5. ALTENHOFER LIEDERSOMMER vom
15. bis 17. August 2008




Bericht: Andreas Hähle
Fotos: Patti Heidrich




"Geh nach vorne, spricht der Teufel ...". Diese Textzeile aus einem Song von Gerhard Gundermann war das Motto des 5. Altenhofer Liedersommers. Wahrscheinlich nicht ganz unabsichtlich darauf verweisend, dass es nicht nur gestern ein Liederleben gab, sondern dass es auch heute eines gibt und morgen, mindestens auch morgen, eines geben wird. Auch natürlich im Jahr 2008 und auch nach dem viel zu frühen Tod des Mottogebers. Immerhin war ein Verein zur Wahrung nicht nur dessen Liedguts der Ausrichter dieser Veranstaltung. So sollte uns dieser Querschnitts-Liedersommer zeigen: "So klingt das Liederjahr 2008" und noch viel mehr kam und kommt in diesem Jahre auf uns zu, wie in den kommenden Jahren auch, denn einen 6. Altenhofer Liedersommer wird es auf jeden Fall geben, sagten die Veranstalter am Rande. Und alles spricht dafür, dass es noch viel viel mehr davon geben wird ...
Immerhin findet dieser dreitägige Veranstaltungsreihe in einem touristisch recht gut erschlossenem Idyll am Werbellinsee statt. Und dass sich diese Veranstaltung schon weitläufig herumgesprochen hat, dafür sprach nicht nur die unglaublich hohe Anzahl des Publikums, sondern auch dessen verschiedenen Dialekte und Sprachakzente.
Leider waren Patricia Heidrich, die Fotografin der hier zu sehenden von dieser wunderbaren Veranstaltung zeugenden Bilder, und ich nur an einem der drei Tage anwesend, was ich höchst bedauerlich finde. Weil wir, obwohl wir vieles erleben konnten, doch vieles und viele KünstlerInnen verpasst haben, nicht nur Sony Thet und Stefan Lux.
Aber wir hatten leider nur am Samstag, den 16. August Zeit und ich hoffe sehr, das wird beim nächsten Altenhofer Liedersommer im nächsten Jahr anders sein. Übrigens war dies ein Tag, an dem zufällig die Freiwillige Feuerwehr Altenhof ihren 80. Geburtstag beging, so dass der Ausklang des Abends mit einem Feuerwerk gekrönt wurde.
Den musikalischen Auftakt gab an diesem Samstag Paul D. Bartsch mit seiner Band, in etwas reduzierter Besetzung mit ihm selbst, Gitarre, Keyboard und Baß, das Schlagzeug fehlte leider an diesem Abend, was den eigenen Songs dieser Band in traditioneller Liedermacher-Weise allerdings nicht im geringsten schadete. Ich kannte die Band vorher überhaupt nicht, aber ich werde sie mir bei nächster Gelegenheit sehr gern genauer ansehen und anhören. Die Stimme des Leadsängers Paul D. Bartsch erinnerte mich etwas an die von Udo Jürgens, was seltsam ist, da die Songs ganz anders geartet sind als dessen und sie für mich durch diese mir so erscheinende Merkwürdigkeit besonders interessant machte. Aber da es von dieser Band einige CD´s gibt, kann sich jeder selber ein Bild bzw. ein Ohr davon machen, besser jedoch erst einmal in Kombination bei einem Konzert.
Die zwei großen Überraschungen dieses Abends waren der Darbieter der Texte in den Umbaupausen - im Grunde ein undankbarer Job, in diesem Falle eine mit Faszination angenommene Leistung - Tobias Herre alias "Tube", ein sogenannter Surfpoet und der zweite Gast des Abends, Marc-Uwe Kling, beide aus Berlin.
Letzterer überraschte mit seinen teils anarchopunkigen, teils coupletartigen Songs, überaus witzigen Einfällen und überragenden Texten, witzigen Kommentaren in Liedform zu aktuellen und allgemeinen politischen Themen und dem, worüber man so üblicherweise spricht und singt, aus einer unglaublich beeindruckenden gedanklichen und textlichen Schräglage heraus, die alle von ihm angesungenen Themen in einem etwas anderen Lichte beschienen. Die Texte waren nicht nur in Kombination mit der eigenen Gitarrenbegleitung und der gesanglichen Darbietung hörenswert, sie sind mit Sicherheit auch mit großem Vergnügen lesenswert. Mit der Zunge und wachem Geist stößt Kling in alle möglichen Wunden, genau dort hinein, wo es wirklich weh tut. "heute grün und morgen gelb und übermorgen schwarz."
Barbara Thalheim präsentierte sich an diesem Abend mit einer etwas kleineren Besetzung (mit Jean Pacalet - Akkordeon und Rüdiger Krause - Gitarre) als bei der Langen Liedernacht in Strausberg. Gern verweise ich an dieser Stelle auf den Bericht darüber hier auf www.deutsche-mugge.de, und erübrige mir nonchalant weitere Ausführungen sowohl über Barabara Thalheim als auch über Haase & Band, denn beide sind dort bereits behandelt und viel mehr gibt es da nicht hinzuzufügen außer der Verweis auf das interessante Angebot beider Künstler sowohl im einzelnen mit ihren Bands als auch gemeinsam. Wie eben bereits im erwähnten Bericht, auf den ich verwies, beschrieben. Eine Wiederholung des Erlebnisses jedoch dieser beiden Künstler war sehr erfüllend und wünschenswert gewesen und ist es für mich weiterhin.
Nach jedem Auftritt bekamen die Künstlerinnen und Künstler zur Erinnerung an den Altenhofer Liedersommer und vielleicht auch ein wenig zur Ehrung die Skulptur "Brunhilde" (nach dem gleichnamigen Song von Gerhard Gundermann gestaltet vom selben Schöpfer, welcher auch die "Goldene Henne" kreierte) überreicht.
Mehr Brunhilden müssen also hergestellt werden, denn wir wünschen uns eine Ansammlung solcher wunderschöner Liedersommer in dieser phantastischen Umgebung noch in sehr großer Anzahl und freuen uns bereits jetzt auf den 6. Altenhofer Liedersommer 2009




Foto Impressionen: