Reinhard Fißler wird 60 - Geburtstagsfeier
am 06.02.2009 in Berlin (Teil 2)

(mit den Gästen: Holger Biege, Karussell, Hans die Geige, RENFT, Thomas Putensen, u.v.m.)

Bericht: Fred Heiduk
Fotos: Petra Heinzel, Matthias Ziegert





Wie soll man eine außergewöhnliche Geburtstagsfeier beschreiben? Oder ein Konzert, das "just for fun" und im Grunde nur für einen einzigen Mann gespielt wird? Ein Konzert, bei dem eine dermaßen breite künstlerische Palette geboten wird, mit der man ein mehrtägiges Festival bestreiten könnte? Auch eine Eloge auf den Jubilar verbietet sich, da der das zwar verdient hätte, es aber nicht mag. Zudem wäre darin wenig Platz für die vielen guten Musiker und anderen Künstler die an diesem denkwürdigen Abend im Berliner Sportamt auftraten. So hab ich mir gedacht, eine Beschreibung der anderen Art abzuliefern. Eine, die den dabei gewesenen wie den Verhinderten einen Eindruck davon vermitteln soll, wie sich dieses große "Famileinfest" von einer Idee zu einer unvergesslichen Party von gut sechs Stunden Dauer entwickelt haben KANN. Kann, weil Realität und Fiktion durcheinander laufen. Ich habe nur die Fakten erlebt, die Geburtstagsfeier. Die Überlegungen, die zu diesem unvergesslichen Abend geführt haben, sind hingegen frei erfunden, nachdem ich mit dem einen oder anderen Beteiligten gesprochen habe. Die Geschichte einer unvergesslichen Geburtstagsfeier...

Man, man! Du wirst 60. Wie sich das anhört...! Wie die Zeit vergeht! Vor 10 Jahren hast Du Deine erste Solo LP rausgebracht. Dann kam die verdammte Krankheit. Kein Mensch weiß woher dieses Unheil so schnell und brachial kam. ALS... hat mich anfangs ja verdammt gebeutelt - ich hätte verzweifeln können... Aber irgendwie... Nix da! Ich hab mich gewehrt. Ich hab gekämpft... Und? Jetzt ist Waffenstillstand! Ich hab der Krankheit erklärt, dass ich mich nicht unterkriegen lasse, und sie hat gesagt - ok, dann mach! Aber ich kann Dich nicht mehr lassen. Musst mich also aushalten. Und meiner Familie, meinen Freunden und ein paar Kollegen mussten uns beide aushalten. Und jetzt? 60! Da müsste man doch ne richtige Fete machen, oder? ...und ne richtige Mugge. Schade, dass ich nicht mehr stundenlang laut singen kann. Das müssen dann eben die übernehmen. Wer? Am besten die, denen ich Musik beigebracht habe, mit denen ich musiziert habe und vielleicht auch noch ein paar große unserer Zunft. Ich singe dann im Stillen mit und höre zu. Und Leute will ich um mich haben. Gute Freunde. Man glaubt es kaum. Nach so vielen Jahren gibt es immer noch Menschen, die sagen sie sind meine Fans. Es gibt wirklich wohl noch ein paar, die mich nicht ganz vergessen haben. Sollen sie alle kommen. Wir wollen ein Fest feiern, fast wie früher. Ein Fest in Familie mit viel Livemusik, Ramba Zamba und allem Hallo. Meine Gäste sollen sich freuen. Das wäre ein tolles Geschenk... Hmmm, aber wer soll das alles auf die Beine stellen? Wo macht man denn so eine Feier? Ein kleiner Saal muss es schon sein. Vielleicht kommen ja doch 3 oder 4 Leute... Ich glaube, ich red' mal mit Elmar. Dem wird was einfallen... Mir gefällt die Idee. Ein großes Fest. Musik, Essen, Trinken, Reden. Muss ja keine perfekte Show für eine Fernsehaufzeichnung sein, und auch keine Konkurrenz für die Ostrock-Klassik Konzerte. Das kann ich mir auch anders vorstellen. Und das gehen wir jetzt an. Mein ungeliebter Begleiter - du sollst mal sehen... So ein Schlagerbarde hat mal gesungen: "60 Jahre und kein bisschen leise". Ich werde es krachen lassen...
Elmar - ich will 'ne große Party zum 60. machen. Kannst du...? Da hat Reini sich was ausgedacht... Na warte, mein Freund. Du sollst staunen! Aber ich mach's ja gern für meinen alten Freund. Bist ja erfreulicherweise seit geraumer Zeit ganz gut beisammen, Reini. Da machen wir wirklich ne richtige Party draus. Und die so groß, wie es einem genialen Musiker und tollen Menschen, der einen runden Geburtstag feiert, gebührt. Du hast uns so oft überrascht und glücklich gemacht mit Deiner Musik und überhaupt... Jetzt sind wir dran! Und ich hab da auch ne Idee. Wo machen wir das? In Berlin, das ist ja klar. Aber genau...? Erichs Lampenladen hat man ja geerdet. Und das wäre auch nicht seins gewesen - so nahe an der Macht... Die Seelenbinderhalle ist auch weg, der Friedrichstadtpalast ist ein wenig groß und für die Freilichtbühnen ist's etwas zu kalt. Wo hätte er seinen 60. wohl gefeiert, wenn er gesund geblieben wäre? Sicher in einem richtig großen Laden auf der Bühne. So wie vor ein paar Wochen die Puhdys vielleicht nicht ganz... Eine große Reini-Party - mal nachrechnen... ich denke so 300 Menschen könnten da schon kommen. Ich kann ja mal meinen Charme spielen lassen. Vielleicht das Sportzentrum in Grünau. Die haben genug Platz und es müsste bezahlbar sein. Und böse Nachbarn gibt's auch nicht. Das sind doch schon prima Voraussetzungen... Was müssen wir denn alles organisieren? Den Raum - na klar. Dann ein ordentliches Bankett. Es soll ja niemand verhungern. Und verdursten schon gar nicht! Im Sportzentrum kein Problem. Wenn ich schön lächle und denen erzähle was wir vorhaben, wer gefeiert wird, dann werden wir wohl eine halbe Etage nutzen können. Der Saal ist zwar kein Konzertsaal, aber die Technik packt das. Was sagte Reini? Wer sollte für ihn ein Geburtstagsständchen spielen? Vor allem die, für die er Musik geschrieben hat. Das sollte man doch hinbekommen, da ein wirklich buntes Programm zusammen zu bekommen. Mal sehen - wenn jeder 2 Titel spielt dann haben wir... Ja das passt! Da bleibt noch für ein paar Überraschungen Platz. Jetzt noch ein bisschen Licht, ne Technikanlage und ein paar Instrumente... Oh, oh... das gibt es alles in allem nicht geschenkt... Da sollten wir die Gäste um einen kleinen Obulus bitten, um Reini nicht zu ruinieren. Mal rechnen... Ok! Ich denke das bleibt akzeptabel. Dann wollen wir mal loslegen... Raum mieten, Einladungen verteilen, Musiker fragen... Reini überraschen! Machen wir gemeinsam aus Reinis 60. eine Fete, die keiner der Anwesenden vergisst. Und jetzt los!
Zu Reinis Geburtstag spielen? Na klar! Thomas Putensen ist dabei! Das ist mir sogar ein Bedürfnis. Und ich bringe Andy Wiezoreck und noch ein paar Musiker sowie meinen Sohn mit. Ach so: nur zwei oder drei Titel. Völlig egal. Für meinen Freund Reini immer! Vielleicht kann er ja sogar ein wenig mitsingen. Es geht ihm ja ganz gut...
Für Reinhard ein Geburtstagsständchen. Nichts lieber als das. Andrea Timm freut sich, dabei sein zu dürfen. Reini hat mir doch bei allem so viel geholfen. Die Titel, das Album und gerade auch als Mensch... Wann und wo? Ich sag Marcus, Micha und Axel Bescheid. Das geht klar. Wer wird denn noch spielen? Ach - das ist aber toll... Axel und Marcus sollen auch noch mit Patricia Heidrichs "Unbekannt Verzogen" spielen und dann auch noch mal mit Simone Kotowskis Band. Und vielleicht wird auch Micha Behm noch einmal spielen. Das ist dann ja vom Lied bis zum Rock und LatinPop, die ganze musikalische Palette. Ach - und wenn alles klappt spielt auch Renft noch. Wer soll denn noch spielen? Musikschüler von Reini... Das war ich ja auch mal. Prima, das da noch Talente nachkommen, die mit Reini haben üben und arbeiten können. Ganz tolle Talente sind ja auch Reinis große Töchter. Vivian konnte man ja bereits gelegentlich erleben.

Zurück zum real Erlebten: Ob Telefonat oder persönliches Gespräch... Einige werden vielleicht von ihrem Auftritt auch per eMail erfahren haben. Und gleich ob Reini selbst oder Elmar anfragten, am Ende sind neben den genannten Gruppen und Solisten einige weitere bekannte Musiker auf dem Weg nach Berlin zu Reinis 60. Die Liste reicht von Hans die Geige über Tina Rodgers und Eva Kyselka zu Karussell und Holger Biege. Dazu kommen einige zum Teil mit Reinis Liedern umrahmte Showeinlagen und Überraschungen. Ich glaube keiner der angesprochenen hat, so er nicht bereits eine eigene Mugge (MUsik Gegen GEld) hatte, abgelehnt. Und so gab es die schon angekündigte große Fete, die auf ihre Weise viele, viele anderen Jubiläen in den Schatten gestellt haben dürfte. Warum? Weil die Verbindung von musikalischem Event der Extraklasse mit der privaten, geradezu intimen Atmosphäre einer familiären Geburtstagsparty zum runden Geburtstag eines der besten Sänger und Gitarristen dieses Landes einfach stimmig war, und alle, Geburtstagskind, Gäste und Musiker, gleichermaßen Spaß hatten. Das insbesondere, weil eine ausgelassen gute Stimmung unter allen Gästen den Abend dominierte. Mit den Musiker ins Gespräch zu kommen, war absolut unkompliziert. Sie bewegten sich völlig frei von Allüren ungezwungen unter den übrigen Gästen. Ein überaus beliebter Treffpunkt für Gespräche war immer wieder das Buffet bzw. der Tresen. Der wurde auch nicht gestürmt, als die Musiker von Renft und??? (leider hab ich den zweiten Namen nicht verstanden, da der Geräuschpegel im Raum gelegentlich extrem hoch war) ein Extrageschenk an die Feiergesellschaft machten - Freie Getränke für alle. Alles kleine Bausteine einer gemütlichen Familienfeier eben. Und mittendrin die agile Hauptperson Reinhardt Fissler, lange Jahre die prägende Stimme der Stern-Combo Meißen, der Seelensänger, an seinem 60. Geburtstag. Das Defilee der Gratulanten schien bis in die Nacht hinein gar nicht wieder abzureißen. Ein Wort mit Reinhard zu wechseln, ihm zu gratulieren, eine kleine, oft persönliche Aufmerksamkeiten überreichen zu können, das war wohl der eigentliche Höhepunkt des Abends für jeden. Viele hatten alte, sehr, sehr alte Bilder und plauderten kurz mit Fissler über die alten Zeiten und den abgebildeten Personen, sagten: Danke Reinhard! Danke für alles... Und die Gespräche setzten sich fort. Jeder im Saal wechselte mit ihm ein paar Worte. Reini leistete wahre Schwerstarbeit. Gratulationscour, Gespräche, der Musik zuhören und dazu vier Stunden Musik und Show moderieren. Niemand hätte den Ameisenhaufen wohl so gut im Griff gehalten, wie es Fissler selbst gelang. Er moderierte, fand lobende und anerkennende Worte, setzte so auch einen zeitlichen Rahmen. Es verwundert nicht, wie bunt der musikalische Rahmen war, den sich das Geburtstagskind wünschte, führt man sich die musikalische Vita des Jubilars vor Augen. Die reicht von der Seelensängerzeit bei Stern-Combo Meißen bis zu Disko- und Popeinflüsse bei FWH und Reggae Play, wo der Name Programm war. Nicht zu vergessen die vielen Blues und Soulintrepretationen Fißlers gerade auch in seinen Soloprojekten. Die musikalische Vielfalt an diesem Abend reichte vom guten Musikschüler über angehende Profis zu Vollblutmusikern und Musiklegenden. Es wurden unglaublich viele Genres bedient, was dem Jubilar offenkundig viel Freude bereitete. Selbst die unerfahrensten trauten sich an eigene Texte, interpretierten einen Fißlertitel oder boten einen Klassiker. So brachten sie Reini ihr ganz persönliches Geschenk. Nicht immer perfekt, aber ungemein herzlich und ehrlich. Ob es der Lausbube Max war, der im Rollstuhl sitzende junge Keyboarder Timo oder Putensens Sohn Ludwig mit einen selbst komponierten Lied mit einem flotten Text - die jungen Leute wussten zu begeistern, obwohl nicht jeder Ton passte, nicht jeder Griff saß. Was dieses Fest so besonders machte, waren die vielen kleinen und großen Szenen am Rande. Da gab es den Plausch der sich in den Armen liegenden Micha Behm und Norbert Jäger. Berührt hat mich wie