GIRLPOOL Festival im "Pfefferberg
Haus 13" zu Berlin am 15. Januar 2010



Bericht: André Serfas
Fotos: André Serfas, Mirko Fricke (Location)





Es gibt eine Anzahl von erfolgreichen Bands, bei denen ich gerne behaupten würde ihre Karriere schon von Anfang an verfolgt zu haben. Oft wird ja gesagt, dass die Konzerte noch richtig gerockt haben, bevor die Bands anfingen kommerziell zu werden. Manchmal ärgere ich mich dann ein kleines bisschen, dass ich eben früher nicht dabei war und manchmal bin auch etwas neidisch auf die, die es waren. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten noch relativ unbekannte und neue Bands in einem Stadium ihrer Karriere kennen zu lernen, in dem sie noch nicht mit Yoga anfangen und Roibustee trinken.

Der Pfefferberg in Berlin-Prenzlauer Berg bietet hierzu eine Veranstaltungsreihe, die sich Whirlpool nennt (Veranstalter ist das Rockbüro Berlin, die Location dafür ist der "Pfefferberg", Anm. d. Red.). Regelmäßig haben hier 10 Newcomerbands die Möglichkeit sich und ihre Musik dem Publikum vorzustellen. Unter dem Motto "10 Bands, 10 Euro" erfreut sich dieses Event immer größerer Beliebtheit. Letzten Freitag fand eine Abwandlung dieser Veranstaltung mit dem Namen "Girlpool" statt. Eine Plattform speziell für Bands mit einer Frau am Mikrofon.

Auf dem Weg dorthin nutzte ich die Zeit, um mir zu überlegen, was ich von einem Konzertabend erwarte, bei dem es vor allem darum geht, dass er von Frauen gemacht wird. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es einfach etwas besonderes ist - und mal ganz unter uns: Frauen die auf der Bühne so richtig abrocken haben ja auch immer das gewisse Etwas! Ein Konzertabend hingegen, der damit beworben wird, dass er nur von Männern gemacht wird, würde wahrscheinlich nicht so ziehen.

10 Bands standen also auf dem Flyer, zwei davon hatten wieder abgesagt, blieben also noch acht. Veranstaltungen auf denen so eine Vielzahl von Bands spielen versprühen oft diesen Charme von Improvisation. Gerade bei noch unerfahrenen Musikern stimmt manchmal die Kommunikation mit dem Techniker nicht. Das viele Umbauen sorgt zusätzlich für Verwirrung und natürlich auch für die ein oder andere Panne. Bei Professionellen Bands bekommt man so etwas oft gar nicht mit. Hier aber ist alles live und zum Anfassen und um so mehr bekommt man das Gefühl mittendrin statt nur dabei zu sein. Der Zeitplan konnte trotzdem strickt eingehalten werden: 30 Minuten spielen, 10 Minuten umbauen. Die Musikrichtung des Abends ging eindeutig zum Rock, Metall, Hardrock und teilweise Hardcore, sprich schwere E-Gitarren Riffs, schnelles Schlagzeug und voluminöser Bass.
Dennoch war das Auftreten jedes einzelnen Acts höchst unterschiedlich. Die pure weibliche Anwesenheit war aber bei weitem kein Garant für eine gelungene Performance. Die meisten Fans, wenn auch größtenteils von den Musikern mitgebracht, waren in erster Linie dort um gute Musik zu hören, und die musste erst mal gemacht werden. Hauptsächlich wurde englisch gesungen. Nur drei Bands wagten sich an die schwere deutsche Sprache, darunter Elenaxxx und Band, die gleich mit drei charismatischen Frauen aufwartete und mit Pop-Rock für den melodiöseren Teil des Abends sorgte. Hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch Lashdown, die den Opener machten und deren Sängerin ich diese brachiale Stimme überhaupt nicht zugetraut hätte. Ebenfalls einen bleibenden Eindruck hinterließen Ind-X, Fireflies und Offmyway. Ihre Spielfreude und ihre Performance kam einfach an und auch wenn es sich hier um Newcomerbands handelt, hinterließen so doch einen professionellen Eindruck.

Wenn die Jungs und Mädels am Ball bleiben kann ich sicher auch in ein paar Jahren behaupten, ihre Karriere von Anfang an verfolgt zu haben. Vielleicht ernte ich ja auch ein paar neidische Blicke. Grund genug sich in Zukunft den Terminplan des Pfefferbergs etwas genauer anzuschauen.




Foto Impressionen:



Lashdown

Lashdown


Sacria

Sacria


Elenaxxx

Elenaxxx


Ind-X

Ind-X


Tonopol



Fireflies

Fireflies


Offmyway

Offmyway


Lisa Bon

Lisa Bon