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Bericht: Christian Reder Fotos: Petra Schäfer
Der Name Glenn Miller ist auch fast 67 Jahren nach dem Tod des Orchester-Leiters vielen Leuten ein Begriff. Der 1904 in Clarinda/Ohio (USA) geborene Jazz-Posaunist, Komponist und Bandleader verunglückte im Dezember 1944 bei einem Flugzeugabsturz - zumindest wird das so "vermutet". Die Geschichte Millers und seines Orchesters war damit aber längst nicht beendet. Sein Leben wurde verfilmt, kein Geringerer als der großartige James Stewart spielte die Hauptrolle, und sein Orchester spielte ohne ihren Chef später weiter.
Schon am Eingang wurden wir von Huub Salden, dem Bruder des Bandchefs, empfangen und bekamen ein Programmheft überreicht. Das Konzerthaus in Dortmund ist nach dem Vorbild des Wiener Musikvereins in der Grundform als einfaches Rechteck erbaut worden. Es gehört zweifelsohne zu den besten Konzertsälen der Welt, was nicht zuletzt auch an der erstklassigen Akustik des Gebäudes liegt. Unsere Plätze fanden wir im ersten Rang auf dem Balkon und wir hatten zusätzlich zum eben erwähnten tollen Sound einen hervorragenden Blick auf die Bühne. Dort waren schon die Aufbauten für das Orchester zu sehen. Ansonsten war die Bühne menschenleer und wartete darauf, durch Musiker und Musik belebt zu werden. Das Glenn Miller Orchestra besteht heute - neben dem Bandleader Will Salden - aus den Posaunisten Uli Plettendorff, Hans Jörg Fink, André Pet, Jenke de Vries, den Trompeten-Spielern Erik Veldkamp, Marcel Reus, Pascal Haverkate, Roeland Cleijne, den Saxophonisten und Klarinettisten Piet Keizer, Wil Jasper, Frank Jacobi, Daniel Daemen, Frank Meuwissen, dem Bassisten Ingo Senst, dem Schlagzeuger Haye Jellema und der Sängerin Roos Jonker. Am Piano sollte der Bandchef später selbst tätig werden. Pünktlich um 20:00 Uhr nahm der Swing-Express Fahrt auf und nahm uns mit auf eine über 2-stündige, rasante Fahrt. Ich mag den Einsatz von Bläsern besonders in der populären Musik sehr gerne, darum zählen diverse Produktionen von Dirk Zöllner und seinen "Zöllnern", einige Phil Collins-Scheiben und auch das '96er Silly-Album "Paradies" zu meinen Favoriten. Am gestrigen Dienstag bekam ich nun die volle Ladung, denn es waren - wenn ich richtig gezählt habe - insgesamt dreizehn Musiker mit Posaunen, Trompeten und Saxophonen auf der Bühne aktiv. Klassiker wie "Moolight Serenade", "Take The 'A' Train", "Chattanooga Choo Choo" und "Pennsylvania 6-5000" gehörten zum Set der ersten Hälfte des Programms. Aber auch Titel anderer Komponisten gab es zu hören, wie z.B. den von Herman Hupfeld geschriebenen Song "As Time Goes By", dem weltbekannten Musical-Titel aus dem Jahre 1931. Wer dachte, es gäbe ausschließlich Instrumental-Musik, der irrte. Sowohl der Bandchef Will Salden, als auch Musiker seines Orchesters und die einzige Dame im Line Up, Roos Jonker, übernahmen gelegentlich Gesangsparts bei einigen der vorgetragenen Songs. Der einst von Marylin Monroe und Doris Day gleichermaßen gesungene Titel "Diamonds Are A Girls Best Friend" war einer dieser Lieder, bei denen die Gesangsleistung einzelner Mitglieder gefragt waren. Um 21:10 Uhr wurden wir dann in eine 20-minütige Pause geschickt.
Es fällt mir wirklich nicht leicht, den gestern erlebten Konzertabend so in Worte zu fassen, dass ich nichts vergesse. Es waren dermaßen viele Eindrücke, die man sammeln konnte, dass man gar nicht alles wiedergeben kann ohne den Rahmen eines Konzertberichts zu sprengen. Als Fazit kann ich eigentlich nur jedem empfehlen, sich ein Konzert des Glenn Miller Orchestras anzuschauen, wenn es in seiner Nähe Station macht. Die Kapelle ist weltweit unterwegs und macht demnächst in folgenden Städten Station: Februar '11: 09.02. - 20:00 Uhr D-20355 Hamburg, Laeisz-Halle 10.02. - 20:00 Uhr D-30159 Hannover, Theater am Aegi 11.02. - 20:00 Uhr D-37081 Göttingen Stadthalle 12.02. - 20:00 Uhr D-28195 Bremen, Die Glocke 13.02. - 18:00 Uhr D-25335 Elmshorn, Stadttheater 14.02. - 14:30 Uhr B-2018 Antwerpen, Elisabethzaal 20.02. - 15:00 Uhr B-9000 Gent, Capitole Gent hingehen und mitreißen lassen. Der Swing und somit auch Glenn Miller leben, und begeistern noch heute das Publikum.
Fotoimpressionen:
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