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000 20130210 1835307936Im März, genauer gesagt am 19. März, wird es für Fans der Gruppe SILLY ein schon lange nicht mehr erlebtes Gefühl geben, nämlich dann, wenn sie im Plattenladen um die Ecke (oder durch Erhalt vom Versandhandel per Post) das neue Album ihrer Lieblingsband in Händen halten und etwas später in ihren CD-Player legen können. Knapp 14 Jahre nach „Paradies“ und dem tragischen Schicksal, das die Band mit dem Tod ihrer langjährigen Sängerin Tamara Danz ereilte, steht „Alles Rot“ in den Startlöchern. In der Rezension zur CD habe ich bereits geschrieben, dass es keine leichte Aufgabe ist, einen Frontmann oder eine Frontfrau adäquat zu ersetzen. Es ist bei AC/DC gelungen, bei Queen (noch) nicht und bei Karat wird es sich auch erst bald richtig zeigen. Bei SILLY kann man es jetzt schon sehen, hören und spüren.
Behutsam ist Anna Loos, seit 2006 die Nachfolgerin von Tamara Danz am Mikrofon, an die für sie neue Aufgabe herangegangen. Beeindruckend, wie sie den Song „Wo bist Du“, den Tamara in ihren letzten Tagen umwerfend und wunderschön auf der CD „Paradies“ zelebrierte, hier und da im TV auf ihre eigene Art interpretierte. Noch beeindruckender die vielen bis heute absolvierten Auftritte live auf der Bühne, Tamara vertretend, sie aber nie nachahmend... Aber was den Hörer der neuen CD Mitte März erwartet, war weder so zu erwarten, noch ist das in irgendeiner Form in Worte zu kleiden. Das muss man selbst erlebt bzw. gehört haben.
Es ist immer noch ein komisches Gefühl, SILLY mit einer neuen Sängerin zu sehen. Die vertrauten Gesichter von Uwe Hassbecker, Ritchie Barton und dem Tieftöner Jäcki Reznicek sind da. Tamara, aber auch Herbert Junck fehlen im Jahre 2010. Abschied wurde genommen, es ist Zeit, den Weg fortzusetzen.
Die Gruppe SILLY hat im ersten Quartal 2010 eines ganz besonders wenig: Zeit! Im Moment ist scheinbar nichts wie es mal war. Die Band ist gefragt, es stehen ohne Ende Termine an und bis zur Album-Veröffentlichung muss noch reichlich auf der Werbetrommel gepaukt werden, denn ein Comeback nach 14 Jahren ist ganz sicher kein Selbstläufer. Trotzdem hatte die Band in Person von Ritchie Barton Zeit für Deutsche Mugge. Nicht ausreichend, um mehr als 30 Jahre Bandgeschichte intensiv und umfangreich zu besprechen, aber genug, um die neue CD zu beleuchten, nachzufragen wie die Integration von Anna Loos gelaufen ist und um ein klein wenig in die Vergangenheit zu schauen...



001 20130210 1165759986Als ich die neue CD „Alles Rot“ gehört habe, hat’s mir ehrlich gesagt die Sprache verschlagen. Man rechnet nach 14 Jahren und ohne Tamara’s Dazutun mit allem Möglichen von SILLY, aber nicht mit so einer großartigen und rundum gelungenen CD, die so überhaupt keine Schwachpunkte hat...
Ja, vielen Dank! Ich habe Deine Rezension auch gelesen. Das war die erste von allen.

Kommt so ein Album dabei heraus, wenn man nach so langer Zeit ein Ventil öffnet und seine Ideen wieder in Musik umwandelt?
Ja, ich denke schon, dass man das durchaus auch so deuten kann. Es muss aber nicht zwingend so sein. Es hätte als Worst Case-Variante auch durchaus anders kommen können. Ist es aber glücklicherweise nicht. Wobei wir das bestimmt nicht veröffentlicht hätten, wenn uns das Album so nicht gelungen wäre. Das war auch immer der Tenor dessen, was wir in Interviews gesagt haben: Ein Album wird erst dann veröffentlicht, wenn wir das Ergebnis unserer Arbeit rundum gut finden.

