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Interview vom 18. März 2019



Robert Gläsers Solo-Album Nummer Zwei steht in den Startlöchern. Es ist schon eine Weile fertig und seine Veröffentlichung wurde von Januar auf Ende März 2019 verschoben, aber das Warten lohnt sich - soviel kann von hier aus schon versprochen werden. Allein die Liste der darauf mitwirkenden Musikerkollegen lässt den Zahn tropfen.001 20190318 1276106151 Bevor der Silberling aber in den Handel kommt, hatten wir noch diverse Fragen zu den Songs, ihrer Entstehung und was damit nun geschehen wird. Und weil Robert auch noch die Lieder seines Vaters mit der Gruppe APFELTRAUM weiter in die Welt trägt, konnten wir die Fragen dazu auch gleich loswerden ...




Du hast gerade in Thailand Urlaub gemacht. Wie war es denn?
Na ja ... Es war nicht wirklich aufregend, aber es war okay. Ich war ja mit Big Joe Stolle da und wir haben einen Freund besucht, der schon lange in Thailand wohnt. Aber es war eben so eine Art Rentnerstadt, so ein Pensionierten-Paradies. Demzufolge lief dort auch alles sehr gechillt, unaufgeregt und unspannend ab. Eigentlich wollten wir ja auch nur ein bisschen am Strand liegen und etwas runterkommen, von daher war es schon in Ordnung.

Hast Du Kraft für die Zeit nach dem 29. März getankt, wenn Dein Album auf dem Markt ist?
Ich glaube schon. Während des Urlaubs dachte ich oft, das hätte ich mir hier eigentlich sparen können. Wenn man dann wieder in Deutschland ist, merkt man aber doch, dass man ein bisschen runtergekommen ist und neue Kraft getankt hat.

Eigentlich sollte dieses Album ja schon im Januar erscheinen. Warum wurde der Veröffentlichungstermin um satte zwei Monate nach hinten verlegt?
Wir haben gemerkt, dass der Veröffentlichungstermin nicht sehr günstig gewählt war. Unser Gedanke war, im Januar veröffentlichen noch nicht so viele Kollegen oder Bands ihre neuen Alben, so dass wir etwas auffälliger wären mit unserer Platte. Allerdings hatten wir unterschätzt, dass gerade im Dezember und Januar nicht viel geht in Sachen Medien.002 20190318 1237322967 Also haben wir Mitte Januar kurzerhand entschieden, den VÖ-Termin doch noch mal etwas zu verschieben, um mehr Zeit zu haben, das Album zu bewerben. Man muss aber auch dazu sagen, dass es die Promoter auch mit einem "Newcomer" nicht ganz leicht haben.

Das ist ja nicht ungewöhnlich, das strategische Schieben von Terminen kennt man von anderen Bands auch.
Ja, das stimmt.

Dein Erstling erschien ja 2016 noch auf dem Label, auf dem auch die SIX-Platten erschienen sind. Jetzt bist Du bei der SPV im Vertrieb der BMG, das ist doch ein Sprung nach vorne! Wie bist Du zur SPV gekommen? Sind die an Dich herangetreten und wollten ein Album mit Dir machen oder hast Du Dich da beworben?
Das war alles mehr oder weniger reiner Zufall. Ich hatte mich tatsächlich über Kontakte aus dem Bekanntenkreis da beworben. Dann schickte ich eine Art Vorab-Mix meines Albums dorthin und die fanden das zu meiner Freude richtig gut. Mein jetziger Manager, Sven Sievers, war mit einem anderen Thema bei SPV. Mein jetziger Plattenboss spielte ihm etwas von mir vor und Sven meinte dann, "Den kenne ich doch, mit dem habe ich doch auch schon mal gearbeitet". Das war nämlich zu SIX-Zeiten. SPV fragte mich dann, ob ich mir eine Zusammenarbeit mit ihnen und Sven als Manager vorstellen könnte. Und so fügte sich das nach und nach zusammen. Mit SPV war ich früher schon hin und wieder mal in Kontakt, weil ich immer dachte, für SIX wäre das vielleicht auch eine gute Sache, aber wir hatten uns ja damals entschieden, unabhängig zu bleiben und alles selber zu machen. Schließlich weiß man nie so genau, ob die Plattenfirma wirklich gut für die Band ist. Klar, hast Du eine Firma erwischt, die richtig reinsteckt in die Band, hast Du gewonnen. Aber in der Regel wird ja doch nicht so viel investiert, wie nötig wäre. Bei SIX wussten wir, wir verkaufen etwa zehntausend Platten, dazu brauchen wir keine Plattenfirma. Ich wollte es jetzt aber auf jeden Fall noch einmal probieren und mir damit vor allem auch den Stress ersparen, das selber zu veröffentlichen. Das macht ja doch eine Menge Arbeit und man kommt am Ende auch nicht viel weiter. Und so wird mir als Musiker eine Menge abgenommen, sei es die Herstellung der Platte an sich als auch das ganze Kümmern drum herum. Also die Promotion und das Erstellen der Videos. Und vielleicht ergibt sich dadurch ja auch mal die Möglichkeit, als Support für eine richtig bekannte Band dabei sein zu können.

003 20190318 1157286588Die Zeit und die Energie scheinst Du ja dann offensichtlich in den Sound gesteckt zu haben, denn musikalisch klingt die neue Platte im Vergleich zum 2016er Werk wesentlich gereifter und auch lauter. Haben die Kollegen Marcus Gorstein und Simon Allert, die neben Dir als Produzenten am Mischpult gesessen haben, die Vision vom neuen Robert Gläser-Sound mitgebracht oder stammt die von Dir?
Es hat sich einfach so ergeben. Die Hälfte der Songs hatte ich ja ursprünglich für das letzte SIX-Album geplant. Nachdem die Band sich dann aufgelöst hatte, habe ich die Nummern wieder rausgezogen, was bedeutet, ich habe sie zunächst nicht veröffentlicht und auch nicht bei meinen ehemaligen Kollegen gelassen, sondern ich wollte die Nummern irgendwann selber veröffentlichen. Dadurch wurde natürlich der Sound hier und da schon mal etwas härter und rockiger. Ich bin jetzt ein Solokünstler, da ergibt sich so etwas eben zwangsläufig. Mein zweites Album sollte ohnehin eine Spur härter werden als der Vorgänger, von daher passt es ja auch.

Dieser kompakte Deutschrock-Sound, bei dem es auch mal ordentlich kracht, passt ja durchaus in die heutige Zeit und zu dem, was früher bei SIX gemacht wurde. Geht die Reise für Dich wieder zurück in damalige Gefilde, fühlst Du Dich da eher zuhause als in dem Sound, der auf Deinem Debütalbum vorherrschte?
Bei meinem ersten Soloalbum hatten wir uns entschieden, eher eine etwas poppige Seite dominieren zu lassen. Es gibt nämlich eine Menge Leute, die meinen, es würde mir ganz gut zu Gesicht stehen, wenn ich etwas ruhigere Musik mache. Ich finde aber, dass es eben nur eine Seite von mir ist. Man kann also sagen, ich war und bin auch immer auf der Suche. Aber gerade in der jetzigen Phase meines Lebens ist es auch ein tolles Gefühl, mal lauter zu sein, hier und da einfach mal zu brüllen, alles mal richtig raus zu lassen. Ich glaube auch, dass dieses Album das Beste ist, was ich bis jetzt gemacht habe.

