SILLY am 02.05.2008 in Schwerin


Bericht: Petra Heinzel
Fotos: Petra Heinzel, Gerlinde Bonin






Ich liebe Wörter mit "S". Seele, Sehnsucht, Songs,... und natürlich SILLY. Über sechs Monate musste ich unter Silly-Live-Entzug leiden. Daher freute ich mich riesig sie eeendlich wieder erleben zu dürfen. Meine Herzschläge waren wohl schon in Schwerin zu spüren. Schwerin muss gebet haben, obwohl ich mich noch auf der Autobahn befand. Vor Ort angekommen, kauften wir uns erst einmal unsere Konzertkarten. Das Konzert fand im Kino Capitol im Zusammenhang mit dem 18. Filmkunstfest statt. Leider erfuhr ich erst zwei Tage zuvor, dass auch der Film "Der Mond und andere Liebhaber" gezeigt wird. Er war restlos ausverkauft. Für diesen Film wurden Konzertaufnahmen vom August 2007 in Grimma verwendet.
Gegen 17:00 Uhr betraten wir den Saal. Nanu, was war denn das? Mich umflügelte wunderbare Musik. Es wurde gerade die Filmmusik geprobt, der Soundcheck hatte bereits begonnen. Kurz darauf traf Anna ein und wurde von ihren Musikern herzlich mit "Mutti-Anna" begrüßt. Es folgten viele technische Abstimmungen. So sagt Anna zur Mikroabstimmung: "Jetzt kommt's von rechts aber leise, kann ruhig lauter" und Ritchie: "Ich brauch mich noch`n bisschen lauter auf meinem Monitor". Bei "So `ne kleine Frau" wurde für die elektrisch rockige Version abgestimmt. Mitten im Lied lachte Anna, alle waren gut drauf. Jäcki bekam von Anna eine schöne Haarspange ins Haar gesteckt. Ritchie bat den Techniker Torsten bei "Asyl im Paradies": "Bitte achte auf das Verhältnis zwischen Orgel und Klavier". Nun wurde der Soundcheck beendet, da bereits in 10 Minuten der Einlass startete. Ritchie forderte Arbeitslicht und Jäcki fragte anschließend: "Wer weiß wo die Garderobe ist?"
Der Saal 1 vom Capitol, übrigens ein sehr schöner Saal mit Rang, füllte sich allmählich und gegen 19:00 Uhr betrat Jörg Stempel die Bühne: "Ich bin der Überbringer der Nachricht, dass das Konzert zehn Minuten später beginnt. Anna versorgt noch ihr Baby. Ein Baby kennt keine Konzertbeginnzeiten". Und dann war es endlich so weit. Anna, Uwe, Ritchie, Jäcki, Herr Petereit, Daniel und Ronny betraten die Bühne. Mit "Flieg" wurde der Abend eröffnet. Von der hinteren Reihe zog es mich nach vorne, da ich alles genau sehen wollte. Nach "Flut" bedankte Anna sich bei den Fans für den warmen Empfang und begründete den Schwerinbesuch mit dem Film "Der Mond und andere Liebhaber", in dem auch Uwe eine kleine Rolle spielt. Sie sagte: "Ich glaub` das Objekt der Begierde is` auch ganz lecker". Passend griff Uwe zur Geige und Daniel nahm sein Cello, "So `ne kleine Frau" erklang. Das Licht wechselte zwischen Pink und Blau. Ich versank im Kinosessel. Anschließend bekam Anna, wie gewohnt, meine Blümchen. Sie dankte herzlich und äußerte lächelnd: "Bitte nachmachen". Als dann "Asyl im Paradies" ertönte, tobte das Publikum vor Begeisterung. Im Hintergrund lief eine tolle Lichtshow. Jäcki und Herr Petereit durften bei "SOS" vorne mitsingen und rocken, Anna`s Mikrofonständer wippte mit. Und das Publikum klatschte und jubelte, als dann auch noch "Bataillon d` Amour" ertönte. Bevor Anna ihren Abschied mit "Wo bist du" ankündigte, dankte sie dem Publikum mit: "Wir sind endlich mal in Schwerin, wurde auch Zeit, dass wir mal hier sind. Wir kommen bald wieder mit Ostrock in Klassik." Ich liebe Anna's Eigenkreationen "...in deinen Tränen is` Kerzenlicht". Gerne erinnere ich mich da auch an das Berliner Wasserfest, als Anna lieber eine Dose Bier statt Kompott öffnete.
