KARUSSELL live am 02.10.2008 in
Jarmen und am 04.10.2008 in Grimma



Bericht: Petra Heinzel
Fotos: Petra Heinzel

 



 

Die aktuelle Karussell-Tour heißt "Wiedersehen im Traum". Ich träumte nicht, ich war wirklich wieder mal on Tour. Hin und wieder erfüllen sich also Träume. Bis vor einer Woche ahnte ich noch nicht einmal, dass ich den Feiertag mit Karussell verbringen würde. Und dieses Karussell drehte sich wirklich mächtig gewaltig.
Fast wäre ich per "Autostop" in Jarmen gelandet, aber da es heutzutage auch noch andere Möglichkeiten der Anreise gibt, nutzte ich diese. Ich dachte dabei auch an Joe's warnende Ansage bei den Konzerten, dass es eben in der heutigen Zeit nicht ganz ungefährlich wäre, denn man weiß nie zu wem man ins Auto steigt. Nach Ankunft besichtigte ich alle örtlichen Gegebenheiten, u. a. auch das riesige Zelt, in dem das Konzert stattfinden sollte. Es war wohl ca. 40 m lang und so einige Meter breit. Bis dato wusste ich gar nicht, dass es solche riesigen Zelte gibt. Mittig war die Technik aufgebaut. Als Vorband spielte für eine gute Stunde die Band Decent Rock`s. Die 4-köpfige junge Band aus Demmin ist in die Kategorie Rock, Independent und Alternative einzuordnen. Um 22:30 Uhr war endlich das Intro zu hören. Joe betrat die Bühne und kündigte die gesamte Band an. Karussell war schon im vorigen Jahr in Jarmen, allerdings in kleiner Besetzung. Sicher fanden deshalb die Jarmener bei "Der Gitarrist" auch auf Anhieb den richtigen Einstieg. Kurz darauf stellte Joe jemanden vor: "Nun möchten wir euch unseren Bruder vorstellen. Er ist aber nie zu sehen, unser `Bruder Blues`." Im gleichen Atemzug nahm er seine Mundharmonika zur Hand und holte aus ihr unwahrscheinlich gute Bluestöne heraus. Die Stimmfedern der Harp wurden ordentlich strapaziert, er brachte sie zum Schwirren bzw. Vibrieren. Die gesamte Band rockte hierzu und Hans glänzte mit einem hervorragenden Gitarrensolo. Mich erstaunte, dass das Publikum bereits beim zweiten Takt den Titel "Besinnung" erkannte. Alle jubelten spontan. Beim "Fischlein unterm Eis" blickte ich, trotz Kälte, die uns an diesem Abend das Wetter bescherte, in sehr viele feuchte Augen. Es war so schön, Oschek ist ein wahres Goldkehlchen! Es folgten "Fenster zu", "Ehrlich will ich bleiben", viele andere große Hits und natürlich auch "Autostop". Die Fans zählten mit als es hieß: "...dann fahr`n sie vorbei und haben ein und zwei und drei Plätze frei." In diesem Moment begab sich die Band von der Bühne, nur Benno erstrahlte im gigantischen Licht mit seinem fantastischen Schlagzeugsolo, in das Jan mit seinen mordsmäßigen Bassklängen einstieg. Auch bei "Whisky" rockten alle Musiker über die Bühne. Joe wechselte mal kurzerhand die Bühnenseite um mit seinem Vater gemeinsam über die Tasten zu fliegen. Hierbei entstand ein ganz neues Bühnenbild, da sich auch die beiden Gitarristen und der Bassist am Keyboard einfanden. Anschließend ging es ganz tief in die Gefühlswelt. Alle genossen "Die Rose". Ich sah und spürte ganz viel Leidenschaft. Wolf war in seinem Element, er streckte seine Hände ganz weit nach vorn, um noch die Tasten seines Keyboards erreichen zu können, denn sein Körper schwang weit nach hinten. Mit "Wiedersehen im Traum" verabschiedete sich die gesamte Band und dankte allen, die diesen Abend ermöglicht haben. Am Merchandisingstand fragte ich einen jungen Mann wie es ihm denn gefallen hat, er antwortete mir: "Das ist DIE Musik!" Und genau das ist auch der Grund, weshalb ich meine Planungen für den Samstag etwas änderte.
Die Familienplanung führte mich nach Leipzig. Und wer sich auskennt weiß, dass Grimma zwar nicht auf dem Weg von Berlin nach Leipzig liegt, aber es nur noch ein Katzensprung bis dorthin ist. Karussell spielte anlässlich des 18. Stadtfestes: ein Heimspiel für die Karusseller. Um 17:00 Uhr wurde das Equipment aufgebaut und 19:00 Uhr war der Soundcheck beendet. Die Bühne befand sich auf dem Marktplatz, vor dem Rathaus. Der Marktplatz war voller Menschen als die Karusseller um 22:20 Uhr die Bühne betraten. Sie hatten wieder das Beste aus der guten alten Zeit mitgebracht. Die Hähne krähten auch am Abend, das Publikum hielt trotz Kälte durch (die Band heizte ordentlich ein), Gerüchte hatten keine Chance und das Publikum ließ keine Zweifel aufkommen, alle sangen: "Hau ab aus meinem Traum". Zu "Verrückter Vormittag" erklärte Joe: "Das nächste Lied ist vom Album `Solche wie du´. Unser Jan hat es geschrieben." Hier erfreute uns Hans erneut mit einem Gitarrensolo. Er zauberte Mandolinenklänge auf seiner Gitarre hervor. Nahtlos ging es dann in "Schlaraffenberg" über. Man spürte über das ganze Konzert hinweg die Spielfreude der Band. Oschek lieferte ein "Brrrrrr" ins Mikrofon und Joe erwiderte ein "A ja ja", während Jan seine Basssaiten strapazierte. Das Publikum war außer Rand und Band. Kaum ertönte das von Gisela Steineckert geschriebene "Als ich fortging", wurde der Markt in ein magisches Licht verwandelt. Mindestens 30 Wunderkerzen und viele Feuerzeuge erhellten Grimma, ein toller Anblick. Als die Lichter langsam erloschen sagte Wolf: "Und jetzt spiele ich ganz leise und ihr summt mit". Die Massen summten und forderten anschließend lautstark nach Zugaben. Weiterhin sangen Oschek und Joe im Wechsel, oder auch gemeinsam. Sie sind ein hervorragendes Team. Während Wolf, so habe ich es beobachtet, ganz besonders auf das gesamte Team achtet und ordentlich in die Tasten haut.
Leider gehen auch die schönsten Abende irgendwann zur Neige. Und so nahte der Abschied mit "Wiedersehen im Traum". Ich werde weiterhin träumen und dann garantiert wieder auf einem Karussell-Konzert erwachen.




Foto Impressionen:


Jarmen:

 
Grimma:
 

   
   
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