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Wer's damals am Fernsehen live miterlebt hat, kann es kaum für möglich halten: In diesem Monat jährt sich der Sieg von NICOLE beim Grand Prix Eurovision de la Chanson (heute Eurovision Song Contest) im Jahre 1982, damals im englischen Harrogate ausgetragen, zum 30. Mal... Das war damals eine echte Sensation. Gefühlte 100 Jahre haben sich vorher Künstler und Komponisten versucht, den ersten Platz für Deutschland nach Hause zu holen. Vergeblich! Und was waren da für Namen dabei... Freddy Quinn (1956), Lale Andersen (1961), Heidi Brühl (1963), Katja Ebstein (1970, 1971 und 1980), Joy Fleming (1975) oder die Les Humphries Singers (1976) - um nur einige zu nennen. Große Namen, große Künstler und große Songs. Aber erst die "kleine" NICOLE, deren erste Single-Veröffentlichung "Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund" zwar sechs Wochen in den Single-Charts einziehen konnte, die man aber trotzdem nur am Rande wahrgenommen hatte, setzte sich mit einer weißen Gitarre auf die Bühne in England und sorgte mit "Ein bisschen Frieden" für die Sensation. Mit 61 Punkten Vorsprung vor dem israelischen Liedbeitrag gewann die damals erst 17-jährige Sängerin den Grand Prix.
Das ist jetzt 30 Jahre her und es ist viel passiert. NICOLE war für kurze Zeit europaweit bekannt und erfolgreich. Ihre Platten erschienen auch in England. In Deutschland veröffentlichte sie bis heute in regelmäßigen Abständen neue Alben. Dabei ist ihr das Kunststück gelungen, dass sich alle seit 1996 veröffentlichten Alben in die Top 50 der Album-Charts platzieren konnten. Eine bemerkenswerte Leistung, die nicht jedem deutschen Act vergönnt ist. In diesen Tagen erschien mit "Jetzt komm ich" ihr neustes Studio-Album. Natürlich war diese CD in unserem Gespräch mit NICOLE auch ein Thema, aber wir wollten noch viel mehr wissen! Wie war das damals... beim Grand Prix...? Und wie hat er ihr Leben verändert? Christian traf sich mit der Sängerin zu einem Gespräch und traf dabei auf eine freundliche, offene und äußerst sympathische Künstlerin, die in Deutschland auch 30 Jahre nach ihrem wohl größten Erfolg viele Menschen sehr gut kennen...
 
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Nicole, im vergangenen Jahr 30jähriges Bühnenjubiläum, man hat den Eindruck, Du kommst aus dem Feiern nicht mehr raus, denn im Mai wird sich auch Dein Grand Prix-Gewinn zum 30. Mal jähren. Ist zu diesem Anlass etwas Größeres geplant?
Das ist eine durchaus gute Anregung. Wenn bei mir am 24. April nichts weiter angesagt sein sollte und ich nicht irgendwo auf der Bühne stehen werde, dann werde ich ganz spontan eine Grand Prix-Party ausrichten, meine Freunde einladen und wir werden uns die Sendung von vor 30 Jahren noch mal in Ruhe ansehen, denn ich selbst sah sie seitdem nie wieder.

Bleiben wir bei diesem denkwürdigen Ereignis. Vor Dir haben ja unzählige Musiker aus Deutschland versucht, dieses Gesangsfestival zu gewinnen. Keinem ist dies gelungen. Wo - glaubst Du - lagen die größten Unterschiede zwischen Dir und Deinen Vorgängern und was haben Du und Dein Team damals besser gemacht?
Also wir haben damals wohl wirklich den Zeitgeist getroffen. In der Zeit des Kalten Krieges setzt sich ein Mädchen mit einer weißen Gitarre als Friedenssymbol auf einen Hocker und wünscht sich nichts sehnlicher, als Frieden in der Welt. Die wenigsten wissen, dass genau an diesem Abend der Falkland-Krieg ausbrach, was jedoch ein halbes Jahr vorher auch niemand wissen konnte. Dieses Lied und meine Person waren eins und genau das verkörperte ich. Ein solches Lied passiert einem im Jahrhundert nur einmal und somit ist und bleibt es ein Jahrhundertlied.