Kenner wissen was kommt wenn Ritchie zur Gitarre greift, natürlich "Bye Bye". Die Silly`s rockten, sie waren in Bestform und präsentierten im gleichen Zuge "Bye Bye Reprise". Nach einer zweiminütigen Umbauphase, in der Anna noch meinte: "Los Jungs haut rein" ging es mit der Filmmusik weiter. Beim ersten Lied spielte Uwe seine Geige, Ritchie Gitarre, Jäcki Bass, Herr Petereit Gitarre, Daniel Keyboard und Ronny Schlagzeug. Es war ein lustiges Lied, zum Feiern und Tanzen. Das Publikum jubelte. Techniker Andy, der gerade über die Bühne lief, griff zum Mikrofon und sagte: "Dankeschön". Dann erklang die wunderschöne zweite Filmmusik. Ich versank abermals in meinem Sessel. Dieses Mal spielte Ritchie auf seinem Keyboard und Uwe begann mit der akustischen Gitarre, gefolgt von der E-Gitarre und am Ende wieder zur Akustik. Da der Beifall kein Ende nahm, kündigte Anna wegen der Filmfestspiele noch einmal "So `ne kleine Frau" an: "Passt wie Arsch auf...", worauf Ritchie sagte: "Inspiriert", also korrigierte Anna: "Das ist der Song der Bernd Böhlich inspiriert hat". Gegen 20:20 Uhr war dann das Konzert leider schon wieder vorbei, der Silly-Abend aber noch lange nicht. Ich konnte reservierte, nicht abgeholte Kinokarten ergattern. Also hieß es ab in den Saal 5. Der Weg dorthin war leider sehr unangenehm. Die Massen standen ca. 20 Minuten in einem schlauchartigen Gang. Als sich dann die große Leinwand von einem schönen blauen, quietschenden Vorhang befreit hatte, begann der Kurzfilm "Dunkelrot". Als "dunkelrot" bezeichnet man die aktiven (gesunden) Gehirnzellen, die man durch schöne Dinge wie Musik (Arie von Puccini lief als Filmmusik) oder auch Reisen wecken kann. Die Regisseurin Frauke Thielecke griff damit das Thema Alzheimer auf.
Um 21:45 Uhr begann "Der Mond und andere Liebhaber". In diesem Film geht es um die unstillbare Sehnsucht der Hanna. Viele schöne Sprüche konnte ich aus diesem Film mitnehmen: "Irgendwie geht das immer weiter, die Anderen schaffen das auch", "Wenn wir nicht 40 Jahre das Experiment mitgemacht hätten, hätt` ich das Buch nicht klauen müssen", "Nicht aus Pakistan, aus Kaschmir - deshalb so weiche Haut".
Der Film war geprägt von Sillysongs, durch die Filmmusik, aber auch "So `ne kleine Frau" und "Flieg" sowie das 2. neue Lied, wie sich im Film herausstellte, ein Hochzeitslied. Er endete mit der schönen Filmmusik, übergehend in den Abspann mit "So `ne kleine Frau", wo dann auch zu lesen war: Filmmusik komponiert und arrangiert von Uwe Hassbecker und Ritchie Barton. Als sich der quietschende Vorhang wieder geschlossen hatte, wurden alle Beteiligten zu einer kurzen Vorstellung vor die Leinwand gebeten: Bernd Böhlich, Katharina Thalbach, die Produktionsfirma und auch Uwe und Ritchie.
Der Film kam erst am Dienstag aus dem Kopierwerk und am 24.07.08 ist bundesweiter Kinostart.




Foto Impressionen:



(Fotos: Gerlinde Bonin)














(Fotos: Petra Heinzel)