Eric Fish & Friends live in der "KUFA"
zu Hoyerswerda am 23. Januar 2010
(Teil 1)



Bericht: Toralf Schneider
Fotos: Patricia Heidrich





Menschen im Gedankenhaus - Um es vorwegzunehmen, auf dieser Bühne an diesem Abend ist etwas mittlerweile sehr seltenes passiert, Menschen mit Herz und Verstand haben ihre Instrumente zur Hand genommen und sich ausgedrückt, und das im wahrsten, reinsten Sinne des Wortes, für sich und für ihr Publikum zuallererst und haben dabei sich und alle auf eine Reise mitgenommen, die ganz tief reicht.

Und das ist es, so ein Fish-Konzert, eine Reise, die auch eher untypisch über vier Stunden währt und Publikum und Zuhörer zusammenwachsen lässt und eine ganz eigene Stimmung und Dynamik entstehen lässt, über die Zeiten, Botschaften im positivsten Sinne, eigene Songs und Coversongs, sehr sensibel gewählt, warme Atmosphäre schaffend und das nicht nur durch die unzähligen Kerzen auf der Bühne.
"Anders sein, ehrlich sein" ist das Motto des Abends, beginnend und allein die Bühne dominierend greift Eric Fish sich Raum, bald schon unterstützt von Rainer Michalek an der Gitarre, Gerrit Hecht am Piano und B. Deutung, grandios und unvergleichlich am sanften, fordernden Cello.
Uwe Nordwig als kongenialer Gegenpart zu Eric Fish fehlte an diesem Tourneende, eine leere Stelle und ein leerer Platz im „Klangkörper“, der Stimmung hat´s keinen Abbruch getan.

Zurück zum Konzert, im übrigen kann man ein Cello auch als Gitarre spielen, die Mischung aus bekannten Songs und Tracks der neuen Platte „Alles im Fluss“ war sehr behutsam ausgewählt, "Marietta" hat das Zeug zum Hit und "Paddy's Lament", der von Eric Fish, als bekennender Liebhaber irischer Traditonals, so selbst bezeichnete Lieblingssong steht der Interpretation von Sinead O´Connor in nichts nach.
Träumen sei an dieser Stelle mal erlaubt, beide zusammen auf einer Bühne zu sehen und zu hören, wäre sicher ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
"Cathedral" und "Es ist an der Zeit", ein Highlight jagte das andere, diese beiden seien exemplarisch genannt für ein Fest an Musik und Wertigkeit, etwas was die Zuhörer einfach nur mitnimmt und im besten Sinne angreift. Nicht zu vergessen die Remineszenz an Gerhard Gundermann, den unerreichten ostdeutschen Liedermacher, hier an historischen Stelle in Hoyerswerda, dem sich die gesamte Band sehr seelenverwandt fühlt, „Es kommt der Tag“ in einer sehr nahe gehenden Interpretation.

Fazit: Da stehen Menschen auf der Bühne, die was zu sagen haben und da sitzen Menschen vor der Bühne, die auch was zu sagen haben, das ist ein Erlebnis, hoffentlich hat der Anfang nie ein Ende, nimm dein Herz in die Hand und werd wach. Gib uns hundert Jahre Zeit... zwar nicht gespielt... aber das sei das Motto...




Foto Impressionen: