Dixieland-Festival am 17.05.2008 in Dresden


Bericht: Casus Campari
Fotos: Casus Campari




Die schönsten Mädchen gibt es in Leipzig - den besten Jazz in Dresden!
Eine alte Weisheit aus besseren Tagen? Mitnichten. Dresden im Mai 2008, das 38. Internationale Dixieland-Festival lockt mehr Besucher als die heißeste Party-Night auf Leipzigs berüchtigter Szene. Warum das so ist, davon haben wir uns auch 2008 erneut überzeugen können. Auf der Straße nur einen Strich zu ziehen ist halt nicht alles. Man kann auch generationsübergreifende Musik machen und erreicht damit die Alten und die Jungen, selbst die ganz Jungen, die sonst eher Striche aufs Papier kritzeln, und selbst das unter Anleitung im Kindergarten. Unsere Fotos sind der Beweis!
Das Dresdener Dixieland-Festival war und ist schon immer eine Reise wert gewesen, egal wie weit man zurücklegen muss. Jazz-Bands und Gäste aus Halb-Europa und Australien waren vertreten. Die Eintrittskarten zu den offiziellen Veranstaltungen sind bereits seit Monaten ausverkauft, auch weil weniger Gäste hereingelassen wurden als in den Vorjahren. Dem bundesdeutschen Feuerschutz sein Dank. Mit seinen Bestimmungen kann man eine Szene auch knebeln. Und dass es in den Clubs und Pubs heiß her geht, ist hinlänglich bekannt. Sehen wir es also positiv.
Das wahre Jazzer-Herz schlägt sowieso auf der Prager Straße. Auf fünf Bühnen geben sich abwechselnd 25 Bands die Ehre, man rotiert wie in einer öffentlichen Behörde. Jetzt spiele ich hier, nachher dort - und die Fans ziehen mit - oder sie warten auf das nächste Highlight. Martijn Schoks Boogie & Blues Band aus Holland sind dabei Kandidaten mit dem treuesten Fankreis. Rund fünfzig Leute ziehen mit der Band - und machen stimmung für 500 Dresdener! Vorbildlich. Das Repertoire der Gruppe ist phänomenal, von den Jazz-Standards über Blues-Klassiker bis hin zum Tasten- und Sax-Rock'n'Roll eines Little Richard und Fats Domino reicht die Palette. Köstlich am Mikrofon die blonde Greta Holtrop, die ihre Jungs perfekt in Griff hat. Wer nicht die Chance auf einen Live-Blick hatte, der sollte sich unbedingt die Gruppe als Konserve in die gute Wohnstube holen. Die Musik ist nichts für stille Stunden in trauter Zweisamkeit, also Regler hoch, die Nachbarn werden es danken!
Die längste Anreise nach Dresden hat die Jazz Factory aus dem fernen Australien auf sich genommen. Ein Weg, der sich wohl gelohnt haben dürfte. Vom ersten Ton an bebte die drei mal vier Meter kleine Feldschlösschen-Bühne am Hotel Königstein unter dem Hammersound der Australian Boys. Und ein Koffer voll CDs verkaufte sich ebenfalls im Handumdrehen. Das gelingt nicht allen Gruppen.
Fünf Bands haben wir auf unserem Kurztripp nach Dresden gesehen und gehört, mehr als 25 haben die sächsische Hauptstadt vom 14. bis 19. Mai unsicher gemacht. Und gelernt haben wir, dass Jazz nicht nur die Bourbon Street Parade ist. In der Dixie-City im Mai 2008 gehörten Bill Haley und Little Richard ebenso zur Jazz-Gemeinde wie die kleine Puszta-Post und der Crocodile-Rock aus Louisville. Wer es nicht glaubt kann sich 2009 an der Elbe selbst überzeugen.




Foto Impressionen:



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