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Record Release-Konzert von Julia A. Noack am 06. Mai 2010 im "L.U.X." zu Berlin Bericht: Toralf Schneider Fotos: Catrin Herzfeld
Gespannt und voller Erwartung empfing uns das "L.U.X." in Berlin-Kreuzberg, harrend der neuen Songs, die da auf uns warteten. Nebenbei gesagt eine Location, die zwar durch die auftretenden Künstler einen gewissen Reiz gewinnt, ansonsten aber nicht ohne Not betreten werden sollte. Zurück zu Julia A. Noack. Bisher in den Medien noch nicht so deutlich wahrgenommen, halte ich die Künstlerin für eine der vielversprechendsten Neocomerinnen der deutschen Singer-/Songwriter Szene. Da ich es auch nicht besser ausdrücken kann, hier ein kurzer Exkurs zur offiziellen Presse Info: „Alle, die sehnsüchtig auf das neue Album von Julia A. Noack gewartet haben, haben nun Grund zur Freude: Es ist Mai 2010, und die Berliner Musikerin bringt ihr zweites Album auf den Markt. Schon das Erstlingswerk wurde von der Presse als ein ausgereiftes, nuancenreiches, bezaubernd schönes Album mit Langzeitcharakter gelobt. Seither hat Julia A. Noack weiter an ihrer Musik gearbeitet, immer auf der Suche nach neuen Einflüssen und Erfahrungen, aus denen ihre mal melancholisch-seelenvollen, mal unbeschwert-leichtfüßigen Songs entstehen. Ihr neues Album zeugt von diesem Suchen und Finden, ist geprägt von Aufbruch und Dynamik. Schon der Titel, 69.9, wirft Fragen auf. Handelt es sich hierbei um eine Radio-Frequenz, eine Messeinheit, eine Temperaturangabe? Oder geht es um den rein mathematischen Formcharakter dieser Zahlen? 69.9 ist nur eine Dezimalstelle vor der 70. Wenn man dies als eine willkürliche, fiktive Grenze zieht, befindet man sich also in einem Moment des Innehaltens, der Spannung und der Ungewissheit: Was passiert, wenn die Ziffern umspringen? Welche Grenze wird dann überschritten, und ist es ratsam oder eher gefährlich, sie zu überschreiten?“ Korrigierend sei an dieser Stelle angemerkt, dass wir es hier nicht mit einer Berliner Musikerin zu tun haben, sondern einer „niederrheinischen Frohnatur“ (O-Ton). Wiewohl dies nicht nicht wirklich zum Ausdruck kommt, eher zurückhaltend, beinah schüchtern beginnt das Konzert, was der Musik, aber auch dem Anspruch eher gerecht wird. Grenzen werden überschritten, aber nicht aufdringlich, eher unmerklich. Nichts brachiales, vordergründiges, sondern eher nachhaltig anspruchsvolles, was sich unaufhaltsam in die Seele schleicht. Sauber gezeichnete Soundreisen, eine beeindruckende Stimme voller Tiefe und doch leicht und mitnehmend, einfühlsame Songs, die einen nicht loslassen. Julia verbindet geschickt neue mit alten Songs, taut immer mehr auf, auch die Live-Band nimmt zunehmend Fahrt auf, besonders hervorzuheben hier Rainer Winch an den Drums, Anders Grop am Bass (auch Kontrabass und Tuba -genial-) sowie Stephan Bienwald an der Gitarre. Nicht zu vergessen der Gastauftritt von K.C. McKanzie, die mit ihrem Banjo harmonisch hinzukommt und ja eh immer auch selbst eine Reise wert ist. Bezeichnend setzt sich die entspannte, angenehme Atmosphäre fort, nachdenklich, fröhlich, ja das geht zusammen, die Musik trägt. Und wenn Gott eine Tür schliesst öffnet er eine Andere (Julia, so heisst der Spruch dann doch genau), hoffentlich öffnet er noch viele für diese Musik! In diesem Sinne noch viele erhellende Momente am Tresen, weiter songentwickelnd an selbigem und uns damit beglückend. Fazit: Verletzlich und doch kraftvoll, so soll es weitergehen, „Love Song“ und „Watching Magnum on TV“ als Zugabe eins und zwei sind das beste Beispiel, angenehm berührt und verbunden behalte ich diesen Abend, in dem Gefühl mitgenommen worden zu sein, in Erinnerung. Und auch die TAZ kann irren, Country ist das ganz sicher nicht!
Fotoimpressionen:
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