Auf der ersten Platte waren Stefan Hennig und Felix Lehrmann als weitere Musiker zu hören. Auf der aktuellen Scheibe spielt hingegen alles mit, was in der deutschen Livemusik- und Studiomusikerszene einen Namen hat. Wie kam es zu dieser geballten Kraft an bekannten Musikern?
Ich mache jetzt über dreißig Jahre Musik und kenne natürlich dadurch viele Leute. Felix Lehrmann zum Beispiel kenne ich, seit er zwanzig war. Für mich ist klar, wenn ich irgendetwas zu trommeln habe, wird das von Felix erledigt. Auch Marcus Gorstein und ich kennen uns schon über zehn Jahre. Mit Simon Allert bin ich mindestens zwanzig Jahre bekannt und wir haben auch vorher bereits viele andere Sachen zusammen gemacht.004 20190318 1097373424 Ich hatte einfach Glück, all diese Leute vereinen zu können. Die Berliner Szene ist ja doch relativ klein, das darf man dabei nicht vergessen. Es gibt hier richtig gute Musiker, aber es sind eben nicht viele. Man kennt sich untereinander und dann schiebt sich das schon irgendwie zusammen. Außerdem wollte ich natürlich auch alle Register ziehen.

Mit Uwe Fischer ist ja sogar ein ehemaliger SIX-Kollege im Studio dabei gewesen. Demnach ist Euer Kontakt auch nach seinem Ausscheiden dort nicht abgebrochen oder habt Ihr Euch erst kurz vorher wiedergetroffen?
Witzigerweise haben wir keinen wirklichen Kontakt zueinander. Ich habe ja, wie schon angedeutet, Nummern ausgebuddelt, die ich schon vor zehn Jahren geschrieben habe und von denen ich meinte, jetzt könnten diese Songs passen. Gute Musik wird halt nicht schlecht. Und bei zwei dieser alten Nummern aus dem Jahre 2012 hat Uwe seinerzeit die Gitarren eingespielt. Und heutzutage ist das ja technisch möglich, diese vorhandenen Aufnahmen zu verwenden. Wir haben die also einfach so wie sie waren, übernommen, weil sie geil waren.

Das heißt also, Uwe Fischer war gar nicht mit Euch im Studio, sondern Du hast ältere Bänder mit seinen Parts verwendet.
Ja, Uwe hat sozusagen unwissentlich auf meinem neuen Album mitgespielt.

Du stellst dieses Album ja am 29. März in Berlin und am 30. März in Cottbus jeweils mit einem Record Release Konzert vor. Wer wird dort mit Dir zusammen auf der Bühne stehen? Das komplette Ensemble aus dem Studio, von Herrn Fischer mal abgesehen, oder wie sieht die Live-Band aus?
Ich habe eine eigene Live-Band. Den Luxus kann ich mir noch nicht leisten, auch noch die Studiomusiker für die Bühne einzukaufen. Aber ich habe eine sehr gute eingespielte Band, bei der die Musiker vor allem auch verfügbar sind. Die Kollegen, die das Album eingespielt haben spielen ja bekanntlich bei Andreas Gaballier, Sarah Connor, Dendemann oder bei Maschine um nur einige zu nennen, also bei richtig großen Acts. Aber es wird jetzt zu meiner Freude in meiner Band Michael Beckmann, der früher bei den RAINBIRDS war, den Bass spielen.005 20190318 1130660788 Das ist für mich eine große Ehre und Freude, denn er ist ein super Bassist. Am Schlagzeug ist aus New York Dave Anania von der Blue Man Group wieder dabei. Hannes Funke wird Gitarre spielen und am Piano und den Keyboards Matthias Klünder. Alles in allem ist das eine super Band.

Du hast Dein neues Album "Brich aus" genannt. Das ist ja nun sicherlich nicht die Aufforderung an Deine Fans, sich von der letzten Mahlzeit zu befreien. Was willst Du uns mit dem Titel sagen?
"Brich aus" ist für mich der auffälligste Song-Titel auf der Platte, sozusagen ein guter Eyecatcher. Ausbrechen ist immer gut, in welcher Form auch immer. In einem Interview habe ich letztens dazu gesagt: Ausbrechen ist immer gut, denn Stillstand ist der Tod. Es passte einfach zu meiner derzeitigen Situation. Ausbrechen, aufstehen, weitermachen, nicht aufgeben. Es soll eine Art Mutmacher für die Leute da draußen sein.