002 20130210 1917213816Besonders beeindruckend finde ich die Harmonie zwischen Musik und Anna Loos. Das passt wie die sprichwörtliche Faust auf’s Auge. Sind die Songs um Anna herum geschrieben worden oder unabhängig von der Stimme der neuen Sängerin entstanden?
Das ist eine Geschichte, die schon vor drei Jahren begonnen hat, im Grunde mit dem Einstieg von Anna in die Band, als sie die ersten Konzerte bei der Elektroakustik-Tour komplett alleine gesungen hat. Unabhängig von dem, was die Fans sich gewünscht haben, hat Anna von sich aus da schon angefangen zu sagen: „Laßt uns mit einem neuen Album anfangen, lasst uns eins schreiben…“, damals noch sehr naiv denkend, dass man in zwei Monaten mal schnell ein neues Album fertig hat. Was man, wenn man rein technokratisch mit einer gewissen Routine und Erfahrung da ran geht, auch hätte machen können, aber nicht in dem Sinne, dass es uns befriedigt hätte. Da bin ich ganz sicher. Natürlich hätte man ein paar Songs zusammenschrauben können, aber wir wollten ein richtig geiles Album machen. Ich sage mal, wir haben auch ein geiles Album machen müssen! Für uns selbst auf der einen Seite, auf der anderen Seite auch für die Fans, nach unserer Geschichte und dem, was da gelaufen ist. Da hätte man nichts anderes machen dürfen, sonst hätte uns Tamara Bomben vom Himmel geschickt (lacht). Und das brauchte eben seine Zeit. Man muss erstmal Schwingung aufnehmen, man muss herausfinden, wie man am besten mit Anna arbeitet. Mit Tamara hatte sich über all die Jahre eine spezielle Arbeitsweise entwickelt. Die ist Anna natürlich nicht einfach so überzustülpen. Das muss man alles zuerst herausfinden. Solchen Dingen sollte man nie zuviel Tempo geben, sondern ein bisschen Geduld haben und die Dinge reifen lassen. Im Grunde genommen war die ganze Vorgehensweise, die Band wieder in die Schiene zu heben, auch keine andere. Das war ein besonderer Moment, ein ganz bestimmtes Gefühl, wo wir alle gesagt haben: „Jetzt muss es sein, jetzt ist Zeit für ein Comeback.“ Der Punkt waren nicht die 10 Jahre, die es dann zufällig waren. Das liest sich auf dem Promoblatt so, als hätten wir 10 Jahre abgewartet und jetzt dürfen wir die Trauer offiziell beenden. So war das ja nicht. Als es soweit war haben wir festgestellt, dass schon 10 Jahre vergangen waren. Ich glaube auch, dass das schon immer so ein Silly-Ding war, auch in den früheren Jahren mit Tamara, dass wir alles doch immer erst haben reifen lassen. Wir sind die Sache schon immer etwas ruhiger angegangen, ohne hektisch zu werden...

003 20130210 1377307431Wieviel bringt Anna mit? Wird sie selbst auch irgendwann in die Kreativabteilung bei SILLY mit eingreifen und evtl. Texte oder Kompositionen beisteuern?
Der Text-Faktor war ein ganz entscheidender bei uns. Dass wir die Musik sicherlich ganz gut hinbekommen würden, das war uns irgendwie schon klar. Da haben wir zumindest eine gewisse Sicherheit gespürt. Die offene Frage war: „Wie sehen die Texte 2010 aus?“. Ein Text macht zur Komplettierung eines Songs eine ganze Menge aus, vor allem wenn man musikalisch so ein künstlerisches Vorleben hat wie wir, also auch ein Image mitbringt. Darüber haben wir eine ganze Zeit nachgedacht. Als bekannt wurde, dass wir neue Sachen planen, kamen – wie sich das eben so herumspricht – von ganz verschiedenen Leuten, zum Teil auch bekannten wie Heinz Rudolf Kunze, Texte per eMail reingeflattert oder wurden uns nach Konzerten in die Hand gedrückt. Da waren teilweise gar nicht so schlechte Sachen dabei. Teilweise hat man im Text deutlich gemerkt, dass sich Leute bemüht haben, einen Silly-Text zu schreiben, sprich Karma-Sprache aufzunehmen. Aber am Ende waren das halt doch keine Werner-Karma-Texte. Das war dann immer nur „so wie…“. Es war nichts dabei, was so richtig auf dem Punkt war. Anna kam dann auf die Idee und sagte: „Wieso sprechen wir Werner nicht direkt an?“ Nun ist die Geschichte ja bekannt, dass es damals eine Trennung zwischen Werner Karma und uns gab und Tamara dadurch selbst zur Texterin wurde. Dieses Ding stand also immer noch irgendwie im Raum. Anna hat einen großen Anteil daran, dass sich das nach dem Treffen mit Werner wieder eingerenkt hat. Das war Ende 2008/Anfang 2009. Danach ging der kreative Prozess richtig los. Werner brauchte zu Beginn auch erstmal einen Moment um zu sehen, was man machen kann und wie Silly heute textlich klingen kann. Er hat uns erst eine Textmappe vorgelegt, in der ein gewisser Teil der Texte, die jetzt auf dem Album gelandet sind, auch schon dabei war. Da war schon zu merken, dass das eine wirklich andere Qualität war als das, was uns von anderen Leuten vorlag. Von da an war es ein ständiger Prozess mit Verwerfen, Ändern usw. Das ging eigentlich bis in die letzten Tage der Produktion im Studio hinein.
In Sachen Texte hat sich Anna dann auch irgendwann getraut, Ideenskizzen, die sie aktuell hatte und auch schon vorlagen, anzufertigen. Das hatte große Ähnlichkeit mit Tamara, die das ähnlich praktiziert hatte. Sie hat sich auch immer Ideenskizzen gemacht und diese dann irgendwann zu Texten verarbeitet. Anna machte das auch, und die waren teilweise sogar schon halb bis ¾ fertig. Das waren gar keine so schlechten Texte! Es kann also durchaus sein, dass da in Zukunft, beim nächsten oder übernächsten Album, schon was von ihr dabei ist. Aber das muss auch erstmal reifen. Da muss sie reinfinden. Man darf dabei nicht vergessen, dass Tamara – wie sie selbst oft gesagt hat – 10 Jahre „Karma-Schule“ hinter sich hatte, bevor sie selbst als Texterin aktiv wurde. Man lernt sehr viel, wenn man mit Werner Karma zusammen arbeitet. Tamara hat sich danach auch noch mit Gundermann als Coach zusammengetan, bevor sie es dann wirklich ganz alleine gemacht hat.

004 20130210 1030634517Anna hat ja bereits vor SILLY schon Ausflüge in die Musik unternommen. Kennst Du ihre Single „My Truth“, den Song, den sie zum Film „Anatomie“ beigesteuert hat?
Ja, klar! Kenn ich. Anna könnte dazu selbst am besten etwas sagen. Ich weiß aber, was sie immer dazu sagt… Sie sagt, dass sie schon immer Musik gemacht hat. Schon während ihres Schauspiel-Studiums in Hamburg hat sie Jazz gemacht, und mit solchen Sachen nebenbei ein bisschen Geld verdient. Sie war auch mal mit einer Bigband unterwegs, und auch in einer Punkband war sie aktiv, als sie noch in Brandenburg lebte. Sie hat da ganz verschiedenartige Sachen gemacht und hatte irgendwann das Gefühl, dass das mit der Musik wohl doch nichts für sie werden würde, weil sie sich nirgendwo so ganz zuhause fühlte. Sie sagt immer, das sei wie übergestülpt gewesen oder hätte nur einen bestimmten Zweck verfolgt. Erst als wir uns trafen, sagt sie, wäre das wie aufgehoben gewesen. Da war für sie klar, dass es das ist und dass sie das machen will. Merkwürdigerweise war es so, und das sagt sie auch bei jedem Interview, dass sie früher SILLY-Fan war und zusammen mit ihrem Vater, als sie 14 oder 15 war, zu einem Konzert in Potsdam fahren durfte. Ihre erste Platte, die sie sich selbst gekauft hat, war „Bataillon d’Amour“...

So kommt man dann zur Musik...
Genau! Als wir das erste Treffen in Münchehofe hatten, hat sie ganz reduziert nur mit Begleitung am Flügel und Akustikgitarre ohne Mikro in den Raum hinein gesungen. In dem Moment hatten wir das Gefühl, als würden wir uns schon eine Weile kennen. Und das war auf beiden Seiten so. Das war ihrerseits so, wie wir später im Gespräch festgestellt haben, und unsererseits ebenso. Man hat eine ganz große Vertrautheit gespürt.

005 20130210 2060729641Das war also der ausschlaggebende Punkt, dass sie die neue Frau am Mikrofon bei SILLY geworden ist?
Nicht ganz. Das war noch zu der Zeit, als wir mit „Silly & Gäste“ unterwegs waren. Wir hatten gerade die erste Runde mit 27 Konzerten hinter uns. Dieses erste Treffen mit Anna war im Januar 2006. Sie hat sich dann relativ schnell zu dem Gedanken hinreißen lassen, dass sie das Programm ganz gerne alleine machen wollte. Das Konzept „Silly & Gäste“ war unsererseits ohnehin nicht für die Ewigkeit vorgesehen, das wäre logistisch wie finanziell auf ganz lange Distanz gar nicht durchhaltbar gewesen. Wir haben das auf ein knappes Jahr begrenzt. Wir haben Anna dann vorgeschlagen, das als Quereinsteiger in der 2. Hälfte der Tour zu probieren und haben gesagt: „Schau erstmal, wie sich das überhaupt für Dich anfühlt.“ Also hat sie anfangs im Programm neben den anderen Sängern erst nur vier oder fünf Songs gesungen und das immer besser und besser. Sie hat sich sozusagen entwickelt. Für 2006 hatten wir außerdem noch nach einer kurzen Pause nach „Silly & Gäste“ - das letzte Konzert dieses Programms war am 2. September - für Ende Oktober ein Unplugged Konzept unter dem Namen „Elektroakustik-Tour“ geplant. Und bei dieser Tour hat sie erstmalig allein an der Front gestanden. Während der zweiten Phase von „Silly & Gäste“ wurde es für uns immer klarer, dass Anna die neue Sängerin werden würde. Ursprünglich hatten wir vor, zum Ende des Jahres die „Silly & Gäste“-Sache auf vielleicht zwei Sängerinnen einzudampfen, in unseren Köpfen waren dafür Anja Krabbe und sie vorgesehen. Und da hat Anna gesagt: „Das ist inkonsequent! Wenn, dann müsste man das nur mit einer Sängerin weitermachen.“ Sie hat das auch ganz gut begründen können im Sinne dessen, wie sie SILLY früher wahrgenommen hat, dass man sich auf eine Sängerin einschießen und ihr über die Texte emotional folgen konnte. Das war das, was ihr im kritischen Sinne an „Silly & Gäste“ nicht so gefallen hat, obwohl sie den Sound geil fand, sagte sie. Aber es war eben etwas ganz anderes als früher, nämlich dass man als Publikum immer so geschüttelt wurde. Gerade hatte man sich auf den einen Sänger eingeschossen, da kam auch schon der nächste. Und das, meinte sie, müsste anders werden, und bot sich an, das selbst und allein zu machen. Nachdem wir uns das bei den Konzerten, die wir gemeinsam mit ihr bei „Silly & Gäste“ im Sommer hatten, angeschaut haben war relativ schnell klar, dass wir das riskieren konnten. Natürlich war es in gewisser Weise auch ein kleines Wagnis für alle Beteiligten. Schon nach dem ersten Konzert der Elektroakustik-Tour in Greifswald hat das Publikum Anna fast rausgetragen. Zuerst kam sie ganz schüchtern auf die Bühne und am Ende hat sie gestrahlt. Das hat sich dann von Konzert zu Konzert entwickelt und so hat sie Sicherheit gewonnen. Anna ist für uns ein großer Glücksfall, muss ich sagen. Das ist eben nicht am grünen Tisch entstanden, was sowieso nicht geht. Da sind so viele Faktoren, die zusammen kommen und zusammen passen müssen, um das so werden zu lassen wie es ist. Wie hat Uwe vorhin in einem Interview gesagt? Er meinte, dass Tamara da ein bisschen mit dran rumgedreht hat (lacht). Wir sind alle keine Esoteriker, aber das sind dann auch immer so gefühlsmäßige und emotionale Momente, die da mit reinspielen...

jacki 20130210 1230946904Zurück zu „Alles Rot“: Wie lange habt Ihr zwischen dem konkreten Vorhaben „Jetzt machen wir eine neue CD“ und dem letzten Ton im Studio gebraucht, bis das Album komplett fertig war?
Zwischen dem sich gemeinsam mit Anna hinsetzen mit ersten Skizzen zu den Songs und dem letzten Ton im Studio liegen 1 ½ Jahre.

Welche Stärken siehst Du selbst in der CD?
Das Positive an der CD ist die Geschlossenheit. Das weiß man halt vorher nicht so genau, wie einem das gelingt. Das war aber früher auch nicht anders. In dem Sinne haben wir das erlebt, was wir eigentlich immer erlebt haben, dass es am Ende einen Guss ergibt. Komischerweise mit einem gewissen Abstand zur Studioproduktion - das ist ja jetzt noch nicht so sehr lange her, aber ein gewisser Abstand ist doch schon da - spürt man das erstmal richtig. Solange man im Prozess des Produzierens ist, ist man sich da noch nicht ganz sicher. Aber es gibt eine große Geschlossenheit innerhalb dieses Werkes.

Passend dazu wird es eine Tournee geben, die Euch quer durch die Republik führen wird. Sogar in den Westen, wo sich viele Eurer Kollegen schon gar nicht mehr hintrauen. Was habt Ihr für diese Tour vorbereitet, kannst Du uns da schon etwas verraten?
Naja, nur partiell. Du wirst sicher schon gesehen haben, dass die Tour im Mai nicht so sehr lang ist. Allerdings war die Idee von unserem Management, der wir auch sofort folgen konnten, dass wir nur größere Städte ansteuern werden. Mal sehen, wie sich die CD entwickelt, es wäre schön, wenn das auch alles organisch geht, dann wird sich eine etwas umfangreichere Tour im Herbst anschließen, die uns dann auch – sagen wir mal – in ein paar mittlere Städte führen wird...

006 20130210 1484531924...und vielleicht sogar ins Ruhrgebiet...
Stimmt, da sind wir jetzt gar nicht. Ich höre aber gerade von unserem Manager Axel, dass das im November was wird.

Oh, sehr gut. Da werde ich dann auch dabei sein! Was erwartest Du von der Tour? Mit welchen Gefühlen gehst Du auf diese Konzertreise?
Erstmal sind wir alle voll froher Erwartung, weil das immer mit am geilsten ist, mit neuen Sachen auf die Rolle zu gehen. Wir hatten vor zwei Wochen einen Show-Case, da haben wir die ersten sieben neuen Songs gespielt und vorgestellt, und das wollen wir im Mai um die nächsten sieben Songs, die noch zu proben sind, erweitern. Soweit sind wir aber noch nicht. Wir erwarten und hoffen, dass es doch auch im Westen einigermaßen gut gefüllte Häuser geben wird. Im Osten macht man sich da nicht so große Sorgen, weil ich glaube, dass das da schon klappen wird. Und wenn wir den Schritt im Westen 20 Jahre nach der Wende auch noch hinkriegen, und wir da eine gewisse Aufmerksamkeit bekommen und entsprechend Publikum ziehen können, wäre das schön.

Dann kommen wir jetzt mal zu Dir und reisen mal ein klein wenig zurück in der Zeit. Du bist das am längsten bei der Band spielende Mitglied. Wie bist Du damals zu SILLY gestoßen?
Bevor ich bei SILLY eingestiegen bin, war ich schon ein Jahr mit Tamara liiert. 1980 bin ich von Magdeburg nach Berlin gegangen und bin zusammen mit meinem Freund Gisbert „Pitti“ Piatkowski zu einer Studioproduktion von CITY geholt worden. Das war damals die erste englischsprachige Produktion, die die Band gemacht hat und die überhaupt in der DDR gemacht wurde. Wir arbeiteten mit dem amerikanischen Produzenten Jack Riley zusammen und die Platte hieß „Dreamer“, im Westen „Dreamland“. City hatte vorher keinen Keyboarder, es sollten da aber auf alle Fälle ein bisschen Synthie-Sound und Keyboards auftauchen. Das habe ich dann eingespielt. Wir sind im Zuge dieser Produktion gleich bei City eingekauft worden, und auf diese Art und Weise bin ich nach Berlin gekommen. Die Band hat dann zwei Jahre lang mit sechs Musikern existiert, war aber total zerstritten. In dieser Zeit habe ich Tamara kennengelernt. Silly war gerade in einer Art Umbruch. Sie waren so ein bisschen auf der Suche, was sie musikalisch machen wollten. Bis dahin haben die fast schlagerhafte, poppige Sachen gemacht, so ein bisschen funk- und ska-beeinflußt.1984 20130210 1560736539
Als Tamara und ich zusammen kamen, hatte Silly gerade den Grand Prix der Bratislavska Lyra gewonnen, und da gab es hinterher seitens verschiedener Leute und Stellen Bemühungen, die Band zu einer Schlagerband umzufunktionieren, respektive Tamara da raus zu holen und ihr eine Solokarriere zu ermöglichen. Das wollte sie überhaupt nicht, denn ihr Sinn stand nach ganz was anderem. Ein Teil der Band war von der Idee verführt, der andere nicht. Außerdem gab es noch den Texter, auf den sie kurz vorher gestoßen waren, Werner Karma. Es waren auch zwei oder drei einzelne Songs vorhanden, die im Rundfunkstudio bereits produziert waren. An einem war ich sogar als Gast, aber immer noch als City-Mitglied, beteiligt. Ich hatte meinen Ausstieg bei City zum Ende des Jahres 1981 angekündigt, weil ich die Situation innerhalb der Band, diese Zerrissenheit und den Streit, nicht mehr ausgehalten habe. Danach wollte ich mich aus dem Pop- und Rockbereich, aus diesem Umfeld komplett entfernen und hatte so leichte Jazz-Ambitionen im Kopf gehabt. Ich hab mir gedacht: „Setzt Du Dich hin, übst noch ein bisschen, und machst dann auf der Strecke weiter.“ Dann kam aber der Teil der Silly-Musiker, der mit Werner Karma und dieser neuen textlichen Facette weiter arbeiten wollte, fast allabendlich zu Tamara und mir nach Hause und hat uns belatschern wollen, dass ich doch bei SILLY einsteigen sollte. Silly hatte zu dem Zeitpunkt zwei Keyboarder, die aber wohl beide nicht so für das Neue zu erwärmen waren, deshalb sollte ich das machen. Ich habe gesagt: „Nein, auf keinen Fall“, und auch Tamara sagte: „Nein, Ritchie und ich spielen nicht zusammen in einer Band, sonst können wir es vergessen, weiterhin ein Paar zu sein.“ Wir waren gerade frisch verliebt. Irgendwann haben sie es dann aber doch geschafft, uns zu überreden, und ich bin im Januar 1982 bei SILLY eingestiegen.

Und wie ging es dann weiter, als Du bei SILLY warst?
Wir haben sofort angefangen, das Album „Mont Klamott“ auf Basis der Texte von Werner, die zum Großteil schon vorlagen, zu kreieren. Kurz danach ist „Mont Klamott“ entstanden, weil wir das auch gleich eingespielt haben, und es erschien 1983.

SILLY waren in den 80ern modetechnisch und auch musikalisch die Paradiesvögel in der Musikszene der DDR, vielleicht sogar Trendsetter… Stimmst Du mir da zu?
Ja, stimmt! Da stimme ich Dir absolut zu. Das darf ich mit soviel Abstand auch sagen (lacht).

1987 20130210 1086051977Immer wenn ich Fotos von Euch aus der damaligen Zeit sehe, fallen einem die außergewöhnlichen Outfits auf. Bei Dir muss ich dann immer sofort an Nick Rhodes von Duran Duran denken...
Komischerweise höre ich immer alles Mögliche, z.B. David Bowie. Die Duran Duran-Parallele habe ich auch schon sehr oft gehört. Am meisten kommt aber merkwürdigerweise immer der Vergleich mit David Bowie, weil damals auch der Film „Die Reise ins Labyrinth“ mit ihm lief, in dem die Frisuren doch recht ähnlich waren. 

Wieviel Einfluss hat das musikalische Umfeld, national wie international, auf Euer Auftreten und Euer Äußeres gehabt?
Sowas hat natürlich immer Einfluss! Damals wie heute, muss ich sagen, denn man lebt ja nicht im luftleeren Raum. Man versucht aber doch, sein Eigenes draus zu machen. In den 80ern war das ganz extrem durch die Tatsache, dass wir „hinter verschlossenen Türen“ gelebt haben. Man hat natürlich Westfernsehen geschaut und Westzeitungen in die Hand bekommen, aber trotzdem in einer völlig anderen Welt gelebt. Im Sinne des Outfits haben sich bei uns Sachen zusammengesetzt, die im Westen ganz klar getrennt waren, z.B. in Metal-Kleidung, Popper und anderes. Das haben wir erstmals gemerkt, als wir zu einem Konzert im Westen aufgeschlagen sind. In Dänemark auf einem großen Festival dachten die Leute zuerst, wir machen ganz andere Musik. Aber nur aufgrund unserer Frisuren und unseres Outfits. Das haben wir erst spät realisiert. Wir sind eigentlich nur unserem Geschmack gefolgt, also dem, was uns gefallen hat. Und deshalb haben wir Sachen miteinander kombiniert, die mit Sicht nach außen gar nicht zusammengepasst haben. Aber für uns existierte das ja nicht.

1993 20130210 2046635482Du hast es gerade angesprochen: Es gab Konzerte von SILLY auch im Westen. Wann gab’s die erste Konzertreise „rüber“ und wo ging es hin?
Wir haben lange Jahre darum gekämpft, im Westen spielen zu dürfen, und wir hatten schon recht früh, nämlich 1983, die ersten Angebote. Damals hatte auch schon unser alter Freund Jim Rakete zu uns Kontakt aufgenommen. Er kam in den Osten und wollte mit uns sofort loslegen und arbeiten, so wie er damals auch mit Spliff und Nena gearbeitet hat. Daraus ist anfänglich aber nichts geworden. Allerdings hat er trotzdem im Westen seine Hausaufgaben gemacht, und wir haben unsere im Osten gemacht, so dass es dann letztlich Ende 1986 dazu kam, dass das Album „Bataillon d’Amour“ im Westen bei der CBS erschienen ist. Erstmalig aus diesem pauschalen Optionsdeal heraus, den die Teldec mit der AMIGA hatte, und bei dem jede Band aus dem Osten automatisch bei der Teldec veröffentlicht wurde. Jim hat damals immer gesagt: „Ihr dürft nicht zur Teldec gehen! Die machen nichts. Die bringen das nur raus, ansonsten passiert da nix. Ihr müsst zur CBS.“ Das hat Jim irgendwie geschafft, auch das Interesse solange zu halten. Und wir haben es geschafft, uns hier im Osten so trotzig zu zeigen, dass wir am Ende doch das bekommen haben, was wir wollten. Was da alles gelaufen ist, würde jetzt hier den Rahmen sprengen, aber wir haben es geschafft, ein Album im Westen nicht erscheinen zu lassen, nämlich das „Liebeswalzer“-Album, das zwischendurch herausgekommen ist. Wir haben gesagt: „Wenn es bei der Teldec veröffentlicht werden soll, dann soll es lieber gar nicht im Westen erscheinen.“ Das wurde dann im Westen nicht veröffentlicht, und beim nächsten Album „Bataillon d’Amour“ war es dann möglich, es im Westen, aber nicht bei der Teldec zu veröffentlichen. Für die Produktion hatten wir Micki Meuser als Co-Produzenten hier im Osten dazu bekommen, und das hat sich für uns dadurch ganz neu angefühlt. Das waren immer kleine Schritte, die das Alte und Erstarrte so ein bisschen aufgeweicht haben. Und irgendwann hat es dann auch mit einer kleinen erpresserischen Aktion, die da hieß „Ausreiseantrag von Tamara“, geklappt, dass wir Ende `86 Anfang `87 die ersten Reisen gemacht haben. Zuerst gab es so kleine „Testreisen“ seitens der Behörden, die uns das Visum gegeben haben, z.B. nach Finnland. Dort gab es auch eine kommunistische Partei, die natürlich auch ihr Pressefest gefeiert hat, wie alle Parteien das tun, und dahin durften wir reisen und spielen. Das war auch gar nicht mal so klein, denn es war ein richtig großes Sommerfestival. Die nächste Reise, ging nach Frankreich zur „Lumanitee“ nach Paris, auch zu einem Pressefest der kommunistischen Partei.

