Festival mit Zeitlos, NASH
und THOR am 31.05.2008 in Meißen



Bericht: Gundolf Zimmermann
Fotos: Gundolf Zimmermann




Der Sonnabend hielt in Sachsen einiges in Sachen guter Livemusik bereit. Wir entschieden, uns mit guten Freunden in Meißen zu treffen.
Eine Open Air-Veranstaltung namens "Rock am Akti" hatte im Vorfeld unser Interesse geweckt. Bei der Fahrt auf der Autobahn machte ich mir dann aber Gedanken, ob unsere Entscheidung richtig war. Ein Unwetter mit Blitz, Donner und heftigem Regen tobte, das verhieß nichts Gutes für den Abend. Doch Bangemachen galt nicht! Tapfer hielten Lissi und ich Kurs Richtung Meißen. Der Veranstaltungsort lag direkt an der Elbe und uns vom letztjährigen Stern Combo Meißen-Geburtstag noch bestens in Erinnerung. Als wir ankamen, verloren sich nur wenige Leute im Gelände, ein paar mehr wurden es im Laufe der Zeit aber.
Gegen 20.00 Uhr betrat Zeitlos die Bühne. Die Band aus Heidenau war bis dato ein unbeschriebenes Blatt für mich. Mit ihren eigenen Liedern mit deutschen Texten und unverkrampften Auftreten wußten die vier Männer aber durchaus zu gefallen. Die Musik der Zeitlosen ist sehr rockig mit satten Gitarrenklängen und einem treibenden Bass. Leider war der Sound für meinen Geschmack etwas unausgewogen und dumpf, so dass man Probleme mit der Textverständlichkeit hatte. Während ihres Auftritts verteilte die Band kostenlos ein paar CDs ans Publikum. Das war eine schöne Geste von den Jungs. Die Band behalte ich auf jeden Fall mal im Auge.
Nach einer kurzen Umbaupause kamen NASH auf die Bühne. Die Männer um Billy Andrews hatte ich erstmals 2006 am Dresdener Elbufer im Vorprogramm der Scorpions gesehen. In Meißen legten NASH gleich los wie die spichwörtliche Feuerwehr. Das Programm bestand aus eigenen Titeln wie "XTC", "NASHional Superstar", "Lovebox" und ein paar wenigen Coversongs. Billy ist der geborene Entertainer, er ist ständig in Bewegung auf der Bühne und er kommuniziert oft mit dem Publikum. Auch Gitarrist Max und Micha am Bass nutzen die ganze Bühnenbreite aus, so ist ständig Aktion auf der Bühne. Da ist es kein Wunder, dass auch vor der Bühne langsam Stimmung aufkommt. Auch ein kurzer Ausfall der Anlage bringt NASH nicht aus dem Konzept. Die Zeit wird einfach für ein paar Gespräche mit den Fans genutzt. Nach dieser unfreiwilligen Pause wird aber kräftig weiter gerockt. Bei Robin Williams-Coversong "Let me entertain you" und bei "IŽll be there for you" singt das Publikum die Refrains lautstark mit. Natürlich forderte das Publikum lautstark Zugaben und bekam sie auch. Nach ihrem Auftritt gaben NASH noch fleißig Autogramme und sprachen ausgiebig mit den Fans. Übrigens fliegt NASH demnächst in die USA. Sie nehmen dort an der Endrunde von "BATTLE of the bands" teil und spielen in Los Angeles mit anderen Bands um einen Plattenvertrag im Wert von 1 Million Dollar. Wir drücken den Jungs natürlich die Daumen.
Wie Donnerhall kamen dann Thor auf die Bühne. Thor ist die wohl beliebteste sächsische Coverband. Gestern warteten sie in der ersten Hälfte des Konzertes mit einem Rammstein-Spezial auf. Mit allen Schickanen von der Lichtshow, über meterhohe Pyroflammen und einem superfetten Sound gab es für das Publikum die volle Dosis Rammstein-Songs. Leute wie ich, die unter Rammstein-Entzugserscheinungen leiden, weil sich die Musiker um Till Lindemann live sehr rar machen, sind gestern besterns auf ihre Kosten gekommen. Bei den Hits wie "Sonne", "Links, 2 3 4", "Rosenrot" und "Amerika" gab es im Publikum kein halten mehr, und es herrschte Partystimmung pur. Das trieb natürlich auch die Musiker weiter voran. Gitarrist Markus Herrmann war fast ständig am Bühnenrand present und spielte seine 6 Saiten mit Feuer und leidenschaftlichen Rockposen. Aber auch eine andere Augenweide gibt es... Bei einigen Titeln kam eine Blondine auf die Bühne, die mal Feuer spuckt, mal verkleidet als "Engel" über die Bühne tanzte und beim Depeche Mode-Cover "Stripped" auch einen kleinen aber gekonnten Strip hinlegte. Die wechselnden Lichteffekte unterstrichen die hammerharte Rammstein-Show hervorragend. Sänger Udo Zeiske hat nicht nur eine markante und vielseitige Stimme, sondern hat auch das gewisse Etwas, das einen guten Frontmann ausmacht. Sehr oft stellt er direkten Blickkontakt zum Publikum her, und seine Gesten unterstreichen seinen Gesang. Bei "Mein Teil" sieht man ihn zum Beispiel auf dem Podest theatralisch seinen Sangeskollegen unklammernd mit einem großen Messer in der Hand, als ob er jetzt filettieren wollte. Der zweite Teil des Thor-Konzertes wurde dann mit nationalen und internationalen Hits bestritten. Von In Extremo's "Küss mich" über "Temple of Love" von Sisters of Mercy ging es über Depeche Mode noch bis zu "Mexico" von den Böhsen Onkelz. Leider mußte Thor aufhören, als es am Schönsten war, denn der Veranstalter hatte die offizielle Genehmigung von der Stadt Meißen mit der Auflage, nur bis 01.00 Uhr zu spielen, erhalten.
Bei netten Gesprächen mit den Musikern und Freunden ließen wir denn Abend dann ganz langsam ausklingen...




Foto Impressionen: