001 20120930 1455541511Komponieren am PC und das Erstellen eines Songs für Stern Combo Meißen mit Hilfe einer Augensteuerung* und ein paar Gedanken zur Fertigstellung des neuen Stern Combo Meißen Albums


*Bei der eben genannten Augensteuerung handelt es sich um eine spezielle Software zum Schreiben und zur vielseitigen Bedienung, u.a. zum Notenschreiben am PC für motorisch behinderte Menschen. Ich leide seit etwa 12 Jahren an ALS, einer Erkrankung, die die Motorik erschwert bzw. nach und nach total lahmlegt - eine Art fortschreitender, derzeit nicht heilbarer Muskelschwund.

Es ist an der Zeit, mich nach längerer Zeit mit einem Beitrag bei deutsche-mugge.de zurückmelden. Ich grüße also die Deutsche-Mugge-Leser, die, wie ich sicher erwarten kann, weiterhin sehr offen sind für Beiträge mit etwas Tiefgang und für persönlich Spezielles im musikszenischen Bereich, etwas, das ich heute gern anbieten möchte, in der Hoffnung, es gibt auch ein wenig Neugier darauf, was Fißler von Stern-Combo Meißen zu berichten hat. Bei der Gelegenheit auch Grüße an Mitarbeiter und Redakteure von deutsche-mugge.de, also Grüße an die Knechtels, an Christian und an den treuen Begleiter der Stern-Combo Meißen und Tonmeister Klaus Schmidt, der ja auch hin und wieder Artikel schreibt.
kulti 20120930 1170449827
An dieser Stelle auch noch einmal mein Dankeschön an die Deutsche-Mugge-Leser für die Unterstützung bei der Initiative zum Erhalt des Kulturpalastes Dresden in seiner ursprünglichen Form. Wenn wir auch nicht den Erfolg hatten, den damaligen Beschluss zum Umbau des Hauses seitens der Stadtverwaltung Dresden zu kippen, wurde doch zumindest eine länger anhaltende öffentliche Diskussion in Dresden über Sein und Werden des Palastes provoziert. Vielleicht war ja auch wirklich nie möglich, gegen die Windmühlen der sächsischen Landespolitik anzustinken. Inzwischen habe ich kaum etwas Neues über Entscheidungen oder Bewegungen vernommen, die im Sinne des Aufrufes zahlreicher Künstler und des Aufbegehrens und der Proteste vieler Stimmen aus der Öffentlichkeit gewesen wären. Der sehr betagte Architekt des Palastes, Wolfgang Hänsch, ging wohl nach seinen früheren öffentlichen Äußerungen gegen den Stadtratsbeschluss im Frühjahr dieses Jahres erneut, diesmal als Kläger auf juristischer Ebene, gegen einen Umbau vor. Ich habe über einen Erfolg in diesem Verfahren ebenfalls nichts Neues gehört. Die Politik dieser ehrenwerten Stadt lässt sich wohl in dieser Angelegenheit durch nichts mehr bewegen. Offensichtlich übt man sich derzeit in Dresdens Stadtverwaltung wie vielerorts sehr gern in der "...Sportart Weitwurf von Mandaten..." (ein kleiner Textauszug aus meinem Song "Mal seh'n wohin die Reise geht").

Da fällt mir ein, in Anbetracht der kürzlich wieder einmal verliehenen "Goldenen Henne" auch noch mal Dankeschön zu sagen für die Aktion "Eine Henne für Reinhard Fißler" mit zahlreichen Wortmeldungen seitens der Leser vor zwei Jahren, Statements, die damals vom "MDR" und der "SuperIllu" bezeichnenderweise überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wurden. Diesmal wurde meines Wissens nach diese alte Initiative seitens deutsche-mugge.de wohl doch zumindest wahrgenommen. Na gut, ich habe das nicht weiter verfolgt, nichts weiter darüber zur Kenntnis genommen und inzwischen - auch 002 20120930 1793650343schon seit längerem - ganz gute Sachen in Angriff genommen. Also nochmals danke auch für'sVerständnis, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, jetzt ist es aber endlich an der Zeit. Zum Thema.

Ich habe mich im letzten Jahr aus bestimmtem Anlass und meiner innewohnenden, nicht tot zu kriegenden Motivation als Sänger und Songschreiber daran gemacht, trotz meiner körperlichen Behinderung am Computer ein Lied zu schreiben, es zu arrangieren, gewünschte Instrumente über entsprechende Sampler auszuwählen, sie zu integrieren und es, ebenfalls mit meinen Augen, studiomäßig ähnlich wie ein Tonmeister zu bearbeiten (sowohl ziemlich individuell geprägt aber auch - hoffentlich - als Stern Combo-Song erkennbar und annehmbar), um am Ende ein Projekt für eine professionelle Musikproduktion eines Songs zu liefern, das nur noch gemixt werden musste. Dieser Song kann nun im Rahmen des aktuell entstehenden Stern-Combo Meißen CD-Albums "Lebensuhr" einen akzeptablen, würdigen Platz finden, hoffe ich.




 
 
Also dann - eine Augensteuerung am PC. Sie eröffnet mir ungeahnte, vielfältige Möglichkeiten.

Sie funktioniert folgendermaßen: Mit einer scharf fokussierenden Kamera, befestigt am Computermonitor, werden meine Augen gescannt, so dass die kalibrierte Software meiner Augensteuerung millimetergenau den von mir auf dem Monitor anvisierten Punkt erkennt, z.B. einen Buchstaben, eine Note einer Komposition oder einen Bildpunkt eines zu bearbeitenden Bildes...

Ich kann also mit meinem Augen, ähnlich wie mit der Computermaus, präzise einen Punkt auf dem Monitor setzen und damit gebräuchliche Optionen, etwa Links- oder Rechtsklick, Ziehen... mittels eines augensensiblen Funktionsfeldes ausführen, also meine gewünschten Optionen erteilen.
scmcd 20120930 1531095832
Auf diese Weise schreibe ich nun dieses Skript mit den Augen, eigentlich wie üblich, mit Hilfe eines Tastaturbedienfensters, versehen mit den gebräuchlichen Buchstaben, Zahlen und Zeichen, zwar nun nicht mit dem professionellen Zehnfingersystem, aber immerhin mit meinem "Zwei-Augen-Schiel"-System wie folgt: Buchstabe anvisieren, mit den Augen zwinkern und somit die Schreiboption erteilen, den nächsten Buchstaben anvisieren, zwinkern, also diesen Buchstaben schreiben usw.

Der Undercoverman am anderen Ende meiner Hotline - ich bin ja schließlich online - denkt vielleicht, ich zwinkere ihm zu. Das stimmt aber gar nicht - ich schreibe hier doch gerade nur einen speziellen Bericht über meine neu erschlossene Leidenschaft zu kommunizieren, wie ich dazu mit meiner Augensteuerung umgehe, um dann so möglicherweise auch Noten zu schreiben oder gar einen Song zu erstellen, was ja geheimdienstlich nicht so besonders interessant ist, denk' ich mal - oder? (Vergeudete Zeit, rausgeschmissenes Geld!)


Noten schreiben am PC, Umgang mit Musiksoftware, z.B. mit sogenannten Plug-In-Instrumenten, und mit Programmen zur studiomäßigen Fertigstellung eines Liedes, einer kleinen Musikproduktion (etwas ausführlicher für Musikfreunde und Computer-Soundfreaks)

Für die genannten und weitere spezielle Optionen zur Musikerstellung und -bearbeitung gibt es Programme, die erfreulicherweise für mich mit meiner Augensteuerung am Computer erschließbar und mit meinem Bedienfenster auch gut nutzbar sind. Es funktioniert prinzipiell so wie das oben beschriebene Schreiben von Texten.

Das Schreiben von Noten mit Hilfe eines geeigneten Notenschreibprogramms geschieht mittels eines speziellen Notenschreibfensters, aus welchem ich mit den Augen meine gewünschte Note oder z.B. Pause auswähle (mit Augenzwinkern) und diese genau an die Position auf mein vorbereitetes Notenpapier setze (wiederum per Zwinkerklick). Dieses Notenpapier ist bereits von mir für ein a012 20120930 1721555896Arrangement konzipiert und zwar unter Einbeziehungaller vorher ausgewählten Instrumente. Jedes Instrument bekommt jeweils eine Notenzeile - und auch das, wie schon beschrieben, alles autonom mit meinen Augen erstellt.

Ich verfüge dabei über alle denkbaren Zeichen und Optionen der Notation von Musik, die ich früher mit dem Bleistift geschrieben hätte und kann, ähnlich wie bei anderen allgemein üblichen Programmen am PC, auf gebräuchliche Tools der oberen Leiste am oberen Monitorrand und der Einzeloptionen in den Fenstern darunter auf die speziellen, für Musikbearbeitung geeigneten Parameter zugreifen wie mit einer Maus (und wieder freut sich der Undercoverman am anderen Ende der angezapften Leitung bei jeder neuen Note, die ich erzwinkere).

Dann kann ich z.B. mit einer Ziehtaste Bereiche in meinem Notenbild markieren, kann sie kopieren, einfügen, kann Töne oder Akkorde transponieren, Effekte (Echo, Hall …) aufrufen, kann Speichern unter… usw., also alle denkbaren Computerfunktionen benutzen - alles mit den Augen, einfach sensationell! Natürlich musste ich mir das alles vom Handling her geduldig erschließen. Hinzu kommt, ich hatte vor meiner Erkrankung noch nie mit einem Computer gearbeitet, musste also wirklich erst mal das ABC am PC erlernen.

Aber gerade dieses Neuerschließen war immer mit viel Freude und so etwas wie Abenteuerlust verbunden - wie klingt z.B. ein üblicher Gitarrenakkord (ich habe ja früher ausschließlich Gitarre gespielt) auf einem Piano oder auf einer B4 Hammondorgel? Wie schreibe ich eine Drumstimme (Drums ebenfalls nie gespielt)…? Damit komme ich zur


Bedienung von Musiksoftware, zum Einsatz von Samplern, zu nativen VST-Instrumenten usw.

Alle denkbaren Plug-In-Instrumente unterschiedlichster Art (ob z.B. ein Grandpiano, eine Nylongitarre, Bassgitarre, Schlagzeug, Vokalstimmen, Synthesizer, Naturinstrumente, Orchesterklänge, exotische Klänge, alle möglichen Naturklänge, um mal ein paar zu nennen), sind in entsprechenden speziellen Libraries, wenn man sich diese Musiksoftware leisten kann, im Handel erhältlich (das kann, wie sollte es anders sein, ganz schön teuer werden), all diese Instrumente und Gruppen sind auch für mich mit meiner Augensteuerung als VST-Instrumente über mein Samplitude-Musikprogramm aufrufbar.

Ich kann meine im Notenschreibprogramm geschriebenen Einzelstimmen (die einzelnen Instrumente einer Notenzeile) als sogenannte Midi-Datei in mein eben erwähntes Musikprogramm importieren und VST-Instrumenten zuordnen und somit über eine riesige Palette von wie original klingenden Instrumenten verfügen.


Ein paar Erläuterungen zum Umgang mit den beschriebenen Möglichkeiten zur Musikerstellung und -bearbeitung, speziell an meinem kürzlich produzierten Song "Mal seh'n wohin die Reise geht"
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Es gibt, wie wohl schon zu erkennen war und vorstellbar ist, unglaublich viele Möglichkeiten der Herangehens-weise, mit einem Computer Musik zu produzieren. Für solche unter-schiedlichen Herangehensweisen und Methoden gibt es entsprechend individuell verschiedene, sicher zu respektierende Gründe.

Das Stern Combo Meißen-Albumprojekt und wie so was von sowas kommt

Auch ich habe ziemlich plausible Gründe dafür, wie ich was mache, denke ich mal, also: Anfangs wollte ich nur die Noten zur Vorlage zur Erarbeitung einer Liveversion für Stern Combo Meißen für das Lied anbieten. Dann bekam ich Lust, authentisch klingende Instrumente auszuprobieren, so unter dem Motto: So könnte es ja in etwa klingen, wie findest du das? Ich hatte es aber weiterhin erst einmal nur als Vorlage gedacht. Dann bekam ich ab und zu Besuch von Martin Schreier und anderen Kollegen, die fragten: "Na wie geht's denn mit deinem Lied voran?", oder "Was, du schreibst einen Song am Computer, und das mit deinen Augen!?" Das Schärfste war dann tatsächlich die Frage: "He! Das hört sich ja alles ganz gut an - und wer spielt hier eigentlich die Keyboards?" DAS war natürlich der absolute Hammer, denn ich hatte ja auch noch niemals Keyboards gespielt, diese aber selbst mit den Augen erstellt… Diese und andere Fragen und z.T. fachlich fundierte, anerkennende Bemerkungen bezüglich Bass, Drums, Synthesizer und Gesangssynchronisation usw. bestärkten mich letztendlich, nun alles bis ins Detail selbst zu erstellen und entsprechend konsequent folgenden Weg bei der Erarbeitung meines Liedes als Arbeitsweise zu gehen: Als erstes möglichst livenahe Noten schreiben, dann daraus für jedes notierte Instrument (eine Notenzeile) eine Midi-Datei erstellen, diese in mein Musikprogramm importieren, in lebendige Audio Files mittels VST-Instrumenten wandeln und die Audio Files dann in meinem o.g. Musikprojekt studiomäßig bearbeiten. Das heißt, diese Files genau im erdachten Arrangement zuordnen, also präzise übereinander schieben, Pegel dynamisch bearbeiten, falls angebracht schon mit Grundeffekten versehen usw., um somit einem Tonmeister ein weitgehend optimales Projekt mit meinen möglichst klaren, erkennbaren Vorgaben für ein professionelles Mixing zu liefern.

004 20120930 1531554053Natürlich hatte ich ganz schön Schiss, ob mir das auf einem Stern-Combo Meißen-Level jemals gelingen würde, hatte ja bisher vielleicht mal das eine oder andere Lied zur Gitarre im Angebot für die Band, was dann unter die freundlichen, kollegialen Fittiche unseres Keyboarders Thomas Kurzhals genommen wurde, der es arrangierte, womit meine Lieder Stern-typisch wurden und gut ins Gesamtkonzept passten. Möglicherweise lehnte ich mich mit dieser ehrgeizigen Motivation, auf so einem Level alles selbst zu arrangieren, zu instrumentieren und alles weitere zu erbringen, zu weit aus dem Fenster. Was soll's, dachte ich, ICH MACH DAS JETZT! Und stürzte mich in dieses Abenteuer.

Was dann konkret geschah und welche Hintergrundgedanken bei der Erarbeitung hochkamen, quasi in mir provoziert wurden und meine neu entstehende, detaillierte Arbeitsweise inspirierten, möchte ich nun gern an ein, zwei Beispielen für die musikmäßig interessierten Leser näher erläutern und ganz nebenbei ein kleines Geheimnis einer speziellen Arbeitsweise preisgeben (Eigentlich ist das, was jetzt kommt, aber mit Sicherheit so oder ähnlich Usus bei einigen Profis, die sich bei den folgenden genaueren Ausführungen dann eben über meine Bemühungen, es zu verklickern, amüsieren mögen - ist mir egal.) Auf geht's :

Ich hatte also im ersten Schritt alle Instrumente (die einzelnen Notenzeilen) in dem Notenschreibprogramm mit den Augen geschrieben und zwar so gut wie möglich - unter musikantischem Gesichtspunkt (wie würde es von einem Musiker gerne gespielt werden, das heißt, möglichst weit entfernt von einem Sequenzer-Feeling) und hatte dann aus der entsprechenden Midi-Datei in meinem Samplitude-Musikprogramm durch Zuordnung (die Auswahl eines Instrumentes) und vom Sound her schon mal etwas liebevoll zurecht gestylt, so dass sich z.B. die Hammondorgel so anhört, als ob da tatsächlich einer orgelt, also lebendig spielt wie auf der Bühne - mit Virtuosität, mit Seele usw. Ich bin ja schließlich von früher, von unseren Konzerten her mit Thomas Kurzhals an der Hammond oder durch leidenschaftliches Anhören der guten alten Platten z.B. von Brian Auger, Stevie Winwood und anderen Meistern auf diesem Instrument reichlich verwöhnt worden und habe (und jetzt verrate ich mal mein kleines Geheimnis!), um einem solchen Meister, der ja z.B. oft unentwegt irgendwelche Register zieht, um diesem Instrument vom Klang her und dessen Änderungen ordentlich Leben einzuhauchen (abgesehen von einer rein musikalischen Virtuosität), um also so einem Meister nun am Computer etwas nahezukommen, in meinem Musikprojekt vier Midi-Dateien ein und derselben Orgelstimme übereinander gelegt (Richtig gelesen, viermal die selbe Datei! - Tja, was soll das denn?) und jede dieser vier Midi-Stimmen als nächstes über die jeweils gleiche Passage mit einem anderen, also unterschiedlichen B4 Hammond Sound versehen (also in vier Audio Files gewandelt) - einer davon war z.B. mittig verzerrt, ein anderer sehr obertonreich-clean, der dritte sehr perkussiv-clean und ein vierter war ein obertonreicher Hammond-Sound, ebenfalls clean. Dieses letztgenannte Audio File gestaltete ich nun während der Midi-Audio-Wandlung (in real time) besonders lebendig, indem ich es gleich mit dem orgeltypischen Leslievibrato versah, also variierte ich es nach Gefühl (zwischen mal langsam, mal schnell und dann mal ohne Leslie) in etwa so, wie ich es mit Freude on stage oft genug erleben konnte.