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Wie hast Du damals, in dem jungen Alter, eigentlich verarbeiten können, dass Du von einem Tag auf den anderen plötzlich nicht mehr unbemerkt zum Bäcker an die Ecke gehen konntest? Hat dieses Ereignis Dein Leben nicht komplett auf den Kopf gestellt?
Na ja, ich wurde ja nicht ins kalte Wasser geschmissen. Seit meinem vierten Lebensjahr stand ich auf der Bühne, wollte immer Sängerin werden, wollte in die Hitparade und auch mal für Deutschland bei der Eurovision singen. Folglich musste ich damit rechnen, dass so etwas auch funktionieren könnte und war somit auch dafür gerüstet. Ich wurde mit Musik groß und hatte stets ein stabiles familiäres Umfeld. Dies ist nicht unwichtig, denn mir wurde immer vor Augen gehalten, wo meine Wurzeln sind, wo ich herkomme und dass man sich im Leben nie zu wichtig nehmen sollte.

Insbesondere der erste Platz in England mit der englischen Version Deines Titels muss ja ein irres Gefühl gewesen sein. Im Land der Beatles, der Rolling Stones plötzlich die Größen hinter sich gelassen zu haben, wie hat sich das angefühlt?
Es war in der Tat ein irres Gefühl. Platz 1 bei TOP OF THE POPS, aber das war ja noch nicht alles, denn wenn ich etwas mache, dann mache ich das ja auch richtig. Ich war gleichzeitig die 500. Nummer 1 und bekam auch noch einen Extra-Award (lacht). Auch das war natürlich klasse. Eine Woche vor dem Grand Prix wurde ich zur Präsentation der LP "Tug Of War" von Paul McCartney eingeladen und eine Woche später war er mit seinem Duettpartner Stevie Wonder auf Platz 2 und ich auf Platz 1. Das war schon krass.

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Vor zwei Jahren holte dann Lena für Deutschland den zweiten Sieg, die Veranstaltung hat sich in den vergangenen fast 30 Jahren komplett weiterentwickelt und total verändert. Wo siehst Du die Unterschiede zwischen damals und heute und würdest Du Deinen Sieg von damals gegen einen von heute eintauschen wollen?
Nein, ich würde mein Lied für nichts auf der Welt eintauschen wollen, denn das war, wie schon gesagt, so einzigartig und das passiert einem nur einmal im Jahrhundert. Ich sag' mal: Ein gutes Lied ist ein gutes Lied, ist ein gutes Lied. A good song is a good song, is a good song. Man kann über modernste Technik, das modernste Licht verfügen, jemanden auf die Bühne stellen, der total gut ausschaut und der vielleicht auch noch nett singt, aber wenn das Lied nicht gut ist, wird es auch keinen Bestand haben. Was sich im Grunde geändert hat, ist, dass wir damals noch handgemachte Musik gemacht, also eigentlich unplugged gespielt haben. Es wurde live gespielt, das einzige, was vom Band kam, war das Schlagzeug, weil es wichtig war, dass ein Lied nicht plötzlich zu schnell oder zu langsam wird, denn ein Lied kann auch sterben, wenn der Rhythmus und der Takt nicht stimmen. Heute kommt alles aus der Konserve per Halbplayback. Funken sprühen auf der Bühne, viel Pyrotechnik kommt zum Einsatz, der Rock wird kürzer, das Dekollete größer und tiefer. Wenn es das dann ist, dann soll es so sein, aber damit habe ich Gott sei dank nicht mehr viel am Hut.

Gab es zwischen Dir und Lena eigentlich einen Kontakt?
Leider nicht. Ich sendete ihr ein Glückwunschschreiben und warte bis heute auf eine Reaktion.

Dann lade sie doch zu Deiner spontanen Grand Prix-Party ein! ;-)
(lacht) Ich fürchte, darauf würde ich auch keine Antwort bekommen...

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Der Grand Prix 1982 war nicht das einzige Highlight Deiner Karriere. Du veröffentlichst seit 1981 in regelmäßigen Abständen neue Alben, veröffentlichst Singles und warst stets präsent. Mit "Jetzt komm ich" erschien dieser Tage Dein 23. Studioalbum. Wieso "Jetzt komm ich" - ich dachte, Du bist schon lange da?
(lacht) "Jetzt komm ich" ist für alle die Menschen geschrieben, die im Leben immer nur für andere da sind, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse hinten anstellen und vielleicht nach dem Lied erkennen, dass das Leben zeitlich begrenzt ist und man durchaus mal hinterfragen sollte, wer denkt eigentlich an mich, wer fragt nach mir? Wenn ich dieses Lied während der aktuell stattfindenden Konzerte ankündige, bemerke ich, dass ganz viele Frauen im Publikum zustimmend nicken und sich in diesem Lied wieder finden. Sie spüren zuweilen gar nicht, dass sie sich in ihrer Selbstlosigkeit ausnutzen lassen, statt zu sagen: "Jetzt bin ich an der Reihe, jetzt komm ich".

