STERN akustisch live am 11.10.2008
in der Wabe Berlin




Bericht: Petra Heinzel
Fotos: Petra Heinzel




Sehr gerne besuche ich die Konzerte von IC Falkenberg. Daher interessierte ich mich für das neue Projekt „Stern akustisch“, von dem ich bereits vor einigen Monaten erfuhr. Etwas skeptisch ging ich an die ganze Sache heran. Wie sollen denn die rockigen Lieder in einer akustischen Version funktionieren? Diese und viele andere Fragen machten mich sehr neugierig. Da ich für Deutsche Mugge noch anderweitig unterwegs war (siehe Karat-Bericht vom gleichen Tage), verspätete ich mich an diesem Abend um wenige Minütchen. Aber ich wollte auf keinen Fall diese Premiere verpassen, denn Deutsche Mugge war herzlich dazu eingeladen.
Als ich den Saal betrat stutzte ich erst einmal, er sah fast überfüllt aus. Mit so viel Andrang hatte ich dann doch nicht wirklich gerechnet. Schnell war ein Plätzchen seitlich der Bühne auf einer Treppe gefunden. Ich dachte sofort: "Wow, was für ein fantastischer Sound". Erst als ich mich umsah stellte ich fest, dass ich mich genau vor einer Box befand. Also das hatte ich noch nie! Normaler Weise würden sich meine Ohren direkt vor einer Box am liebsten zuklappen. Ein paar Takte später ließ IC seiner Stimme freien Lauf und warf mich fast um, so stark war sie wieder einmal. Sie prallte an meinen Brustkorb und bohrte sich trotzdem tief ins Herz. Vor einiger Zeit sagte ich mal zu ihm: „Du singst alle platt“. Kurz darauf fragte IC: „Ist Reinhard hier?“ Aus dem Saal konnte ich ein „Ja“ vernehmen. IC fuhr fort: „Das nächste Lied ist ihm gewidmet“. Bereits bei seinen Solokonzerten erwähnte er immer wieder, dass er „Lass mich hier nicht liegen“ für Reinhard Fißler geschrieben hat, sehr berührend. IC musste aufpassen sich nicht zu verzetteln, denn auf der Bühne befanden sich gleich zwei Musiker namens Michael. Für das fünfte Lied und für „Die Sage“ verließ Micha Behm sein Schlagzeug und übernahm das Gesangskommando. Nur beim Refrain stimmten IC und Alex mit ein. Das war genial, alles war absolut stimmig. Bis dato wusste ich nicht direkt von seinen Sangeskünsten. Der „andere“ Micha, lt. IC am Hörgerät zu erkennen (gemeint war natürlich sein kleiner Knopf im Ohr, über den der Ton des Konzerts läuft), unterstützte hierbei mit einer Akustikgitarre. Nun stand IC auf und stellte seine Gitarre an die Seite, er sang gemeinsam mit Micha Behm. An dieser Stelle muss ich beichten: Es gab zwei Lieder bei denen ich vor Rührung meine Tränen nicht verbergen konnte. „Schnee und Erde“ hatte es mir angetan, da habe ich unwahrscheinlich gelitten. Mit „Eine Nacht“ wurden wir dann schwungvoll in die Pause geschickt. Die Zeit verging unheimlich schnell. Ich war noch gar nicht in der Lage sofort aufzuspringen, war noch gefangen und betrachtete weiterhin das Bühnenbild. Auf der linken Seite glänzte Franks gewienerter schwarzer Flügel, daneben befand sich Micha`s Gitarrensammlung und die rechte Außenposition füllte Alex riesiger Kontrabass. Mittendrin IC`s „Arbeitsplatz“ und dahinter blitzte das Schlagzeug hervor. Da es aufgrund der großen Besucherzahlen in dem Saal doch recht warm war, begab ich mich noch an die Bar und freute mich auf dem Weg dorthin viele Freunde zu treffen.
Mit ungewöhnlich putzigen Klängen, die aus der Sendung mit der Maus hätten stammen können, ging es nach dem berühmten Klingelton in der Wabe weiter. Michas Schlagzeugsolo läutete die nächste Runde ein. Danach durfte ich wieder leiden. IC sang sein selbst geschriebenes Lied „Ich bin frei“, noch immer höre ich „...ich hab nur ihr gehört“. Später kündigte IC eine Hymne an: „Jeder Staat braucht eine Hymne. Wir haben auch eine, die heißt `Sonne`.“ Micha Behm hatte alle möglichen Percussioninstrumente mitgebracht, sogar eine Pringles-Dose war nützlich. Nachdem es am Südpol sehr windig war, stellte IC die gesamte Band vor: „Am Flügel - Frank Nicolovius. Der so ein bisschen dasitzt wie Hurvinek, das ist - Michael Lehrmann. Also ihr wisst nicht was ich hier sehe, der Percussionmessi überhaupt - Michael Behm. Ich finde Cellistinnen geil. Der wahrscheinlich längste Kontrabassist an diesem Abend - Alexander Procop.“ Was aus diesem Projekt nach dem 31.12.2009 wird, steht wohl noch in den Sternen. Daher erklang passend „Was soll aus mir werden“. Frank flog über die Tasten seines Flügels und Micha Lehrmann erzeugte auf seiner Gitarre Mandolinenklänge. Er wechselte ständig zwischen seinen Gitarren und zauberte unwahrscheinlich interessante Klänge hervor. Während Alex bei einem Song zum Bass griff, zupfte er beim nächsten schon wieder auf seinem Kontrabass. Zum Ende rückte wieder Micha Behm in den Vordergrund. Er hatte ein kleines Percussionschlagzeug, wirbelte mit seinen Sticks herum, und alle sangen hierzu: „Ham se schon vernommen, ham se schon gehört, die Combo hat ein Kind bekommen“. Lustig dazu das Grinsen auf allen Gesichtern. Mit „Eine Nacht“ und dem Hinweis auf die Benefizveranstaltung am 02.11.2008 im Leipziger Anker endete eine gelungene Premiere. Der Saal tobte. Vorherige Zweifel meinerseits waren völlig unberechtigt. In einem kurzen Gespräch erfuhr ich vom „Flügel“-Frank, der kurzerhand in ein interessantes T-Shirt schlüpfte (siehe Foto), dass sich die vielen Proben wirklich gelohnt haben.
Ich freue mich schon jetzt auf die Benefizveranstaltung. Im Februar soll das Album fertig werden und einen Monat später beginnt die Tour.




Foto Impressionen: