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Gerd Köster, Frank Hocker & Begleitung live im "Tanzbrunnen" zu Köln am 16. September 2011
Bericht: Hanni Möller Fotos: Hanni Möller, off. Pressematerial
„Ach wenn ich un du
Un du un ich Un loss et nur e paar Nääch noch sin Wat wööd ich schwimme Övver Ozeane Ejal wie deef öm bei dir ze sin!“ (Beginn aus „1000 Johr“)
Man könnte viele Stationen aufführen (Hörbücher, Schauspiel, Texter, Übersetzer, Weinkenner, Kölner, Radiomoderator, Antikarnevalist in Bezug auf 1 & 3 und Vieles mehr), die vielleicht auch wichtig wären zu kennen, wenn man ihn vollkommen neu jetzt an diesem Konzertabend erlebt hätte. Aber das Publikum dort war im tiefsten Grau behauptet (bis auf die Damen, die es dann doch vorziehen, künstliche Farbe in ihr Haar zu geben), was zeigt, daß seine Fans mit ihm gealtert sind und auch jeden Ton kennen. Es wirkt vor allem in Köln wie ein großes Familienfest, in dem Gerd Köster ebenso moderiert, vollkommen aufgeht in seiner kölschen Sprache, mit der er liebend jongliert, um das Publikum vertraut aber auch mit einer gewissen liebevollen Distanz zu verführen. Ich hoffe dabei nur immer sehr, daß Einiges seiner zahlreichen Bemerkungen vor und zu den Liedern auch beim Publikum wirklich ankommt. Sie entbehren nicht einer eindeutigen politischen Haltung und zeugen von präziser Gesellschaftsbeobachtung, die sich dann ja auch textlich sehr fein und wortspielerisch in den Songs widerspiegelt. Sie sind oft weit entfernt von einer mainstreamigen Meinung über die Welt, die dann doch in der Publikumsmenge nicht unbedingt im normalen Leben gelebt wird. Aber in dieser Konzertatmosphäre ergibt sich immer zustimmender Applaus, und es tut dem Ganzen auch sehr gut - und wenn es nur ein Statement zur Energiesparlampe ist, die seiner Meinung nach eigentlich nur aus Nachteilen besteht. Aber auch den Vergleich von Alzheimer- und Potenzmittelforschung scheut er nicht wie auch der Behauptung: „Gott ist eine Frau“ (und freut sich dabei über die Anwesenheit einiger Atheisten im Publikum...)!
Man könnte viel über Köster & seine Musik schreiben, wenn es davon nicht schon so viel gäbe. Als Fazit des Abends sei vielleicht noch zu erwähnen, daß die, die Köster kennen, nichts versäumt hätten, wenn sie nicht vorort gewesen wären. Und die, für die er neu zu entdecken ist, werden nicht den gesanglich besten Köster erlebt haben, aber es muß auch nicht immer der Vergleich mit anderen Zeiten gezogen werden. Für mich war es einfach ein schöner Abend. Klanglich war alles sehr gut, die Abwandlungen des Bekannten in Bezug auf Tempo oder Punktsetzungen genial und die Freude allgemein groß, ihn nach 10 Jahren ohne Band endlich wieder einmal elektrisch verstärkt im Rahmen einer Band gehört zu haben. Fotos habe ich an diesem Abend keine gemacht, da ich nicht im Auftrag der Deutschen Mugge unterwegs war und Kameras im Kölner Tanzbrunnen bisher nicht erlaubt wurden. Als Abschluß einer meiner Lieblingstexte, der gepaart mit der schnellen kräftigen Musik des Songs „Alles im Griff“ besonders stark und typisch daher kommt in seiner überspitzter Form und auch an diesem Abend gespielt wurde: Ich han ne Jrizzlybär em Köhlschrank Drei Pumas en d`r Jaraasch Han Mango-Bäum op d`r Finsterbank Un ne Landeplatz om Daach Ich han ne Lüjendetektor Für jede joode Stään Un Petrus määt mir für kleine Maus Ne wärme Dauerrään Ich han alles im Griff he Ich bruche veezehn Daach Urlaub Öm minge Jaade affzejonn Un ich schleiche zum Laache en d`r Keller Do wo die Leiche stonn Luur vun mingem Leuchtturm Eimol öm de Ääd Un sinn weit un breit kein ander Kind Dat met mir spillen däät Jo mieh Stäänbild wor e Schoof Wäje Blödheit vürbestroof Mieh Katehuus stund op Sand Dä se mir en`t Ouch jestreut han Hatt mich an klein Brüütche jewönnt Un dann es minge eezte Frönd Met minge letzte Skrupel durchjebrannt Jetz han ich alles im Griff he Praktisch alles fess em Griff Ich han alles em Griff Ich han zwei Dogge treu un scharf Met nem Hundeblick us Stahl Die heissen Romeo un Julia Un sin lebenslang loyal Ich han Fledermüüs an d`r Ling Die drinke minge Schweiss en d`r Naach Un ming Schlang friss nur verwunschene Frösch Am Valentinsdaach Jo ich hann e jebroche Hätz En de Klodüür renjeritz Han jede Falldüür enjerannt Un kein Verwandte mieh jekannt Han övverall noh ihr jeluurt Dann selver wöödich römjehurt Ich nemme kein Schuss vür voll Mieh Hätz es leer Ich han alles im Griff... Bitte beachtet auch: - off. Homepage von Gerd Köster: www.gerd-koester.de - Seite vom kölnkongress über den Tanzbrunnen : HIER klicken |