Ich hatte also auf diese Weise vier a009 20120930 1311396692unterschiedlich klingende Hammondorgeln, die das gleiche spielen, als Audio Files in entsprechend vier Spuren übereinander gelegt, und machte damit durch unterschiedliche Veränderungen der einzelnen Pegel im Verlauf der Passage aus diesen vier Spuren wieder einen einzigen neuen Hammond-Orgel-Mix, (also wieder zurück zu einem Instrument, hoffe ich habe mich unklar ausgedrückt) so wie ein Keyboarder eine Hammond in etwa komplex spielen würde (also z.B. mal die Obertöne am 4-Fuß- oder 2-Fuß-Registerzug ziehen und wieder reinschieben, dann mal an einer anderen Stelle der Passage, wo z.B. nur ein einzelner Ton gehalten wird, mehr den verzerrten Sound reinfaden, wieder runterfaden, an der gleichen Stelle vielleicht den Leslie Sound reinfaden, variieren, rausfaden, danach, wo eine schnelle Tonfolge läuft, das perkussive Register rein, wieder rausfaden, alles nach ziemlich spontaner Eingebung, so als ob man eben mit Feuer und etwas Feeling in die Tasten greift und Mama Hammond juckig macht.) Darüber hinaus habe ich mich auch schon mal an bestimmter Stelle der Passage auf einen gebräuchlicheren Studio-Hall festgelegt, wie ihn ein Tonmann unten am Mixer live im Konzertsaal mit etwas Risiko auf die Orgel legen würde, um somit auch einem Live-Event einigermaßen nahe zu kommen. Das ist nicht gerade studioüblich, denn dort hält man sich am Anfang beim Anordnen der Audio Files mit den Effekten geflissentlich zurück, damit man diese erst zum Schluss beim Mixing wohl dosiert einsetzen kann, also quasi noch in der Hand hat. Das kann man sich bei einer hohen Rechenleistung mit einem professionellen Musikcomputer auch locker leisten - was soll's, ich war also gehalten, mal ganz ehrlich gesagt, Harz IV-mäßig mit hochwertigen Effekten ökonomisch umzugehen, mit anderen Worten, schon mal genau vorauszudenken, welchen Effekt ich im Mixing gern bei bestimmten Instrumenten anwenden würde, um sie schon jetzt bei der Konzipierung und Anordnung der Files im Projekt eben mit etwas Risiko einzubeziehen. Solche Gedanken begleiteten mich in ökonomischer Hinsicht ständig (das betraf nicht nur Hall- und Echoeffekt): Was kann ich meinem Rechner bezüglich Rechenleistung zumuten - wenn ich denn schon mal mit über zwanzig Spuren in meinem Projekt arbeite! Auf jeden Fall provozierte mich das, von Anfang an konzeptionell entsprechend klar heranzugehen, schon um zu vermeiden, solche irreversibel einbezogenen Effekte dann nicht mehr entfernen oder nur sehr schwer minimieren zu können. Und ich wurde auch dazu gezwungen, von Anfang an einen sehr genauen Überblick über mein Opus zu behalten, um mein gesamtgestalterisches "Pulver" sparsam einzuteilen und nicht ständig zu vergeuden und damit Ohren zu verkleistern (das finde ich übrigens unerträglich).

Letztendlich sehe ich so geartete Zwänge, mich in bestimmten Grenzen der Rechenleistung meines Computers zu bewegen, also gefälligst sparsam mit einer Fülle von Optionen zu hantieren, als vorteilhaft an. Man arbeitet einfach konzentrierter. Außerdem, Not macht erfinderisch. Na ja und dann werde ich wohl auch nicht so leicht verführt, all die schier unendlichen Möglichkeiten, die der Computer in Sachen Musikproduktion sonst so bietet, auch nicht durch das Anhören und Abchecken aller möglichen verfügbaren elektronischen Sequenzen (passt das - passt das nicht) auszuprobieren. Ich werde einfach mal klarer und resistenter, mich nicht so schnell zu verzetteln, mich nicht unnötig mit allen sich bietenden Möglichkeiten zu beschäftigen, eben keine dafür nötige, wertvolle Zeit mehr zu vergeuden und mich selbst nicht so einfach von meinen ursprünglichen Ideen und Visionen, die zu meinem Lied gehören, abzulenken, wenn ich sie schon mal habe! Und ich hatte sie bei meinem Song von Anfang an.

scm 20120930 1640858765Das war's dann schon, jetzt ist es raus, oi-joi-joi! Wie einer wie ich versucht, vier Hände gleichzeitig agieren zu lassen, um so einem Orgelspieler, der motiviert und nachempfindbar die Register zieht, nahe zu kommen (zugegeben, es gelingt natürlich nie 100%ig). Aber wenn mich dann trotzdem ein Kollege ernsthaft fragt, in welchem Studio wir nun die Hammond aufgenommen haben und ich dann ehrlich und bescheiden antworten kann: "Na hier auf meiner Intensivstation zu Bohnsdorf (da wohne ich) und zwar mit meinen Augen an diesem PC", und daraufhin ungläubige Blicke ernte, dann klopfe ich mir mal mit Hilfe eines lieben Pflegers auf die Schulter, so unter dem Motto: "Ev'rybody clap my hands!" (das ist übrigens eine geflügelte Zeile aus dem Text meines Liedes) Ich hoffe, das alles war irgendwie nachvollziehbar. Wenn nicht, dann behalte ich es eben für mich! Oder gern noch mal kürzer gerafft: Ich bediente in einer kurzen, speziellen Hammond-Passage zwar nachträglich, aber mit meinen Augen ganz locker vier Hände eines Hammondorgelspielers. Und ich freue mich übrigens wie ein Kind, dass ich aus einer schönen Erinnerung aus dem Livegeschehen heraus selber darauf gekommen bin, sicher nicht als erster, einmal so mit einem relativ leblosen Sample umzugehen, provoziert durch meine Situation, als behinderter Mensch nur über die Augen Optionen am Computer erteilen zu können. Oder, wenn man so will, aus der Not heraus Potentiale entwickelt zu haben, die ich selbst nicht für möglich gehalten habe, was möglicherweise nach Zauberei aussieht. Ich weiß inzwischen genau, dass es möglich ist, neue Räume dadurch zu erschließen, allein mit den Augen Musik am Computer zu erstellen und dabei z.T. ungewöhnliche eigene Methoden zu probieren, auf die man Kraft zweier voll intakter Hände vielleicht gar nicht kommt! Ich habe Freude daran, bin dankbar, so eine Möglichkeit zu haben, nutze sie ziemlich intensiv und finde, ich kann etwas Großartiges damit vollbringen, was erfreulicherweise auch von allseitig gesunden Menschen und normal versierten, voll vitalen Musikern als solches wahrgenommen, z.T. bewundert und inzwischen hoch anerkannt wird. Das ist übrigens ein sehr positiver Impuls für mich, der mich schon inspiriert, niemals aufzuhören weiter Musik zu machen.

Noch mal kurz zurück zur mit Erfolg ausprobierten Methode, unterschiedliche Sounds oder Instrumente übereinander zu legen und zu mixen. Ich habe sie auch bei den Synthesizerpassagen in meinem Lied und bei Mixklängen, bestehend z.B. aus Nylongitarre und E-Piano, angewandt und spezielle, z.T. neue, noch nicht gehörte Klänge erfunden, glaube ich manchmal (jedenfalls nach meiner sicher begrenzten Hörerfahrung). Auf jeden Fall war das Erschließen mir bis dahin nicht geläufiger Klangcollagen und spezieller Sounds ebenfalls sehr abenteuerlich für mich!

Und sollte ich nun doch der Erste sein, der mit der eben beschriebenen Methode einen neuen, interessanten Weg zur Belebung verfügbarer, relativ lebloser Hammond-Sampler erschlossen hat, werde ich mich nun mal langsam um mein soeben preisgegebenes PATENT kümmern, ha ha!