Singles gibt es ja heute leider nicht mehr. Aber Du hast das Stück "Alte Zeiten" bereits vorab als Videoclip veröffentlicht. Bist Du für eine solche Rückschau auf Dein bisheriges Leben nicht noch etwas zu jung? Dein persönliches "My way" dürfte ja ruhig noch etwas auf sich warten lassen, oder?
Ja klar, aber ich bin andererseits auch alt genug, um schon mal ein paar Sachen Revue passieren zu lassen. Ich bin schließlich schon über dreißig Jahre als Musiker unterwegs. Der Song an sich hat eine ganz klare Aussage. Wenn man sich irgendwo in der Kneipe trifft, ist es logisch, dass man dabei auch mal über alte Zeiten spricht. Diese Idee steckt hinter dem Video. Das soll jetzt nicht heißen, dass mein Leben bald zu Ende ist, sondern dass ich bereits Einiges erlebt habe. In dem Clip kommen ja auch meine Fans, meine Familie und Freunde aus den letzten dreißig Jahren mit vor, das fand ich einfach passend. Man muss auch immer gucken, dass man seine Ideen für so ein Video auch umsetzen kann, dass sich diese Ideen auch tragen. Es gibt aber auch schon die zweite Single "Immer wenn ich denke" auf Youtube zu bestaunen (siehe unten).

Ich habe Deine neue CD bei Deutsche Mugge ja schon ausführlich vorgestellt (siehe HIER). Wie würdest Du den Lesern Dein Album schmackhaft machen? Was sind die Themen auf "Brich aus" und wie hast Du sie Deiner Meinung nach verpackt?
Das Album ist eine Art Spiegel meines Lebens, meine gesammelten Erfahrungen der letzten Jahre. Inhaltlich wie musikalisch bin ich mit diesem Album angekommen, wie man so schön sagt. Es ist auf jeden Fall ein sehr erwachsenes Album. Ich will also keinesfalls klingen wie ein Joris oder ein Max Giesinger, sondern das Album bin 1:1 ich.006 20190318 1916053966 Mein Leben spiegelt sich darin wider und Leute, die so drauf sind wie ich, werden sich da ebenfalls wiederfinden. Das Motto des Albums würde ich umschreiben mit "Kämpfen und Lieben". Das sind so meine persönlichen Schwerpunkte. Um ein solches Album machen zu können, braucht man einiges an Erfahrungen, die ich mitbringe und hier einfließen lasse.

Damit benennst Du auch ganz klar Deine Zielgruppe, aber Du hast sicher nichts dagegen, wenn auch andere Menschen Deine Musik gut finden.
Die jeweilige Zielgruppe ergibt sich meistens aus der Art der Musik, die man macht. Natürlich werden jetzt nicht unbedingt Teenies auf meine Musik abfahren, aber grundsätzlich denke ich, es ist durchaus ein Album für die breite Masse geworden. Ich mache keine Musik für eine bestimmte Sparte, aber falls ich es tatsächlich mal ins Stadion schaffe, will ich natürlich auch die richtigen Songs am Start haben. Also Songs, die man gut verstehen kann, die man mitsingen kann, die nach vorne gehen. Deshalb mache ich Musik für ein breites Publikum.

Ich muss nochmal kurz auf die Live-Veranstaltungen zurückkommen. In Deinem Tourplan unterscheidest Du zwischen Konzerten des Robert Gläser Trios und der Robert Gläser Band. Wo liegen die Unterschiede zwischen diesen Programmen?
Die Robert Gläser Band ist die große Band in klassischer Rockbesetzung. Nun bin ich ja noch nicht in den Charts unterwegs, muss mich aber irgendwie aufstellen, muss das Tagesgeschäft weiterführen, muss meine Musiker bezahlen und auch in kleineren Locations spielen. Deshalb spiele ich im Trio viele Konzerte, dann allerdings akustisch. Diese Trio-Konzerte sind für 50 bis 100 Leute ideal. Man kann eben nicht immer mit der kompletten Band spielen und jedes Wochenende irgendwo auftreten, das ist heutzutage fast schon Luxus. Stattdessen muss man flexibel sein und auf die Gegebenheiten reagieren.

Auch damit stehst Du keineswegs alleine da, denn es scheint ja mittlerweile eine wichtige Voraussetzung für einen Musiker zu sein, zwei oder noch mehr verschiedene Besetzungen im Angebot zu haben, um auch im Live-Sektor stattfinden und überleben zu können. Es ist ja bekannt, dass viele Veranstalter nur noch möglichst wenig Geld für Gagen ausgeben wollen. Ist das so eine Strategie, die man mittlerweile wirklich haben muss?
Wie ich eben schon sagte, ist es in unseren Zeiten absoluter Luxus, jedes Wochenende eine komplette Band auf die Bühne zu stellen. Dazu kommt, auch die Musiker müssen ständig verfügbar sein und Zeit haben. Dann muss man sich halt mal einen Kopf machen, wie man reagiert und beispielsweise auch mal kleinere Gigs annehmen.007 20190318 1264950162 Die Veranstalter zahlen übrigens auch nicht immer eine Festgage, sondern es kommt viel häufiger vor, dass man gegen die Tür spielt. Und wenn dann höchstens fünfzig bis hundert Zuschauer kommen, lässt sich das auch nur mit einer Akkustikmugge in kleiner Besetzung finanzieren.

Eine Tour zum Album habe ich nirgendwo entdeckt, allerdings andere Termine. Kommt da noch etwas nach oder entscheidet Ihr danach, wie die Platte vom Publikum angenommen wird? Verzichtet Ihr unter Umständen auch komplett auf eine "Brich aus"-Tour und spielt nur dort, wo Ihr gebucht werdet?
Ich warte da, ehrlich gesagt, immer noch auf ein Wunder. Natürlich ist es sehr entscheidend, wie das Album aufgenommen wird und was damit passiert. Wie ich schon am Anfang des Interviews sagte, freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma, weil die vielleicht auch mehr Möglichkeiten hat, mich auf eine Tournee zu schicken. Da bin ich nach wie vor guter Hoffnung, doch noch eine Tour zu machen oder wenigstens Deutschlandweit einen größeren Support spielen zu können, um mich zu präsentieren. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich Dir diesbezüglich also noch gar nichts sagen. Ich bin wirklich gespannt, ob etwas passiert, nachdem die Platte veröffentlicht wurde, ob ich eine andere Aufmerksamkeit bekomme oder nicht. Da lässt sich derzeit überhaupt nichts sagen. Selbst wenn man als Support bei einer bekannten Band auftritt, verdient man ja damit kein Geld, sondern das muss irgendwer bezahlen. Also ist das auch so ein Rechnungsding, ob die mich für viele Tausende Euro irgendwo spielen lassen und ob im Gegenzug die Leute hinterher auch meine CD kaufen.

Dann nutzen wir also hiermit die Gelegenheit und sagen den Leuten: kauft die CD! Und vor allem holt Euch die Songs nicht als Stream, denn damit kann der Künstler nicht überleben.
So ist es. So eine physische CD zu besitzen, ist ja auch viel wertiger. Zumindest sehe ich das so.

