Bericht:
Tobias Glahn

Fotos:
Pressematerial





Made in America
Toby Keith auf Europa-Tour... ist er in seiner US-amerikanischen Heimat einer der ganz Großen der Country-Szene, hierzulande sind es nur wenige die ihn kennen. Country ist in unserer Medienlandschaft nicht so sehr zuhause. Ein richtiger Fan und Kenner von Toby Keith bin auch ich nicht, aber einige Songs gingen gut ins Ohr und sorgten für den Entschluss, das Konzert zu besuchen.

Huxley's "Neue Welt" in Berlin-Kreuzberg ... ein eher kleiner Laden mit fast schon Club-Atmosphäre. Die Location war sicher früher so etwas wie ein Tanzpalast aus Tante Klärchens Zeiten. Aber die Neue Welt gefiehl mir sofort, schon fast gemütlich wenn man unterm Jahr in mehreren Multifunktions-Arenen unterwegs war. So ein bißchen wie zu alten Zeiten, wenn mal ein nicht mehr ganz populärer West-"Star" in unserer heimischen Stadthalle Station machte.
Das Konzert war ausverkauft und die Besucher erkannte man beim Anmarsch zur Location schon am Stetson auf dem Haupt. Country-Time eben. Wer jetzt aber eine Country-Musik a la Jonny Cash und John Denver erwartet, ist auf dem völlig falschen Dampfer. Ist das rockiger Country oder Rockmusik mit Country-Elementen??? Modernes Country würde ich es nennen.

Macht der County-Star aus USA jenseits des großen Teichs riesige Hallen voll, war man hier mit kleinem Equipment unterwegs, viel mehr passte in die Halle auch nicht rein. Neben zwei Gitarren, Bass, Drums, Keys und Percussions waren noch drei Bläser im Einsatz sowie die typische Steel-Gitarre und eine Geige. Die Technik war gut auf die kleineren Verhältnisse abgestimmt und klang perfekt.

Die sehr hübsche Background-Sängerin und ein Gitarrist waren um 20:00 Uhr die eigene Vorband und gaben vorab schon mal eine Kostprobe vom eigentlichen Konzert. Die junge Lady konnte auch alleine richtig gut singen. Nach einer knappen halben Stunde gab es nochmal eine ebenso lange Pause, bis gegen 21:00 Uhr das eigentliche Konzert begann. Ok... es gab schon pünktlichere Musiker, aber der erfahrene Konzertgänger ahnt sowas und kommt nicht schon zum Einlassbeginn.

Der Titelsong der neuen CD "Made in America" war der ideale Aufmacher und ging richtig gut los. Meine Güte, was war das für ein Recke!!! Der ehemalige Football-Profi ist ein Hüne und hat ein Kreuz wie eine Schrankwand. Als sein Gegenspieler wäre ich einst freiwillig mehrere Yardslinien zurückgewichen. Seine Stimme ist der absolute Wahnsinn, der Mann kriegt so eine kleinere Halle auch ohne Mikrofon beschallt. Laut und kräftig. Ich war recht begeistert, zumal ich von meinen Emporen-Platz allerbeste Sicht und Akustik genießen konnte.

Natürlich war zwischen dem Künstler und Fans nicht viel Kommunikation möglich. Toby Keith konnte kein Deutsch und auch wer im Publikum einigermaßen Englisch konnte, hatte mit dem schnellen Südstaaten-Englisch arge Schwierigkeiten. Also konzentrierte sich Toby Keith auf das Singen. Etwa zur Halbzeit des Konzerts ging dann auch das Publikum besser mit. Nur die ganz eingefleischten Fans konnten die Texte mitsingen, wie auch ... habe ich Toby Keith hierzulande wohl noch nie im Radio gehört. Die meisten Titel stammten von der aktuellen CD, aber mir als ungeübten Country-Besucher waren die meisten ohnehin fremd. Dennoch... die Musik, die Toby Keith macht, geht wirklich gut ins Ohr.

Etwas mehr als eine Stunde spielten die Cowboys aus den USA, dann war das eigentliche Konzert schon fast vorbei. Immerhin kam Toby Keith für zwei Zugaben nochmal zurück auf die Bühne. 90 Minuten Konzert sind trotz der hohen musikalischen Qualität doch schon recht sparsam. Viele Besucher waren von weit her angereist um ihr Idol zu sehen. Wenigstens eine halbe Stunde länger auf der Bühne wäre ganz nett gewesen. Das schmälert den doch sehr positiven Eindruck etwas. Trotzdem, insgesamt gesehen ein wirklich gutes Konzert.


Bitte beachtet auch:
- off. Homepage von Toby Keith: www.tobykeith.com
- Homepage des Huxley's in Berlin: www.huxleysneuewelt.com