnt hatte, war diesmal, ergo 2009 (aus Gründen einer im November d.J. statt gefundenen, nicht gerade leichten Magen-/Darm-OP und deren Folge-Symptomatiken), erst mal nur Ians Gastspiel zwecks Beiwohnung eingeplant, natürlich vorab wissend, daß ich bei Versäumen dieses Events ein real existierendes Soul/Rock/Pop-Spektakel der Extraklasse versäumt hätte. Doch, alles hat wunderbar geklappt - und ich erreichte am Abend des 29. Dezember 2009, um kurz nach 20.00 Uhr, gut gestimmt und erwartungsvoll die "FABRIK" in der Ottensener Barnerstraße!

Anfangs sah es zeitweilig einwenig problematisch aus, ob es Editha und ihren Mitstreitern gelänge, ihrem Künstler und seiner Band eine gut gefüllte "FABRIK" sozusagen als ‚nachträgliches Weihnachtsgeschenk' präsentieren zu können. So haben wir im wahrsten Sinne des Wortes bis zum letzten Moment in Sachen Bewerbung und Promotion gepowert, um dies schlußendlich tatsächlich in bester Form hinzukriegen. Nur zwei Tage vor Heiligabend, hatte ich noch eine letzte Pressemitteilung ausformuliert und umgehend an meinen Gesamtverteiler ausgesandt, hoffend, der eine oder andere Radio-, Fernseh- oder Printredakteur würde sich dazu erbarmen, mitten in der längst ausgebrochenen Feiertagsstimmung, ein paar Hinweise in seinem entsprechenden Medium zu verbreiten - und siehe da, als ich am Vormittag des Veranstaltungstages feststellte, daß wir im Hamburg-Teil der Tageszeitung "Die Welt" einer von fünf speziellen "Tagestipps" waren, wusste ich, daß das Ding gelaufen war und Ian am selben Abend vor eine alles andere als schwach besetzte "FABRIK" treten würde.

002 20131011 1190610119

Dazu trug natürlich intensiv bei, daß Veranstalterin Editha, innerhalb von höchstens einer Woche, zwei ohne Frage außergewöhnliche, gleichsam aber extrem faszinierende Gastmusiker aus Ians Freundschaftskreis und musikalischem Umfeld als "Special Guests" geradezu hervorgezaubert hatte. Dabei handelte es sich um den ursprünglich aus Berlin stammenden Liedermacher MARIO HENE, in meinem Freundeskreis ein unverbrüchliches Jugendkultidol, von dem ich seit 1985/86 ehrlich gesagt gar nichts mehr vernommen hatte, und von dem mir auch ganz und gar nicht geläufig war, daß dieser überhaupt noch bzw. wiederum aufträte.
Als Stargast Numero Zwei fungierte DER Schwarm der weiblichen Teenager der späten 80er, der Schauspieler und TV-Seriendarsteller FABIAN HARLOFF. Der heute 39jährige durfte damals "BRAVO"-kompatible Kommerzballaden der Sorte "You light up my Life" und Co. - radikal kommerziell ausgerichtet, aber (wohl deshalb) alles andere, als unrentabel - singen und damit die Teenagerherzen jener Tage reihenweise zum Schmelzen bringen. Damit ist nun seit geraumer Zeit Schluß: Der auch im persönlichen Gespräch überaus sympathische Fabian hat sich nun endlich genau derjenigen Musik verschrieben, die er von jeher machen wollte, mit der er selbst, jenseits jeglichen Teeniestar-Ruhms, aufgewachsen ist - und dies ist nichts anderes, als sogleich überzeugender, ultraknackiger Deutschrock mit VIEL, VIEL Blues und Soul angereichert, irgendwo in der Nähe eines Wolf Maahn oder eines Klaus Lage. Obwohl er erst wenige eigene Lieder dieser Stilistik im Programm hat und noch einige Zeit vergehen dürfte, bis wir alle etwas entsprechendes als fertige CD werden vorliegen haben, sind Fabians aktuelle musikalische Ambitionen absolut zukunftsträchtig und Erfolg-versprechend ausgefallen, so daß man nur sagen kann: Daumen nach oben!
Ich hätte Editha am liebsten durchs Telephon geknuddelt, als sie mir am Montag vor Heiligabend erzählte, sie habe Mario und Fabian als klangliches Sahnehäubchen für Ians diesjährigen "FABRIK"-Auftritt gewinnen können - ich war so baff, gerade was die Buchung Marios betraf, daß ich - nicht lachen, liebe Leserinnen und Leser!!! ;;)) -, im Anschluß an unser Gespräch wie ein kleiner Junge derart aufgeregt war, um erst mal ein paar Stunden lang nicht einschlafen zu können ;)))