Neben Deiner Soloarbeit ist ja auch noch der APFELTRAUM in voller Fahrt unterwegs. Wann gibt es davon etwas für zuhause, also eine CD oder DVD?
Ich sage ja immer, wir sind die anspruchsvollste Coverband Deutschlands und versuchen immer relativ nahe am Original zu sein. Insofern dachten wir immer, wir brauchen keinen Tonträger, sondern spielen nur live. Wir verkaufen auf den Konzerten das "Best of Cäsar"-Album, wo man sich also die Originale der Songs mit nach Hause nehmen kann.008 20190318 2083616015 Aber trotzdem gibt es auch immer wieder Nachfragen von Leuten, die gerne eine APFELTRAUM-CD haben wollen. Deshalb haben wir in letzter Zeit vieles live mitgeschnitten und wollen eventuell in Bälde mal eine Live-CD rausbringen. Aber das wird noch ein Weilchen dauern, da müssen wir noch etwas mehr Material sammeln. Ansonsten sind wir derzeit auf "70 Jahre Cäsar" Tour.

Schön zu hören. Gibt es im APFELTRAUM-Programm mittlerweile auch ein paar Änderungen, also vielleicht Songs Deines Vaters, die Ihr neu dazu genommen habt?
Wir machen immer mal etwas Neues, denn das Cäsars Archiv ist ja riesengroß. Wir sind auch gerade im Gespräch mit Simone Dake, die sein musikalisches Vermächtnis verwaltet. Es gibt da wohl noch unveröffentlichtes Material. Das wollen wir mal sichten, um dann in Zukunft möglicherweise auch mal die eine oder andere Nummer zu spielen, die die Leute noch gar nicht kennen. Aber natürlich verändern wir das Live-Set immer mal etwas, wobei klar ist, dass die Leute bestimmte Songs einfach immer wieder hören wollen. Und das sind nun mal die bekannten Hits.

Das ist schon klar, aber es gibt auch viele Leute, die sich fragen, wie es wohl mit Cäsar weitergegangen wäre, wenn er nicht krank geworden wäre.
Also wie gesagt, wir sind am Sichten und Schauen, ob wir irgendwelches Material finden, das für uns interessant wäre. Aber es ist wirklich so, dass bestimmte Songs von den Fans gefordert werden. Gerade wenn wir in manchen Locations höchstens einmal im Jahr auftreten, wollen die immer zehn bis fünfzehn Cäsar-Songs hören, die wir einfach nicht aus dem Programm nehmen können.

009 20190318 1125088227Letztlich kann man das APFELTRAUM-Projekt ja auch mit Gundermanns SEILSCHAFT vergleichen.
Genau, auch da wollen die Leute immer die gleichen Titel hören.

Du warst mit APFELTRAUM auch auf der diesjährigen Cäsar-Veranstaltung im Januar in Leipzig und hast dort natürlich auch die anderen Beiträge des Abends gesehen. Wie hast Du die Veranstaltung insgesamt empfunden und was bleibt davon in Deinen Kleidern hängen, wie man so schön sagt?
Es war ein wahnsinnig emotionaler Abend mit 800 Besuchern und vielen tollen und guten Musikern. Wir wollten ja keine Trauerveranstaltung begehen, sondern Geburtstag feiern, dementsprechend war es auch eine wirklich tolle Party. Es ist für mich immer wieder erstaunlich zu sehen, wie viele Leute auch heute noch auf diese Musik abfahren, wie sie reagieren. Ja, es war ein ganz besonderes Konzert, sehr vielseitig und abwechslungsreich. Es wurde unter anderem eine LED-Wand aufgebaut, wo Cäsar zu einzelnen Songs quasi live mit gespielt hat. Da wurden mal aus einer Live-DVD bestimmte Sequenzen erstellt, in denen Cäsar dann eben nur gesungen und gespielt hat. Zu diesen Sequenzen spielte dann seine Band DIE SPIELER live dazu. Das ging schon richtig tief rein. Der Laden war brechend voll und die Leute waren extremst berührt, das konnte man deutlich sehen und wahrnehmen.

Lieber Robert, ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem neuen Album!
Vielen Dank.




Interview: Christian Reder
Bearbeitung: tormey
Fotos: Lutz Müller-Bohlen genannt Gramm, Jens Lorenz, Redaktion






Videoclip zu "Immer wenn ich denke"






   
   
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