Reinis Tochter in einem der wenigen ruhigen Augenblicke, schon zu vorgerückter Zeit, Ihren Vater streichelte und drückte. Der versonnene Blick den sie dabei hatte - das war Liebe und Herzlichkeit pur. Die 300 anderen Gäste schienen in dem Augenblick für beide nicht zu existieren. Ein ebenso liebevolles Bild war Reinis jüngste Tochter, die am späten Abend zu ihrem Vater aufs Bett kletterte, um dort auszuruhen. Das Bild strahlte vollkommenes Vertauen aus. Oder Luise Mirsch mit ihren hellwachen, interessierten, lustig funkelnden Augen, die fast so umlagert war, wie das Geburtstagskind selbst, und daher kaum dazu kam einen Happen zu essen. Jeder bekam eine freundliche Antwort, keinen Wunsch um ein Foto oder Autogramm schlug sie aus. Alles strahlte eine unglaubliche Atmosphäre, Wärme und Freundlichkeit aus. Die begründete schon zu Beginn des Musikprogramms gerade auch Thomas Putensen. Spontan beim Holger Biege Soundcheck, als er sein Lied "Deine Liebe und mein Lied" anstimmte, was Biege mit breitem Lächeln quittierte... Oder beim lockeren Hinweis an Micha Behm, er würde einen Ablaufplan in der Garderobe finden, den dieser mit einer großen Geste beantwortete... Und vor allem auch durch die Aufforderung an Reinhard Fissler "...komm sing mit". Ganz offensichtlich hatte Reini Spaß daran, den Chorus zu improvisieren. Leider verhinderten die Technik, die Künstler hörten sich nicht immer gut wurde mehrfach moniert, und ein gewisser Grundgeräuschpegel im Saal, dass das noch besser klappte. Andy Wiezoreck mit seinem Klasse Saxophon brachte Wärme in die ersten Putensentitel. Putensens russisches Geburtstagslied war dann ein erstes Spezial mit Szenenapplaus. Den bekamen in der Regel auch die spontanen Auftritte der Künstler bei Stücken, wo gerade ein Instrument oder eine Stimme fehlte oder passte. Beste Jam-Session. Zum Beispiel von Hans die Geige, der unvermittelt bei einem Stück von Reinis Tochter Vivian aufsprang, "Ooh, das ist ja...!" sagte und spontan eine zweite Stimme spielte. Später spielten die Beiden, angeblich ungeprobt "Dust in the wind". Oder Delle Krise, der bei Putensen trommelte. Solche Spontaneinsätze gab es von Axel Stammberger oder Micha Behm. Wenn das Wort Spielfreude je eine Berechtigung hatte, dann an diesem Abend. Das absolute Highlight in dieser Hinsicht stellte für mich der Renft-Auftritt weit nach Mitternacht dar. Ohne den stimmlich angeschlagenen Monster Schoppe angereist, übernahm Gisbert "Pitti" Piatkowski den Gesangspart bei den gespielten Rockklassikern. Timmi, die sich spontan bei "Come together" ans Mikro begab, brillierte wie zuvor schon bei ihrem eigenen Auftritt. Man hätte meinen können, das ist immer so, sie gehört dazu. Wenn Putensen im ersten Teil des Abends sehr präsent war, dann war es Marcus Schloussen zu vorgerückter Stunde. Er spielte mit Patricia Heidrichs UNBEKANNT VERZOGEN, Andrea Timms Band ohne Namen und Simone Kotowski bevor er mit den Renft'lern ein paar Rockhymnen zum Besten gab, und schließlich selbst ein Volkslied sang: Cäsars Apfeltraum. Fantastisch gut. Überhaupt gab es einige spektakuläre Auftritte, wie ich fand. Und nicht nur musikalisch. So die Drehwürmer. Kinderartistik zu Musik. Einige Titel der das Programm begleitenden Musik stammen von Reinhard und eine der Fißlertöchter hat eine der Hauptrollen in der Artistikshow. Sie macht das ausgezeichnet, und Reinhard ist auf die sportliche Leistung ebenso stolz, wie auf die musikalische Leistung Vivians. Oder die Einlage der bauchtanzenden Feuerschluckerinnen. Diese mehr oder weniger unmusikalischen Programmteile verliehen dem Ganzen geradezu Varieteecharakter. Natürlich wurde auch musikalisch Brillantes geboten. Zum Beispiel als Regiseur Reinhard Fißler Holger Biege aufforderte, zu singen. Wow! Was für eine "Auferstehung"! Biege ungebändigt mit urgewaltiger Soulstimme wie in besten Tagen. Standing Ovations und die erste Zugabe auf Reinis ausdrücklichen Wunsch waren die Folge. An diesem Abend war ein völlig entspannter Holger Biege zu erleben, der sich auch gutgelaunt mit Kollegen und Fans unterhielt. Nebenbei sei erwähnt, dass es im Saal einen Zeichner gab, der Portraits und Szenenbilder zeichnete. Das Biegeportrait war sehr gelungen. Ich hoffe die Bilder hat jetzt alle Reini. Apropos Kollegen. Im Defilee der Gäste befanden sich auch Martin Schreier und Peter Meyer von den Puhdys. Sie mischten sich still unter die Gäste. Auch Dirk Zöllner ließ es sich nicht nehmen, Reini zu seinem runden Ehrentag zu gratulieren. Dazu verließ er wohl fluchtartig sein eigenes Konzert, als dieses beendet war, um noch pünktlich am Veranstaltungsort einzutreffen... Es war eben Reinhards 60. Eine Feier mit Freunden und Familie, und keine PR Veranstaltung für irgendwen oder -was, außer vielleicht für Reinhard Fißler. Und was die Musiker alles boten. "Heart of Gold" wurde vom Trio Fischer, Voigt und Krüger so gespielt, dass man dachte es käme von der Platte. Tina Rogers, die zuvor noch einen Grönemeyer-Titel auf ihre Art gesungen hatte, tobte als Tina Turner durch den Raum. Tina hatte Eva Kyselka mitgebracht. Und Eva wagte sich als Einzige an einen LIFT-Klassiker. "Nach Süden" blieb der einzige LIFT Titel des Abends. Das Duo Kurzhals / Jäger rappte Reinis Lebenslauf zu Sterninprovisationen am E-Piano von Thomas Kurzhals. Diese Einlage war wohl völlig überraschend für alle im Saal. Ein wenig Verwunderung verursachte allerdings der Teil des Vortrages, der sich mit den jüngsten Vorgängen bei Stern Meißen befasste und das Vokabular des Sommers noch einmal aufleben lies. Ein Rapper wird aus Norbert Jäger wohl nicht mehr werden. Dafür war das im großen Chor gesungene "Hoch soll er leben" eine sehr gelungene Überraschung... Die Jäger-Chöre so zu sagen. Noch größer war vermutlich die Überraschung bei den Gesten als sich Karussell in die Schar der Gratulanten einreite. Wenige werden um die engen Beziehungen zwischen Fissler und Raschke wissen. Dass die großen Karussell-Titel in kleiner Besetzung klingen, war vielleicht auch eine kleine Überraschung. Weniger, dass Oscheks Stimme das "Fischlein unter'm Eis" so trägt, wie früher Fißlers Stimme seine großen Lieder getragen hat. Etwas skeptisch schaute die Gesellschaft nach Reinis Ankündigung, es werde nun einer der Beatles-Gründerväter auf der Bühne stehen. Rod Davis, einer der QuarryMen, aus denen später die Beatles hervorgingen, hat wohl tatsächlich mit Lennon und McCartney zusammen gespielt. Seine beiden Skiffelsongs auf der von Axel Stammberger geliehenen Gitarre mit Waschbrettbegleitung machten Reini richtig viel Freude, versprühten sie doch gewissermaßen pures Beat-Feeling der frühen Jahre. Natürlich wurde auch richtig gerockt. Der Techniker, Christopher Wohlers, machte eine wirklich gute Arbeit. Er ist Azubi zum Veranstaltungstechniker und wird sicher ein richtig Guter - die Feuertaufe hat er am 06.02. in Berlin erlebt. Nach seiner Aussage war eines der größten Probleme, dass für die Vielzahl der Musikbeiträge zu wenig Kanäle am Steuerpult verfügbar waren, so dass viel live gesteuert werden musste. Zudem reichte das Klangspektrum von der sanften, tiefen Frauenstimme Patti Heidrichs, die recht leise singt, zu den Explosionen in bester Jimmy Hendrix Manier bei Pittis E-Gitarre, der die Anlage und Technik voll testete. Da fällt mir die Ankunft Giesbert Piatkowskis auf dem Fest ein... Parka und Gitarrenkoffer auf dem Rücken. Aus einer Ecke lugte ein Stativ oder ähnliches hervor. Mir kam der Gedanke: "Wie in alten Zeiten". Auch ein bezeichnendes Puzzle-Teilchen der Party. Da war nichts Aufgesetztes oder Gekünsteltes. Es war eben eine fast ganz normale Feier eines 60. Geburtstags in Familie, mit Freunden und Kollegen. Was bliebe noch zu erwähnen? Im Grunde genommen nichts und zugleich unendlich viel. So bleibt es mir nur noch, den Glückwunsch aller Gäste noch einmal zu bekräftigen.

ALLES GUTE ZUM 60. GEBURTSTAG REINHARD FISSLER




Foto Impressionen:



Fotos von Petra:





















































































































































Fotos von Matthias: