FAIRYDUST am 09. und 10.08.2008
live in Radeberg und Dresden



Bericht: Gundolf Zimmermann
Fotos: Gundolf Zimmermann




Über den Namen FAIRYDUST bin ich in der Vergangenheit beim Lesen diverser Programme von Stadtfesten schon oft gestolpert. Kürzlich erlebte ich die junge Frau bei ihrem Auftritt beim Fantreffen von Eric FISH. Was ich da in einer Stunde hörte, gefiel mir schon, und machte mich auch neugierig auf weitere Auftritte. Hinter FAIRYDUST verbirgt sich Ute Fairy Langjahr, die seit ca. 4 Jahren solo mit ihrer Gitarre unterwegs ist. Fairys Terminkalender ist gut gefüllt, und sie spielt sowohl in kleinen Pubs als auch Open Air auf Stadtfesten. Vergangenes Wochenende war eine günstige Gelegenheit für uns, FAIRYDUST ausgiebig live zu sehen, denn die sympathische Chemnitzerin spielte beim Bierstadtfest in Radeberg auf einer kleinen Bühne an der Hauptstraße/Ecke Schulstraße und beim Inselfest in Dresden-Laubegast. Insgesamt absolvierte FAIRYDUST von Freitag bis Sonntag 5 Auftritte.
Also gingen Lissi und ich mal wieder auf Tour in die Bierstadt vor den Toren Dresdens. Radeberg ist ja nicht weit für uns und auch das Parken stellte kein Problem dar. Die Bühne, die vom Dresdner Irish Pub "Tir Na Nog" initiiert und betreut wurde, fanden wir relativ schnell. Natürlich gab es da auch einen Stand mit typischen irischen Getränken dazu. Da ließ ich mich nicht lange bitten, und trank auch ein leckeres Kilkenny. Wenig später tauchte auch schon Fairydust auf, und wir plauderten mit ihr zunächst über das FISH-Fantreffen. Sie war genauso begeistert von dem Wochenende in Döbritschen wie wir. Die Musikerin erwähnte das Treffen auch mehrmals während ihres Auftrittes auf der Bühne. Fairydust spielte dann ungefähr zwei Stunden, die nur von einer kurzen Pause unterbrochen waren. Sie spielte Folkmusik aus allen Ecken der Welt, insbesondere aber traditionelle schottische und irische Lieder, die seit Jahrhunderten gesungen werden. So gab es während der Mugge u.a. irische Lieder zu hören, wie "Red is The Rose" oder "Mairie's wedding". Diese Lieder hat sie zum Teil mit deutschen Texten versehen. Doch sie hatte auch viele andere Titel im Gepäck, die man eigentlich an jedem Lagerfeuer singt und hört, wie zum Beispiel "The night they drove old dixie down" oder Bob Dylans "Blowing in the wind".
Die Frau kommt übrigens ohne vorbereitete Setlist aus. Natürlich hat sie ein Grundgerüst von Liedern, die sie immer spielt, aber drumherum ist genug Freiraum für andere Songs. Das macht jeden ihrer Auftritte etwas anders. Sie spielt einfach das, was ihr gerade in den Sinn kommt, und was sie für die jeweilige Situation passend hält. Mit ihrer warmherzigen und offenen Art zog Fairydust die Zuschauer auch in Radeberg und Dresden in ihren Bann. Ihre Stimme erinnert etwas an Melanie. Das wurde besonders deutlich als sie Melanie's Lied "What have they done to my song" sang.
Zwischen den Liedern erzählte Fairydust etwas zu den jeweiligen Liedern und zu sich selbst. So erfährt man zum Beispiel das einige der traditionellen Lieder wirklich schon über 600 Jahre alt sind, oder dass ein Lied auf Heinrich den VIII. zurückgeht. Sie ist eine Vollblutmusikerin, die sichtlich Spaß an der Musik und auch an der Kommunikation mit dem Publikum hat. Den Zuschauern gefällt es, und folglich gibt es immer wieder herzlichen Beifall für FAIRYDUST. Die bekanntesten Lieder werden auch von vielen mitgesungen oder mitgesummt. Bei FAIRDUST's Darbietungen kann der geneigte Zuhörer wirklich ganz leicht dem Alltag entfliehen und sich bildlich gesprochen fallen lassen. Wunderbar kommt sie auch rüber, wenn sie a cappella zum Beispiel "Mercedes Benz" von Janis Joplin singt. Einfach Klasse, wie sie auf Zwischenrufe aus dem Publikum reagiert und auf sie eingeht. Dazu kommt auch noch ihr sympathischen Lächeln.
Überraschend für mich spielte sie auch das "Herbstlied" (Feinslieb, Du lachst dazu) von H.E.Wenzel, "Es ist ander Zeit" von Hannes Wader und "You are the sunshine of my life" von Stevie Wonder. Die zwei Stunden waren wie im Fluge vorbei. Nach einem kurzen Plausch verabschiedeten wir uns von Fairydust und fuhren wieder Richtung Heimat.
Da wir vom Auftritt der Sängerin so begeistert waren, sahen wir uns auch ihren Auftritt am Sonntag beim Inselfest in Dresden-Laubegast an. Die kleine Bühne stand unmittelbar am Ufer der Elbe und auch hier schaffte es FAIRYDUST, ihr Publikum zwei Stunden lang zu begeistern. Mit ihrer Gitarre, ihrer großartigen Stimme und einer Riesenportion Herzblut sang sie hier zum Beispiel auch "Ruby Tuesday". Das Lied kennt man ja unter anderen sowohl von Melanie, den Rolling Stones als auch von Marianne Faithfull. Da wir am Elbufer waren und hinter der Bühne die Schiffe und Dampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt fuhren, gab es hier von FAIRYDUST auch das bekannte Volkslied "Drunken sailor" zu hören. Sie gab im Verlaufe der Mugge spontan auch dem Nachwuchs eine Chance und ein kleiner Junge durfte das Lied vom Rotkäppchen singen.
Auch die zwei Stunden in Dresden waren viel zu schnell vorbei, und wir fuhren mit der Gewissheit heim, an diesem Wochenende zwei kurzweilige und schöne Auftritte mit und von FAIRYDUST gesehen zu haben. Es dürfte wohl klar sein, dass das nicht unsere letzten Konzerte von FAIRYDUST waren.




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