KARAT Buch-Präsentation im "Babylon"
zu Berlin am 12. April 2010

(mit der Autorin Christine Dähn)


Bericht: Toralf Schneider
Fotos: Toralf Schneider





35 Jahre Karat - Unter diesem Motto hat Christine Dähn, bekannt unter anderem als Moderatorin von DT 64, unlängst das Buch Karat "Über Sieben Brücken musst du gehn" veröffentlicht. Selbiges sollte an diesem Abend vorgestellt werden, in Anwesenheit der Band. Ich selbst - kein Fan von Karat - ließ mich ins Babylon treiben, gespannt auf Geschichten und Anekdoten aus 35 bewegten Jahren Bandgeschichte und natürlich auch darauf, wie sich die Band nach dem Tod des langjährigen, charismatischen Sängers Herbert Dreilich heute präsentiert.

Das Babylon war mäßig gefüllt, die Location vielleicht ein wenig groß geraten, ein intimeres Ambiente hätte sicher mehr Stimmung aufkommen lassen. Das Publikum bestand natürlich zu großen Teilen aus den „alten“ Fans, aber auch Interessierte jüngeren Semesters waren dazwischen gestreut. Der Abend begann, wie nicht anders erwartet, mit einer Instrumentalversion von „Über sieben Brücken musst du gehn“, ein stimmungsvoller Auftakt. Danach stellte Christine Dähn die Band in ihrer aktuellen Besetzung vor.

Claudius Dreilich, der den Gesangspart von seinem Vater „übernommen“ hat,
Bernd Römer an der Gitarre,
Christian Liebig am Bass,
Micha Schwandt am Schlagzeug,
Martin Becker am Keyboard und
Ed Swillms, der immer wieder mit dem zweiten Keyboard hinzustösst.

Die Musiker plauderten ein wenig, wie sie zur Band gestossen sind und was ihre Wahl des jeweiligen Instrumentes beeinflusst hat. Amüsant in diesem Zusammenhang die Geschichte von Micha Schwandt. Der konnte aus einem Dachboden voller Instrumente auswählen und entschied sich für das Schlagzeug, „weil man da sitzen kann und wenig üben muss“. Das Publikum quittierts mit Heiterkeit. Wer nun dachte, in diesem Stil geht es weiter, wurde leider enttäuscht! Christine Dähn trägt einzelne Passagen des Buches vor, eher emotionslos, ja beinah blass und kommt danach in ein kurzes Gespräch mit dem jeweiligen Musiker.
Fleischlose Geschichten über schwarze Pudel in kubanischen Tourneebetten und einen vertrockneten Hibiscus. Erwähnenswert vielleicht noch, dass Claudius Dreilich eine erfolgreiche Karriere beim schwedischen Möbelhaus Ikea für die Band beendet hat. Da geht's nicht ans Eingemachte, da wird nichts herausgefordert, der Funke zum Publikum springt zu keiner Zeit über. Immerhin geht es hier um 35 Jahre Bandgeschichte, 35 bewegte Jahre des Auf und Ab in teilweise auch sehr schwierigen Zeiten. Wüsste man es nicht besser, man könnte denken, wie langweilig ist es denn bei denen zugegangen.

Fazit:
Wer sich als Fan nicht per se das Buch kauft, ist an diesem Abend nicht davon überzeugt worden, wiewohl das doch der eigentliche Sinn einer derartigen Veranstaltung ist. Christine Dähn sagt, dieses Buch ist auch eine Liebeserklärung an die Band, dies mit Sicherheit sehr authentisch, allerdings, das Publikum hat diese Liebe nicht spüren können. Und nicht zuletzt das Fehlen jeglicher, auch noch so kleiner musikalischer Einlage hat einen schalen Nachgeschmack hinterlassen, vor allem auch deshalb, weil diese Veranstaltung nicht kostenlos war.



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