Wie dem auch sei... rund 300 Zuschauer, überwiegend 80er-Kinder mit Rockfaible und gestandene Altrocker aus der Generation des Künstlers, sämtlich letztlich reale Beinhart-Fans von Ian und seinen Gästen, jubelten frenetisch, als der stimmstarke Schotte, nach ein paar netten, einladenden Worten seitens Editha, die kleine, aber feine Bühne der "FABRIK" betrat.
Gemeinsam mit seiner höchst versierten, dreiköpfigen Band, bestehend aus Frank Alpers (dr), Nick Oosterhuis (key, pi), und Ritchie Kück-Michelmann an der Gitarre, startete der verkannte Topstar aus dem schottischen Dundee, mit seinem obligatorischen Baß bestückt, ein insgesamt über zweistündiges Programm, das schier Klasse Neuinterpretationen allseits geläufiger Soul- und Rockklassiker aus den 60er Jahren genauso beinhaltete, wie gleichwertige, hochqualitative Eigenkompositionen aus den 70er und 80er Jahren.

Was uns Ian und die Seinen in der nun folgenden Zeit darboten, war niemals einfach nur ein konventionelles Konzert im allgegenwärtigen "Thank you - The next Song is called..."-Kontext. Vielmehr stieg der unverbrüchliche Vollblutmusiker von der ersten Sekunde auf die zweite in seine eigene musikalische Welt ein. Ohne viel Aufhebens oder womöglich zu innige Kommunikation mit dem von Beginn an absolut hingerissenen Publikum, ohne jegliche Showeffekte und sonstige Sperenzchen zelebrierte der Großmeister des elitären Soul-Rock sich und sein Repertoire einerseits hochprofessionell und konzentriert und gleichermaßen ein ums andere Mal mit viel, viel Seele, Soul, Echtheit und Überzeugungskraft bis zum Exzess ausgestaltet.

Los ging's mit einer phantastischen Auslegung des 1967er-Welthits von Steve Winwood und seiner damaligen "Spencer Davies Group", "I'm a Man". Dieser Rockgassenhauer erklang schon in der Originalversion sehr deftig, drall, sacht aggressiv und treibend. Ian und Band verdoppelten, meinetwegen verdreifachten, diese Eigenschaften und bewiesen auf diese Art und Weise, daß es am 29.12.2009, kurz nach Neun, in der "FABRIK" hieß: Ab nun gilt ausnahmslos Rock'n'Roll pur, ungeschminkt und ohne doppelten Boden!
Es folgten krosse Eigenkompositionen, wie "44th Street", "The Cat's Alright" und "And we will play" (1985) - perfekteste Rockperlen, klassisch amerikanisch aufgebaut und umgesetzt, arrangiert und inszeniert, nicht selten einwenig gehetzt, düster daher kommend - schlicht und einfach nur trefflich! Man fragt sich wirklich, warum solche Meisterwerke kompakter Rockmusik mit US-Prägung Anfang, Mitte der 80er nicht tief greifender und v.a. in kommerzieller Hinsicht qualitätsgerecht reüssieren konnten, zumal seinerzeit diese heutzutage als "Classic Rock" bezeichnete, gitarren- und riffbetonte Musik in einem Umfeld von genrerelevanten Hitgaranten der Sorte Huey Lewis, John Waite, John "Cougar" Mellencamp oder "Foreigner", die mit kaum anderen Stilmitteln experimentierten bzw. operierten, als Ian, und damit, auch und gerade in Deutschland, einen Charthit nach dem anderen vorzuweisen in der Lage war. Ian Cussick blieb konsequenter Geheimtip ohne Überflieger-Ehre - und dies, obwohl seine LPs aus jener Ära von den Kritikern zurecht in höchsten Tönen gelobt wurden und sich, im Gegensatz zu sämtlichen Singleauskoppelungen aus denselben, immer wieder zumindest auf den mittleren Rängen der einheimischen Albumcharts plazieren konnten.

