Bericht:
Marit Suckow

Fotos:
Pressefoto / Andraj Sonnenkalb (oben),
Marit Suckow (Livefotos 2, 3, 5),
Kirsten Thönelt (Livefotos 1 und 4)






Neben "Deutsche Mugge" ist Radio LOHRO meine zweite Leidenschaft, und am 15. Februar 2011 bin ich eigentlich nur nochmal in den Sender gefahren, um etwas auszuarbeiten und mir ein paar Ratschläge für die Arbeit mit einem Programm zu holen.


Aktuelle CD "Heilig"

Es war kurz nach Mittag, als mein großer, aber viel jüngerer Lieblingsmoderator Andre dort ansagte, dass am Nachmittag LETZTE INSTANZ Studiogäste sind. Am Abend sollten sie im Rostocker Mau Club spielen. Ich hatte das gar nicht mitbekommen, lief irgendwie an mir vorbei, und die Zeit, in der ich meine Gothikfreak-Sachen noch getragen habe, ist lange her. BOAAAAAAAAAAAAHHHH, die Band, deren Musik ich früher gehört habe, stand eine Stunde später einfach so da. Cool wie ich bin, habe ich getan als wäre nichts und weitergearbeitet. Nur einmal kurz ins Studio gelinst habe ich, als sie dort live unplugged spielten. Abends MUSSTE ich dann aber zum Konzert und zufällig hatte ich auch noch 'Kinderfrei'.

Um 20:00 Uhr war Einlass. Der Mau Club ist nicht sehr groß. Schade war es deshalb, dass viele den Weg dorthin zur LETZTEN INSTANZ nicht gefunden hatten, was einerseits vielleicht am Kartenpreis von 17,00 Euro lag, andererseits daran, dass es mitten in der Woche war. Aber auch die Werbung war nicht berauschend. Rund 200 Leute waren gekommen. Als Vorband stand MINA HARKER auf der Bühne. Woher sie kommen, habe ich nicht rausgefunden. Ein Publikum, vor allem so ein kleines, sollte 'angeheizt' werden. So verstehe ich den Job von Vorbands. Lady Mina Harker aber versuchte düster zu wirken, mit künstlich nach unten gezogenen Mundwinkeln. Die beiden Gitarreros wippten im gleichen Takt. Alles kam mir ein bisschen wie UNHEILIG für Mädchen vor, und so ähnlich klangen die Songs auch, teilweise nah am Schlager. Die unvorteilhafte Beleuchtung von unten rundete das Bild ab und gab ihrer sowieso nicht wirklich aussagekräftigen Stimme den letzten Schlag zur Niederlage.

Mein Lieblingsmoderator Andre kam pünktlich zur Umbaupause auch. Er sah schon mein Gesicht, befürchtete, es könne mir ähnlich ergehen wie auf dem Unheilig-Konzert (siehe Bericht: HIER). Aber so war es nicht, denn das Konzert wurde ein Hammer und entschädigte mich für meine Enttäuschung mit dem Grafen. Langeweile kam nicht auf, Spielfreude und Performance waren leidenschaftlich. Die 'Gothic-Freaks' von damals, da waren sie. Mein Glauben an die alte Szene "von früher" ist also doch noch nicht ganz verloren.

Von der ersten Minute bis zur letzten Sekunde: LETZTE INSTANZ hatten das Publikum fest im Griff. 22 Songs wurden gespielt, die Hälfte aus den letzten beiden Alben "Schuldig" von 2009 und "Heilig" aus dem Jahr 2010. Favoriten dabei: "Flucht ins Glück", "Der Garten" oder auch die "Winterträume" sind nur einige der Favoriten, so die Musiker. Ihr Musikstil: "MittelalterGothicBrachialRockMetalPolka"... Die Band rockte das Haus, sang und zwang die Fans in die Knie - Benni Cellini, der Cellist, ließ sich beim Stage-Diving vom Publikum auf Händen tragen. Die Fans tobten, Licht, Sound, Band, Stimmung, alles hat gepasst. Besonders beeindruckt haben mich die Mikrofonständer (siehe Fotos), aber auch die extrem ungewohnte Form des Cellos war ein origineller Blickfänger. Selbst ein paar schräge Töne wurden mit einem frechen Grinsen gekonnt überspielt. Abschließend muss ich sagen: LETZTE INSTANZ haben den Mau Club RICHTIG gerockt.

Nach der Zugabe wurde noch die altbewährte Autogrammstunde gegeben, Fotos für's Familienalbum gemacht, das ein oder andere Pläuschchen gehalten, oder Bierchen getrunken. Am Ende waren alle happy: Zufriedene Gesichter bei Fans und Bandmitglieder. DANKE für den Abend!





Fotoimpressionen: