Die Ossis am 22.09.07 beim Weinfest in Meißen

Bericht: Gundolf Zimmermann
Fotos: Gundolf Zimmermann




Am Wochenende fand in Meißen wieder das traditionelle Weinfest statt. In der gesamten Innenstadt gab es Bühnen, auf denen ein umfangreiches Programm geboten wurde. Von Country-Musik über Schlager, bis hin zum Rock war wohl für jeden Geschmack was dabei. Wir wollten an diesem Abend die Ossis sehen. Die Ossis sind eine Coverband aus Berlin, die sich dem Ostrock verschrieben hat. In der Besetzung finden sich Musiker hierzulande bekannter Band’s wie Rockhaus oder Scirocco wieder.

Als wir in der Stadt an der Elbe ankamen, herrschte schon das perfekte Parkchaos. Die Parkplätze auf beiden Seiten der Elbe waren hoffnungslos überfüllt. Also hieß es erstmal Weitersuchen und Geduld haben. Nachdem dann das Parkproblem gelöst war, begaben wir uns in die Innenstadt, die voller Menschen war. Angekündigt waren die Ossis laut Programm ab 20.30 Uhr. Doch es war schon ersichtlich, dass das wohl nichts werden würde. Kurz vor 22.00 Uhr ertönte die Titelmelodie der DDR-Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ aus den Boxen und es wurden die Ossis im Stile der typischen Berichterstattung der "AK" angekündigt. Spätestens jetzt war auch dem Letzten klar, dass dieser Abend ganz im Zeichen des Ostrock’s stehen würde.

Die Ossis legten gleich mit „Hallo Erde, hier ist Alpha“ von Berluc los. Von der ersten Minute an war klar, dass das für die Band fast ein Heimspiel würde, denn das Publikum ging gleich voll mit. Die Band spielte ja bereits im vergangenen Jahr zwei Abende erfolgreich auf dem Weinfest in Meißen. Mit „Bleib cool“ von Rockhaus und „He Schwester küß mich“ von Reform ging es weiter. Erstaunlich, wie viele junge Leute die ganzen Lieder aus vergangenen Zeiten textsicher mitsangen. Sänger Aki Noack verließ an diesem Abend mehrmals die Bühne und bewegte sich singend durch das Publikum, um dann irgendwann wieder auf die Bühne aufzutauchen.
Ob „Alt wie ein Baum“ von den Puhdys, “Der blaue Planet“ von Karat, „Wer die Rose ehrt“ von Renft oder „Casablanca“ von City, jedes (!!!) Lied wurde euphorisch mitgesungen. Die Band spielt die bekannten Hits aus dem Osten mit dem sogenannten Augenzwinkern. Beim City–Klassiker „Am Fenster“ hatte Sänger Aki Noack natürlich ein Original-City-Tuch auf dem Kopf. Gitarrist Henne Körbs griff zur Geige und der Platz vor der Bühne kochte.
Es war schön anzusehen, wie die Musiker immer wieder den engen Kontakt zum Publikum suchten. So mußten die Lautsprecherboxen rechts und links vor der Bühne öfter mal als zusätzliche Bühne für die einzelnen Musiker herhalten. Trotz zwei oder drei kurzfristiger Stromausfälle ließen sich weder die Ossis noch das Publikum von der Partystimmung abbringen. Es wurde einfach weitergesungen, bis der Strom wieder da war.
Bei „Wenn ein Mensch lebt“ von den Puhdys setzte sich Bassist Bert Eulitz dann auch noch eine Harry Jeske–Gedächtnisperücke auf.
Der reguläre Teil des Konzertes endete mit der „wilden Matthilde“ von Silly und „I.L.D.“ von Rockhaus. Natürlich hatte das Publikum da noch lange nicht genug, und so gab es dann noch insgesamt fünf Titel Zugabe. Insbesondere der Amor und die Kids-Klassiker "Komm doch mit (...zu nem Ritt auf dem Sofa)" war da für mich das Highlight schlecht hin. Aki Noack, Henne Körbs und Rockhaus-Schlagzeuger Heinz Haberstroh sangen dabei je eine Strophe, und das Publikum sang wieder lautstark und ausgelassen mit. Der endgültig letzte Titel des Abend’s war dann „Zeit die nie vergeht“ von Perl.

Die Ossis standen da schon über 140 Minuten auf der Bühne und nahmen schweißgebadet den Schlußapplaus entgegen. Schön, dass die Musiker den Fans anschließend auch noch für Autogramme und / oder das eine oder andere Gespräch zur Verfügung standen. Für uns hieß es dann irgendwann auch Abschied nehmen und gegen 01.45 Uhr erreichten wir wieder heimische Gefilde.