Den lieben Kollegen und Soundfreaks sei gesagt, probier es einfach mal aus, vielleicht macht es ja viel Freude, so wie mir auf meiner kleinen musikantischen Abenteuerreise in Sachen Hammondorgel-Sound, kreiert mit den Augen als vierarmiger Krake am PC!


Für und Wider beim Komponieren am PC, a010 20120930 1609708743Grenzen des Computers und meine speziellen Optionen beim Musikerstellen

Die folgenden, wieder etwas analytischen Betrachtungen und Erkenntnisse habe ich mir ebenfalls nicht einfach so ausgedacht. Sie resultieren aus meiner Erschließung des augengesteuerten PC zum Schreiben von Kompositionen bis hin zur Fertigstellung von fertigen Musikproduktionen (Titel) oder anderer Audio Events, z.B. Radiosendungen, aufgrund meiner Herkunft als über 40 Jahre banderfahrenerer Livemusiker und wegen meiner leidenschaftlichen Mitgestaltung von Audio Performance bei Kultur-Events von Kinder- und Jugendprojekten (Tanzwerkstatt "no limit" e.V., Kinderzirkus "Cabuwazi" e.V., Jugendgruppe der evangelischen Gemeinde "Schillerhöhe" Berlin Mitte und der "Diamond Dance Company" Erfurt).

Ein paar Worte über die Herausforderungen für mich als bisheriger Akteur handgemachter Musik oder Gestalter von Audio Performance mit konventioneller Audio Elektronik (Mikrofone, Gitarre, Keyboard, Multitrack-Bandmaschine, Sampler, CD-Player - aber bis dahin kein Computer!).

Ich bin, wie schon erwähnt, durch meine Erkrankung angehalten, wenn schon Musik zu machen, dann bitteschön und ausschließlich (wie auch sonst) mit der von meinem Bezirksamt bewilligten Augensteuerung am PC, die freilich keine professionellen Ansprüche in Sachen Musikproduktion erfüllen kann, sondern mir bestenfalls elementare Bedürfnisse zur Kommunikation und Teilnahme am kulturellen Geschehen als wichtige Komponenten selbstbestimmten Lebens erschließen helfen. Dafür kann ich natürlich nur dankbar sein, keine Frage.


a011 20120930 1271838960Noten schreiben am Computer, und zwar musikantisch - wenn du sie dann abspielst, soll die Illusion entstehen, dass da wirklich ein Musiker mit einem echten Instrument spielt!

Das hört sich nach Täuschung, nach Betrug an oder wenigstens nach Zauberei. Darüber kann man sich natürlich unter verschiedenen Aspekten trefflich streiten.

Ich ziehe es vor, dem durchaus künstlerischen Anspruch der Zauberei nahezukommen. Was für mich auf jeden Fall bedeutet, mit fairen Mitteln der Zunft zu arbeiten. Ich meine, mit offiziell zugelassenen Programmen, Samples und Sounds, die auf dem Markt erhältlich sind und einen nicht gerade geringen Preis haben. Diese Musiksoftwares wurden ja schließlich aufwändig entwickelt und professionell produziert. Ich hatte in diesem Punkt, insbesondere bei der Kreation eigenwilliger Audio Files erfreulicherweise ebenfalls professionelle Unterstützung von befreundeten Musikerkollegen, Tonmeistern und Produzenten, bei denen ich mich weiter unten namentlich für die Zuarbeit und die guten Tipps beim Umgang mit meinen Musikprogrammen herzlich bedanken möchte.

Ein paar ernüchternde Worte zur erwähnten Zauberei. Sie bedeutet nichts anderes für mich, als erst mal solide Noten zu schreiben und dann die entsprechend konzipierten Instrumente nach besten, z.T. gerade neu erschlossenen Erfahrungen und Kenntnissen als Audio Files in ein Musikprogramm zu importieren. Das bedeutet nichts anderes, als anzuwenden, was ich damals an der Schule, später Musikhochschule, gelernt und noch nicht vergessen habe, und dem als Basis (Elementares aus Kompositionslehre, Tonsatz…) gerecht zu werden. Es bedeutet weiter, mir neue, der erdachten Komposition entsprechende Töne oder Harmonien und Strukturen vorzustellen und ein entsprechendes Notenbild im Kopf zu entwickeln. Ich denke dabei vom Ursprung her in Gitarrenstrukturen und übertrage diese Elementarkenntnisse nach und nach ziemlich mühevoll auf andere Instrumente, die ich real nie spielen konnte, also z.B. Piano, immerhin mit dem Anspruch, Tonsatz und Kontrapunkt zu beachten und anzuwenden (das wird beim Gitarrenspiel heutzutage meist nicht so streng ausgeführt). Wenn ich das nicht beachte, wird das Geschriebene oft zu kraftlos, eben kaum dem Klavier gerecht.


Wer weiß schon was ein Computer "denkt" - 005 20120930 1744749539Was für einen Musiker von der Notation her O.K. ist, ist es für den "Kollegen Computer" noch lange nicht - und umgekehrt.

Jetzt wird es noch mal etwas komplizierter. Etwas, das einen schon wahnsinnig machen kann, ist, wenn man versucht, einem Rechner etwas völlig natürliches, und ich möchte wetten, für einen Musiker völlig klares, scheinbar einfaches genau zu verklickern und dann auf die Abspieltaste zu drücken unter dem Motto: "Nun lass doch mal hören, was ich mir ausgedacht, komponiert habe." Da gab es des Öfteren, gelinde gesagt, eine "Überraschung", weil mein PC einfach mal nicht "mitdenkt" wie ein Musiker oder weil ich diesem "ehrenwerten" PC nicht genau genug notiert habe, wie er es bitteschön zu spielen hat. Also musste ich es dann so notieren, dass es ein PC "kapiert", eine Notation, die ich mit einer derart notwendigen Akribie einem Musiker aus meiner Erfahrung niemals antun würde. Aber siehe da: Der Computer spielt es plötzlich genau so ab, wie ich es wollte!

Dazu noch mal genauer folgende Ausführungen für die spezieller Interessierten - konkret an ein, zwei Beispielen: Ich wollte also wie immer sehr musikantisch und livenah typische Klavier- und Gitarrenpassagen notieren. Folgendes hat mir dabei, nach viel Mühe und der Verzweiflung nahe, die Grenzen der Notation einerseits für einen Musiker, andererseits für den "Kollegen Computer" gezeigt. Zunächst habe ich nach den angedeuteten verzweifelten Versuchen herausgefunden, dass es zwei praktikable Notationsformen gibt, um meine kompositorische Idee perfekt transparent zu machen. Diese sind in vielen Fällen unvereinbar, mit anderen Worten: Entweder ich schreibe etwas, geeignet für eine Vorlage für einen zünftigen Musiker, wie ich es mal gelernt habe und wie es in der Branche nach meiner Erfahrung allgemein üblich ist, oder ich schreibe es für den "ehrenwerten" PC - im Detail oft viel zu kompliziert, unübersichtlich und "unmenschlich" für einen Musiker.

a013 20120930 2089974845Eine der besonders akribisch am PC zu schreibenden und damit zu überwindenden Klippen waren für mich die nach meinen Vorstellungen natürlich erscheinenden, einfach zu notierenden, direkten und klar definierten Notenwerte. Aber jetzt kommt's: Wenn z.B. ein Pianist weiche, gebundene Töne zwischendurch mittendrin gebunden spielen will - wie "sage" ich das dem PC!? Also beispielsweise klar gesetzte Akkorde mit einzelnen gehaltenen, gebundenen Tönen oder Akkorden zu durchsetzen, gekennzeichnet mit dafür üblichen Bindebögen zwischen den gebundenen also zu haltenden Tönen. Es reicht für einen PC nicht, wie zumeist in der Unterhaltungs- und Rockmusik üblich, über eine solche ganze Passage einen einzigen Bindebogen zu setzen, der eigentlich Klarheit schafft; der Pianist weiß dann schon, was gemeint ist, er bietet dann schon etwas an... Nein! Ein PC "weiß" eben nicht, wie es gemeint ist! Und das ist der Unterschied: Der Computer "wollte" von mir immer genau notiert haben, welche Note nun mit welcher nächsten Note gebunden werden soll und welche nicht, um meinen Befehl entsprechend genau und unmissverständlich ausführen zu können. Er wollte aber auch, sobald ich genau wusste, wie ich es haben will, gern mein Sklave sein. Und siehe da - er spielt genau so wie gewünscht, ich muss nur erst einmal die Computersprache perfekt beherrschen, sonst "hört" er mir nämlich gar nicht richtig zu! Das kann wirklich äußerst ermüdend sein! Wenn ich mir nun umgekehrt erlauben würde, dieses computergerechte, akribische Notengebilde, das in der Audiowiedergabe nach mühevoller Kleinarbeit genau meinen angedachten musikantischen Vorstellungen entspricht, wenn ich nun dieses so entstandene Notenkonglomerat einem versierten Musiker mit soliden Notenkenntnissen ernsthaft vorlegen würde - "Na komm, spiel mal!" - der würde garantiert protestierend die Hände heben und mir ernsthaft mitteilen: "Hier blickt doch kein Mensch durch, schreib doch alles noch mal auf und zwar mit nur einem Bindebogen über dieser ganzen Passage und nicht mit diesen vier kurzen Bögen hier, die sich laufend und auch noch an unterschiedlichen Stellen abwechseln, das versteht doch keiner! Mach's bitte einfach (mit einem einfachen Bogen), ich weiß dann schon genau was du meinst." (Und vielleicht noch: "Ich bin doch nicht dein Sklave, willst du wirklich, dass ich das da spiele!?")

Ähnliches gilt für meine am PC erstellte akustische Konzertgitarre mit ein paar akribisch notierten, sogenannten gebrochenen Akkorden, wie man es öfter in der spanischen Spielweise hören kann (man gleitet förmlich in einen neuen und betonten Akkord hinein, indem man die dafür zu spielenden Töne einzeln und sehr schnell hintereinander abfolgend, aber auch ineinander klingend spielt, oder wie ich, am Computer schreibt), mit möglichst kurzen Notenwerten (sagen wir mal mit Vierundsechzigstel) aneinandergesetzt, aber für den Kollegen PC bitteschön nicht mit einer für gebrochene Akkorde üblichen senkrechten gewellten Linie - die ja auch z.B. nicht erkennen lässt, ob der letzte Ton dieses gebrochenen Akkordes genau auf die nächste Eins kommen soll oder woanders hin - sondern wieder Note für Note mit einem kleinem Bindebogen verbunden, sonst "denkt" der Computer, er soll jeden Ton einzeln, stakkato (also jeden von den anderen streng getrennt) wiedergeben. Also extrem akribisch notiert mit all den kurzen verbindenden Bindebögen und nun mit viel mehr Noten, die ja alle einzeln miteinander verbunden sein sollen, wie ich es musikantisch gerne möchte, sonst "begreift" es "Kollege PC" wieder einmal nicht und spielt mir einen spanisch angedachten gebrochenen Akkord, der mir dann sehr "spanisch" vorkommt! Was soll's, ich werde, wie ich inzwischen ja gelernt habe, zum Sklaven der Computersprache, notiere alles akribisch genau, nehme zwischendurch mal eine Kopfschmerztablette, hoffe, dass meine Festplatte keinen Schaden nimmt - Der Leser an dieser Stelle hoffentlich auch nicht! - und siehe da: Kollege PC "weiß" so notiert, wie er es abzuspielen hat. Aber ich hüte mich davor, eine so notierte kleine Gitarrenpassage einem Gitarristen vorzulegen, der greift sich bestimmt ziemlich besorgt an den Kopf und fragt sich echt, ob mit meiner "Festplatte" noch alles in Ordnung ist.

Ein drittes Beispiel möchte ich nicht a014 20120930 1620784173näher und ausführlicherer beschreiben. Nur so viel zu meiner, wie sollte es anders sein, musikantisch angedachten Bassgitarre und deren Notation: Um einen groovigen Bass für mein Lied auf meinem ehrenwerten PC richtig, also auch groovy zum Spielen zu bringen, musste ich die dafür wichtigen kurzen Akzente beim Spielen durch unzählige sehr kurze notierte Pausen (meist Zweiunddreißigstel) zwischen den einzelnen Tönen hörbar machen (der Stilistik entsprechend einmal kurze, abgestoppte und dann länger gehaltene Töne). Das sind Pausen, die von einem zünftigen Bassisten auch ohne solche notierten Minipausen automatisch angeboten werden, wenn man sich grundsätzlich über einen Groove verständigt hat. Meine PC-"verständliche" Bassnotation würde einem echten Bassisten wieder große Unübersichtlichkeit auf dem Notenblatt bescheren. Aber "Kollege PC" spielt es ganz manierlich, sogar lebendig mit all den sorgfältig notierten Akzenten, Betonungen, abgesetzten Pausen, also musikantisch. Und inzwischen wächst auch die Neugier, wie wohl ein zünftiger Kollege meine Bass Line spielen würde. Ich bin ja, was die Zusammenarbeit mit sehr guten Bassisten betrifft, ebenfalls sehr verwöhnt und einfach zu sagen, ich wollte es eben mal wissen, ist natürlich überhaupt keine Entschuldigung dafür, weshalb ich nicht mal einen gut befreundeten Kollegen einlade, meine Bass Line mit seinem Leben zu erfüllen. Vielleicht bei einem nächsten Song (Noten habe ich ja schon im Kopf)... Dazu muss man heutzutage auch nicht gleich in ein anderes Studio fahren, sowas kann ja auch online sehr freundlich (unter Musikern auch längst üblich) komplettiert werden. Ich kümmere mich per Augensteuerung um die nötige Zuarbeit - also Halbplaybacks (in diesem Fall Aufnahme ohne Bass) und Notenauszüge als pdf-Datei - und erhalte in Kürze eine oder mehrere Bass-Stimmen zum Einbau und zur Bearbeitung in meinem Musikprojekt online zurück usw. Diese Art der Zusammenarbeit hat sich bei der Erstellung einiger Gesangsstimmen für mein Lied mit bekannten Stimmen von außerhalb (Kollegen und Kolleginnen aus Dresden, Kranichfeld …) bereits bewährt. Darauf komme ich am Schluss bei meinem großen Dankeschön noch einmal zurück.

Kleines Resümee zum Notenschreiben und zur Arbeit mit Musiksoftware am PC mit meiner Augensteuerung: Ich kann feststellen, man muss sich schon außergewöhnlich in der Computersprache auskennen, diese auch mehr oder weniger sklavisch befolgen und entsprechend fast demütig benutzen, insbesondere in sehr sensiblen Bereichen, wenn es z.B. darum geht, ihn (den PC) dazu zu zwingen, in etwa musikantische, also menschliche Strukturen auszuwerfen, die sich spürbar z.B. von sequenziell computerhaften unterscheiden. Um den PC auf diese Weise etwas zu vermenschlichen, läuft man Gefahr, wegen der dazu absolut zu beherrschenden Kommunikation mit dem Computer und der dafür erforderlichen, akribisch genauen Benutzung der Computersprache, selbst zum Sklaven des PC zu werden. Das kann im schlimmsten Fall zu einem Verlust der Emotion beim Musikproduzieren führen, weil man durch die Belange und Probleme, die ein Computer immer wieder für einen bereit hält, sehr vom Wesentlichen (nämlich einfach mal loszumusizieren, zu komponieren…) abgelenkt wird. Natürlich, und auch das gehört zum Geschäft und zur Entwicklung auf dem Computermarkt, kann ich vermutlich a016 20120930 1084342958demnächst immer sensiblere neue, hoffentlich auch für Augensteuerung geeignete Musiksoftware benutzen, die von der Oberfläche und Bedienung (Computersprache) her einfacher und transparenter wird und dem Anspruch, damit noch feiner, wärmer und spürbar menschlicher als bereits heute Musik zu produzieren, immer besser entgegenkommt. Na, wenn ich dann demnächst "Hartz V" bekomme, kann ich mir das vielleicht auch leisten! "Mal seh'n wohin die Reise geht"...

Ich komme nun auf noch weitere Gründe für meine bestimmte Weise, Musik zu schreiben, auch mal in anderem Kontext betrachtet, also z.B. zwischen einmal meinem ausgiebig erläuterten speziellen Handling beim Umgang mit Musik mit der Augensteuerung am PC und andererseits dem Wert dessen, was da produziert wird; auch was, genauer drauf geguckt, an Ethik in Sachen Musik dahinter steckt. Da wären z.B. Gedanken wie:




Werde ich beim Schreiben von Musik zwangsläufig zum Sklaven des PC, wenn ich schon an einen Computer gebunden bin?