003 20131011 1019737230

Nun erklang plötzlich eine allseits bekannte Melodei, genau gesagt "Ticket to Ride", ein Evergreen der "Beatles" (1965), den Ian und seine Truppe vom ursprünglich poppig-lieblichen Arrangement in eine rockige, durchaus bluesorientierte Verkleidung gepackt hatten. Und während des Intros betrat eine Person mit Gitarre die Bühne, ja, ein reifer, vom Leben gezeichneter, geradezu eine Portion von Weisheit ausstrahlender Mann, im Grunde genommen ein personifizierter Chansonnier, wirkend, wie ein originärer Vertreter ebenjener Künstlergattung aus dem guten, alten, tiefsten, verruchtesten Paris der 50er, 60er Jahre.
Der Atem meines langjährigen besten Freundes Jan Lindenau, der mich immer wieder mal auf Konzerte begleitet und auch am 29.12. mit von der Partie war, stockte ebenso wie meiner: Vor uns stand TATSÄCHLICH der echte und unvergleichliche MARIO HENE! In den Jahren 1977 bis 1984 hatte der nachdenkliche Schöngeist per Excellance sechs vorzügliche LPs eingespielt, die umgehend zu stark gefragten Insidertipps avanciert waren, ihrem Interpreten aber offenkundig keinerlei Option auf einen Durchbruch zu breiteren Publikumsschichten eröffnen sollten. Stilistisch angesiedelt zwischen Klaus Hofmann (minus Berlin-Attitüde), Robert Long (minus "Betroffenheitsappeal") oder Konstantin Wecker (minus Agitprop-Intention), sang Mario, nicht selten ausschließlich zur Konzertgitarre, vielschichtige, in sich gekehrte, philosophische Balladen, die ihn beim klassischen Liedermacherpublikum schnell beliebt werden ließen. Ja, und je näher die 90er Jahre rückten, desto mehr verschwand der hochtalentierte Songpoet aus der öffentlichen Wahrnehmung. Ich hatte ihn 1985 noch ein letztes Mal in einem TV-Special gesehen, seitdem aber auch rein gar nichts mehr von ihm gehört. Und nun stand er ein Vierteljahrhundert später auf einmal direkt vor uns auf der Bühne - und trug drei seiner schönsten, zart-zärtlichsten Epen "von damals" vor, wobei in diesem Fall angemerkt werden sollte, daß die Aussteuerung während dieser drei musikalischen, wie lyrischen Meilensteine seitens des Mannes am Mischpult derart schlecht eingestellt worden war, daß man von Marios filigranen Texten eigentlich nichts verstand. Klar, der Sound an diesem Abend war eindeutig auf knallharten Rock gepolt, trotzdem hätten sich die zuständigen Techniker fraglos mehr Mühe geben können, diesen kurzzeitigen "Stilbruch" zuhörergerecht auszugestalten, zumal Marios Texte einfach viel zu schade sind, um nicht Wort für Wort vom geneigten Konzertbesucher in sich eingesogen zu werden. Mit dem phantastischen Titelsong seines noch sehr schüchternen 1977er-LP-Debüts "Lieber allein als gemeinsam einsam" beschloss Mario seinen freundschaftlichen Auftritt in Ians Show, der durchaus etwas ‚Historisches' an sich hatte.

Als Jan und ich nach dem Konzert die große Ehre hatten, mit Mario ein so freundliches, wie ausführliches Gespräch hinter der Bühne zu führen, erfuhren wir, daß er für 2010, erstmals seit damals, eine vollständige neue CD mit brandaktuellen Kompositionen im alten Stil plant, Zudem - aber dies ist noch nicht spruchreif - ist es nicht ausgeschlossen, daß, ebenfalls im neuen Jahr, die prägnantesten Titel aus Marios erwähnten, betagten Studio-LPs, ggf. auf seinem eigenen Label, erstmals überhaupt auf CD veröffentlicht werden. Da ich den Künstler in diesem Falle persönlich unterstützen werde, garantiere ich Euch, liebe Leserinnen und Leser, daß Ihr zu den aller ersten zählen werdet, die über den Fortgang dieser Idee erfahren!

