NENA live in Bamberg am 17. April 2010
(Support: Aviv Geffen)


Bericht: Gerd Müller
Fotos: Gerd Müller





Auftritt Aviv Geffen:
Ja, es war in der Hauptsache Aviv Geffen, der mich interessierte, auch wenn er als Support zum Nena-Konzert nur dreißig Minuten spielen durfte. Aber so hatte Aviv im Gefolge der Nena-Tour endlich die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt, und Nena muss man für ihren guten Geschmack und den Mut danken. Sie schwimmen ja beide gern gegen den Strom.

Er ist nach wie vor ein Geheimtipp. In Israel ist er ein Superstar in des Wortes wirklicher Bedeutung. Hierzulande ver(sch)wendet man diesen Begriff bereits, wenn jemand nicht von der Bühne fällt, wie z.B. bei DSDS. Und In Israel ist er auch Friedensaktivist.
Klasse war's, das komplette Minikonzert fotografieren zu dürfen. Und Aviv legte sich mit der halben "Blackfield"-Band seines Freundes Steven Wilson (> Porcupine Tree, Blackfield) mächtig ins Zeug. Er ist ja auch Mitglied und Sänger dieser Formation. Stimmlich war er sehr gut drauf und seine Show zog auch die Nena-Fans in den Bann. Den langen Laufsteg, der in den großen Zuschauersaal ragte, nutzte er, um sich und seinen im Konzertverlauf entblößten hageren Body - mit den Friedenssymbolen - zu präsentieren. Da hätte Arnie Schwarzenegger nicht mal ein müdes österreichisches Lächeln übrig gehabt.
Voller Einsatz ist für Aviv normal und sich am Boden zu wälzen, natürlich singender Weise, stellt für ihn überhaupt kein Problem dar.

Im Verlauf des Konzerts erklangen folgende Songs:
The One
Now Or Never
Black And White
It's Alright
Mr. Down And Mrs. High
The End Of The World
Cloudy Now
It Was Meant To Be A Love Song

Er sang, ja er durchlebte die Songs mit einer Hingabe, dass man fasziniert "mitlitt".




Auftritt NENA:
Schätzungsweise an die 5000 Nena-Fans pilgerten in die Bamberger Jako-Arena und verursachten bereits eine Stunde vor Support-Beginn (20:00 Uhr) einen langen Autostau auf der zweispurigen Zufahrtsstraße. Schließlich wollte man sich ja die besten Stehplätze sichern, wenn man keinen Sitzplatz gebucht hatte. Pünktlich um 21:00 Uhr begann dann die Show mit einem bombastischen akustischen Intro, flankiert von Nebelschwaden. Mittendrin erschien dann Nena, um die Treppen vom "Olymp" langsam herabzusteigen und während der Songs immer wieder mal über die Bühne zu "joggen". Die Tontechnik war makellos, was für die große Mehrzweckhalle nicht selbstverständlich ist.

Mit "Made in Germany" begann das zweieinhalbstündige Konzert, garniert mit vielen schönen Licht- und Lasereffekten. Alles wurde umrahmt von einer hervorragenden Begleitband und etlichen Tänzerinnen. Und alles lief wie bei einem großen Klassentreffen ab. Eltern waren mit ihren Kindern da, alle natürlich wie aus dem Ei gepellt und Nena ließ immer wieder mal eine Strophe von den tausenden textsicheren Fans mitsingen. Das klappte alles vorzüglich. Die Fischer-Chöre hätten es früher nicht besser fertig gebracht. Wie überhaupt ihre Show in jeder Beziehung perfekt, aber nicht steril rüberkam. Bewundernswert, wie die im März 50 Jahre jung gewordene Sängerin immer wieder über die weit in den Zuschauerraum ragende Vorbühne zu ihren Fans jagte und auf der Bühne ständig von links nach rechts wechselte, um allen Fans möglichst nahe zu sein. Und da kam es schon mal vor, dass sie einen Song unterbrach und bat, endlich mit dem Fotografieren aufzuhören und sich auf ihre Darbietung zu konzentrieren.

Mit ihrer unverwechselbar markanten Stimme sang sie bekannte Songs querbeet aus den verschiedensten Schaffensperioden. NDW-Songs wie "99 Luftballons", "Irgendwie, irgendwo, irgendwann...", "Nur geträumt" durften dabei ebenso nicht fehlen wie "Willst du mit mir gehn", "Liebe ist" oder "Leuchtturm" und "Ich bin hyperaktiv".
In Braunschweig sah die Setlist so aus. Sie dürfte mit dem in Bamberg gespielten Repertoire ziemlich identisch sein: So genau kann ich das nicht mehr nachvollziehen.

Made in Germany
SchönSchönSchön
Nur geträumt
Lass die Leinen los
Wunder geschehen
Geheimnis
Wir sind wahr
Fragezeichen
Tokyo
Liebe ist
- danach Solo-Auftritt eines
Bamberger Gitarristen und Sängers -

Du bist so gut für mich
Willst du mit mir geh'n
Sheriff
Ich bin hyperaktiv
Ganz viel Zeit
99 Luftballons
Leuchtturm
Du hast dich entschieden
Heute hab ich die Sonne
Schmerzen
In meinem Leben
Nachts, wenn es warm ist
Irgendwie
Der Anfang


Im beeindruckenden Finale saß sie wieder oben auf dem "Pop-Olymp", umrahmt von vielen Kindern, die sie von der "Kids Area" auf die Bühne holen ließ und besang am Konzertende den "Anfang", ein für meine Begriffe fantastischer Song, der in der Doppel-CD "Willst du mit mir gehn" enthalten ist. Komisch, dass gerade dieses Album die Nena-Nation völlig spaltete, wie man den konträren ca. 100 Hörer-Rezensionen auf amazon.de entnehmen kann.

Schade, dass sie die traumhaft schöne Ballade "Fliegen" aus dem genannten Album meines Wissens noch nie in einem Live-Konzert spielte. Das sollte sie bald nachholen... Jedenfalls war das Konzert ein Augen- und Ohrenschmaus. Nach einer mehrteiligen Zugabe musste dann einfach Schluss sein - sonst wäre es einfach zu lang geworden.




Fotoimpressionen:

vor dem Konzert...











Auftritt Aviv Geffen:

































Auftritt NENA:














































Alle Fotos des Abends in Gerds Fotoalben: HIER und HIER