Bericht:
Rüdiger Lübeck

Fotos:
Rüdiger Lübeck





Nachdem ich die 17 HIPPIES das erste Mal vor knapp zwei Jahren in der Kulturbrauerei gesehen hatte (Bericht hier: HIER), war ich regelrecht baff ob der geradezu gigantischen Live-Performance, die da geboten wurde. Ein Riesen-Spektakel, dazu pure Perfektion und ein Portfolio an Genres, das seinesgleichen sucht. Seither darf sich die Kapelle also eines weiteren Fans erfreuen.


17 HIPPIES (Pressefoto)

Nun hatte ich das Glück, das Ensemble direkt vor meiner Haustür zu erleben, im heimischen Babelsberger Lindenpark. Im Gepäck der Band (u.a.) das mir bis dato unbekannte neue Album "Phantom Songs", das sich anempfiehlt, hier auch alsbald einer ausführlichen Rezension unterzogen zu werden. Dieser kann und will ich folglich vorliegend auch nicht vorweg greifen.

Aber die Hippies sind ohnehin zuvorderst eine Live-Band. Und da fällt es dann doch etwas schwer, die Eindrücke des Konzertabends in sachlich-objektive Bahnen zu lenken, ohne sich vorschnell des Vorwurfs der Lobhudelei ausgesetzt zu sehen. Es bedarf nach meiner Wahrnehmung nicht einmal eines besonderen persönliches Faibles für diese Art von Weltmusik, um von deren Interpretation begeistert zu werden. Die Musiker vereinnahmen das Publikum umgehend, ohne jedwede anderenorts übliche Warmlaufphase, ohne gekünsteltes Angefeuere. Man wird als Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute regelrecht in den Bann der Musik, des Rhythmus hineingezogen; ist für gute zwei Stunden komplett in einer anderen Welt. Das vermochte ich mit dieser Konsequenz noch nirgends sonst zu beobachten, ein wie auch immer gearteter Vergleich mit Alternativen (gibt es die?) verbietet sich schlicht. Der Saal tobt, die Luft vibriert, ein einziges rhythmisches Zucken geht durch die Reihen. Ich bin wahrlich kein Tänzer, aber es fällt schwer, sich hier zurückzuhalten.


Die akutelle CD "Phantom Songs"

Die musikalische Bandbreite ist dabei - wie gewohnt - imposant, es geht drunter und drüber mit Klezmer, osteuropäischer Folklore, französischen Chanson bis hin zu amerikanischem Folk. Oder um es mit den Worten der Band zu umschreiben: "eine Mischung aus rumänischem Tanz, dem allgemeinen Berliner Unverständnis und einem Lied der Mutter aus Kindertagen, um jene zur Mithilfe im Haushalt zu animieren". Kleine Anmoderationen und die nahezu permanente Rotation der Musiker auf dem Bühnenparcours halten die Flamme am Lodern; grelles Licht aus riesigen hässlichen Glühbirnen heizen das ganze auch noch an...

Natürlich (!) haben sie mit Klarinettist Henry Notroff auch einen Ur-Babelsberger in ihren Reihen, und natürlich (!!!) strömt die Potsdamer Spielstätte südländische Mentalität aus, sind die Wiesen hier grüner und die Straßenbahnen schöner. Derlei Avancen gegenüber dem Publikum braucht es jedoch gar nicht, um jenes zu gewinnen. Die Leute sind aus dem Häuschen, es gibt trotz (oder wegen?) der ständigen Stilwechsel keinerlei Abfall in Applaus und Jubel.

Bedauerlicherweise wurde mir das Fotografieren nur während der ersten drei Songs gestattet, was selbstverständlich zu respektieren ist. Die Sinnhaftigkeit des Ganzen ist angesichts der zuhauf im Publikum verwendeten Kompaktkameras und Fotohandys jedoch gleichwohl zu hinterfragen, zumal umso ärgerlicher, als dass die Bühnenausleuchtung an diesem Abend geradezu fantastisch war. Wie im übrigen auch das Konzert. Aber das sagte ich ja bereits.

Die nächsten Termine:
26.11.11 - Berlin - Landesmusikakademie (Workshop)
27.11.11 - Berlin - Landesmusikakademie (Workshop)
28.12.11 - Berlin - Kesselhaus (Kulturbrauerei)
nähere Infos und Termine auf der 17 HIPPIES-Homepage...


Bitte beachtet auch:
- off. Homepage der 17 HIPPIES: www.17hippies.de
- Homepage des 'Lindnehof' in Potsdam: www.lindenpark.de






Live-Impressionen: