![]() Bericht: Heide Puls Fotos: Pressefotos
Kurz nach 19:00 Uhr betritt das Trio mit ihrer Band (Orgel/Piano, Bass und Drums) die Bühne der - für meine Begriffe - überfüllten Musikarena. Der hintere Teil des Zeltes war bestuhlt, ansonsten standen die Besucher dicht an dicht, so dass selbst der Durchgang nicht mehr zu erkennen war. Dabei waren unter den Zuschauner neben älteren Musikfreunden, wie bei einem Konzert von Crosby, Stills & Nash zu erwarten war, auch eine ganze reihe jüngerer Besucher. Es war eine bunte Mischung, und die Stimmung war aufgeheizt. Auf der Bühne stand eine „Hardrockband“, und mit dem ersten Song „Woodstock“ knallte uns die Musik nur so um die Ohren. Der Sound war, im Gegensatz zu anderen Konzerten der diesjährigen Tollwood Konzert-Reihe, einfach nur laut. Man kann fast sagen, er war fast schrill und manchmal auch verzerrt. Da hat die Tontechnik keine gute Arbeit geleistet! Ich habe wirklich schon einiges dort gehört, aber so extrem habe ich es noch nie empfunden. Meine Jacke und Tasche auf dem Arm vibrierten richtig. Dieser Sound begleitete uns eine Stunde lang. Einem Teil des Publikums schien es nichts auszumachen, es schrie, johlte und sang zeitweise bei „Wooden Ships“ und beim Solo-Hit von Stephen Stills „Love The One You`re With“ mit. Anderen Besuchern, wie z.B. einigen meiner Sitznachbarn, ging es genauso wie mir. Nach einer Stunde gab es eine Pause von einer knappen halben Stunde und damit etwas Zeit, dem Gehör eine wohlverdiente Auszeit zu gönnen... Nach der Pause ging es um einiges sanfter und melodiöser zu; jetzt stimmte auch der Sound. Es ging mit nur drei Akustikgitarren und dem Gesang des Trios weiter, wobei besonders Stephen Stills mit seinem Gitarrenspiel immer wieder begeisterte. Die gecoverten Songs von Bob Dylan, den Beatles ("Norwegian Wood") und den Rolling Stones ("Ruby Tuesday") brachten die Fans in Stimmung. Eine besondere Zugabe war „Teach your Children“ und „Chicago“. Die traurige Realität wurde aber auch nicht vergessen: Crosby Stills & Nash gedachten der Opfer der sich tags zuvor bei der Loveparade in Duisburg ereigneten Tragödie. Zum Schluss wurde es noch einmal laut, es war so gesagt der letzte große Paukenschlag. Gegen 21.45 Uhr war das Konzert zu Ende. Meine Ohren, und nicht nur meine, waren wie in Watte gepackt und das Tollwood Festival 2010 in München war endgültig zu Ende. Ich habe in den vergangenen Wochen in vier Konzertberichten von drei amerikanischen Musiklegenden, nämlich John Fogerty, Kris Kristofferson und Crosby Stills & Nash, sowie von zwei deutschen Liedermacher-Legenden, Konstantin Wecker und Hannes Wader, berichtet. Es war eine Bandbreite verschiedener Musikrichtungen. Jedes Konzert war für sich einzigartig und ich habe sie genossen, nur mit dem letzten Konzert hatte ich persönlich so meine Probleme. Es fing beim Ton an, der anfangs und auch zum Ende hin einfach nur schlecht war. Man erwartet sowas eigentlich nicht nicht bei einem Konzert wie dem der Weltstars Crosby Stills & Nash. Ein weiterer Fakt, der das Konzertvergnügen erheblich getrübt hat, war das überfüllte Festzelt. Man hatte den Eindruck, dass hier alle Leute reingelassen wurden, die auch rein wollten. Einige der Besucher wußten sich obendrein nicht zu benehmen und behinderten am Ende der Veranstaltung sogar noch die Arbeit der Presse durch Teenager-haftes Verhalten beim Ergattern von Memorabilias. Für meinen Geschmack waren das die großen Schwachpunkte beim Abschlusskonzert des 2010er Tollwood Festivals. Andere Besucher sehen das vielleicht anders, das war aber mein persönliches Empfinden. Die Hauptsache ist doch, und sollte es überall sein, das uns die Musik auf ihre Art und Weise Freude macht! |