MARAS APRIL

 

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MARAS APRIL - den Namen sollte man sich merken. Hinter dem Namen stecken die 22-jährige Anne-Katrin Hoffmann aus Struth und der 33-jährige René Schlothauer aus Mühlhausen. Erst seit Juli 2010 schreiben die beiden Musiker eigene Songs, und im Februar 2011 traten Anne-Katrin und René erstmals unter dem Namen MARAS APRIL live auf. Anne-Katrin, die vor MARAS APRIL eine der Sängerinnen bei der Struther Mädchenband C-FLOW war, blickt mit ihren jungen Jahren bereits auf einige Erfolge und Erfahrungen zurück. So war sie Siegerin beim SchoolJam, sie gewann den Thüringer Jugendmedienpreis in der Kategorie Audio und sie war in der Endrunde im Bandpool der Popakademie. Diese Erfahrungen hört man der jungen Sängerin auch an. Zu MARAS APRIL gehört noch ein drittes, "unsichtbares" Mitglied, nämlich Anne-Katrins Vater Ralf. Er schreibt die Texte für MARAS APRIL und gehört fest zur Band dazu, auch wenn er nicht mit auf der Bühne steht.
Der 28. September 2012 ist für MARAS APRIL ein ganz besonderer Tag. Nicht nur, dass an diesem Freitag ihr Debüt-Album "Maras April" erscheinen wird, nein... die thüringer Band wird am Bundesvision Song Contest in Berlin teilnehmen und dort ihr Bundesland Thüringen vertreten. Dies tun die beiden Musiker mit dem Stück "Himmel aus Eis". Interessante Geschichte am Rande: "Himmel aus Eis" war das erste Lied, das sie selbst geschrieben haben, und es ist bereits im Sommer 2010 entstanden. Vielleicht ist es ein gutes Zeichen für MARAS APRIL, mit dem ersten eigenen Lied bei der Veranstaltung anzutreten. Möglich, dass es ihr Talisman ist, und sie landen mit ihrem Song ganz weit vorne in der Endabrechnung. Bevor es aber ins Fernsehen vor ein Millionenpublikum geht, wollten wir Euch die Band vorstellen und haben sie zu einem Interview eingeladen...
 
 
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Bitte stellt Euch als Band doch mal vor. Wer sind MARAS APRIL und wie ist die Band entstanden?
René: Ich hatte Anne im Januar 2009 in einem kleinen Club singen gehört und war sofort hin und weg. Da ich für meine Coverband sowieso eine weibliche Stimme suchte, habe ich sie einfach angesprochen. Wir haben dann über ein Jahr zusammen gespielt, bis dann der entscheidende Impuls zur Entstehung von MARAS APRIL im Juli 2010 kam: Ralf Hoffmann, Annes Vater, fragte, ob wir nicht einen Song aufnehmen wollen, den er geschrieben habe. Dieser Song hieß "Himmel aus Eis". Wir haben uns das Demo angehört und der Text und die Idee haben uns sofort super gut gefallen. Das Demo haben wir dann kräftig durch die Mangel genommen, hier und da etwas verändert und eingefügt. Und am Ende war da ein schöner Song und wir dachten: Was machen wir jetzt damit? Ralf hatte glücklicher Weise noch ein paar Texte in der Schublade und so haben wir begonnen, weitere Songs zu schreiben. Das klappte so gut zwischen uns, dass uns nach drei Liedern klar war: Das ist etwas Besonderes, wir sollten eine ganze CD machen. Und so nahmen die Dinge ihren Lauf... Auf der Bühne und in der Öffentlichkeit stehen Anne und ich, aber Ralf ist unsichtbares, drittes Bandmitglied. Denn ohne ihn und seine Texte gäbe es diese Band nicht.

Wie würdet Ihr Euch bzw. Eure Musik selbst vorstellen?
René: Am Anfang haben wir es mal "deutschen Elektro-SoulPop" genannt. Naja, diese Wortschöpfung entstand in einer frühen Phase der Albumproduktion. Es wird ja immer gefragt, was man für Musik macht, und das schien es am besten zu beschreiben. Mittlerweile sagen wir nur noch schlicht "deutsche Popmusik", wobei das natürlich ein weites Feld ist. Aber die elektronischen Einflüsse sind dann am Ende doch gar nicht so stark zu hören, wie das am Anfang mal gedacht war. Und Soul ist es auch nicht so recht, wobei Annes unglaubliche Stimme durchaus eine soulige Färbung hat. Wir würden es also mittlerweile schlicht als gute deutsche Popmusik bezeichnen, im besten Sinne des Wortes ;-)

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Habt Ihr eine musikalische Ausbildung genossen und wie seid Ihr zur Musik gekommen?
Anne: René hat seit frühester Kindheit Klavierunterricht gehabt und ich selbst habe auch als Kind mit Violine begonnen. Aber die Geige und ich wurden irgendwie keine guten Freunde, obwohl ich das 9 Jahre lang versucht habe. Relativ schnell zeichnete sich dann aber ab, dass es ziemlich gut ankommt, wenn ich singe - im Gegensatz zu meinem Violinenspiel. Ich hatte dann später auch Gesangsunterricht, und René hat dann sogar Musik auf Lehramt studiert.

Was wollt Ihr mit dem Bandnamen aussagen und wer hatte die Idee dazu, sich so zu nennen?
René: Mara ist Annes Patenkind. Ein aufgewecktes und total liebenswürdiges Mädchen, das in Annes Leben eine große Rolle spielt. Bei der Suche nach einem Bandnamen war relativ schnell klar, daß es "irgendwas mit Mara" sein sollte, auch weil uns der Name gut gefällt. Naja, und das mit dem April war ursprünglich eigentlich als Scherz gemeint. Irgendwer von uns sagte "Da kann man ja genauso gut Maras April heißen". Ja, warum eigentlich nicht? Mal vom Wetter her betrachtet ist der April ja schon der spannendste Monat, in dem vielleicht noch Schnee liegt oder es sind schon 30 Grad. Der Frühling erwacht und für ein Kind wie Mara gibt es da eine ganze Menge zu entdecken. Diese Vielseitigkeit wollen wir auch an den Tag legen, der Hörer soll einfach eine Menge entdecken.

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Am kommenden Freitag erscheint Euer Debüt-Album. Es heißt auch "Maras April" (Rezension: HIER). Was erwartet den Hörer, der sich Eure CD kauft?
Anne: Wie schon gesagt - es gibt viel zu entdecken ;-) Wir finden, dass es ein wunderbares Pop-Album mit sehr starken Texten geworden ist. Es geht darin eben nicht immer nur um die Liebe, es geht z.B. auch um Hass. Das sind ja zwei ähnlich starke Gefühle und die treiben die sonderbarsten Blüten. Aber es ist kein negativ gefärbetes Album, im Gegenteil. Wir können es mit Fug und Recht als unser auf CD gepresstes Herzblut bezeichen.

Wie ist die Platte entstanden? Sind die Songs eigens für das Album gemacht worden, oder gibt es die schon länger?
Anne: Wir haben im Sommer 2010 begonnen, zunächst einen Song zu schreiben. Als der ganz gut geworden ist, haben wir zwei weitere geschrieben, um sicherzugehen, dass das kein Zufallstreffer war. Dann hatten wir drei tolle Songs und wussten nicht so recht, was wir damit machen sollten. Umherschicken? Sich bei Plattenfirmen bewerben? Man kann mit drei Songs ja nichtmal ein kleines Konzert geben. Also haben wir uns gesagt: wir machen mal ein ganzes Album und schauen mal, ob das danach jemand haben will. Song für Song haben wir geschrieben, ohne Druck oder zeitliches Ziel. Nach 2 Jahren war es fertig, und wir sind unglaublich stolz darauf!

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Wie kann man sich die Entstehung eines Stücks bei Euch vorstellen? Arbeitet ihr zusammen im Proberaum oder bringt jeder seine eigenen Ideen mit?
René: Meistens haben wir eine Textidee von Ralf als Ausgangsbasis. Mir fallen dann relativ schnell ein paar Akkorde dazu ein oder ein Rhythmus. Ich mache dann ein Demo und spiele es Anne vor. Und dann hat sie IMMER eine passende Gesangslinie dazu. Das ist schon fast magisch, wie sie das macht. Dann haben wir relativ schnell ein Grundgerüst, an dem wir solange zusammen daran feilen, bis alle glücklich sind.

Wie entstehen die Texte und woher kommen die Ideen dazu?
Anne: Fast alle Texte auf dem Album kommen von meinem Vater. Obwohl oder vielleicht gerade weil er mein Vater ist, gelingt es ihm, meine Gedanken und Erlebnisse in die genau richtigen Worte zu fassen. Er sagt immer, dass die Texte auf der Strasse liegen. Er müsse mir nur zuhören oder mit offenen Augen durch die Welt gehen, dann fallen ihm die Geschichten zu.

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Wie ist es dazu gekommen, dass Ihr einen Plattenvertrag bei SONY / Ariola bekommen habt?
René: Wir haben natürlich, als das Album dann fertig war, ein paar Emails verschickt. Nicht direkt an SONY, aber an jemanden, der einen kennt, der einen kennt... und tatsächlich kam relativ schnell eine Antwort von SONY, dass sie es super gut finden und gern mit uns zusammenarbeiten würden. Wir waren total baff! Natürlich erträumt man sich so etwas immer, aber als es dann tatsächlich passiert war, waren wir sprachlos und einfach nur glücklich.

Wie steht Ihr zu Coverversionen, sprich das Nachspielen von Songs anderer Künstler. Kommt sowas für Euch in Frage oder ist das ein "No go"?
Anne: Im Moment steht es für uns nicht zur Debatte. Wir haben im Moment riesigen Spaß daran, eigene Songs zu schreiben. Vielleicht später einmal...

In wie weit hat die Plattenfirma bei Euch Einfluss auf die Songs gehabt? Haben sie eigene Vorstellungen zur Musik eingebracht oder Euch machen lassen, wie Ihr Euch das vorgestellt habt?
Anne: Wir hatten damit gerechnet, dass vielleicht hier und da jemand was zur Musik sagen würde. Aber sie haben uns absolut freie Hand gelassen. Das fanden und finden wir echt super. Auch das Artwork zum Album haben wir komplett selbst gemacht und SONY hat es eins zu eins so übernommen.

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Was unterscheidet Euch - Eurer Meinung nach - von anderen deutschen Bands aus dem Bereich Rock und Pop?
René: Also ich finde, daß wir die beste Stimme weit und breit haben.
Anne: Ach Du... (lacht)
René: Nein, im Ernst. Ich wüsste nicht, welche Stimme aus Deutschland mich sonst derart berührt hat. Außerdem sind die Texte echt stark und thematisch nicht die gleiche Leier, wie man sie sonst so aus dem Radio kennt. Und da wir uns keinerlei Gedanken über Dinge wie "Sind das auch aktuelle Sounds" oder "Kann man das so im Radio spielen" gemacht haben, ist die Musik insgesamt irgendwie... musikalischer (lacht).

Ihr nehmt am diesjährigen Bundesvision Song Contest teil und vertretet das Land Thüringen. Wie kam es dazu, dass Euch die Ehre zu Teil wurde, Euer Bundesland zu vertreten?
René: Ganz unspektakulär und damit eigentlich schon wieder spektakulär. Ich habe einfach eine CD mit drei Titeln zur Produktionsfirma Brainpool geschickt. Ohne viel Mühe - die CD war nur mit einem Edding beschrieben und es lag ein 4-zeiliger Brief dabei. Mehr nicht. Dann kam 4 Wochen später der Anruf: Ihr seid dabei!

Gab's Konkurrenz beim Kampf um den Startplatz? Hatten sich noch andere thüringische Bands beworben?
René: Darüber wissen wir leider gar nichts.

Mit welchem Ziel - abgesehen vom Sieg - geht Ihr an den Start?
Anne: Wir möchten uns bestmöglich präsentieren und ein Platz unter den ersten 5 wäre schon ein Traum.

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Welche Chancen rechnet Ihr Euch in Anbetracht der teils großen Namen, wie z. B. Luxuslärm, Xavas mit Xavier Naidoo oder Cro, aus?
Anne: Das sind natürlich große Namen mit zum Teil schon Millionen Fans. Das sind auch sicherlich die Favoriten. Trotzdem: wir haben einen sehr guten Song und wenn es danach geht, dann sollten wir auf jedem Fall im vorderen Drittel landen.

Wie wird es bei Euch weitergehen? Habt Ihr einen länger gültigen Vertrag bei Eurer Plattenfirma oder warten die Herren beim Label erstmal ab, wie Ihr so zündet?
René: Über diese Interna dürfen wir leider keine Auskunft geben ;-) Aber grundsätzlich ist schon eine längere Zusammenarbeit geplant, und wir fühlen uns sehr wohl umsorgt bei den Sonys :-)

Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft? Wo soll die Reise mit MARAS APRIL hingehen?
Anne: Wir möchten mit unserer Musik möglichst vielen Leuten schöne Momente schenken. Das wäre ja zum Beispiel bei Konzerten der Fall. Wir möchten auf jeden Fall auf Tour gehen und haben außerdem schon mit den Arbeiten zum zweiten Album begonnen.

Ich danke Euch beiden für das Gespräch und wünsche Euch maximale Erfolge am kommenden Freitag!

 

Interview: Christian Reder
Fotos: © Sony Music / Tino Sieland

 

 


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