Nun wurde wiederum kräftig losgerockt, etwa mittels Ians rockig-treibender 1983-Nummer "Send my Love through", die seinerseits auf der von Popgourmets gefeierten, von Starproduzent Udo Arndt betreuten LP "Danger in the Air" erstmals auftauchte, oder die durch ein ausgiebigeres Percussionsolo verfeinerte, lasziv-ironische Nummer "Crying Shame".

004 20131011 1521439439

Stargast Numero Zwei war nun an der Reihe. FABIAN HARLOFF, immerhin vor 20 Jahren eines DER teutonischen Teenageridole schlechthin. Der inzwischen längst als TV-Seriendarsteller etablierte, gut aussehende Schauspieler hatte sich seinerzeit, noch nicht mal volljährig, durch Rollen z.B. in der Jugend-Kriminalreihe "Ein Fall für TKKG", seinen stark ausgeprägten Beliebtheitsgrad, gerade bei jungen, pubertierenden Damen 15-17, erspielt und startete kurz darauf auch eine kleine musikalische Karriere, die nahezu ausschließlich aus ziemlich seichtem, radiotauglichen Weichspül-Teeniepop kommerziellster Machart bestand. Dies bedeutete für den nahezu gleichalten (Fabian - 1970, ich 1971) Musikfreak Holger S. eine absolute Nichtbeachtung von Fabians Jungmädchen-Schwärmepop.
Ja, erst im September 2009 staunte ich nicht schlecht, als ich im Rahmen der Benefizveranstaltung der von Lindenberg/Maffay-Pianisten/Keyboarder Jean-Jacques Kravetz begründeten "Stiftung Entree" vollkommen unerwartet einen gänzlich runderneuerten Fabian Harloff ‚live' zu hören bekam. Da war nix mehr mit schnellvergänglichem Popgesäusel aus der Retorte; vielmehr präsentierte das mehrfach ausgezeichnete Allroundtalent hier deftigen, dampfenden Deutschrock ohne Schnörkel - man meinte, schlösse man die Augen, den jungen Wolf Maahn der Jahre 1982-1986 vor sich zu haben. Und genau in dieser Richtung möchte Fabian in Futuro loslegen, erzählte er mir nach dem Konzert. Er sei mit klassischem Deutschrock von Maahn, Lage und Co. groß geworden, dies sei SEINE Musik und er stünde inzwischen so gut als Darsteller in diversen prominenten TV-Serien da, daß er sich nicht mehr verbiegen müsse, sondern sich nun langsam, aber sicher, genau derjenigen musikalischen Stilistik widmen könne, zu der er fest stünde, mit der er aufgewachsen sei, und die er auch privat ganz besonders präferiere.
Fabian rockte und rollte nun, wie ein junger Gott - "Was wäre wenn" (o.ä.). war eine fetzige, traditionelle Deutschrock-Nummer in bester Mitt-80er-Manier, voller genialer Riffs, erdigem Blues und kochendem Soul. Wenn man mir, als altem "Mainstream-Verächter", 1988/89 zu Zeiten von "You light up my Life" gesagt hätte, mit welchen genialischen Tönen mich Fabian 20 Jahre später in hellste Begeisterung versetzen würde, hätte ich vermutlich bestenfalls matt gelächelt...

