Er ist nicht an Gebiete gebunden,
und doch gibt es in Thüringen
eine ganz besondere Liebe zum Blues.
Als wäre er auf den Hopfenfeldern
noch einmal erfunden worden.
(Waldemar Weiz)


Der Blues ist in Thüringen tief verwurzelt, war schon zu DDR-Zeiten eine Hochburg. Doch darum soll es hier in diesem Artikel nicht gehen. Wer mehr über diese Zeit wissen will, dem sei die vorzügliche Publikation von Michael Rauhut "Das Kunden-Buch - Blues in Thüringen" (aus dem obiges Zitat stammt) empfohlen. Ich bin sehr viel in Thüringen unterwegs, stellvertretend seien hier der Bluesfasching in Apolda, Kuhstall Tanna, sowie die beiden Open Airs in Öttersdorf und Vollmershain erwähnt.
Dort trifft man seit Jahren immer wieder auf eine sympathische Band, die sobald sie zu spielen anfängt, für eine ausgelassene Stimmung vor der Bühne sorgt. Diese Band möchte ich heute vorstellen ...







Biographie:


Bandgeschichte
Im Jahr 1990 hörten zwei Schulfreunde unabhängig voneinander, teils von alten Tonbändern des Vaters oder als Konzertaufzeichnung im Fernsehen, die Musik eines amerikanischen Bluesmannes namens McKinley Morganfield, besser bekannt als Muddy Waters. Von Stund an gab es zwei enthusiastische Bluesfans mehr in Thüringen. Aber sie wollten mehr ... nicht nur hören, sondern auch diese Musik selber spielen! So suchten sich Marco Matthä und Arnd Sauer Leute für ihre geplante Band und fanden in Ringo Frischmann und Steffen Herbst willige Mitstreiter. Man begann zu proben (manchmal zum Leidwesen der lieben Nachbarn) und versuchte dem Bluessound nahezukommen. Arnds Bruder Uwe war anfänglich nur so zum Hören hin und wieder mal mit im kleinen Proberaum, doch auch ihn ergriff irgendwann das Bluesfieber. Und da die Brüder als Kinder Instrumente erlernt hatten, wollte und konnte er auf seine Weise mitmachen. Nach und nach fand sich dann eine spielbare Besetzung mit Marco als Sänger und Mundharmonikaspieler, Arnd und Uwe wechselseitig an Bass und Gitarre, Ringo als Leadgitarrist und Steffen an den Drums. Aufgrund des erheblichen Längenunterschiedes zwischen Arnd (1,64) und Steffen (2,12) fand man auch schnell einen passenden Bandnamen: Kurz & Lang

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So kam es dann zum ersten öffentliche Auftritt und zu anfänglichen Erfolgen der Formation. Unter den Bluesfreunden sprach sich der Name dieser neuen Band bald herum, regelmäßige Konzerte folgten, 1993 der erste Auftritt in Oettersdorf. Doch dann begann etwas, was meistens den schleichenden Tod hoffnungsvoller Bands verursacht. Ständige Besetzungswechsel innerhalb der Gruppe und ein Kommen und Gehen von Musikern, welche kürzer oder länger blieben. Nachdem 1999 auch Ringo aus der Band ausstieg um zum Studium nach Dresden zu gehen, wollte die Kapelle einen neuen Gitarristen einstellen und hatte mit Frank Weisheit als Fan und Freund auch einen aussichtsreichen Kandidaten. Aber Frank traute sich das damals nicht zu, und somit versuchte sich das übrig gebliebene Trio aus Arnd, Marco und Uwe mit akustischem Blues, hatte aber außer einem kleinen Auftritt keinen Erfolg. Das Schicksal von Kurz & Lang schien besiegelt!

Ungefähr zur selben Zeit suchte der aus Weimar stammende Bassist Christoph Gallas, welcher vorher lange Jahre in bekannten Thüringer Rockbands und Tanzkapellen gespielt hatte, eine neue Band und wollte sich eine eigene Formation zusammenstellen. Nachdem er bei einem Konzert seiner damaligen Band in der "Alten Mälzerei" in Eisenach bei einer Session den Gitarristen Frank Weisheit und dessen damalige Band CONNY AM HERD sowie deren Schlagzeuger kennenlernte, lud er diese zwei Musiker zu einer Probe ein, um seine Idee einer Rock & Roll Band auszutesten. Es fehlte aber ein Sänger, und Frank brachte das Gespräch auf Marco. Der kam auch zur Probe und es ließ sich ganz gut an. Aber dann verließen ihn Schlagzeuger und Leadgitarrist.

So saßen drei unbeschäftigte und frustrierte Musiker bei Christoph im Probenraum und Marco wollte das Ganze eigentlich bleiben lassen. Doch dann kam von ihm die Frage, wie es denn wäre Blues zu spielen. Damit traf er bei Christoph auf offene Ohren. Marco machte dann auch den Vorschlag, seinen alten Freund Arnd, welcher schon lange lieber Schlagzeug spielen wollte, mit dazu zu holen. Zwei Wochen später kam Marco mit Arnd zur Probe und brachte auch dessen Bruder Uwe mit. Es war ein denkwürdiger Augenblick, als diese fünf Jungs beim Apfelwein zusammen saßen und sich über Musik unterhielten. Marco meinte, man sollte versuchen etwas zu spielen, und schlug einen alten Titel von Muddy Waters vor. Arnd zählte ein, die ersten Töne kamen und allen fuhr ein Schauer über den Rücken, denn es passte vom ersten Augenblick an. Das war die Geburtsstunde der ROLLING FORK BLUES BAND! Es wurde zu 80% das Programm von KURZ & LANG gespielt, den Rest stellten neue Songs dar, die aber gut in diese Richtung passten.

Nach einem viertel Jahr musste Marco im Jahre 2001 zu einem halbjährigen Auslandseinsatz, und dadurch war das Bestehen der neuen Band wieder gefährdet. Aber die Zeit wurde für intensive Probenarbeit genutzt, garniert mit einigen Auftritten, wo Uwe sich als Sänger beweisen konnte. Nachdem Marco wieder zurück war, begann eine Regelmäßigkeit in der Auftragslage, aber der Zusatz Bluesband im Bandnamen tat der Formation nicht gut. Er engte sie zu sehr ein, zumal das Programm inzwischen stilistisch vielfältiger geworden war. Weil schon seit längerer Zeit ehemalige KURZ & LANG-Titel im Programm waren und die Fans immer öfter den alten Bandnamen verlangten, kam im Februar 2005 der Augenblick, in dem sich die Band wieder in KURZ & LANG umbenannte.

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Seit dieser Zeit war die Band auch frei von den Zwängen in irgendeine Schublade gesteckt zu werden, und konnte auch andere Musik außerhalb des engen Blueskorsetts spielen. Der Zusatz im Bandnamen "Blues & Rock" wurde Programm. Gerade die Art des Interpretierens von alten und neuen Titeln der Blues- und Rockmusik macht den Reiz der Band aus, denn sie werden in den der Band eigenen Sound transferiert und leben quasi neu auf.

Im Jahr 2006 traf Christoph mit Uwe Beck einen alten Bekannten wieder, welcher dabei war sich ein Tonstudio aufzubauen. Mit Beck als Produzent begannen die Aufnahmen zur ersten CD der Band mit eigenen Titeln in deutscher Sprache. Marco schrieb alle Texte und Uwe den größten Teil der Musik, die Songs wurden in Teamarbeit aller Musiker geschaffen. Die Aufnahmen sollten eigentlich schnell abgeschlossen sein, zogen sich dann aber über vier Jahre hin und endeten mit dem Mastering von Klaus Thiermann in Eisenach und der endgültigen Produktion von HOFA. Ende Oktober 2010 konnte dann zur "Rammlerbudenfete" die CD "Es ist Zeit ..." veröffentlicht werden und stieß auf gute Resonanz.

Schon 2001 hatte Christoph mit einfachen Mitteln eine kleine CD hergestellt. "Tales" heißt sie, wurde in einer Auflage von 100 Stück produziert, ist mittlerweile vergriffen und ist inzwischen ein von vielen Fans der Band gesuchtes Sammlerstück. Auf ihr befinden sich ausschließlich Coverversionen bekannter Bluesnummern. In dieser Hinsicht ist die CD "Es ist Zeit ..." nicht nur im musikalischen Sinne eine Weiterentwicklung. Sie reiht sich in die gute alte Tradition aus vergangenen Zeiten ein, Probleme, Sorgen und Beobachtungen des Alltages mit deutschen Texten zu beschreiben - eine starke Scheibe!!!

Am 18. Juni 2011 feierte die Gruppe ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einem Konzert zum Altensteiner Höhlenfest in ihrer Heimatgegend. Es war der erste Auftritt von KURZ & LANG mit Janine, der Tochter des dritten Bruders der Sauers, Nobert. Sie ist die Frau mit Stimme und Ausstrahlung, welche der Band einen erneuten Kraftschub gegeben hat. Mit ihrem einfühlsamen Gesang, der ein schöner Kontrastpunkt zu Marcos "Bluesröhre" ist, erweitert sie das musikalische Spektrum der ohnehin schon vielseitigen Band.

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Fazit: Kurz & Lang ist eine musikalisch ungeheuer vielseitige Band, die sich in kein Korsett einengen bzw. in eine Schublade stecken lässt. Das Motto ist Programm: "Blues & Rock", trotzdem ist die Band tief in der Tradition der Thüringer Bluesszene verwurzelt. Offen gegenüber allen Musikstilen, besteht das Programm aus einem guten Mix von eigenen Titeln, sowie Coverversionen und den Bluesklassikern ihrer Vorbilder. Sie gehen seit vielen Jahren ihren eigenen, manchmal auch steinigen Weg, jenseits des Mainstreams und Kommerz. Mit dieser Haltung hat sich die Band über die Jahre einen exzellenten Ruf bei den Fans von guter handgemachter Mugge erspielt. Sie sind gern gesehene Gäste bei den Open Airs und Festivals im Land. Sympathisch, bodenständig und ehrlich - so wie ihre Musik - das sind KURZ & LANG.
(Autor: Michael Labitzke. Stand: 08/2013)


Anmerkung: Die Idee zu diesem Portrait kam von Christian von der Deutschen Mugge, einem Onlinemagazin, das sich ausschließlich mit deutscher bzw. deutschsprachiger Musik beschäftigt. Ich schreibe für dieses Magazin ab und zu mal einen Artikel, und über die Rezension der CD "Es ist Zeit…" entstand die Idee, mal etwas mehr über KURZ & LANG zu machen. Ich nahm Kontakt zur Band auf, sie war von dieser Idee begeistert und ich bekam großartige Unterstützung in Form von Texten, Informationen und Bildern. An dieser Stelle dafür ein herzliches Dankeschön !!!! Michael Labitzke


Kurz & Lang im Internet:
o Homepage der Band: www.kurz-und-lang.de
o facebook Seite der Band: HIER


Buchungsanfragen:
o Uwe Sauer Mobil: 0178/9361079
o Christoph Gallas Mobil: 0152/06350922





Die Diskographie

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Titel: "Tales"
Format: Album
Label: Eigenvertrieb
Erschienen: 2001
Titel: "Frosty" (Albert Collins), "All your love" (Otis Rush), "Take me to the river" (Al Green/Sly Johnson), "Put a spell on you" (Screamin' Jay Hawkins), "Got my mojo workink" (Muddy Waters), "Help me" (Sonny Boy Williamson), "Boom, Boom" (John Lee Hooker), "Baby, please don't go" (Muddy Waters), "Maggies Farm" (Bob Dylan), "Baby, I want to be loved" (Muddy Waters), "Kansas City" (Memphis Minni), "Roadhouse Blues" (Trad.)

Anmerkung: Auflage 100 Stück im Eigenvertrieb (mittlerweile vergriffen)


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Titel: "Es ist Zeit ..."
Format: Album
Label: Eigenvertrieb
Erschienen: 2010
Rezension: HIER
Titel: "Der Tramper", "Ist das denn so richtig?", "Alltag", "Es ist Zeit, dass du gehst", "Die Nacht", "Talkshow", "Der alte Mann", "Die Zeit", "Shit happens", "Rammlerbude", "Zu wahr", "Sandkorn", "Ich fühl grad so ... (Live)"






Videoclips:


"Alltag" (Live)


"Out Goes The Lights" (Live)


"Me and Bobby McGee" (Live)


"The Weight" (Live)






Fotos:

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Oettersdorf, 2004

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Altensteiner Höhle in Schweina, 2005

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Altensteiner Höhle in Schweina, 2005

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Torgau, 2013









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