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Ostrock in Klassik am 18.09.2008 in Köln Bericht: Steffen Huth Fotos: Nadja Notzke (folgen)
Das deutsche Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von Bernd Wefelmeyer setzt seit nunmehr über einem Jahr den Ostrock in Klassik. Wer zum Ostrock oder bzw. zur "Rose" noch dazu gehört, wird keiner letztendlich ausreichend beantworten können, auch nicht die Künstler, die am 18.09.2008 auf der Bühne der Lanxess-Arena standen. In der Multifuntionshalle in Köln Deutz gaben einige der bekanntesten deutschen Ostrocker ein Konzert, und damit auch im westlichen Teil des Landes ihre Visitenkarte ab. "Wer die Rose ehrt" von Renft war der gemeinsame Auftakt aller Beteiligten, bei dem nach und nach hervorragende Vokalisten die Bühne betraten. Eine musikalische Ausbildung macht sich auch als Rocker bemerkbar! Karat begann mit den Titeln "Schwanenkönig", "Albatros" und "Der Blaue Planet" den Reigen großer Ost-Hits, die sich auch im westlichen Ausland hervorragend verkauften. Ihr musikalischer Schöpfer, Ed Swillms, arrangierte alles noch mal (neu), und nach dem gesamtdeutschen Hit "Über sieben Brücken" kam Veronika Fischer. Ihr "Sommernachtsball" aus der Feder von Frantz Bartsch ist zweifellos einer der interessantesten Kompositionen des Ostrocks. Doch wie Vroni auf der Bühne erinnerte: ein großer Teil ihrer Karriere fand vor dem Mauerfall im Westen statt. "Daß ich eine Schneeflocke wär" war ihr nächster Hit, bevor es zu einem der vielen Höhepunkte des Abends kam. IC-Falkenberg gab mit "Dein Herz" und Stern Meißens "Eine Nacht" eine Vorstellung stimmlicher Höchstleistung ab, die auf den Plattenveröffentlichungen nie so vordergründig war. Jetzt kamen die Sillys mit Anna Loos als etablierte Nachfolgerin von Tamara Danz. Mit den Songs "Battallion d Àmour", "S.O.S.", "Wo bist du" und "Asyl im Paradies" holte manchen die Erinnerung an Tamara wieder ein. Dirk Zöllner sang dann ganz leise vom "Käfer auf dem Blatt" und stellte seinen langjährigen Weggefährten Andre Gensicke als den Pianisten im Hintergrund vor, der vorher auch schon viele andere Interpreten begleitete. Sein Titel "Viel zu weit" zeugt noch von dem Land, das es heut nicht mehr gibt. Eine große, freudige Überraschung war für mich der Auftritt des Komponisten und Saxophonisten Günther Fischer. Mit seiner Tochter Laura Fischer bot er seinen Film-Hit "Solo Sunny" in ausgezeichneter Leistung dar. Dieser Song ist ein Muss für die neue Platte! Nun standen die Zuschauer im Parkett und in den Rängen zum wiederholten Male auf, denn jetzt betrat die "Jugendliebe" Ute Freudenberg die Bühne. Bernd Hennings Stück ist für viele Menschen einfach der Soundtrack ihrer Jugend. Mit "Wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt" kam ein weiterer großer Hit von ihr, doch die "Jugendliebe" setzte am Ende ihres Auftritts mit der Kraft des Orchesters und des mit Basecup bemützten Dirigenten noch einmal ein. Dann kamen die Puhdys als musikalischer Schlussakkord des Abends. Begleitet von Rainer Oleak, der auch der Produzent des Album "Ostrock in Klassik" ist, kamen die Altrocker meines Erachtens aber schwer in die Mugge. Dem Publikum war's egal. Die Leute standen vorn an der Bühne und Maschine und Männer spielten ihre Songs "Wenn ein Mensch lebt", "Wenn Träume sterben", "Alt wie ein Baum" und "Lebenszeit". Dann trauten sie sich tatsächlich in der Arena der Kölner Haie die Hymne der Berliner Eisbären anzustimmen. Das wird bei der nächsten Begegnung der beiden Eishockeyclubs wohl noch ein Nachspiel haben. "Das Buch" welches die Puhdys für "Rock für den Frieden" sangen, ist aktueller den je und das Publikum forderte wiederholt die Zugabe. So kam, gesungen von allen Beteiligten, die "Rose" noch einmal zu ehren, und an dieser Stelle möchte ich dem Komponisten dieses großartigen Songs, "Cäsar" Peter Gläser, alles erdenklich Gute im Kampf mit seiner Krankheit wünschen. Ein älterer Herr neben mir aus Köln sagte: "Ich kenne zwar Keinen, doch es klingt gut, und singen und spielen können die alle". Dem bleibt nichts hinzuzufügen. Foto Impressionen:
...folgen demnächst
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