2004 20130210 1543794089Ich glaube, SILLY hatte am wenigsten mit dem Problem zu kämpfen, dass das Interesse an nationaler Musik nach der Wende weniger wurde, oder? Ich erinnere mich daran, dass das „Hurensöhne“-Album 1993 richtig gut abging, sowohl im Westen als auch im Osten. Erinnere ich mich da richtig?
Jein... Zunächst mal sind wir 1990 in das gleiche Loch gefallen wie die anderen Ostbands auch, vor allem aber die etablierten Ostbands. So junge Typen, die natürlich auch ihren Wohnsitz und Lebensmittelpunkt im Osten hatten, wie z.B. die Prinzen, die damals noch Herzbuben hießen, konnten hingegen neu starten. Gerade die hatten gleich zu Beginn Udo Lindenberg an ihrer Seite und dadurch ein anderes Kapitel aufgeschlagen. Aber für uns, und wir waren eine bereits etablierte DDR-Band, war es genauso schwer, wie für alle anderen etablierten DDR-Bands. Uns ging es aber ein bisschen besser, weil wir erstens ein paar Rücklagen durch die Erfolge der Jahre davor hatten, und ein paar Auslandskonzerte, die nicht gecancelt wurden. So haben wir das erste Jahr ganz gut überstanden. Die ganzen Deutschland-Konzerte wurden fast durchweg abgesagt. Vielleicht zwei oder drei West-Konzerte nicht, aber die DDR-Konzerte alle. Wir waren direkt nach der Wende in Amerika, und haben dort z.B. in Chicago gespielt. Damals waren wir logischerweise noch die „Exoten“ aus dem Osten. Letztendlich war das doch ein sehr bewegtes und spannendes Jahr für uns, aber auch ein Jahr, das es nicht zugelassen hat, zum Ende des Jahres ein Album zu kreieren und erscheinen zu lassen, wie wir es ursprünglich geplant hatten. Das haben wir nicht hingekriegt. Dazu war das Ganze zu wild und die Köpfe waren zu durcheinander. Textideen die man hatte, waren so plötzlich nicht mehr gültig. Darum hat’s mit dem neuen Album dann doch ein bisschen länger gedauert. Das hat sich dann alles in dem relativ wilden „Hurensöhne“-Album widergespiegelt. Wild im Sinne von Stilmixes. Das Album war genauso wie es in unseren Köpfen aussah.

Die Zeit danach war für Euch auch mit vielen Live-Konzerten und eben erwähnter Platte sehr spannend. Leider erkrankte Tamara während der Arbeiten am Nachfolgealbum „Paradies“ und starb kurz nach der Veröffentlichung. Wie und wann habt Ihr von Tamaras Krankheit erfahren?
Eigentlich direkt zu Beginn der Produktion zu „Paradies“. Wir haben direkt nach dem „Hurensöhne“-Album damit begonnen, unser Studio aufzubauen. Wir hatten in Berlin-Mitte am Gendarmenmarkt einen Proberaum und haben geplant, dass wir bestimmte Teile der Produktion dringendst in der Hand behalten und alleine machen müssen. Technisch professionell meine ich jetzt. Das resultierte aus den Erfahrungen davor. Wir wollten uns nicht mehr so abhängig von den Plattenfirmen halten, die uns Studioproduktionen ermöglichten. Das sollte alles viel unabhängiger werden. Das war eine richtige und sehr wichtige Idee. Wir haben angefangen, uns entsprechende professionelle Komponenten zu kaufen und haben die in unseren damaligen Proberaum eingebaut. Der Proberaum wurde dann mehr und mehr ein Studio, und irgendwann konnte man das dann auch durchaus als professionelles Studio bezeichnen. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt, was auch immer ein sehr wichtiger Aspekt ist, und haben begonnen, das Album erstmalig in unserem eigenen Studio selbst zu produzieren. Auch „Hurensöhne“ hatten wir schon selbst produziert, und uns keinen Produzenten mehr dazu genommen. Nur hier kam jetzt noch das eigene Studio dazu.tamara 20130210 1471509276
In einer relativ frühen Phase der Produktion haben wir von Tamaras Erkrankung erfahren, ich erinnere mich noch sehr genau an den Tag. Wir wollten gerade Bläser für das Album aufnehmen – wir haben auf „Paradies“ keine Sample-Bläser drauf, sondern richtige – und die Section, bestehend aus vier Leuten, kam zu uns ins Studio. Das waren Freunde von uns, und wir haben da ein bisschen rumgealbert. Wir haben für die Aufnahmen alles vorbereitet und eingerichtet, so was braucht ja auch seine Zeit, und plötzlich kam ein Anruf. Uwe ging ran und wurde ganz grün im Gesicht. Das hat auch jeder gemerkt, da stand plötzlich irgendwas im Raum. Die Erschütterung in seinem Gesicht war sozusagen ablesbar. Die war nicht zu übersehen. Tamara kam wohl vom Arzt und hat ihm direkt mitgeteilt, was ihr mitgeteilt wurde. An dieser Stelle haben wir auch direkt aufgehört, den Produktionstag fortzusetzen. Glücklicherweise, auch für sie glücklicherweise, haben wir das Album - teilweise auch relativ normal – fertig machen können. Nach der ersten Operation ging es ihr ein halbes Jahr lang ziemlich gut. In der Zeit haben wir das Album auch fertiggestellt. Im letzten halben Jahr gab es einen extremen Einbruch, und diese Zeit kann man schon als die Hölle bezeichnen. Das Album war da schon fertig, bis auf die Mixes.
Du wirst es sicher gelesen haben oder es wird Dir zu Ohren gekommen sein, dass Uwe, meine damalige Freundin, die Arzt im Praktikum war, und ich Tamara bis zum Schluss alleine betreut haben. Die Spezial-Ärzte kamen natürlich zwei oder drei Mal die Woche, aber dieses Alltägliche haben alles wir gemacht. Es gab keine Fremdbetreuung, das wollte Tamara auch nicht.

tamara2 20130210 1463838313In dem Film „Tamara“ kam das zur Sprache, ja...
Genau, da haben wir darüber erzählt. Uwe ist in der Zeit immer mal wieder rüber ins Studio gegangen und hat einen Mix gemacht und noch einen Mix… Das war ja nicht weit weg, einmal schräg über den Platz rüber.

