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Subway To Sally's "Eisheilige Nacht" live in Potsdam am 30. Dezember 2009 Bericht: Petra Heinzel Fotos: Petra Heinzel, André Serfas
Es war sehr kalt in Berlin, und auch im angrenzenden Potsdam. Trotz Kälte hatte sich bereits eine riesige Menschentraube vor der Metropolis-Halle gebildet. Gegen 18:15 Uhr dann der Einlass. An der Garderobe konnte man seine eskimoähnliche Bekleidung für die Dauer des Konzerts zurücklassen, und ein Antauen der gefrorenen Zehen, Nase und Finger spüren. Die Metropolis-Halle vermittelte einen eisheiligen Eindruck. An der Decke, die sich einige Meter über mir befand, hingen Leuchter in Kristalloptik. Nach einem sehr kurzen Zwischenstopp im hinteren Bereich der Halle machte ich mich sofort auf den Weg nach vorne. Vorne, ganz nah an die Bühne, denn ich wollte den Musikern beim Konzert direkt in die Augen sehen können. Oder doch eher ihr Spiel auf bzw. an den Instrumenten und das gesamte Bühnengeschehen verfolgen, ohne dass mir ein Riese plötzlich die Sicht versperren könnte. Punkt 19:00 Uhr ging das Licht für die erste Vorband aus. Omega Lithium kam auf die Bühne, und versuchte dem Publikum in der eisigen Nacht einzuheizen. Die Kroaten Mya Mortensen (voc), Malice Rime (git), Zoltan Harpax (bass) und Torsten Nihill (drum) rockten im finsteren Gothic-Metalstil. Die 19-jährige blonde Sängerin Mya sang mit ihrer tiefer gelegten Stimme u.a. auch den Titel "Stigmata" vom aktuellen Album "Dreams in Formalin". Nach einer halben Stunde machte die zierliche junge Dame mit ihren drei schwarz gekleideten langhaarigen Musikern Platz für die nächste Band. Die nächsten vierzig Minuten gehörten der Berliner Gothic-Band Zeraphine. Die fünf Zeraphiner Sven Friedrich (voc), Norman Selbig (git), Manuel Senger (git), Michael Nepp (bass) und Marcellus Puhlemann (drum) hatten Altes und Neues dabei. Sie rockten mit Titeln von ihrem im Jahr 2002 erschienenen Album "Kalte Sonne": "Ohne dich", "Sterne sehen" und "Die Wirklichkeit". Ganz neu hingegen "Louisa", das auf dem nächsten Album im Juni 2010 erscheinen wird, und "Overside", eine Uraufführung an diesem Abend. Weitere englische Titel waren u.a. "Be my rain" vom 2003er Album "Traumaland" und "Inside your arms" vom 2006er Album "Still".
"tanz, tanz, tanz das Feuer brennt in dir tanz, tanz du wirst die Wärme spür'n tanz, tanz, tanz die ganze Nacht gehört dir tanz, tanz voll Leidenschaft und Gier". "Schuldig", so der aktuelle Albumtitel, bekannten sich die Musiker mit ihren Titeln "Flucht ins Glück", "Der Garten", in "Finsternis", bei dem die Fans ihren Mitsingpart "ohohohohoh" mit Bravour bestanden, und mit dem Feuertanzlied "Komm" sprangen Band und Publikum. Die Letzte Instanz hatte sich für den Titel "Das Stimmlein" bereits des Öfteren einen Gast hinzu geholt. An diesem Abend war es der Zeraphiner Mr. Friedrich. Die beiden Herren und auch die Fans sangen mit voller Inbrunst: "Sing mein Stimmlein sing allein dein Lied und du wirst ewig sein. Tanze Seele fürcht dich nicht, das Stimmlein singt ein Lied für dich". Mr. Stolz wagte sich ans Stagediving. Stolz gleitete er auf den Händen der Fans umher. Ich weiß gar nicht mehr wer da als Zweites umher gereicht wurde. Nach "Wir sind allein" mit freundschaftlichem Händedruck, verabschiedete sich die Letzte Instanz, mussten aber dann noch für eine wirklich ungeplante Zugabe auf die Bühne zurückkehren, da der Jubel in der Halle grenzenlos war. Kurzes Musikermeeting, welchen Titel man denn nachlegen würde. "Ohne Dich" war die Gelegenheit um etwas runter zu touren. Nach einer halbstündigen Umbauphase war gegen 22:20 Uhr endlich der Gastgeber und Hauptact des Abends, Subway to Sally, an der Reihe. Die Fans sangen "Julia und die Räuber" im Chor: "Blut, Blut, Räuber saufen Blut. Raub und Mord und Überfall sind gut. Hoch vom Galgen klingt es, hoch vom Galgen klingt es. Raub und Mord und Überfall sind gut". Damit gibt die große Fangemeinde der Band das Zeichen, dass sie sehnsüchtig auf der Bühne erwartet werden. Mit dem Intro "Komm in meinen Schlaf", von Eisblume gesungen, betraten die heiß begehrten Musiker die Bretter der Metropolis-Halle. Eric rief seinen 5000 Fans "Hallo Heimat!" entgegen, und sorgte gleich zu Beginn des Konzertes mit "Aufstieg" und Feuersalven für einen glühenden Start. Er sagte: "Herzlich Willkommen zum legendären 30.12.". Ich war froh noch immer in der zweiten Reihe alles verfolgen zu können. Dank der Flammenwerfer war es streckenweise etwas heiß, aber wer wollte schon in der "Eisheiligen Nacht" frieren?! Das "Knochenschiff" strandete nicht neben dem Publikum, sondern alle waren mittendrin. Eric freute sich über die absolute Textsicherheit: "Das war der Beweis! Ihr habt nichts vergessen". Bei "Unsterblich" hinterließ er seinen typisch kräftigen Schrei. Jeder einzelne Titel wurde auf seine Art gefeiert. Mit schwingenden Armen, durch Mitsingparts der Fans oder auch im Kreise tanzend beim "Veitstanz". Ich hatte von meiner Position aus alles im Blick, perfekt gewählt. In der vorherrschenden Euphorie war Mitfeiern angesagt, ich konnte aber auch das Spiel und den Wechsel der Musiker zwischen ihren Instrumenten verfolgen und jede Mimik und Gestik beobachten: Eric Fish (voc, Dudelsack, Flöten u. a.) Michael "Bodenski" Boden (git, Drehleier, voc) Frau Schmitt (Silke Volland) an der Violine Simon (git, Trumscheid, voc) Ingo Hampf (git, Laute, Mandoline) Simon Michael (drum) Sugar Ray (Silvio Runge) am Bass
Einem Trommelwirbel folgte "Wir sind die Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind die Eisblumen, viel zu schön für den Tag." mit Drehleier und einer weißen Rose, die Eric von einem Fan bekam. Die Versuchung war groß... und Eric ließ sich verführen, er kaute auf den Blütenblättern. Was heiß begonnen hat ging auch heiß weiter. Eric spuckte Feuer und schwang in ernster Mimik sein Zepter, und wir "tanzten auf dem Vulkan". Nach dem Song "Auf Kiel", der von Heimweh und Wiederkehr erzählt, verneigten sich die sieben Musiker und verließen die Bühne. Das Wort "Zugabe" kennt Subway to Sally nicht. Es gibt ein Ritual: Wer Zugaben haben möchte muss singen: "Blut, Blut, Räuber saufen Blut...". Sogar aus den hinteren Reihen war ein murmelndes Singen zu vernehmen. Die Musiker hörten den großen "Metropolis-Chor" und kamen zurück. Eric Fish bedankte sich bei seiner Crew und ließ seinen Technikern (nur ein Mädel dabei, die Katja) einen Kuchen mit 15 brennenden Kerzen von der Bühne aus über's Publikum bis zum Mischpult reichen. Nun wurde gezählt "denn sieben ist meine Zahl", und Eric ließ noch einmal seinen Schrei heraus. Kurz vor'm Schluss dann der Titel der an diesem Abend bereits des Öfteren zu hören war. Eric bespielte seinen Dudelsack und alle sangen "Julia und die Räuber". Die sieben Musiker verschwanden erneut hinter der Bühne... und der Chor funktionierte abermals. Wenige Augenblicke später läutete Eric mit seinem Dudelsackpfeifen das Konzertende ein. Bei "Fatum" zeigte die gesamte Band noch einmal ihr ausgezeichnetes Können an den vielen Instrumenten, und beim nächsten Titel "Vater" verschwanden sie nacheinander von der Bühne. Die Zeiger der Uhr zeigten 0:30 Uhr. Eine wunderbare *Eisheilige Nacht* endete in den frühen Morgenstunden, am Silvestermorgen. Nach dem Verlassen der Metropolis-Halle bekam man sofort wieder die eisige Kälte zu spüren, Schneeflocken tanzten und das allgemeine Winterverkehrschaos nahm seinen Lauf. Subway to Sally werde ich "Nackt" im Postbahnhof besuchen. Sie gehen im April auf Akustiktour ("Nackt II") und das will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Wir sehen uns!
Die Setlist vom 30.12.2009 (Subway To Sally):
![]() Foto Impressionen: Vorband 1: "Omega Lithium"
Vorband 2: "Zeraphine"
![]() Foto: Petra Heinzel ![]() Foto: Petra Heinzel ![]() Foto: Petra Heinzel ![]() Foto: Petra Heinzel Vorband 3: "Letzte Instanz"
![]() Foto: Petra Heinzel ![]() Foto: Petra Heinzel ![]() Foto: Petra Heinzel Auftritt "Subway To Sally" ![]() Foto: Petra Heinzel ![]() Foto: Petra Heinzel ![]() Foto: Petra Heinzel
![]() Foto: André Serfas ![]() Foto: André Serfas ![]() Foto: André Serfas |