Ostrock in Klassik am 14.11.2008 in München



Bericht: Heide Puls, Christian Reder
Fotos: Nadja Notzke

 




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Ein Gruß an die Leser von Deutsche Mugge zum Abschluss der Tour vom Sonntag, 15.11.2008 in Riesa.


Bericht: Heide Puls
Die Rocksongs aus der ehemaligen DDR in die alten Bundesländer, und das speziell im Süden der Republik zu präsentieren, das war schon lange mal mein Wunsch. Das ist nun mit dem Ostrock in Klassik-Konzert in der Olympiahalle in München geschehen.
Als im Frühjahr bekannt wurde, dass auch ein Konzert in München stattfindet, konnte ich es fast nicht glauben. Ich komme zwar nicht aus den neuen Bundesländern, aber auch in den alten Bundesländern weiß man gute Musik aus dem Osten zu schätzen. Bis auf ein Ostival-Konzert mit den Puhdys, City und Ute Freudenberg (Karat war damals wegen der Krankheit von Herbert Dreilich nicht dabei) im November 2003, kann ich mich nicht erinnern, Konzerte von bekannten Ostrock-Musikern hier erlebt zu haben. Es fanden wohl vereinzelt Konzerte im Westen statt, dies aber meist in Norddeutschland... um den Süden wurde stets ein großer Bogen gemacht. Ich war sehr gespannt, wie das Münchener Publikum reagieren würde.
Der Ablauf des Konzerts war identisch mit den Berichten aus Chemnitz und Köln, nur dass Ute Freudenberg in München nicht dabei war. Die Atmosphäre und die Stimmung waren von Anfang an prima, das Publikum ging gleich mit und unterstützte die Musiker mit Singen und Klatschen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass nach dem Eingangslied "Wer die Rose ehrt" an den kürzlich verstorbenen Cäsar Peter Gläser, der dieses Lied schließlich geschrieben hat, gedacht worden wäre. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Stimmung auch auf die Musiker übertragen hat.
Da ich ja auch am 30. August 2008 in der Wuhlheide in Berlin das Konzert erlebt habe, und jetzt das Hallenkonzert in München, kann ich abwägen: Jedes für sich war ein Erlebnis, so oder so und irgendwie wird man süchtig auf Ostrock in Klassik.

Bericht: Christian Reder
Es hat schon zahlreiche Berichte über die Ostrock in Klassik-Tour 2008 bei uns im Journal gegeben. Darum möchte ich mich heute auch kurz fassen.
Das gestrige Konzert in der Münchener Olympia-Halle war wieder einmal ein voller Erfolg. Das Haus war für westdeutsche Verhältnisse gut besucht, die Stimmung war großartig und die Künstler auf der Bühne wie immer sehr stark. Dabei hatten es die Musiker nicht leicht, das Münchener Publikum zu überzeugen, und vor allem "aufzutauen"... Manche der Besucher saßen wie angewurzelt auf ihren Stühlen, dass man sich gefragt hat: Warum seid Ihr bloß hergekommen?
Die Gruppe Karat wurde mit viel Beifall bedacht, und die "Zugabe"-Rufe veranlassten die Kapelle um Claudius Dreilich mehrmals zur Rückkehr auf die Bühne. Bei den Solisten Dirk Zöllner, IC Falkenberg und Veronika Fischer wurde man den Eindruck nicht los, dass sie es allesamt beim Publikum nicht leicht hatten. Ihre Performance war absolut großartig, nur der Funke wollte irgendwie nicht auf's Publikum überspringen. Erst a Ende des Auftritts von IC Falkenberg stand das Publikum für Applaus auf.
Ähnliche Erfahrungen mußte auch Silly machen, aber Anna Loos hat diese Klippe mit ihren Ansagen und ihrer starken Gesangsleistung meisterhaft umschifft. Besonderes Bonbon an diesem Abend (wie auch bei einigen Auftritten vorher schon) war Günther Fischer, der zusammen mit seiner Tochter "Solo Sunny" zum Vortrag brachte. Als letzter Show-Act des Abends konnte man - wie immer bei der Tour - die Puhdys erleben. Zu deren Auftritt durften dann auch die Zuschauer endlich nach vorne an die Bühne, was vorher nicht erlaubt war. Euch fehlt sicher ein Name in der Aufzählung aller Künstler, nämlich Ute Freudenberg. Sie war aufgrund eigener Termine nicht angereist, obwohl sie mit auf den ausgehängten Plakaten stand. Vom Veranstalter wurde aber versichert, dass es im Vorfeld schon feststand, dass Ute in München und heute in Riesa nicht mit dabei sein würde.
Fazit des Abends: Man konnte zufrieden und mit einer gehörigen Portion Ostrock in Klassik nach Hause gehen. Es war ein gelungenes Konzert in einem Bundesland, das mit Ostrock soviel zu tun hat, wie der Papst mit dem Ballermann. Dass gerade dort soviele Leute in die Halle gelockt werden konnte, war schon beeindruckend und spricht für die Musik und deren Künstler! Einzige, dafür aber fette Enttäuschung war, dass am Anfang und am Ende des Konzerts der Titel "Wer die Rose ehrt" von allen Sängern vorgetragen worden ist. Dabei ist weder eingangs noch am Ende erwähnt worden, dass der Komponist dieses Liedes im letzten Monat verstorben ist.




Foto Impressionen:



 

   
   
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