Ich halte „Paradies“ handwerklich und inhaltlich für das bis dahin stärkste SILLY-Album. Hätte die CD unter anderen Umständen für Euch ein größerer nationaler Erfolg werden können, als es das am Ende wurde? Vielleicht sogar auch international? Immerhin seid Ihr auf einem guten Weg dorthin gewesen...
„Hätte liegt im Bette“, sagt man so schön (lacht). Vielleicht. Es war aber nun mal so, dass wir dieses Album nichtmal mit einem einzigen Konzert promoten, es den Leuten live vorführen konnten. Auch was die notwendige mediale Arbeit betrifft, konnten wir uns nicht entfalten, weil wir Tamara betreut und gepflegt haben. Wir haben uns nur im nahen Umfeld, vielleicht bis Potsdam Babelsberg, bewegt und konnten da ein Interview machen, wenn wir für zwei Stunden jemand anderen für die Betreuung gefunden haben. Sehr viel mehr ging nicht. Das alles hat natürlich durchaus mit beeinflusst, dass das Album keine größeren Kreise ziehen konnte. Vom Inhaltlichen her könntest Du Recht haben, das darf ich jetzt auch sagen, denn das ist ja schon so lange her (lacht).

Es ist ja auch ein tolles Album. Man hört, dass da bis ins kleinste Detail gefeilt wurde. Im Vergleich zu anderen Sachen, die damals herauskamen, sticht „Paradies“ weit heraus… Leider verebbte das dann nahezu im Nichts.
Ja, das verebbte leider. Stimmt.

2006 20130210 1599025867Ihr habt Euch nach Tamaras Tod alle sehr lange und sehr weit zurückgezogen. War für Euch damals klar, dass es irgendwann weitergehen würde?
Was folgte war, dass wir natürlich erstmal zwei oder drei Jahre in relativ tiefer Trauer gefangen waren. Wir hatten Glück, dass wir das Studio mit der ersten Produktion ausprobiert hatten, die dann auch gelungen war. Das hat uns in der ersten Zeit ernährt, denn wir hatten eine ganze Menge Aufträge für Studioproduktionen. Erst im dritten oder vierten Jahr hatte man vielleicht die Idee, „man müsste oder könnte“. Dann kamen auch von außen die ersten Fragen: „Wollt Ihr nicht wieder?“. Wir haben da immer geantwortet: „Aber wie?“. Da kommen dann auch immer so Neunmalkluge die sagen: „Nehmt Euch doch einen Sänger“, oder „Nehmt doch die und die… ich hab’ da eine Sängerin gehört, die sieht aus wie Tamara und klingt auch so wie sie.“ Na, wunderbar! Das war genau das, was wir n i c h t suchten. Man konnte es sich damals einfach nicht vorstellen. Im Endeffekt hat’s 10 Jahre gedauert. Ich wiederhole mich: Die waren nicht festgelegt, sondern als wir den ersten Schritt gemacht haben waren zufällig 10 Jahre vorbei. Die Idee war, „Silly & Gäste“ zunächst mal zum Ausprobieren zu machen, und das mündete dann im Finden von Anna...

...und mit Veröffentlichung von „Alles Rot“ im Jahre 2010.
Richtig!

Wir drücken Euch auf alle Fälle die Daumen und hoffen, dass sowohl CD als auch Tour erfolgreich sein werden...
Das wäre toll. Danke, auch vom Rest der Band!

Das war’s leider schon. Hast Du noch ein paar letzte Worte für die Leser?
Ja, immer schön „Alles Rot“ hören, voten, wo es etwas zu voten gibt (lacht). Erstmal aber die Platte vorbestellen, so dass wir mit „Alles Rot“ das nachholen können, was Du vorhin dem „Paradies“-Album nachgesagt hast. Vielleicht kriegen wir das ja mit Hilfe der Leser diesmal hin.

Ich hab’s mir trotz der Promo auch als offizielle Version mit DVD vorbestellt. Was ist da überhaupt drauf?
Da ist eine kleine Dokumentation von – ich glaube – ungefähr 35 Minuten drauf. Die ist ganz interessant und ganz gut geworden, finde ich.

Vielen Dank für die Zeit und die Antworten.

 

Interview: Christian Reder
Bearbeitung: kf, cr
Fotos: Pressefotos, Petra Heinzel, Archiv Deutsche Mugge




Bitte auch beachten:
- Portrait über die Gruppe SILLY: HIER klicken
- CD-Rezension zu "Alles Rot": HIER klicken

 


   
   
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