Was erwartet den Hörer Deiner neuen CD, wenn er sich drauf einlässt? Bitte beschreibe mal kurz, was auf der neuen CD zu hören sein wird.
Es ist ein sehr, sehr persönliches Album geworden, auf dem ich sehr viel von mir selbst preisgebe. Ein Lied ist unserer Enkeltochter Mara gewidmet, es heißt "Wenn du lachst...". Darin beschreibe ich, was in mir passiert, wenn mich dieses kleine Menschenkind anlacht. Und das geht bestimmt ganz, ganz vielen Müttern und Großmüttern so, sie werden das bestätigen. "Du wärst gern wie ich" beschäftigt sich mit dem, was ich oft höre: "Wow, die haben alles, tolle Kleider, tolles Make up und so weiter. Luxus pur, das perfekte Leben." In diesem Lied stelle ich einfach mal klar, dass jede Medaille zwei Seiten hat und man sich nicht immer nur diese drei Minuten Glamour im Fernsehen anschauen sollte. Ich würde gern mal sagen: "Okay, tauschen wir doch mal für zwei, drei Tage. Ob Du dann noch immer alles so toll findest, da bin ich mir nicht sicher." Und dann natürlich "Capetown", eine Hommage an Kapstadt, das ich über alles liebe. Ich bin Wiederholungstäter und fliege daher regelmäßig dorthin, weil ich mich dort unheimlich wohl und zu Hause fühle. Im Lied "Mir ist nach Regen" geht eine Beziehung in die Brüche, draußen ist aber alles wunderschön, der Himmel strahlt in königsblau und es ist einfach gar nicht zu ertragen, denn mir ist nach Regen. "Jeder Tag mit dir" - eine Liebeserklärung an meinen Mann, weil ich weiß, dass er eine Kostbarkeit ist, die in dieser schnellen hektischen Zeit immer unbezahlbarer wird.
Auch für unsere Tochter Joëlle gibt es ein Lied auf dem Album. Ein kleines Wort verändert eigentlich alles, wenn der Kellner plötzlich zur eigenen Tochter sagt "Was möchten Sie bestellen?" und nicht "Was möchtest Du haben?". Dann weiß man plötzlich, "Okay, jetzt ist sie auf dem Weg, jetzt wird sie erwachsen." Also ein sehr, sehr persönliches Album.

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Verstand ich das gerade richtig, Du bist in Deinem jungen Alter schon Oma?
(lacht) Ja, selbstverständlich, ich bin seit dem 31. August 2011 Großmutter. Kaum zu glauben, aber wahr...

Unglaublich. Ich komme kurz zurück auf "Du wärst gern wie ich", diesen Titel pickte nämlich auch ich heraus. Ist es wirklich so, dass Du manchmal gern tauschen würdest?
Manchmal gibt es solche Momente und Anflüge. Ich kann eben nicht mehr so, wie alle anderen, einfach auf die Straße oder zum Einkaufen gehen. Ich werde angesprochen wegen einem Autogramm, ich muss aufpassen, was ich trage, was ich sage, wie ich aussehe. Die Leute erwarten, dass ich eben immer so aussehe, wie im Fernsehen. Das mag ich eigentlich gar nicht. Wenn ich zu Hause bin, bin ich eher ungeschminkt und renne dann in "Schlabberkleidern" oder eben mit Jeans, ganz locker mit Pferdeschwanz und Brille und was weiß ich umher. Ja, man ist angreifbar. Man ist eine Person des öffentlichen Interesses. Sobald man den Fuß aus seinem Haus setzt, dann ist man eigentlich - ich sag's mal so salopp - "Freiwild". Man gibt seine Aktivitäten preis, manchmal würde ich mich viel lieber unerkannt in ein Kino setzen und einfach nicht so bekannt sein, um einfach auch mal Dinge sagen zu können, überlegt oder unüberlegt, bei denen ich nicht aufpassen muss, ob dabei nun jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird. Obwohl man etwas gerade vielleicht gar nicht so meint, wird einem das Wort im Munde rumgedreht. Man ist also ständig in einer Verteidigungsposition und das strengt stellenweise sehr an. Man muss schon dafür geschaffen sein. Einfach vielleicht mal ein Gläschen mehr trinken dürfen, ist auch nicht drin, wenn man gerade Lust hat, denn gerade dann ist oftmals ein Fotograf zur Stelle, der fotografiert. Das sind die vielen Kleinigkeiten, sie summieren sich und dann kommt der Moment, in dem man sich sagt: "Mein Gott, ich würde jetzt gern mal tauschen für ein oder zwei Tage". Aber das ist dann auch gleich wieder vorbei. (lacht)

Etwas geplättet war ich vom letzten Song auf Deiner neuen Scheibe. Du bedienst Dich eines Songs, der im Original von John Farnham stammt. 1987 ein Riesen-Hit, wie kam es dazu, dass Du diese Version auf Dein Album genommen hast und warum ausgerechnet dieses Stück?
Insider, meine Fans sowieso, wissen, dass die Nummer 13 auf meinen Alben immer etwas Besonderes ist, da tobe ich mich so richtig aus. Beim letzten Album war es "Cryin'" von AEROSMITH, welches wir mit den Berliner Philharmonikern aufnahmen und ein richtiges Opus wurde. Zum vorherigen Album nahm ich als Nummer 13 gemeinsam mit Chris Thompson, bekannt als Frontmann von MANFRED MANN's EARTH BAND, ein Duett des Songs "Don't Let The Sun Go Down On Me" von Elton John und George Michael auf, und nun war eben "You're The Voice" von John Farnham dran. Mit etwas Glück bekomme ich ja vielleicht aus Australien die Frage, ob wir diesen Song nicht irgendwo gemeinsam auf einer Bühne präsentieren wollen.

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Wirst Du mit dem Album und auch mit Band auf Tournee gehen, oder wird es bei Deinen Kirchenkonzerten bleiben?
Ich möchte bei den Kirchenkonzerten bleiben, weil ich das Gefühl habe, dort am richtigen Ort zu sein. Also ein Gefühl, "ich bin angekommen". Was ich dort Abend für Abend erlebe, was sich da abspielt zwischen Publikum, mir und meinen drei Jungs, ist einzigartig und lässt sich nur schwer in Worte fassen. Wir spielen unplugged. Handgemacht mit Akustikgitarre, Akustikbass, Cajon, dazu meine Stimme. Diese Atmosphäre ist in einer Halle nicht erzeugbar, aber in einer Kirche ist es möglich. Eine Kirche hat ihre Eigenakustik, man kann ohne Strom spielen wenn es sein muss, und die Leute sind nach unseren Auftritten so was von geflasht, kommen zu uns und sagen, dass sie eigentlich nichts anderes mehr hören wollen und sind beseelt, wenn sie nach Hause gehen. Da auch ich ein bisschen egoistisch bin und an mein eigenes Seelenheil denke, freue ich mich über solche Bestätigungen. Das, was ich mir ausdachte, war die richtige Entscheidung: Wieder raus zu gehen an die Front, den Leuten ins Gehirn zu kriechen und sie sensibel zu machen für das, worum es eigentlich gehen soll: Eben nicht um die Show, sondern um handgemachte Musik. Mir geht es dabei ums Herz. Wer Show will, muss wo anders hin.

Kannst Du unseren Lesern vielleicht kurz erzählen, was das besondere bei Deinen unplugged-Muggen ist und was genau Ihr da macht?
Wir spielen die ganzen Hits, natürlich unplugged und damit sind wir wieder beim guten Lied. Ein gutes Lied bleibt ein gutes Lied, das kann man auch "verswingen" oder "verjazzen", es ist noch immer gut. So klingt "Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund" verswingt oder man kann auch mal das Janis Joplin-Lied "Mercedes Benz" von mir hören, und das in der Kirche. Das rockt schon und man muss nicht meinen, da ist jetzt alles so brav, weil es in einer Kirche stattfindet. Natürlich muss man die Kirche im Dorf lassen, aber wenn man Titel hat, die für die Seele sind, in denen es um Tod, Trauer und den Verlust eines lieben Menschen geht, dann ist man in der Kirche natürlich am richtigen Ort. Ein Ort des Friedens, Frieden ist bei mir ein Thema, ein Ort des Glaubens, Glauben ist bei mir ein Thema, ein Ort der Hoffnung, Hoffnung ist bei mir ein Thema und der Liebe, das ist auch ein Thema, das immer wieder in meinen Titeln vorkommt. Das sind Abende, an denen möchte ich mit niemandem tauschen, da stehe ich zum Schluss mit meinen Jungs auf der Bühne, wir halten uns an den Händen und haben Tränen in den Augen, weil wir selbst überwältigt sind, dass das, was mir machen, so von den Menschen angenommen wird. Ich hatte mich damals auf die Suche gemacht, es war schon fast ein Kreuzzug, um die Menschen zu finden, die noch das eine vom anderen unterscheiden können, nämlich: Show von Wahrhaftigkeit. Und ich habe sie gefunden, dieses Gefühl hatte ich das letzte Mal auf der Bühne in Harrogate und das will was heißen...

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Wenn man, so wie Du, schon seit der Jugend auf der Bühne steht und im Geschäft ist, dann hat man ja zahlreiche und unzählige Interviews gegeben. Welche Frage kannst Du heute schon nicht mehr hören?
(lacht) "Wie oft haben Sie denn 'Ein bisschen Frieden' schon gesungen?" Und darauf antworte ich: "Wahrscheinlich nicht oft genug".

Gibt's auch eine Frage, die Dir in all den Jahren noch niemand gestellt hat, die Du aber trotzdem gern mal beantworten würdest?
Ich glaube, man hat mich schon alles gefragt. Mir fällt jetzt spontan keine Frage ein, die ich noch nicht habe beantworten müssen, aber das kann noch kommen, denn ich habe ja vor, noch ein paar Jahre dabei zu sein. Vielleicht unterhalten wir uns in zehn Jahren ja noch mal miteinander...???

Möglich. Machen wir an dieser Stelle aber etwas anderes, nämlich ein kleines "Frage-Antwort-Spiel". Ich gebe Dir einige Stichworte und Du nennst mir bitte spontan in ein oder zwei Sätzen, was Dir dazu einfällt, okay?
Ja.

Saarbrücken
Meine Heimat.

Robert Jung
Mein Entdecker, Produzent und Songschreiber des ersten Liedes "Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund".

Die weiße Gitarre
Die weiße Gitarre hab' ich noch immer und sie verlässt mein Haus nicht, höchstens für das Deutsche Museum als Leihgabe und das hoch versichert.

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Zusammenarbeit mit TRIO beim Stück "Ich hab dich doch lieb" 1983
Darf ich da lachen?

Na selbstverständlich...
(lacht) Das war eine Supergeschichte, dieses Lied entstand aufgrund einer verlorenen Wette bei "Wetten, dass...???". Stephan Remmler hatte gewettet, dass Frauen an einem Auto schneller Reifen wechseln können, als Männer. Er verlor natürlich und das Ergebnis war dann "Ich hab dich doch lieb". Das war einer der lustigsten Aufnahmen in meinem ganzen Leben mit den dreien, also das war schon einzigartig.

Ralph Siegel
Ralph Siegel, ein Unikum, ein gütiger und großzügiger Mensch, der natürlich wie kein anderer meinen Weg prägte und verantwortlich ist für "Ein bisschen Frieden" und vieles, vieles mehr, was 24 Jahre danach noch von mir veröffentlicht wurde.

Schlager
Schlager, (überlegt)... Schlager müssen sein, denn sie sind meistens in deutscher Sprache verfasst und es gibt Gott sei Dank Leute, die Schlager singen und damit das deutsche Liedgut irgendwie noch hochhalten. Ich gehöre da auch ein bisschen dazu, wobei ich meine Musik nicht als reinen Schlager bezeichnen würde, sondern eher als Chanson-Schlager.

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TV-Casting-Shows
Die finde ich ganz schrecklich, weil in ihnen Qualität zulasten der Quote geht. Mir würde eine Sendung besser gefallen, die da hieß "Talenteschuppen", wie es früher einmal war.

Eine Frage zum Abschluss hab' ich noch. Was wäre aus Nicole geworden, wenn sie nicht den Grand Prix gewonnen und mit ihrer Musik in den ersten Jahren nicht so viele Erfolge gehabt hätte? Gab es Alternativen zum Beruf einer professionellen Musikerin?
Wäre ich nicht Sängerin geworden, dann wäre ich - als kleine Weltverbesserin - Grundschullehrerin geworden. Für die Grundschule hätten sogar meine mathematischen Kenntnisse noch ausgereicht, aber ab der 5. Klasse wird's dann schwierig...

Ich danke Dir, Nicole, für Deine Zeit und die Antworten. Möchtest Du zum Abschluss den Lesern von Deutsche Mugge noch ein paar Worte mit auf den Weg geben?
Ja, ich wünsche natürlich allen alles Gute, vor allem Gesundheit und dass mindestens jeder zweite - Nein, Quatsch: JEDER (lacht) das Album kaufen wird. Dankeschön!


Interview: Christian Reder
Übertragung: Mike Brettschneider
Bearbeitung: mb, cr, nr
Fotos: Pressematerial / Plattenfirma
 

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