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Bericht: Reinhard Baer Fotos: Reinhard Baer
Ein paar Wochen ist es nun schon her, als ich vom Konzert der Gruppe Karat in Luckau berichtete. Heute führte mich mein Weg exakt an die gleiche Stelle, wo vor einigen Jahren die Landesgartenschau Brandenburgs stattfand. Es war wohl auch die gleiche Bühne, allerdings stand sie an einer anderen Stelle des Platzes. Anders als vor ein paar Wochen war allerdings das Wetter. Während bei Karat schönstes Sommerwetter herrschte, hat es diesmal leider ununterbrochen geregnet. Deshalb haben hier auch nicht etwa 4.000 Leute den Platz gefüllt wie bei Karat, sondern, so schätze ich, etwa 150 bis 200, die dem Wetter getrotzt und in den LaGa-Park gekommen sind, ausgerüstet mit regenfester Kleidung und Schirmen. Als ich den Platz betrat, waren Helfer gerade dabei, das Regenwasser, das auf die Bühne geweht worden war, unentwegt herunter zu fegen. Auf der Bühne stand spärliches Equipment, bestehend aus zwei Notenständern, zwei Hockern, Mikrofonen und Monitor-Lautsprechern. Das Keyboard von Dirk Michaelis war mit einer Plane bedeckt und alle anderen Instrumente waren auch noch verpackt. Ich habe mich ehrlich gesagt darauf eingestellt, ordentlich Wasser von oben abzubekommen, aber es wurde letztlich doch ein Konzert, das ich so schnell nicht vergessen werde. Kurz nach 20:00 Uhr betraten Tino Eisbrenner und sein Akkordeonspieler Heiner Frauendorf die Bühne und nahmen ihre Instrumente auf. Nun hätte es ein Konzert vor einem fast leeren Platz mit hier und da verstreut stehenden Grüppchen unter Schirmen oder den schützenden Zeltdächern der Imbiss- und Getränkestände werden können, aber Tino Eisbrenner hatte da eine geniale Idee: Er forderte das Publikum auf, doch mit auf die Bühne zu kommen. Hier sei genügend Platz und das wäre doch eine richtig schöne intime Atmosphäre und würde so viel mehr Spaß machen. Außerdem sei es doch viel trockener hier. Sofort kamen viele Besucher auf die Bühne und nahmen irgendwo Platz, sei es auf dem hinteren Podest oder auf dem Boden. Einige Bänke von Biertischgarnituren waren auch schnell zur Hand und so musizierten Eisbrenner und Frauendorf inmitten einer gemütlichen Runde.
Während Dirk Michaelis die ersten Lieder alleine mit Gitarre bzw. Keyboard begleitet hatte, kam nun sein Mitspieler Sören Birke hinzu und spielte Mundharmonika und Flöte. Michaelis und Birke spielten auch Maultrommel. Das ist eine kleine Spange aus Metall, die man in den Mund steckt und an einer Zunge zupft. Der Mund wirkt als Resonanzkörper und mit ihm kann man den Ton variieren. Weitere Titel an diesem Abend waren "Am Ende der Schlacht", "Stilles Dorf", "Du hast `nen Mann" und "Komm schon her". Auch Dirk Michaelis und Sören Birke durten nicht ohne Zugabe von der Bühne. Dirk hatte bemerkt, dass ich unentwegt fotografierte und forderte das Publikum auf der Bühne auf, doch mal für den "Paparazzo" zu winken. Möglicherweise wird in den nächsten Tagen in Luckau und Umgebung der eine oder andere Konzertbesucher www.deutsche-mugge.de anklicken. Dirk Michaelis hatte a cappella begonnen und der allerletzte Titel hieß dann "Wie ein Fischlein unter`m Eis", ebenfalls a cappella vorgetragen. Danach hieß es noch für alle, die Bühne wohlbehalten wieder zu verlassen. Wie schon gesagt, dieses Konzert hatte für mich etwas einmaliges. Ich und viele aus dem Publikum standen nicht vor, sondern mit auf der Bühne, auf gleicher Augenhöhe mit den Künstlern. Das erleichterte für mich natürlich auch das Fotografieren. Oftmals wirken Leute, die auf Konzertfotos geraten, störend, doch hier gehörten sie einfach mit dazu! Ich denke, die vier Künstler werden diesen Abend auch länger im Gedächtnis behalten. Ob sie sowas wohl schon öfter erlebt haben? Verregnete Spielorte gibt es ja viele - besonders in diesem Jahr...
Fotoimpressionen:
Vor dem Konzert: ![]() ![]() Fleißige Mitarbeiter legen die Bühne wieder trocken Tino Eisbrenner ![]() ![]()
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