Moods of Ally am 05.06.2008
im Garbaty, Berlin




Bericht: Petra Heinzel
Fotos: Petra Heinzel




Bereits seit einiger Zeit freute ich mich auf das Garbaty. Josef Garbáty-Rosenthal gründete 1881 ein Zigarettenunternehmen mit späterem Hauptsitz in Pankow. Es ist ein schöner Ort für Konzerte. Dieses Mal spielte dort eine mir lieb gewonnene Band: "Moods of Ally". Die Gruppe konnten alle, die sie noch nicht kannten, im Berliner frannz Club als Support bei Dirk Zöllners "7 Sünden-Konzert" kennen lernen. Steffi Breiting (voc) und Tobias Hillig (git) gründeten ihre Band im Jahr 2000. Da sie viele Songs aus der amerikanischen Fernsehserie "Ally McBeal" coverten, brauchte gar nicht groß über einen Bandnamen nachgedacht werden. Vor ca. vier Jahren erfolgte ein Besetzungswechsel. Renè Bock war von nun an der Bassist. Das musikalische Konzept wurde geändert. Ab sofort sollte es rockiger werden. Seitdem spielen sie amerikanische Rockmusik mit Blues- und Souleinflüssen. Dies wurde dann auch von dem kurz darauf zustoßendem Keyboarder Ralf Müller unterstützt. Vor ca. zwei Jahren kam erneut Frische mit dem Schlagzeuger Ralph Jähn in die Band. Als ich bei Renè noch einmal genau nachfragte wie denn der Schlagzeuger heißt, äußerte er hierzu mit verlogenem Blick: "Der uneheliche Sohn von Sigmund Jähn".
Um die Technik kümmerte sich an diesem Abend Axel Lorenz, ein Musikprofi und Freund der Band. Das Konzert begann mit "Earth Move", und es bewegte sich wirklich alles. Der Rock machte sich im Garbaty breit. Zu spät für gute Musik war es mit "Too Late" auch nicht. "Security" gab uns die nötige Sicherheit, dass im Garbaty gerockt werden darf. Es folgte Steffis Ansage: "Das geht hier Schlag auf Schlag. Jetzt kommt 'Ain't too proud to beg', d.h. ich bin nicht zu stolz nach Liebe zu betteln". Das Garbaty war allen möglichen Bewegungen ausgesetzt. Renè war der typische Kopfnicker, Ralf ein Marathonläufer, Tobi strapazierte seine Saiten und sang das Ende mit Steffi gemeinsam. Bevor Steffi uns in die Pause schickte, verwöhnte sie uns mit einem wunderbaren ruhigen Song. Der ging mitten ins Herz und ergriff meine Seele.
Nach der Pause ging es - trotz Hitze - flott weiter. Steffi begrüßte dann ihren ersten Gast, Carsten Große, Gitarrist und Sänger der Gruppe Blank. Er unterstützte den Gitarrensound und sang, wie auch Tobi, im Refrain mit. Aber auch Ralph, der dank seinem hellen Shirt im Hintergrund gut zu erkennen war, präsentierte sein Können am Schlagzeug. Und Renè erhob kurz darauf lautstark seinen Bass, während Ralf über die Tasten flog. Zwei Gitarren waren schon gigantisch, trotzdem bat Steffi nun ihren zweiten Gast auf die Bühne, Burghard Kühn. Er ist auch Sänger und Gitarrist der Gruppe Blank. Mit sieben Musikern wurde der Song "Property Of Jesus" von Bob Dylan zelebriert, einfach fantastisch. Das Publikum tobte. Bei "Call The Operator" übernahm Burgi den Gesang und bekam im Refrain Unterstützung von Steffi und Tobi. Burgi sagte den nächsten Song, "Full Force Gale", an. Er stammt von Van Morrison. Steffi fügte noch hinzu: "Der Ungemütran". Das Lied endete im Gesang aller sieben Musiker. Dann kündigte Steffi "Jealous Again" von Black Flag an: "Jetzt kommt ein wunderschöner Song von einer Band, die ich sehr verehre, da bin ick Fan von... Fan von". Sie sprühte nur so vor Energie und Freude. Es war heiß im Garbaty. Spätestens jetzt war das letzte Künstlerhandtuch durchnässt. Trotzdem sangen Steffi und Burgi "Soulshine", im Original von Warren Haynes stammend. Carsten und Tobi ließen ihre Gitarren singen, worauf Steffi sagte: "Das ist Gitarrismus pur". Eine geniale Zugabe war dann ein Song von "The Mamas and the Papas", hier begleitete Carsten mit einer Akustikgitarre. Steffi kündigte eine weitere Zugabe an: "In Thüringen gibt es nicht nur Bratwurst und Klöße, sondern auch Blues in E-Dur". Andrè, ein Konzertbesucher, nahm spontan seine Harp (Mundharmonika) zur Hand, tuschelte kurz mit Axel und setzte im richtigen Moment bei "Love Me Like A Man" ein. Die Band nahm ihn als perfekte Bluesergänzung in die Runde auf.
Anschließend eröffnete Steffi die Session. Jürgen Schötz, Schlagzeuger von Blank, übernahm das Schlagzeug. Er ist ein fantastischer Drummer. Der Bassist Michael Pflüger machte die Band komplett. Ich freute mich sehr auch zwei Titel von Blank zu hören. Danach übernahmen andere Musiker die Bühne und wir hatten noch viel Spaß an diesem Abend (bzw. Morgen).




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