Verfalle ich infolge dessen nun auch gänzlich den attraktiven Möglichkeiten, z.B. der modern sequenziellen elektronischen Musik? Folge ich jetzt all den Verführungen der schier unendlichen Möglichkeiten tausender elektronischer Sounds usw. oder erhalte ich mir am PC meine ursprünglichen Intensionen, z.B. eine musikantische Herangehensweise (Melodie, Text und Ideen zur Gestaltung, also welche Instrumente, welches Grundgerüst eines Arrangements und welche Sounds - alles schon im Kopf!), erhalte ich mir dieses längst Erlernte, hundert mal Probierte, Bewährte beim Erstellen von Musik? Erhalte ich mir dies dann auch mit meinem inzwischen gewachsenen Anspruch, bei Verwendung eines Computers, diesen dann kaum, wenn möglich überhaupt nicht hören, spüren oder ahnen zu lassen? Der Computer soll also in erster Linie als mein Werkzeug und als Instrument zur Produktion eingesetzt werden, drastischer gesagt als mein Sklave und nicht umgekehrt! Das ist meine inzwischen gewachsene Intension, mein Ehrgeiz beim Schreiben von Musik an einem Computer. Es ist ein Anspruch, den ich vor allem an mich selbst stelle, mit dem Computer so umzugehen, dass meine auf diese Weise entstehende Musik emotional, musikantisch, persönlich geprägt und somit menschlich bleibt und dass sie auch deutlich erkennbar meinen zu Grunde liegenden Ideen und Visionen folgt.

Möglicherweise scheint das Folgende ziemlich a017 20120930 1225221903vorurteilbehaftet zu sein, aber es stellt meinen Standpunkt klar, was ich beim Erstellen von Musik geflissentlich lassen sollte und wie ich mich schon bei meiner Herangehensweise abgrenzen muss, einfach um erkennbar und wenn möglich, authentisch zu sein. Ich möchte keine Musik schreiben, in der z.B. kalte, elektronische Ästhetik die Oberhand gewinnt, in der es zur Normalität gehört, ständig elektronische Sequenzen und schon tausendfach benutzte, abgenutzte Elemente einzusetzen, wo oft einem penetranten Einsatz von Zufallsgeneratoren u. ähnlichem geradezu gefrönt wird, in der zunehmend weniger eigene Ideen, weniger Kreativität gefragt ist, dafür mehr reproduktives Handling längst Usus ist und wo vorrangig an Klangeffekten, Top Sounds und Performance gestylt wird, was besonders gut geeignet ist, beim Produzieren und beim Konsumieren vom Wesentlichen eines Songs abzulenken. Ich meine einfach mal Ablenkung vom Text, von der Schönheit einer Melodie, den Harmonien dahinter, von anderen fantasievollen Gestaltungselementen, die eine künstlerische Idee, eine Vision ohne zwanghafte, brutale Mittel zugänglich machen. Falls jetzt jemand denkt, ich hätte generell etwas gegen Effekte oder ich meine vielleicht mit brutalen Mitteln schlechthin Lautstärke und gehe wohl überhaupt nicht mit der Zeit, der macht es sich etwas leicht. Wohl wissend, dass sich in diesen Punkt die Geister sowieso scheiden, sage ich auch völlig ohne Erklärungsnot: Effekte und Power, motiviert eingesetzt, um dem künstlerischen Anspruch Gestalt, Performance zu geben, sind geradezu gefordert.

Wie sich vermuten lässt, kann "Kollege Computer", motiviert eingesetzt, hierbei auch sehr nützlich sein.

Jetzt komme ich auf einen etwas anderen Aspekt zu sprechen, nämlich auf bestimmte unüberbrückbare Grenzen bei einem angestrebt naiven, unmittelbaren, lebendigen Umgang mit dem PC, um damit Musik zu produzieren. Darin sehe auch ich inzwischen ein erstrebenswertes Ideal für meine weiteren Aktivitäten. Provoziert durch die sich bei der Arbeit an meinem Lied zeigenden Probleme mit meinem "ehrenwerten" PC, wurde ich auch noch in andere Gedankenwelten katapultiert, z.B. einfach mal herauszukriegen, wo sich vor allem für mich selbst bei aller Ambition solche Grenzen auftun, die in der Natur der Sache liegen, wenn man mit einem Computer auf sensiblem Gebiet - Musik - arbeiten will. Grenzen, die sich selbst bei sklavisch beherrschter Sprache für alle denkbaren Optionen am Computer zeigen. Ich gehe noch einen Schritt weiter und wage, einen generellen Zweifel daran auszusprechen, folgende Grenze jemals überschreiten und irgendwann wirklich interaktiv wie mit einem Musiker am Computer arbeiten zu können. Das wage ich zu behaupten, trotz all meiner bisherigen, gewissen Erfolge, mich wenigstens ein wenig einer musikantischen Arbeit (nämlich nach meinen musikalischen Vorstellungen, ha, ha... von wegen interaktiv) dem "Kollegen Computer" anzunähern. Schon um künftig Kraft und Zeit zu sparen, möchte ich interaktives Arbeiten am PC als realistische Option streichen und mich diesbezüglich keiner Illusion hingeben, auch bei aller denkbaren Weiterentwicklung von neuer hochsensibler Musiksoftware, die möglicherweise auch eine menschliche Komponente in hundert Varianten einbezieht, z.B. impulsiver oder sehr ruhiger Musiker spielt in meiner vorgegebenen Kadenz a018 20120930 1350023751rockig, bluesig, deutsch folkloristisch oder vielleicht lateinamerikanisch, jazzig usw., vielleicht auch noch im Stil vonSantana oder E. Clapton oder H. Hancock… Bei solchen Gedanken wird mir übel, wobei ich vermute und befürchte, dass die Zeit für derartige Angebote auf dem Musiksoftware-Markt längst angebrochen ist.


Ein paar Ausblicke und abschließende Gedanken

da diese "Doktorarbeit" nun langsam aber dringend nach einem Abschluss "schreit".

Mir kommt es schon auf Grund schöner Erfahrungen aus unterschiedlichen Bandprojekten darauf an, wieder verstärkt lebendige Musik zu machen und dafür künftig am PC bestenfalls musikantisch erscheinende Vorlagen zu entwickeln, die hoffentlich gut und inspirierend genug für zünftige Musikerkollegen sind, um mit diesen vielleicht mal wieder musikalisch "Pferde zu klauen".

Die kompositorische Arbeit am Computer hat ein paar neue Potentiale in meinem musikalischen Hinterkopf erschlossen, provoziert und durchaus entwickelt, die ich mit der Gitarre in den Händen so nicht gelernt hätte:

Ein genaueres Hineinhören in Musikstrukturen, genauere Analyse von Melodien, Themen, Harmonien, Instrumentierung, Arrangements usw., ohne so etwas wie ein "musikalischer Mathematiker" zu werden (wogegen ich mich auch mit Händen und Füßen wehre) und ohne das Gefühl, diese so wichtigen Musikstrukturen einzubüßen.

Das überwältigende Abenteuer zu erleben, bisher nie gespielte Instrumente zu bedienen und sich diesen in zugegeben eingeschränkter Weise sogar musikantisch anzunähern.

Hintergründe des Musikproduzierens zu hinterfragen, neu zu bewerten und z.T. neue eigene Schlüsse zu ziehen, anders als bisher weiter zu arbeiten.

Auf gar keinen Fall aufzuhören, meinem Lebenselixier zu frönen, nämlich weiterhin Musik zu machen, mir und anderen zu zeigen, dass ich trotz meiner Erkrankung oder gerade wegen ihr noch schöne Sachen auf die Reihe bekomme, die möglicherweise Bewunderung auslösen können.

Auf diese Weise war es mir wohl scm2011 20120930 1650037160auch des Öfteren vergönnt, Respekt und Würde zu erfahren, was ich gern beantworten möchte, indem ich immer wieder etwas Gutes zu tun versuche, z.B. mit Freude anderen Menschen Mut zu machen, egal ob sie ähnlich (gesundheitlich) betroffen sind wie ich oder kerngesund, Menschen, die auch nur Menschen sind und ziemlich oft ihre Macken haben.

Erfreulicherweise konnte ich sogar gesunden Menschen - ich, der schwer Erkrankte - positive Impulse geben. Was will ich denn eigentlich mehr?



In diesem Zusammenhang noch ein paar Worte zum neuen Album von Stern Combo Meißen

und ein Dankeschön an Freunde und liebe Kolleginnen und Kollegen der Zunft, die mir bei all meinen Aktivitäten zur Seite gestanden haben

Ich fühle mich sehr geehrt, noch einmal bei einem neuen CD Projekt dabei zu sein und bin dafür den Stern-Kollegen sehr dankbar, die mich nicht aus Mitleid ins Kreativ-Team aufgenommen haben, sondern aus einer mir entgegengebrachten, bemerkenswerten Sensibilität und Wertschätzung, wohl auch in ehrlicher Anerkennung meiner Arbeit an meinem Lied und der speziellen Erarbeitung und Herangehensweise mit meiner Augensteuerung am Computer.

Dafür den Stern-Kollegen meinen Dank und Respekt!

Und das verlief - noch einmal in kurzen Zügen - wie folgt:

Zunächst das Angebot: "Reinhard, Du bist doch immer noch ziemlich aktiv, wenn du eine gute Idee hast, schreib sie doch mal auf, vielleicht nehmen wir sie mit auf's nächste Album!"

Das war für mich selbstverständlich eine Wahnsinnsherausforderung. Die mir so entgegengebrachte Aufmerksamkeit wollte ich nur beantworten, indem ich nun ein in jeder Beziehung hörenswertes Stück schreibe, das sich einerseits auf dem Stern-Level bewegen und andererseits ein ganz eigener Fißler-Song werden sollte.

a019 20120930 1207259602Dieses Album, eine Eigenproduktion der angestammten Stern Combo, erscheint tatsächlich im Herbst dieses Jahres (Musikkenner und nicht ganz zu Unrecht ungeduldige "Stern Combo Meißen"-Fans mögen sagen: "Warum nicht ‚schon' im nächsten Jahr!?").

Ich sage dazu einfach aus meiner Beobachtung des Heranwachsens des Konzeptes aus den Konzertaktivitäten der letzten zwei Jahre heraus (ich wurde ja dazu des Öfteren eingeladen und habe diesem Geschehen beigewohnt) und der Entstehung des Albums: Es gibt seitens der Band ganz klare Gründe dafür, dass es mit der Veröffentlichung der CD eben länger gedauert hat, als vielleicht erwartet.

"Stern" war schon immer eine Band, die sich im Live-Geschehen, insbesondere nach einer Umbesetzung (und das gab es bei Stern Combo des Öfteren), auch mal über eine etwas längere Zeit ausprobiert und neu profiliert hat. So kamen eben vor etwa zwei Jahren andere, neue Musiker und Protagonisten ins Band-Team. Z.T. neue Instrumente prägen jetzt den Stern-Sound wieder etwas anders (z.B. Saxofon) und es gibt und gab auch schon länger in den musikalischen Hinterköpfen eine ganze Menge neuer Ideen, Kompositionen, Textentwürfe usw. Das alles musste erst einmal zusammenwachsen, fusionieren und den erwartungsvollen, ich möchte sagen "Stern"-verwöhnten Musikkennern und Fans nahegebracht werden. Und das ist auch für eine erfahrene Band wie "Stern Combo Meißen" eine ziemlich sensible Entwicklung, auch um erst einmal sattelfest innerhalb der Konzeption zu werden. Ich erinnere mich ja selbst, wie es in unterschiedlichen Konstellationen ablief (Wird es vom Publikum angenommen oder nicht, stehen wir jetzt endlich selbst voll dahinter, ist es schon reif für ein Album…?). Es waren jetzt wie schon immer ureigene qualitative Ansprüche an uns selbst, lieber noch etwas zu läutern, zu arbeiten und abzuwarten bis alles stimmt. Natürlich waren solche musikkonzeptionellen, strategischen Erwägungen, wann denn das Gesamtkonzept wirklich reif und repräsentativ für ein neues Album ist, im Spiel - eben gerade nach dieser letzten Neubesetzung vor gut zwei Jahren, auch um den neuen kreativen, ab jetzt oder ab demnächst mitprägenden Musikschöpfern innerhalb der Band gegenüber gerecht zu werden, ihnen entsprechend gebührenden Platz zu gewähren und angemessen auf einem Album zu präsentieren. Das ist erfahrungsgemäß ein Prozess mit Tiefgang, der erst einmal bewältigt werden muss, im Speziellen von einer betagteren, von verschiedenen Traditionen geprägten Band wie "Stern Combo Meißen", mit eben diesen z.T. neuen Musikerkollegen, die selbstverständlich auf lebendige und authentische Weise ihre Mentalität einbringen und mit ihren Potentialen das neue Gepräge auch dieser geschichtsträchtigen Band mitgestalten wollen, statt vielleicht nur mehr oder weniger sklavisch "mithupen" zu dürfen und das dann auch noch möglichst nach außen hin mit Herzblut! Ein Glück, so etwas hat es in dieser Band nie gegeben.

Das alles funktioniert selbstverständlich nur im a020 20120930 1635881898gegenseitigen Respekt und mit gegenseitiger Anerkennung und wird (so meine Hoffnung) durch gegenseitiges inspiratives Zusammenarbeiten für "Stern" künftig einen guten Weg bereiten. He! Mal wieder richtig miteinander "musikalisch Pferde klau'n", mal richtig spüren, wo es auf unschlagbare Weise gemeinsam lang geht (und Stern war insbesondere im Kollektiv unverwechselbar und so auch unschlagbar - sowieso! Das wissen nicht nur die Fans, sondern vor allem die Herren Musiker der Band - ich hoffe es jedenfalls sehr und ich glaube fest daran.). Klar, so eine unschlagbare bandmäßige neue Selbstfindung braucht seine Zeit. Steht das erst mal durch in der heutigen kurzlebigen Zeit auf der Szene! Dann wisst ihr, wovon ich spreche.

Es versteht sich auch von selbst, dass solche hochsensiblen internen Geschehen, richtig Bandmentales, was sicher in allen Bands, in denen es auch um etwas geht, gegenwärtig ist, immer entsprechend kreatives, sensibles Gerangel mit sich bringen. Da gibt es naturgemäß unterschiedliche Auffassungen, knallharte Diskussionen, Emotionen und vollen Einsatz. Es geht eben in erster Linie um alles, was jeder einbringen will, mit aller Ehrlichkeit und persönlicher Leidenschaft. Es geht um Musik, um Konzeption und um Wege, davon zu leben und damit zu überleben. Es versteht sich aber auch von selbst, dass ich mich mit diesbezüglich tiefer angesiedelten Geschichten, wenn es um's Eingemachte, speziell das Geschehen bei "Stern Combo Meißen" betreffende, geht, geflissentlich zurück nehme. Das mag dem allgemein üblichen, gern auch öffentlich zelebrierten Klatsch vorbehalten bleiben, womit entsprechende Redakteure auch noch richtig "Kohle" verdienen.

Wie ich feststellen konnte, ist offensichtlich alles, was das gegenwärtige Album betrifft, soweit durchlebt, längst ausgestanden, geläutert und gereift und es war auch gut, so lange mit einer Veröffentlichung des Albums zu warten. Jetzt wurde es aber auch hohe Zeit, diese CD herauszubringen, weil erfahrungsgemäß später die Kraft für ein anspruchsvolles Albumprojekt verloren geht. So etwas fällt eben nicht aus dem Ärmel. Hierbei bedarf es auf jeden Fall der Kraft des Augenblicks, in die natürlich auch Modernität und Zeitgeist hinein schwingt.

Im Rückblick gesehen war es natürlich auch einfach mal (gelinde gesagt) ungeschickt, voreilige Ankündigungen in Bezug auf ein früheres Erscheinen in die Öffentlichkeit zu posaunieren.

Wen haben wir also dabei auf diesem neuen "Stern" Album "Lebensuhr"?

a021 20120930 1030733191Auf bewährte, aber auch sehr moderne, zeitgemäße Weise hat sich insbesondere Thomas Kurzhals kompositorisch ins Zeug gelegt und wieder einmal sein ganzes Keyboardarsenal ausgepackt und klar und meiner Meinung nach (Kurzhals-)markant seinen Mini Moog "singen" lassen.

Die Stimme von "Stern" ist Larry B. Er singt nicht nur mit seiner klaren, eindeutig erkennbaren Stimme, die der Band sicherlich ein gutes neues Gepräge geben kann und geben wird (meinen Segen hat Larry eh) , er ist auch bei der Entstehung der Lieder schöpferisch-kreativ, also kompositorisch und textmäßig mit im Boot. Außerdem habe ich mich persönlich sehr gefreut, bei meinem Lied ab und zu mit ihm "im Duell" singen zu können, ich vor allem die Strophen - etwas tiefer, Larry bei den Refrains - etwas höher, ha, ha.

Altmeister und "the leader oft the band" Martin Schreier singt ebenfalls zwei Songs, die auch aus seiner Feder (im teamwork) stammen. Ich finde, er singt auf diesem Album auf eine bisher noch nie so markante Weise Songs, die auch von den Themen her sehr persönliche, authentische Bezüge erkennen lassen - thematisch bisher untypisch für Stern, durchaus streitbar, möglicherweise nicht jedermanns Sache - insofern einfach mal mutig und schon deswegen für mich umso interessanter.

Frank Schirmer, dr. Schon in den 80ern, damals auch mit IC Falkenberg bei "Stern", trommelt wie eh und je - markant, kräftig und einfallsreich - seinen typischen "Stern"-Rock. Auch Frank ist kompositorisch voll mit dabei.

Marek Arnold, keyb und sax. Der zweite Mann an den Keyboards und der Kollege mit dem warmen Ton am Saxofon komponiert ebenfalls kräftig mit, wohl gern gemeinsam mit dem Sängerkollegen Larry B.

Robert Brenner am Bass, ebenfalls einer der jungen Musiker bei "Stern", setzt meines Erachtens nach auf vielseitige (mal rockiger, mal individueller und "Stern"-jazziger) die interessante Bassisten-Tradition der Band fort. Auch Robert hält sich kompositorisch im Bandgeschehen nicht gerade zurück.

Viele, die meisten Texte stammen von Norbert Kaiser. Er ist sicher den Musikkennern bekannt als Texter - ich denke mal schon - mit einer ganz eigenen, besonderen Handschrift und Inhalten mit Größe und Tiefgang, der damalige Texter unserer geschätzten Kollegen von "Karat". Der Kaiser macht eben mal einen Ausflug zu "Stern".

Unser Alterspräsident, Norbert Jäger, der also seit norbert 20120930 1318309514eh und je - Jahr für Jahr, Tag für Tag, auch nachts - bei Stern auf der Matte steht, gesanglich, textmäßig, auch sonst - konzeptionell - kreativ immer voll dabei war, weiterhin dabei bleibt als (Norbert möge hier mal ein Auge zudrücken) "Ehren - mit - oder - ohne - Glied", wovon übrigens auch ich ein Lied singen kann. Norbert hat nun einen persönlichen, ich denke gravierenden, auf jeden Fall zu respektierenden Entschluss gefasst, sich mit diesem Album und den schönen Gedanken im Text des Liedes "So geseh'n" freundlich von "Stern Combo Meißen" und den Fans zu verabschieden. Es versteht sich von selbst, dass wir unserem "Alten", der nun wirklich noch lange nicht auf'n Schutt will, sondern weiterhin in seinen Projekten sicher wie eh und je sehr rhythmisch seine Perkussion spielt, seine geliebten Kongas und "die Pauken, denen ich weiterhin nichts Schlechtes wünsche" alles Gute wünschen... Hmm - ältere Kollegen erinnern sich vielleicht noch an eine bestimmte Zeile des Liedchens "Zehn kleine Musiker", mit je einer Strophe für jeden, bis dahin mitwirkenden Kollegen (und das waren mal ganz nebenbei immerhin so an die vierzig Strophen!) - damals schon zum 25. "Stern Combo Meißen Jubelblähum":

Wir wünschen natürlich, dass der "Alte" noch lange nicht über'n Schutt geht!


Die Fans kennen bestimmt diese geflügelte Zeile und wissen, wie das gemeint ist. Alle anderen können sich ja gern mal unseren alten Song "Der Alte", gesungen von Norbert, reinziehen - und unsere alten Fans eben auch gern noch einmal, aber bitte mitsingen! Also dann - Ev'rybody clap my hands:

... und so lebt der Alte mit uns im Bunde,
ach, und manches kalte Herz wärmt die Kunde...

Also beste Wünsche für dich - Alles Gute, Norbert!
Das Album "Lebensuhr" erscheint also just in diesen Tagen (ab Ende September 2011), erhältlich bei "Buschfunk" - www.buschfunk.com - und über "Art-Agentur" - www.stern-combo-meissen.com - außerdem on the road im Angebot bei Stern- und "Sachsendreier"-Konzerten.

a023 20120930 1229832552Ich freue mich wie schon gesagt sehr, mit meinem Song "Mal seh'n wohin die Reise geht" mit von der Partie zu sein, sogar gesanglich - zwar nicht mehr so hoch, aber dafür tiefer.

Vielleicht ist es unangemessen, als anteiliger Mitgestalter an der Produktion über die CD seinen Senf abzugeben, ich möchte trotzdem in möglichst nicht selbstgefälliger Eigenlob-Manier noch etwas zum Album sagen. Wirkliche Rezensionen mögen anderen, unabhängigen Leuten vorbehalten bleiben, Kritiken und Reaktionen vielleicht den Lesern des Journals, worauf ich selbstverständlich schon sehr gespannt bin. Also hier noch meine "Anmaßung":

Ich hoffe zunächst, etwas Interesse an der neuen Stern Combo Meißen-CD "Lebensuhr" geweckt zu haben und wage an dieser Stelle einfach mal zu sagen, es handelt sich um eines der facettenreichsten Alben, die diese Band je veröffentlicht hat. Ein Album, auf dem sich recht unterschiedliche Handschriften zeigen, die sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit durchaus zu einem Ganzen mit Vielfalt an Individualität vereinen und wo sich deutlich neue, in die Zukunft weisende "Stern" prägende Strukturen und Charismen, abzeichnen.

"Stern Combo Meißen" berührt aber auch ihre Tradition und Geschichte und nimmt das zweifelsfreie Recht wahr, daran liebevoll zu erinnern, ohne dieses, auf gar keinen Fall zu zerstörende, Gefühl womöglich durch ständige manische Wiederholungen "ostalgisch" weich zu klopfen. Auch dieses "Stern Combo"-Zuhausegefühl findet man auf dem Album, ich denke, in angemessen ausgewogener Dosierung. Danke!

Ich möchte mich mit einem Zitat aus meinem Song bei den "Deutsche-Mugge"-Lesern für heute verabschieden und mich für die geschenkte Aufmerksamkeit bedanken.

"…ich habe dich sehr gern begleitet
auf diesen blauen Flügeln - Musik
und hat dich das vielleicht beflügelt
flieg ich gern 'n Stück mit - wohin's dich zieht…"

Reinhard Fißler, September 2011

Macht's gut und bis bald, Reinhard


Abschließend möchte ich mich bei 003 20120930 1490997679Freunden, Kollegen und lieben Partnern der Zunft herzlich für die freundliche, ich möchte sagen schon sehr solidarische Zuarbeit bedanken.

Herzlichen Dank für Vocalissimo und Gesang (Ladies first) an Andrea Timm, Tina Rogers, Vivien, Marlene. Und bei den Herren danke an meinen "Stern Combo Meißen"-Sängerkollegen Larry B., an Stefan Trepte, "Mampe" Peter Ludewig und "Bruno" Andreas Leuschner von "Electra", an Werther Lohse von "Lift", an Dirk Zöllner und an Ludwig.

Danke, lieber Sigi, für all deine nicht endenden Unterstützungen.

Grüße und danke an Dagi Tabbert, Rony Nowak, an Undine, Günther und Edmund für eure hilfreichen Zuwendungen und alle freundschaftlichen Gesten.

Herzlichen Dank für Mithilfe und Zuarbeit bei der Erstellung von speziellen Audio Files und für die kostenlosen Lehrgänge beim Umgang mit Musiksoftware, vor Ort und am Telefon - also danke an Thomas Gutscher für die sehr einvernehmliche Zusammenarbeit in Sachen Mixing, danke an Martin Schreier, Stefan Rabenstein, Jürgen Rohmeis, André Pavelski, Jürgen Krasser, Jörg Dreißigacker, danke an Andy Krause, Paula und Uwe von "Musikpoint" für die freundliche, fast schon geschäftsschädigende Kulanz bei Beratung und Bereitstellung von Mikro, Interface, Kabel & Co. und danke an die Jungs von "Magix" für die echt solidarische Unterstützung in Sachen "Samplitude 11 pro".

Ich möchte auch für das Verständnis seitens der Leute von "rockradio.de", Klaus Schnabel Koeplin und Freunde, danke sagen (habe euch verdammt lange warten lassen), abschließend auch meinen Dank an mein Pflegeteam vom Pflegedienst "Advita" für die Hilfe bei der Erschließung des elementaren Umgangs mit dem PC und für die Crashkurse zum Erlernen des Computer-ABC, aber auch in Sachen Mithilfe bei speziellen Musik-Anwendungen.



Beitrag: Reinhard Fißler
Bearbeitung: kf, cr
Fotos:
Tino Paul (neue Portrait-Fotos)
Mike Brettschneider (ältere Bilder)