Ein paar weitere, klassische US-Rock-Nummern von Ian, leiteten nun über in den (vorläufigen) Endpart des diesjährigen "FABRIK"-Gastspiels des knapp 60jährigen Familienvaters. Die so versöhnliche, wie sehnsüchtige Edelpopballade "Meet me by the River" aus der hoch gelobten 1981er-LP "Hypertension", einem DER Eingeweihtentipps des Erscheinungsjahres, die durch einen unvermittelten, kleinen Reggaepart versüßt wurde, machte ihrer Aufgabe als angestrebtes, erstes Highlight alle Ehre!
Doch die Fans des Schotten mußten nicht lange, "Zugabe! Zugabe!" rufend in der "FABRIK" verharren. Nur wenig später erschienen Ian und seine Mannen erneut auf den ‚Brettern' die die Welt bedeuten und boten mit dem fetzigen 1983er-Track "Don't turn your back on the Man", einer brodelnde Funky/Soul-Melange, auf, die schon zu ihrem Entstehungszeitpunkt ultimatives Tanzflächen-Feeling mit intelligenter, gewitzter, nicht alltäglicher Umsetzung verband. Dieses elitäre Rhythmusfeuerwerk mündete in eine kraftvolle Auslegung des Motown-Reißers "Papa was a Rolling Stone", eine nie enden wollende Klangelegie, von Ian und seiner Band genüsslich bearbeitet und als Improvisationsgrundlage genutzt. Wiederum verabschiedeten sich Ian und seine Combo nun von ihren begeisterten Freunden in der "FABRIK".

cd 20131011 1951803187

Doch nur wenige Minuten später, resümierte Ian, im Tempo angezogen - sorry, rein subjektiv, gefühlsmäßig aus der Sicht des Verfassers dieser Zeilen -, von einer latenten, aber unzweifelhaft spürbaren, trotzigen Punkattitüde durchdrungen, ausufernd, aufputschend, mitreißend, sein offenkundiges Lebensmotto: "Keep on rockin' me, Baby" - einen DER genrebezogenen Partyknaller überhaupt, vulgo: "Rockin' me" von der "Steve Miller Band" aus 1976. Es erfolgte ein abrupter Wechsel, Sprung, in vollkommen andere stilistische Sphären mittels der phänomenalen Bearbeitung des reggae-infizierten New-Wave-Erkennungszeichens "Walking on the Moon", im Original 30 Years ago, ergo 1979, der aller erste Nummer-Eins-Hit für die göttlichen "The Police".

Der diesjährige 29.12. endete in der Ottensener "FABRIK" mit der Liveaufführung von Ians brandaktueller Radiosingle "Children of the Future". Diese feierliche, hoffnungsvolle, zukunftsträchtige, beinahe sakrale Gospel-Ballade zeigt einen ganz anderen Ian Cussick, als gewohnt. Mit Rock, Soul, Funk und Blues hat dieser überaus treffliche Titel nicht sehr viel gemein - "Children of the Future" besticht mit einer stillen, sanften Melodie voller Ausdrucksstärke und Eindringlichkeit. Unverhältnismäßig poppig mögen die einen sagen; für den Freund prickelnder, stimmungsvoller, dabei stets höchst anspruchsvoller Popschleicher dürfte "Children of the Future" dagegen die reinste Offenbarung darstellen.
Die hohe Qualität dieser aktuellen Produktion des ruhe- und rastlosen Rock'n'Rollers, dürfte Veranstalterin Editha Urich und ihr Team auch dazu inspiriert haben, Ians diesjährige Sause in der "FABRIK" offiziös als "CD-Präsentation" von "Children..." zu deklarieren.
Alleine dieser Titel belegt, daß es ohne Weiteres im Rahmen des Möglichen liegt, daß dem Künstler 2010 ENDLICH (!!! !!! !!!) ein kleiner, aber nicht unbedeutender Durchbruch in der deutschen und europäischen Popszene vergönnt ist. Dies untermauerte auch und gerade seine 2009er-Aufwartung in der Hamburger "FABRIK", im Rahmen derer er sich enorm spielfreudig, lustvoll und engagiert zeigte. Im Anschluß daran, im persönlichen Gespräch, gab sich der Star des Abends locker, freundschaftlich und umgänglich. Es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn 2010 dem Namen Ian Cussick nicht ein gewisses Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit zuteil würde. Der wundervolle Konzertabend am 29.12.2009 in der Ottensener "FABRIK" bot fraglos eine konsequente Grundlage für "mehr" Ian Cussick in den ersten Monaten des neuen Jahres bzw, neuen Jahrzehnts!

 


   
   
© Deutsche Mugge (2007 - 2020)

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.