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Interview vom 13. November 2018



Am Rande der Pressekonferenz zu MASCHINEs neuem Album "Alle Winter wieder" hatten wir Gelegenheit, mit dem Künstler über eben dieses neue Album, die Wahl seiner Gäste, die PUHDYS und den derzeit um sich greifenden Fan-Zoff zu plaudern. Hier könnt Ihr das Kurz-Interview in voller Länge nachlesen ...



001 20181114 1972275822Hallo Maschine, zunächst mal herzlichen Glückwunsch zum Album!
Vielen Dank.


Es gibt ja von den PUHDYS nun schon das eine oder andere Weihnachtsalbum. Jetzt legst Du als Solist noch eins nach. Hast Du ein Faible für diese besondere Zeit im Jahr, dass es Dich immer wieder zur Weihnachtsmusik treibt?
Das Album war eine Art Aufgabe, die es zu lösen galt. Die Idee dazu kam von meiner Frau. Ich habe das immer ein bisschen beiseitegeschoben, bis ich irgendwann meinem Manager davon erzählte. Der sagte nur: "Maschine, unbedingt machen!" Dann habe ich angefangen, die Songs zu schreiben. In textlicher Hinsicht gab es ja bei diesem Album sogar noch Unterstützung durch Gisela Steineckert und Moni Ehrhardt-Lakomy. Gisela hat den Text zu "Liebes altgewordnes Jahr" geschrieben, Moni hat gleich zu drei Songs die Texte beigesteuert. Und so ist das alles gewachsen und wie immer erst im letzten Moment fertig geworden.

Auf der Pressekonferenz wurde meistens nur von einem Winteralbum geredet. Legst Du Wert auf diesen feinen Unterschied, dass es keine Weihnachtsplatte, sondern ein Winteralbum geworden ist?
Es ist schon eher ein Winteralbum, denn es gibt darauf nicht so viele Themen, die von Weihnachten handeln. Das sind gerade mal drei oder vier Lieder. In einem Lied wird Silvester thematisiert, da werde ich morgens von meinem Kater wachgemacht und kann mich an nichts erinnern, weiß nicht mal mehr die Jahreszahl. Des Weiteren gibt es ein paar emotionale Lieder, wo man an Menschen denkt, die leider nicht mehr unter uns sind. Das sind so die paar Befindlichkeiten, die mit Weihnachten zu tun haben.

002 20181114 1328418573Du hast alle Songs des Albums allein komponiert. Geht man anders vor, wenn man ein Winteralbum schreibt, als wenn am Ende ein Rockalbum auf dem Tisch liegen soll?
Ja klar, ich denke schon. Die Musik auf meinem Winteralbum ist ja doch eher melancholisch. Es gibt natürlich Ausnahmen. "Der alte Wolf" zum Beispiel ist zwar eine richtig derbe Nummer, aber letztendlich trägt auch dieser Titel etwas Melancholisches in sich. Ich habe irgendwie eine Ader für das Schreiben melancholischer Lieder, das kam mir sehr entgegen.

Eine der auf dem Album zu hörenden Gäste ist Kerstin Ott, die auch auf der Tour dabei sein wird. Das hat sicher viele überrascht und löste - auch in unserer Redaktion - geteilte Reaktionen aus, da Kerstin Ott nicht unbedingt in den Bereich Deutschrock passt, also in das von Dir vertretene Genre. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit ihr?
Wir kennen uns schon eine ganze Weile, haben uns immer wieder mal bei Fernsehveranstaltungen gesehen. Ich habe sie dann einfach durch unser Management fragen lassen, ob sie Lust hätte, auf dem Album mitzuwirken. Sie hat "ja" gesagt. Und ich finde, es passt wunderbar.

In Deiner Band tummeln sich Musiker wie Uwe Hassbecker, Marcus Gorstein, Simon Pauli sowie Michael und Felix Lehrmann. Hast Du die Band selber zusammengestellt?
Ja, das habe ich selber gemacht. Ich habe mir alle meine Lieblingsmusiker zusammengesucht und von allen sofort ein "Ja" bekommen.

003 20181114 1206832984Apropos selber gemacht: wenn man sich die Credits auf dem Album aufmerksam anschaut, dann fällt auf, dass Du nicht nur singst und Gitarre spielst, sondern bei neun der zwölf Songs sogar den Bass selber eingespielt hast. Warum denn das, wo Du doch mit Simon Pauli einen exzellenten Bassisten in der Band hast?
Dazu kann ich gar nicht so viel sagen. Ich habe das eigentlich schon immer so gemacht, auch bei den PUHDYS gehörte oftmals der Bass im Studio mir. Das hat nichts mit Simon Pauli zu tun.

Deine beiden letzten Alben waren jeweils in den Top 20. Schielst Du auch diesmal mit einem Auge auf die Charts oder ist Dir die Chartplatzierung völlig egal?
Nein, das ist mir nicht egal. Ich möchte natürlich immer die Nummer 1 sein! (lacht) Das gehört einfach dazu, wenn man die Hoffnung hat, dass das Album erfolgreich wird und man möglichst viele Leute damit erreicht. Aber es wird diesmal ganz schwierig, denn in diesen Tagen und Wochen wird sehr viel Hochkarätiges veröffentlicht. MUMFORD & SONS kommen mit einer neuen Platte, GRÖNEMEYER wird wahrscheinlich zehn Wochen auf Platz 1 rangieren, von den BEATLES wurde gerade das "White Album" nochmal rausgebracht, von den ROLLING STONES kommt in ein paar Tagen eine Neuauflage der "Voodoo Lounge" mit Live-Album und DVD. Also es wird nicht einfach und man kann bei dieser Konkurrenz durchaus zufrieden sein, wenn man unter den ersten Zwanzig gelistet wird.

Dafür drücken wir Dir die Daumen. Du hast nun als Solist zwei Rockalben und ein Winteralbum in Umlauf gebracht, also quasi zwei laute und ein leises Werk. Wird das nächste wieder ein lautes werden? Gibt es überhaupt schon Pläne für Album Nr. 3?
Das wird wohl wieder ein lautes. Ich bin ja noch ein sehr junger Mensch und will noch ein bisschen Krach machen. Genaueres lässt sich natürlich derzeit noch nicht sagen. Jetzt genieße ich erst mal die Veröffentlichung von "Alle Winter wieder".

004 20181114 2094547553Das ist verständlich. Du hast eben mit dem Verweis auf Dein jugendliches Alter schon das Stichwort für die nächste Frage gegeben. Die PUHDYS werden im kommenden Jahr frische 50. Ich nehme nicht an, dass es da ein kurzfristiges und zeitlich beschränktes Comeback der Band geben wird, oder?
Nein, das wird es nicht geben. Das wäre ja auch total unglaubwürdig. Wir haben zweimal aufgehört und gerade erst 2016 das letzte Konzert gespielt. Und jetzt nach zwei Jahren wieder anzufangen, als wenn nichts gewesen wäre ... nein, das wird definitiv nicht passieren.

Das haben schon ganz andere Bands und Musiker gesagt ...
Das mag sein, aber die PUHDYS stehen dazu. Wir würden ansonsten unsere eigene Legende zerstören. Außerdem denke ich, es würde nie wieder so sein, wie es mal war.

Im nächsten Jahr steht aber noch ein weiteres Jubiläum an, denn da feierst Du Deinen 75. Geburtstag. Gibt es dafür schon irgendwelche Pläne?
Ach weißt Du, das ist für mich ein Tag wie jeder andere. Das lasse ich ganz entspannt auf mich zukommen. Ich wundere mich immer, wie alt ich schon bin, dass ich schon die 70 überschritten habe, denn ich fühle mich nun wirklich nicht so. Auf jeden Fall habe ich noch jede Menge Pläne für die Zukunft.

Was viele interessiert: Wird es vom Album auch eine Vinyl-Ausgabe geben?
Bis jetzt ist noch nichts geplant. Wenn aber der Erfolg des Albums tatsächlich groß werden sollte, schickt man vielleicht noch die Vinyl hinterher. Von meinen vorherigen Platten gab es ja auch Vinyl-Ausgaben.

005 20181114 1403056313Zum Abschluss noch eine kleine Frage am Rande. Im Internet ist gerade eine Art Fankrieg ausgebrochen. Quaster-Fans gegen Maschine-Fans und umgekehrt. Hast Du davon gehört? Wenn ja, wie stehst Du dazu und was würdest Du den Leuten gerne mit auf den Weg geben?
Das interessiert mich eigentlich nicht. Ich kann damit auch ganz und gar nichts anfangen. Ich kenne diese ganzen Seiten im Internet nicht, mir erzählen nur manchmal die Leute, was da so los ist. Ich kann jedenfalls überhaupt nicht verstehen, warum sich Menschen wegen Musik streiten. Aber es gibt eben immer Hirnies, die irgendwelchen Scheiß schreiben müssen. Der Maschine-Fanclub, da bin ich mir sicher, macht so einen Unsinn definitiv nicht. Warum das alles letztlich so ist, weiß ich nicht. Vielleicht spielt Neid oder Missgunst eine Rolle, ich habe keine Ahnung. Wie gesagt, ich finde es idiotisch, sich wegen Musik zu streiten. Was sagst Du denn dazu?

Für mich ist das ebenfalls unbegreiflich.
Richtig. Ich glaube auch nicht, dass es große Massen sind, die sich da streiten. Bestimmt sind es am Ende nur zwei oder drei Leute, die irgendwie rumstänkern und sich wichtigmachen wollen. Andere Musiker und Künstler haben solche Probleme aber auch. Da sind irgendwelche Hater, die sich darüber freuen, im Netz anonym ihren Mist darzubieten. Aber letztlich muss man als Künstler damit leben.

Maschine, herzlichen Dank für das kurze Interview und viel Erfolg für das Album.
Ich danke ebenfalls und sende viele Grüße an die Leser von Deutsche Mugge.


Interview: Torsten Meyer
Bearbeitung: tormey, cr
Fotos: Archiv Dieter Birr, Plattenfirma





   
   
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