Am 2. Weihnachtsfeiertag hatte ich schon genug von Ruhe und Besinnlichkeit. Die Weihnachtsgans war verspeist, das Weihnachtsgebäck hatte auch sichtlich abgenommen und ich schaute vorsichtig in meinen Muggenkalender in welchem für den 26.12. fünf verschiedene Termine zu Auswahl standen. Meine Wahl fiel schliesslich auf die Dresdner Band 7ieben. Ich hatte die Jungs seit März nicht mehr live gesehen und die Ankündigung zum 7ieben-Live-Weihnachts-Special in der Dresdner Musik-Kneipe
Backstage las sich wirklich gut. Die Band wollte sich an diesem Abend mit ihren treuesten Fans treffen und ihnen zudem unter anderem eine besondere Akustik-Show bieten. Ich hatte die lauten Rocker noch nie auf einem ihrer ganz seltenen Akustik-Gigs gesehen, also war ich wirklich auch neugierig auf den musikalischen Teil des Abends.
Viel zu früh erreichte ich das "Backstage", eine der vielen Szenekeipen in der Dresdner Neustadt. So war noch ausgiebig Zeit den Jungs beim Soundcheck auf die Finger zu schauen und auch das eine oder andere Schwätzchen mit ihnen zu halten. Gegen 22.00 Uhr waren sämtliche Sitzplätze besetzt und eine beachtliche Anzahl Fans stand auch noch im Bereich des Tresens. Beste Voraussetzungen also für einen stimmungsvollen Verlauf des Abends.
Frontmann Christoph "Chris Vicious" Meisselbach und Gitarrist Sebastian "Busty B.Raptor" Belke eröffneten den Abend mit einem ca. halbstündigen Programm des 7ieben-Nebenprojektes
Miss Vicious. Unter diesem Bandnamen treten die Musiker gelegentlich als Cover-Band in Erscheinung.
Christoph begrüßte das Publikum mit den Worten "Herzlich Willkommen zum Weihnachtsspecial" und versprach dem Publikum in der Folge einen "Blumenstrauß bunter Melodien". Mit dem bekannten Bobby Hebb-Evergreen "Sunny" ging es gleich in die Vollen. Dieses Lied aus den 60er Jahren wurde bisher mehr als 400 mal weltweit gecovert (u.a.von Bill Cosby, James Browm, Boney M.). Ich hätte nicht gedacht, dass die harten Rocker so jazz- und soullastig spielen und singen können. Sebastin Belke spielte auf der Akustikgitarre zwei Instrumentalstücke, bei denen deutlich wurde, dass der Mann wirklich gut Gitarre spielen kann. Christoph sagte das zweite Stück davon auf den Gitarristen Sebastian Belke zeigend mit den Worten an: "Der Künstler bittet um Ruhe. Mit Künstler kann nur er gemeint sein, denn ich bin ja nur Sänger". Überhaupt war der Frontmann von 7ieben gestern wieder sehr zu Scherzen aufgelegt. Die gefühlvollen Versionen vom Extreme-Hit "More than words", von Eric Claptons "Tears in heaven" und des Chuck Berry-Klassiker "Jonny be good" waren wirklich sehr beeindruckend. Nach "Fly Away" von Lenny Kravitz war dann der Auftritt des Projektes
Miss Vicious für diesen Abend beendet.
Per Beamer wurde nun der Trailer zur im nächsten Jahr erscheinenden 7ieben-DVD gezeigt. In Zusammenarbeit mit den beiden Experten des preisgekrönten Kurzfilmprojektes 2×11watt_mono haben 7ieben die letzten Monate hart an dieser DVD gearbeitet. Jedenfalls wurde im Trailer schon deutlich, dass diese DVD wohl ein Knaller mit Konzertausschnitten, witzigen Backstage-Szenen, Interviews und Videoclips wird. Aber auch mit einer neuen CD wird die Band nächstes Jahr aufwarten. Dann war es endlich Zeit für den Live-Auftritt von 7ieben. Neben den bereits genannten Musikern Christoph Meisselbach und Sebastian Belke kamen Schlagzeuger Michael "Mitsch U.Canon" Knaute und Bassist Jörg "J:org A.Tekk" Eichhorn auf die Bühne. Der Frontmann hat sich mal wieder eine extravagante Eröffnung einfallen lassen, er verlas eine Passage aus Douglas Adams Buch "Per Anhalter durch die Galaxis". Dann verließ er die Bühne und ging zu einem seitlich neben der Bühne stehenden Keyboard. Christoph begleitete sich auf dem Tasteninstrument beim Lied "Delirium" selbst. Es handelt sich hierbei um eine Ballade, die auch auf der neuen 7ieben-CD wiederzufinden sein wird.
Mit "Ain't No Sunshine" von Bill Withers bewiesen die vier Herren, dass sie auch andere Töne als kraftvollen Rock drauf haben. Die Jungs konnten in diesem Moment fast als Soul-Band durchgehen.
Die Setlist bestand sehr ausgewogen aus alten und neuen Liedern. Nach dem sehr bekannten "Mädchen" ging es mit der neuen Nummer "GMX" in die Pause. Danach kehrten die vier 7iebener mit einem Gast auf die Bühne zurück: Lanzelot, der bis Oktober in der Dresdner Band
Gedacht spielte, verstärkte die Band im zweiten Teil des Konzertes an der Akustikgitarre. Es folgte sofort mit "Graue Katze", die wohl bekannteste Rockballade der Dresdner. Eigentlich kommt das Lied sonst immer ziemlich zum Ende der Konzerte. Übrigens ging die Ballade kurzzeitig in Led Zeppelins "Stairway To Heaven" über. Mit "Sonntags" und "Schrei" erklangen auch zwei nagelneue Lieder. Natürlich fehlte auch das wunderbare "Gedanken an..." an diesem Abend nicht.
Die Zugaben waren wieder international. Ihre Akustikversion von Glenn Danzig's "Mother", das in HIM's "Join Me In Dead" überging, war für mich der beste Titel des Abends. Mit "Warriors of the World" von Manowar verabschiedeten sich die Musiker von der Bühne mit dem Hinweis, dass Band und Publikum jetzt gemeinsam noch ordentlich feiern und quatschen können.
Im nächsten Jahr wird mit den Rockern aus Dresden auf hiesigen Live-Bühnen wieder verstärkt zu rechnen sein und das ist gut so.
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